Effektiv Üben & Technik als alter Mann (21 Jahre ;) )

von konn0r, 04.08.06.

  1. konn0r

    konn0r Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.06   #1
    Servus.
    1.
    Ich hab auf der Homepage von irgendeinem amerikanischen Saxophonlehrer gelesen (der ist hier bei den Gratisnoten irgendwo verlinkt), dass das Gehirn sich nur die Fortschritte merkt, die man in den ersten und den letzten 10 Minuten einer Übephase macht. Das bedeutet, dass man von 60 Minuten schlussendlich 20 Minuten profitiert. Er empfiehlt, 20 Minuten zu üben, dann 20 Minuten zu pausieren und dann nochmals 20 Minuten zu üben, so dass man aus einer Stunde immerhin 40 Minuten herausholt.
    Denkt ihr, dass da was dran ist?

    2.
    Nochmal zum Thema Gehirn. In irgendeiner Jazzharmonik steht, dass der Zug irgendwie abgefahren ist, wenn man sich erst nach dem 20. Lebensjahr ernsthaft mit Fingertechnik und solchen Geschichten beschäftigt, weil da die Gehirnsynapsen schon verknüpft sind und nur noch gepflegt oder vertieft, nicht aber neu angelegt werden können. Nun hab ich von 10-15 halbherzigen Unterricht gehabt und von 15-20 "wild" ohne Lehrer gespielt und jetzt erst mit Arpeggios, Akkordübungen und Etüden angefangen.
    Kann ich da noch einigermaßen tolle Sachen anstellen oder hab ich mir jetzt selber einen Dämpfer fürs Leben verpasst, weil ich so eine faule Sau war? :)
     
  2. kokonik

    kokonik Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.06   #2
    Hallo.
    Zu Punkt 1: Ich weiß nicht so recht was ich von solchen Theorien halten soll.
    Ich denke sowieso dass man beim Üben nur so lange an Technik und Gedanken-/Theorieaufgaben arbeiten sollte wie man auch konzentriert dabei sein kann. Die Zeitspanne in der das einem gelingt ist sicher nicht bei jedem gleich und kann mit genug Willenskraft sicher auch mehr als 10 Minuten sein. Ich persönlich lasse meine Gedanken bei sowas manchmal leider zu schnell wegfliegen, aber man darf sich nicht verlocken lassen! Dran bleiben *G*

    Ich denke es ist sinnvoll nach und zwischen anstrengenden Übungen eine Zeit lang locker zu improvisieren oder sich in leichte Stücke reinzuhauen!

    Zu 2: Mit 21 bist du ja kein alter Sack, übertreib mal nicht! :D
    Auch wenn die Synapsen vielleicht schon verknüpft sind ist es nicht unmöglich neues zu erlernen oder dein Wissen zu vertiefen. Man sagt ja auch, es wäre unheimlich schwer im Alter (obwohl es schon komisch ist, bei 21 Jahren von Alter zu sprechen) Sprachen zu lernen. Auch hierzu denke ich dass das mit genug Willenskraft kein Problem sein sollte. Man lernt ein Leben lang nicht aus.
     
  3. bergenheim

    bergenheim Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.08.06   #3
    Hi!

    Zu 1: Es gibt viele Theorien, welche denn nun stimmt bleibt jedem selber überlassen. Deswegen übe ich jetzt nicht anders, aber es hat schon Gründe wieso ich zum Einspielen mal schnell alle Tonleitern rauf und runter spiele... Ich denke wenn Du eine Stunde konzentriert üben kannst, ohne Dich ablenken zu lassen, hilft das schon.

    Zu 2: Wie schon gesagt, so alt bist Du ja nun wirklich nicht. Und ausserdem hat man nie ausgelernt. Das Gehirn ist nicht mit 21 "fertig gestellt", das wär ja noch schöner. Es ist natürlich schwieriger, wenn man etwas falsch gelernt hat und es sich nun umgewöhnen muss...
     
  4. tantrix

    tantrix Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.08.06   #4
    Alter Mann

    Wenn du nicht vertüttelt im Altersheim landen willst, tut Gehirnjogging not.
    Turne bis zur Urne!

    Ein Blasintrument welches einen großen Druck erfordert wie Trompete, Posaune (bei Sax weis ich es nicht) sollte man eh nicht zu jung (vor der Pubertät) auf Höhe trainieren da sich die Lungenbläschen gesundheitsschädlich weiten können.

    Für dich, scheint mir, stellt sich die Frage, wozu du überhaupt Musik machst. Beruflich?
    Willst du erster Solist im Leipziger Gewandhausorchester werden oder in der WDR Bigband? Berühmt werden wie Max Greger, Wolfgang Dauner? Da brauchst du viel Glück, Geschäftssinn und Medienpräsenz zu. Instrument ist zu wenig.
    Wenn nicht, - habe einfach deinen guten Spaß!
     
  5. Roland Kramer

    Roland Kramer Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 05.08.06   #5
    Dieses Wissen ist komplett veraltet. Es ist eine der wichtigsten Erkenntnisse der Neurowissenschaften der letzen .. hm ... 10 bis 15 Jahre, dass neue Verknüpfungen angelegt werden können und auch werden, und sich das Gehirn laufend anpasst, Stichwort "Neuroplastizität". (Lesetipp: "Musik im Kopf" von Manfred Spitzer).

    Also: wer sagt, daß keine neue Synapsen mehr im Oberstübchen angelegt werden, ist nicht auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

    Also: man kann auch im fortgeschrittenen Alter lernen. *puhglückgehabt*

    Grüsse
    Roland
     
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