[Effekte] Banzai Cold Fusion CF-2 (Klon Centaur Derivat)

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Hey Folks,

meine nicht enden wollende Suche nach netten Effekten hat mal wieder etwas nettes ergeben, was in meinen Augen ein Review verdient hat. Es handelt sich dabei um das von Olaf Nobis in Handarbeit hergestellte "Cold Fusion CF-2" seiner Firma "Banzai Effects".

Das liest man in der Produktbeschreibung:

The Cold Fusion Overdrive is a true overdrive that naturally melts with your guitar and amplifier rather than just changing your sound. The pedal has two distinct fields of application: If the Gain control is set at zero the Cold Fusion is providing more than 25dB of clean boost - more than enough to seriously overdrive the preamp tubes of your amplifier and get a natural cranked amp tone.

When you turn the Gain up past 9:00 you can gradually add more and more distortion. The Gain control is a dual pot that controls different parts of the circuit simultaneously, to produce a transparent, warm overdrive at any setting. The Gain knob and the Tone knob are useable throughout their whole range and are capable of producing many shades of overdrive. The spectrum extends from "touch of dirt" to "bluesy tube sound".

Unlike other overdrive pedals the Cold Fusion Overdrive doesn´t have that nasty nasal, midrangey taste to it and it doesn´t lose bottom end when cranked. An impressive crystal clear boost and fat, dirty overdrive sounds are the hallmarks of the pedal. The active tone control lets you cut or boost different parts of the frequency spectrum with no loss. A true bypass with LED indicator instead of a cheap input buffer and a 2,1mm barrel jack 9V connector are standard features with Banzai.


Dann werden wir mal sehen...

"Handmade in Germany

Titel ist Programm. Das Pedal ist dermaßen durchdacht, qualitativ hochwertig und schön, dass ich erst einmal schlucken musste als ich es aus dem Karton nahm. Kein Einheitsbrei Hammond Gehäuse, kein Lack oder Powdercoated, keine Alpha Potis, ...nein, hier gibt es anodisiertes Aluminium, ein Aluminiumgehäuse gewinkelt und Piher Pots, dazu noch eine Batterieklemme. Das Pedal wirkt wie eine schöne alte Leica Camera die mit Raumschriff Enterprise gekreuzt wurde. Allein dadurch gehört das Pedal schon gelobt. Im Inneren finden wir eine mit hochwertigen Bauteilen bestückte Platine, welche allerdings zwecks Tracingerschwerung deren Beschriftung beraubt wurden, teils mit dem Lötkolben, teils mit Sandpapier. Wenigstens kein Goop...:p

Das Pedal

Das Pedal besitzt die üblichen 3 Regler Gain, Tone und Level. Das Gain Poti ist ein Doppelstockpoti...huch, das haben wir schonmal gesehen, wie hieß das Ding doch gleich...achja Klon Centaur. ;-) Der Tone Regler arbeitet aktiv. Auch die 3 Chips, hier mit abgeschliffener Typenbezeichnung, kennt man vom Klon. Dadurch kann man Rückschluss darauf nehmen, dass einer der Chips als Chargepump dient, also der hochtransferierung der inneren Spannung, ähnliches hat auch das Okko Diabolo oder der Maxon OD-820. Der Bypass ist True Hardware, auch in meinem Test bestätigt was zu erwarten war, absolut klangneutral und true. (habe dafür ein ganz schön empfindliches FuzzFace...) Die Statusanzeige ist eine kleine blaue LED, der Batteriewechselt erfolgt alle Fulltone durch auseinandertrennen der beiden Aluminium Winkel, die das Gehäuse bilden.

Der Klang

Das ist erst einmal recht schwierig zu fassen, denn was ist das Pedal eigentlich, ein Booster oder ein Overdrive? Gleiche Diskussion beim Klon. Die Ouputreserven sind wirklich absolut enorm, der höchste Boostfaktor, auch völlig Clean, den ich je gehört habe. Ich denke der Cold Fusion kann beides gut, zerren und boosten.

Als Booster mit Gain Poti auf Linksanschlag, ist das Pedal mit Hilfe des Tone Potis absolut klangneutral zu bekommen, aber man hört das das Pedal an ist, das widerspricht sich zwar, aber man merkt es auf andere Art und Weise, der Clean Sound klingt besser! Er klingt definierter, subtil edler und vllt. einen klitzekleinen Schuss mittiger. Auf Wunsch kann man einen wahnsinnig netten Schimmer (oder auch "Glocke") hinzufügen, ohne dabei auf Bässe verzichten zu müssen, der Sound bleibt bis auf die Höhen identisch. Zur Eigenzerre ist das Pedal nicht zu bewegen.
Dreht man den Gain etwa 5% auf, merkt man das das Pedal den Sound anfettet, etwas mehr Mitten kommen hinzu, und die Bässe werden rauer, zerren tut das Pedal immer noch nicht. Der maximale Output erhöht sich ebenfalls. Soviel zum Booster...das ist wirklich perfekt und löst meinen alten Favoriten Z.Vex SHO von der Pole ab.

