Ein Friedensplan für Iran? Frieden schaffen mit Atomwaffen für alle!

von Simson, 16.02.06.

  1. Simson

    Simson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.02.06   #1

    Einige Thesen zum Iran/Atomkonflikt

    1. Iran unterstützt den Internationalen Terrorismus, ist also kaum Wunschkandidat für ein Atompotential.
    2. Wird sich kaum davon abbringen lassen, da es für eine Führung mit schwachem Rückhalt in der Bevölkerung ähnlich idenditätsstiftend ist, wie die aktuellen Karikaturenproteste.
    3. Was die SPD redet ist Unfug. Da wir (D) keine militärische Option haben können wir sie auch nicht vom Tisch nehmen. Das dient nur dazu, wie im vorletzten Wahlkampf, zuerst 'Frieden!' gerufen zu haben und so die anderen als Kriegstreiber dastehen zu lassen.
    4. Das Atomprogramm ist (von Irak gelernt!) unterirdisch und disloziert. Man kann kaum alle Anlagen zerstören. Einige wenige reichen aber aus, um das Programm um Jahre zurückzuwerfen.
    5. Aber was nützte das? Muß man dann in ein paar Jahren wieder bombardieren?
    6. Ein Angriff wird die Bevölkerung weiter hinter der Kasperregierung sammeln, weitere Anstrengungen für die Bombe provozieren und alles geht von vorne los.
    7. Boykott? Ein Barrel Öl für 210$. Viel Spaß...
    8. Iran fühlt sich nicht unberechtigt eingekreist. Im Westen US-Truppen usw im Irak, im Osten dasselbe.
    9. Selbst wenn auf 50 Jahre hinaus alles Uran im Iran vernichtet ist... - was passiert dann? Viele Tote iranische Soldaten und wohl auch Zivilisten. Dann...
    10. Verstärkte Unterstützung aller Terroristen im Mittleren Osten, Hamas, al-Quaida usw. M i t breiter Unterstützung aller Araber (oder der meisten).
    11. Noch mehr Selbstmordattentäter weltweit. Na, Klasse!
    12. Läßt sich Iran den Quatsch ausreden? Energie haben sie ja genug, Rußland hat ein vernünftiges Angebot gemacht. ??
    13. Unwahrscheinlich, da der Ex-Bürgermeister von Teheran nicht viel zu bieten hat, um das Volk hinter sich zu bringen, als äußere Feinde aufzubauen (hat ja vor 70 Jahren in D auch gut geklappt) jeder Kompromiß ohne Atom ließe ihn sein Gesicht verlieren und er wäre Geschichte. Lieber opfert er sein Land. (wie in D!)
    14. Jetzt der revolutionäre Vorschlag: Wenn 4, 5 und 12 nicht klappen... Umarmen seines Feindes kann ihn auch ruhigstellen. Man fügt sich in das Unvermeidbare und läßt die Jungs ihre Bombe bauen. Pakistan hat ja auch eine und ist eher unzuverlässig (sollte dabei auch miteinbezogen werden). Die ganzen Bomben, die in Rußland seit den 90ern verbummelt worden sind, machen mir auch noch viel mehr Sorgen, als eine Bombe, auf der jeder den Absender IRAN lesen kann...
    15. Also: Alle der kleinen lustigen Staaten mit A-Waffen (inklusive Israel) setzten sich unter sanftem Druck des Westens hin, packen alles auf den Tisch, jeder darf seine Sandkastenförmchen behalten, alle kontrollieren sich gegenseitig und sind glücklich.
    16. Hat ja im kalten Krieg auch erstaunlich gut geklappt. Den kann man jetzt analysieren, ein paar Sichrheitsböden einziehen, gleich eine gemeinsame Abrüstung in der Zukunft vereinbaren, feste Vertrauen bilden und der III.Weltkrieg findet nicht statt.

    Ich schickt das jetzt auch mal nach Teheran...



