[Effekt] - Zoom HL-01 Hyper Lead (neuere Version)

von schandmann, 15.08.07.

  1. schandmann

    schandmann Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.08.07   #1
    Tagchen auch,

    mein Zoom Hyper Lead-Review hier ist schon etwas älter, aber ich sah mich gezwungen, es einfach mal zu updaten, da sich auf wundersame Weise der Klang dieses Treters scheinbar über Nacht geändert hat und nun viel mehr den vollmundigen Beschreibungen bemymonkeys gerecht wird, warum auch immer.
    Also los, vergesst alles, was ihr hier je gelesen habt...

    Wieso, weshalb warum?
    Irgendwann in den letzten Monaten war ich einfach nicht mehr zufrieden mit meinem Ampeg VL-502, bzw. dessen Cleankanal.
    Der Sound war zwar besser als der, den man im durchschnittlichen Marshall finden wird, aber eben immer noch nicht so, wie ich ihn gern hätte.
    Twangig, spritzig, eben Fender. Aber wie sollte man meinen favorisierten Cleansound mit meiner Vorliebe für rotzende britische Zerre vereinen können?
    Etwa mit einem Distortiontreter? Gibts überhaupt welche, die auch nur annähernd an den puren Klang eines guten Verstärkers herankommen?
    Bisher besaß ich nur einen Tubescreamer, der allerdings doch in meinen Ohren etwas gequetscht klingt.
    Was ich bei Freunden so an anderen Distortions gehört hatte, war auch nich wirklich der Hammer. Konnte natürlich auch an deren schlechten Amps gelegen haben, aber...
    Ich war also unschlüssig und bin dann einfach mal zu Musik Produktiv gefahren und habe mich durch Riegen von Verzerrerpedalen gekämpft, auf der Suche nach einem Marshall-in-a-box. Ironischerweise war der Antestamp ein MG15CD. :D :D :D
    Nach Marshall klang er letztendlich mit nur 2 Pedalen davor:
    Dem Digitech Hot Head und der Zvex Box of Rock

    Das Hot Head kostet bekanntlich nur 40€, aber da gefielen mir einige Sachen nicht wirklich. Die Dynamik war nicht wirklich klasse und es klang mir ebenfalls wieder zu glatt.
    Die Box of Rock war der Wahnsinn, aber da hat mich das Preisschild doch abgeschreckt. 340€ wollten die! Die nicht handbemalte und in Korea (?) gebaute Vexter-Version schlug immerhin noch mit 235€ zu Buche, sparschweinschonend nenn ich das auch nicht.. ;)
    Blieb nur noch das übliche Trial-and-Error-Kaufen/Weiterverkaufen-Spielchen, das übrigens auch daran Schuld ist, dass mich meine Bandmitglieder für verrückt halten, um wenigstens einen verrübergehenden Ersatz zu finden, bis ich die Kohle zusammenhab.
    Also einfach mal ein paar Empfehlungen durch einen Fragethread eingeholt und was ersteigert! bemymonkey empfahl mir dann ebenjenes Zoom HL-01.
    Lange Rede - kurzer Sinn: Jetzt liegt es hier in meinem Labor (ich mag dieses Wort, das hat immer so einen düsteren Frankenstein-Beigeschmack.. ;) ) und wartet darauf, getestet zu werden.

    Zeig mir was du hast, Baby!
    Das Zoom HL-01 ist ein klassischer Bodenverzerrer mit In- und Out-Buchsen sowie 9V Netzteilanschluss (Minuspol innen) an der Stirnseite und einem stabilen Kreisförmigen Taster unten in der Mitte.
    Sechs Regler sind vorhanden: Die Klassiker "Gain" (Verzerrung) und "Level" (Ausgangslautstärke), sowie ein 3-Band-EQ bestehend aus "Treble", "Middle" und "Bass".
    Interressant ist der "Range"-Regler, der die Frequenz, in der der Mittenregler ansetzt verändert. So kann man also beispielsweise die Betonung eher auf die Tiefmitten legen und das Pedal so mehr "growlen" lassen.
    Dieser Regler zusammen mit dem EQ kann den Sound um 180° verbiegen, aber dazu später mehr.
    Auf der Unterseite ist ein einfach zu erreichendes Batteriefach eingelassen (siehe Bilder).
    Das Pedal besteht aus sehr robustem Metall, die Oberfläche ist mit einer dezent glitzernden goldenen Schicht bedeckt, zum Glück sehr, sehr dezent glitzernd. Es wirkt also eher edel als kitschig.
    Die Unterseite ist fast komplett mit Gummi bedeckt, was der Rutschfestigkeit absolut zu Gute kommt. Die Potiknöpfe sind auch aus Metall und machen ebenso wie der Taster den Eindruck, dass sie den einen oder anderen Fehltritt eines betrunkenen Bassisten (niiicht dass das in unserer Band ein Problem wäre.. :p ) problemlos wegstecken können.
    Nichts wackelt, keine Lacknasen - Die Verarbeitung ist 1a.

