[Effekt] DIY Mikro Amp von UK-electronics

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rathenfaenger
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hier ein kleines Review über den MXR Microamp Clone zum zusammenbauen.

Vorgeschichte:

Seit ein paar Monaten besitze ich ein Hardwire Valve Distortion auf meinem Board, mit dem ich leider gar nicht zufrieden bin,
da es viel zu höhenlastig für mich klingt. Selbst nach diversen Änderungen am Amp EQ klang das Distortion immer noch nicht wirklich gut.

Als erstes hab ich mir überlegt, was brauchst du eigentlich, denn mit meinem Engl Road Amp bin ich super zufrieden, nur das ich für Soli einfach
ein wenig mehr Gain und ein bissel mehr Lautstärke haben möchte.
Nach ein wenig suchen war mir schnell klar, dass ich keinen Distortion, sondern einen Booster brauch, um diesen Effekt zu erzielen.

Also schnell mal die SuFu hier im Board betätigt und nach ein paar Stunden lesen hatte ich einen kleinen Überblick über diverse Booster. Leider würde sich bei einigen die Anschaffung sehr kostenaufwendig gestalten, weswegen ich viele Booster von meiner Liste streichen konnte.

Durch Zufall bin ich auf einen DIY Booster Thread gestoßen und dann auf die Seite von uk-electronics.
Da hab ich mich ein bissel umgeschaut, nochmals Booster verglichen und bin dann an dem Mikro Amp Kit hängen geblieben.

Dann kam der Gedanke in meinen Kopf: "Kannst du überhaupt löten?", mit der direkten Antwort : "Nee, aber dann lerne ich es mal". :)

Also in die Tastatur gekloppt und mir den Bausatz, plus Gehäuse, Knopf und Versandkosten für 27,80 Euro bestellt.

Vorbereitung:

Da ich nicht untätig herumsitzen wollte, bis das Paket ankommt und ich noch einige Sachen brauchte, um das Gerät zusammenzubauen und auch um das Gehäuse zu lackieren, ging es erstmal in den Keller meines Vaters, um Grundierung, schwarzen Lack und Klarlack zu holen.
Anschließend habe ich noch einen guten Freund angerufen, um mir seinen Lötkolben auszuleihen und schon stand ich in den Startlöchern für mein
erstes DIY Project.

Zusammenbau und Lackierung:

- Lackierung
Als erstes ging es darum, das Gehäuse zu lackieren.

Im ersten Schritt habe ich das Gehäuse, welches ein Druckguss Aluminium Gehäuse der Größe B ist (wie z.b. bei EHX Nano Effekten), mit
120er und 400er Metallschmirgelpapier angeraut, damit die Grundierung besser haftet. Anschließend abgewaschen und getrocknet.

In der Mitte des Gehäuses habe ich via Tesafilm einen Streifen angeklebt, denn das Gehäuse sollte so eine Art Rennautolook bekommen.
Nachdem die Grundierung trocken war, kam die erste schwarze Lackschicht, dann wieder eine Trocknungsphase, dann wurde der schwarze Lack
wiederum mit 400er Schmirgelpapier angeraut, um dann wieder mit einer Schicht schwarzem Lack besprüht zu werden.

Abschließend kam nach einer langen Trocknungszeit der Klarlackdrauf und das Gehäuse war fertig.

- Zusammenbau:

Da ich leider keine Standbohrmaschine besitze, um die Löcher ins Gehäuse zu bohren, habe ich uk-electronics angeschrieben, ob es möglich wäre,
dies für mich vorzubohren. Wurde auch gemacht, worüber ich sehr dankbar bin.

Als erstes habe ich das Potie, die Mono-und Stereoklinke, den DC-Eingang und den DPDT-Schalter an dem Gehäuse angebracht.