    Und bevor einer das als naiven Unsinn bezeichnet:
    1. Gegenargumentieren
    2. besseren Vorschlag machen

    Simson
     
  2. Pett

    Pett Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.02.06   #2
    Nun die Grundidee ist nicht schlecht, aber es wird praktisch wohl kaum funktionieren, da sich der Iran bzw. der iranische Präsident nie auf eine gegenseitige Kontrolle einlassen würde. Ich denke die Dinge, die er von sich gibt, sprechen Bände und sind durchaus ernst zu nehmen. Der ist offenbar wirklich bereit sein Land im Falle eines Falles zu opfern.
     
  3. Mighty Scoop

    Mighty Scoop Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.07   #3
    Ich bin doch ganz klar für ein Wirtschaftsboykott. Soviel ich weiß sind Deutschland und die USA die größten Handelspartner des Iran, und wenn die sich nicht von ihrem Atomprogramm abbringen lassen, würde ich vorschlagen, einfach nichts mehr dahin zu liefern. Dann werden die dort ja sehen, ob die noch so scharf auf Atomwaffen sind.

    Außerdem köönte die Uno dort mit scharfen Sanktionen noch imho was drehen.
     
  4. Blashyrkh

    Blashyrkh Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.07   #4
    Ich glaub du untersschätzt:

    massiv.
    Wenn Iran beim Öl ansetzt schaut der Westen ziemlich schnell ins Rohr.
    Bei 4 Millionen Barrel täglichem Export hat das Land ganz allein die Möglichkeit den Ölpreis drastisch nach oben zu drücken.
    Abgesehen davon blockiert China, als wichtiger Empfänger Iranischen Öls
    jeglichen Boykottversuch und würde gegen mehr Öl sicher auch dahingehende Versuche des Westens konterkarieren.
     
  5. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.07   #5
    Was hätte ein Wirtschaftsboykott denn zur Folge? Mal abgesehen von hohen Ölpreisen doch nur, dass es der Bevölkerung schlecht geht und dass die Regierung gestärkt wird.

    Aber wollen wir wetten: Sobald die Iraner die Bombe haben, werden plötzlich alle Länder gut Freund sein und auch mal das ein oder andere Auge zudrücken bei kleinen Terrorunterstützungen unter Freunden. Hat in anderen Ländern ja auch so gekappt. :rolleyes:

    Ich mache mir übrigens über die israelische Bombe sehr viel mehr Sorgen als um die Iranische. Nicht weil ich Israel grundstätzlich nciht mag, sondern weil die sich unter einen Dauerbedrohung sehen und auch vorher schon bewiesen haben, dass sie zu erstaunlichen Kurzschlussreaktionen fähig sind, die nacher mit "ja, was hätten wir denn sonst machen sollen" gerechtfertigt werden.


    Aber es scheint ja für alle Länder schwer zu sein, auf die Bombe zu verzichten. Selbst für die USA, Frankreich und Russland. Vielleicht wäre es ein vielversprechender Anfang, wenn die westliche Zivilisation anfangen würde, die Doomsday-Maschine auf den Müll zu werden.
     
  6. Boerx

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    Erstellt: 20.06.07   #6
    Das finde ich mal eine lustige Aussage. Du machst dir mehr sorgen über den Umgang einer demokratisch gewählten Regierung mit einer Atombombe, die sie ja offiziell nicht besitzen, als über ein Regieme welches aktiv Terrorismus betreibt und offiziell angekündigt hat "Länder von der Landkarte" zu tilgen?
     
  7. Pleasure Seeker

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    Erstellt: 20.06.07   #7
    Nur weil's im Kalten Krieg nicht schief ging soll man's hier wieder probieren?
    Das schlimme an der Idee finde ich nicht deren Logik, vielmehr das sie momentan so durchgezogen wird, als wäre der Kalte Krieg, inkl. Nebenkriegsschauplätzen Pipifax gewesen. Im Kalten Krieg standen politische Ideologien dahinter, der Iran hat völlig andere Ziele bezüglich des Islam.. Sollte man den Vorschlag umsetzen, kann man gleich Al-Quaida und den Taliban Amnestie garantieren und ihnen ebenfalls die A-Bombe in die Hand drücken, von deren wirklichen Zielen wird's die nicht abbringen, die weltweite "Sicherheit" wird's auch nicht erhöhen.
     