Das Pedal als Overdrive. Hier sehe ich die Verwendung des Pedals für mich und auch der meisten Leute. Hierin ist das Pedal sehr variabel, dem aktiven Tone Regler sei Dank. Man bekommt von einem rauen und dynamischen Overdrive, der absolut röhrenähnlich clippt, bis hin zu einem sanften, fett singendem und dennoch dynamischen, doch leicht in Honig getauchten "Women Tone" alles. Tendenziell steht der Cold Fusion irgendwo zwischen Fulltone OCD und einem Tubescreamer, wobei der TS absichtlich als letzterer genannt wird. Diese Tendenz ist aber nur also gröbste Orientierung, denn allzu viel von den beiden ist doch nicht da. Dafür fügt sich das Banzai zu gut in das Spiel Amp/Gitarre ein, dass macht weder ein TS noch ein OCD. Man bekommt wirklich das Gefühl, das der Amp endlich das gefunden hat, was er noch gebraucht hat.
Ich stelle den Banzai so ein, das er eigtl. klingt wie mein kleiner Champ, nur eben verzerrt, es klingt wirklich, als würde man den Clean Sound einfach in den Zerrsound umwandeln, nicht nach Pedal, nicht nach Kunst, nicht nach "Fender Zerrpedal". Wirklich gelungen. Schön ist, man hat im Zerrsound ebenfalls unverändert das ausgeglichene Klangbild, die feine Auflösung, die Detailtreue und immer die Kontrolle. Anschlagsdynamik in Perfektion.
Der maximal erreichbare Zerrgrad liegt etwa in etwa 70% Tubescreamerniveau, es fehlt aber keinerlei Gain hat man das Gefühl, da es einfach so echt wirkt, dass man nicht mehr braucht, also wenn ihr versteht, was ich meine.

Noch eine Besonderheit, der Gain Regler hat bei etwa 16:00 Uhr einen markanten Punkt. Hier schlägt der Sound um, vom natürlichen Overdrive, erst zu einem recht rauem und etwas dünneren Zerrsound, dann zu einem deutlich weicheren, runderen, smootheren Drive, mit deutlich mehr Kompression, mehr Süße...dabei bricht auch der Output etwas ein und man muss das Volumen erhöhen um auf dem selben Level zu bleiben. Wirklich cooles Gimmick, erhält man so doch noch einen völlig neuen Sound.

So, nochmal auf den Klon zurück:

Ich habe einen Klon Centaur als Eigenbau mal nachgebaut. Wenn ich diesen als Vergleich daneben legen darf, kann, soll, so stelle ich fest, das der Banzai im Overdrive (!) mehr Bässe aufweist, weniger Mitten und mehr Output. Außerdem hat mein Klon nicht diesen 16:00 Uhr Punkt, an dessen Stelle dünnt der Klon Clone den Sound einfach weiter aus und das bis zu einem Punkt, an dem der Sound fast zu dünn wird.

Und der Schluss...das Banzai Cold Fusion ist ein Klon Centaur leicht geändert. (verified)


Fazit

Absolut Empfehlenswert. Ich möchte übrigens noch kurz relativieren. Ich sage nicht das das Banzai der heilige Grahl der Zerrer ist, den kann und möchte ich nicht ausmachen. (Der, den ich vermutlich auf den ersten Platz setzen würde, ist und bleibt mein Blackstone Appliances MosFET Drive) Aber der Banzai ist ein wirklich perfekter und absolut unaufälliger Drive für einen ehrlichen und expressiven Ampsound, den ich so noch nicht gehört habe. Er klingt so extrem nach dem nachgeschalteten Amp, wahnsinn, so neutral und subtil, doch so fantastisch. Ich kenne (und mag auch) Verzerrer eher als Klangfärber, mein Blackstone klingt mit meinem Champ nach Marshall oder eben einfach nach Blackstone, aber man hört das Pedal, das jedoch klingt auch nach "Amp", aber eben nicht nach meinem Champ. Ich weiß nicht ob ich das Ausdrücken kann...wenn ein Amp eine Farbe hat, z.B. Rot, dann ist das Banzai ein Dunkelrot, wohingegen der Blackstone (oder das OCD, die Box of Rock, ...) eher ein Grün sein kann...dennoch ist alles ein "echter" Sound. :gruebel: So eben irgendwie...

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LG

Flo
 

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