Nun konnte man sich ziemlich genau vorstellen, wie der Mikro Amp später ausschaut.
Mein 2. Schritt war es, die Platine mit allen Widerständen, Kondensatoren etc. und dem IC (Chip) zu bestücken, wie es in der Anleitung vorgesehen war.
Hilfreich dabei war eine kleine Klemme und eine Pinzette, da die Arbeit gegen Ende des Bestückens, sehr friemelig wurde und ich mir am liebsten 4, anstatt der 2 vorhandenen Arme gewünscht hätte ;)

Jetzt ging es an das Verkabeln, was meiner Meinung nach sehr Problemlos zu sein scheint, welches mich aber später eines Besseren belehrte ;)

Nachdem ich alle Kabel zurechtgeschnitten, am Ende Abisoliert und mit Lötzinn versehen habe, habe ich die Platine, sowie der LED verkabelt, mit den Teilen im Gehäuse verkabelt.
Nach ca. 2 Stunden Arbeit, war der Zusammenbau abgeschlossen und nun ging es ans Testen. Der Mikro Amp wurde an ein 9V Netzteil angeschlossen, zwischen Amp und Gitarre verkabelt, alles angeschaltet und was passiert.......
Nichts,
nur ein brummen sagte mir, dass irgendwas an dem Gerät funktioniert und irgendwas nicht :(

Erst einmal alles so gelassen, wie es ist, mich sehr geärgert und eine Nacht drüber geschlafen.

Am nächsten Tag habe ich den Mikro Amp mit auf die Arbeit genommen um ein paar Stellen im Labor durchzumessen, was daran jetzt nicht klappt.
Fazit war, die LED ist mir durchgebrannt :) und ich habe die Stereo-Buchse falsch verkabelt....super Ingo.
Zufällig hatten wir im Labor noch eine LED, diese habe ich dann durch die kaputte ersetzt und die Verkabelung geändert, wiederum ans Netzteil angeschlossen und tadaaa,
LED leuchtet.
Ich muss sagen, dass ich an diesem Tag nicht mehr lange im Büro war, sondern relativ schnell nach Hause gefahren bin, um mein neues Schätzchen zu testen.
Zuhause angekommen, habe ich alles zusammengepackt, was ich brauch und es ging so schnell wie es geht in den Proberaum.


Sound:

Im Proberaum angekommen, habe ich mein Effektboard vom Hardwire Valve Distortion befreit und den Mikro Amp hinzugefügt und alles angeschaltet.
Leadkanal beim Amp eingestellt, einen Akkord gespielt, ja, klingt wie immer. Dann den Mikro Amp eingeschaltet, wieder einen Akkord gespielt
und ........ ich musste sehr grinsen :) Das ganze noch 2-3mal wiederholt und dann dachte ich mir:" Meine fresse, ist das geil" !

Der Leadkanal meines Engl klingt schon sehr druckvoll und durchsetzungsstark, aber wenn ich den Mikro Amp dazuschalte, dann klingt der Engl
einfach viel offener, so als wenn sich der Proberaum um das 3fache vergrößert und sich die Schallwellen in alle Ecken ausbreiten und das sowohl im Crunch, als auch im Leadkanal.

Hab dann ein paar Einzeltöne gespielt und der Mikro Amp kitzelt aus dem Verstärker ein wenig mehr Gain heraus, aber genau so viel, dass ich mir dachte, genau so sollte es sein. Jeder einzelne Ton wird ein wenig klarer, singender und setzt sich im Bandgefüge noch mehr durch.

Ihr seht, ich kann den Sound nicht wirklich gut beschreiben, aber ich finde, jetzt klingt mein Amp bei Soli und Zwischenspielen genau so, wie ich Ihn haben will :)

Fazit:
Lego für Musiker, nur dass man das fertige Spielzeug nicht nochmal auseinanderbaut, sondern es so lassen will.
Der Spielspaß
ist mindestens genauso groß, wie bei einem 6 jährigen, der eine Lego-Burg bekommt und nie wieder aufhören will zu spielen.
 
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