    Wie klingts denn nun?
    Getestet wurde vor einem sehr bright eingestellten Music Man RP 65, um das auszugleichen sind am Treter relativ wenig Höhen eingestellt
    - mit dem EQ kein Ding - und meiner Aria Pro II CS-400.
    Das Hyper Lead klingt generell doch recht marshallig und rotzt ordentlich.
    Allerdings schwingt überall doch eine Menge Kompression mit, ab Gain ca. bei 8 Uhr steht das Sustain schon Santana-like. Das ist mit Sicherheit gewollt, sieht man ja auch am Namen, mir allerdings klingt es nicht offen genug, deshalb wird es wohl bald gehen müssen. Wer allerdings darauf steht (und da wird es eine Menge geben, denke ich), der findet hier einen 100-prozentigen Marshall-Grundklang mit getuntem JCM800-Charakter.
    Die Verzerrung geht von AC/DC bis ins Metal-Lager, damit sollte sich fast jeder zufriedenstellen lassen.
    Sie lässt sich feinfühlig regeln, aber ab 12 Uhr konnte ich keinen starken Verzerrungsanstieg mehr feststellen. Diesem Problem oder besser gesagt Umstand habe ich auch ein eigenes Sample gewidmet.
    Die Dynamik ist auf sehr hohem Niveau, der Anschlag sowie das Volumepoti ermöglichen eine sehr genaue Kontrolle der Verzerrung.
    Steht der Level-Regler auf etwa 11 Uhr, sind wir lautstärkemässig je nach Gaineinstellung ungefähr auf Original-Niveau, von dort aus geht es ohne Sprünge weit nach oben. Steht der Regler auf Anschlag sind wir schätzungsweise etwas über eineinhalbfacher Lautstärke, also n ordentlicher Ansprung.
    Boosten ist natürlich aufgrund der schon starken Verzerrung mit zugedrehtem Gainregler eher weniger gut möglich.
    Mit mehr Verzerrung nimmt die Kompression noch weiter zu. Der EQ kann den Sound allerdings noch sehr weit kippen.
    Ich z.B. habe den Fokus etwas auf die Tiefmitten gelegt, was dem Sound noch ein bisschen Eier gibt, das klingt schon nicht schlecht.
    Wenn man nun den Range-Regler nach rechts richtung Hochmitten kippt, wird das ganze doch irgendwie etwas amerikanischer.
    Mit Range auf 3 Uhr und etwas zurückgenommenen Mitten befindet man sich plötzlich irgendwo im Nordatlantik zwischen dem United Kingdom und den United States. Gerade die Leads haben dann eindeutig Mesa-Charakter, schon überraschend.
    Man könnte fast sagen, der Treter klingt neutral und der Range-Regler beeinflusst die Sound-Tendenz - aber nur fast. :p

    Alles in allem lässt sich sagen, dass der Treter die Aufgabe, für die er wohl eigentlich geschaffen wurde - tragende, "sahnige" Leadsounds mit Power dahinter wie geschaffen ist.
    Auch die Rhythmussounds kommen insgesamt nicht schlecht, grad wenn man mal "metalt" läufts klasse, da gehört die Kompression eh dazu, man muss eben nur wissen, was man will..

    Soundgeschmack ist eben Geschmackssache! (ach? :D )

    Bilder
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    Samples
    Reiche ich noch nach...

    Wie immer ist konstruktive Kritik selbstverständlich willkommen!
     
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