  8. x-Riff

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    Erstellt: 20.06.07   #8
    Eins muss ich kurz noch loswerden, bevor ich auf die Alternativen komme, was man jetzt tun kann.

    Vorab
    Mich ärgert schon, dass im Vorfeld einige Länder - und meines Wissens war da Deutschland bzw. deutsche Firmen durchaus wesentlich beteiligt - dem Iran überhaupt die Möglichkeiten gegeben haben, so aufzurüsten. Jetzt haben wir den Salat. Immer fängt die große Diskussion an, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist und es wäre viel leichter, vorher zu reagieren. Insofern sehe ich auch schon die nächsten Brunnen ...
    Aber sei es wie es sei - jetzt ist halt die Situation da ...

    Boykott
    Klar leidet auch die Bevölkerung des Iran massiv unter einem Boykott. Und möglicherweise stellt sie sich eher hinter den Diktator. Also muss man gleichzeitig versuchen, oppositionelle Gruppierungen zu unterstützen - auch perspektivisch gesehen. Das muss Hand in Hand gehen, so schwierig das auch sein mag.

    Ein Boykott bedeutet massive Einschnitte auf beiden Seiten. Man muss einfach sehen, dass der Iran eben genau so abhängig vom Export ist wie wir vom Import.
    Ich fahre jetzt mal eine radikale Linie: Ich finde es gut. Denn es erhöht den Druck auf den Westen, endlich mal auf Alternativen zum Öl zu setzen. Das ist eh langfristig bzw. mittelfristig nötig. Und speziell Deutschland/Europa könnte dabei seine Kernkompetenzen auf dem Feld der Energie (Einsparung, Vermeidung, Alternativen wie Solartechnik und nachwachsende Rohstoffe) ausbauen. Das könnte einen gewaltigen Schub nach vorne bringen.

    Andererseits erhöhen sich natürlich drastisch die Preise der Produkte, je höher je mehr Öl eine Rolle spielt - und das wirkt sich erst mal lähmend auf den derzeitigen Aufschwung aus.

    Na ja - man kann kein Omlett machen, ohne Eier zu zerschlagen ...

    Zulassen und Einbinden
    Bisher waren die Nationen mit Atomkraft begrenzt. Relative Sicherheit durch teils Abschreckung teils Zusammenarbeit/Einigung.
    Kleinere Staaten mit Atomkraft dort nicht einzubinden wäre töricht.

    Zumal das bisherige Konzept wirklich brüchig wird bzw. die Realität nicht mehr widerspiegelt. Der Wachstum Chinas wird nicht ohne Folgen auf militärischem Gebiet sein. Meines Erachtens kommt man sowieso nicht umhin, die internationale Zusammenarbeit und die Gruppe der "wichtigen" Nationen zu erweitern. Das sollte dann auch auf militärischem Gebiet gemacht werden. Zumal für viele Nationen ja Krieg sowieso nur Politik mit anderen Mitteln ist.

    Deine Vorschläge
    finde ich also so übel nicht. Wenngleich ich durchaus - vor allem um eine bestimmte Entwicklung im Energiebereich voranzutreiben - einen Boykott für sinnvoll erachte.

    x-Riff
     
  9. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.07   #9
    Mir ist es realativ wurscht, wie ein Regierung gewählt wurde und was sie von sich gibt. Wichtig ist, was sie tut. Bei aller Sympathie für Israel, die dortige Regierung hat schon oft rational unsinnige und äußerst radikale Militäreinsätze befohlen, und das mit blutigem Ausgang.
    Und deswegen stehe ich zu meiner Aussage, dass ich momentan dort die Bombe gefährlicher finde als die evenutell in zehn Jahren vorhandene iranische Bombe.

    Aber das ist jetzt nicht das Thema.


    Das Problem ist eigentlich, dass man dem Iran kaum mit absoluter moralischer Überlegenheit gegenübertreten kann. Das Land hat irgendwo das Recht auf zivile Atomnutzung und das werden die sich nicht nehmen lassen, allein um ihr Gesicht nicht zu verlieren. Und was die Bombe angeht: So gut wie alle westlichen Länder haben die Atombombe. Unsere Argumentation lautet ja im Klartext: "Wir dürfen sie haben, weil wir toll sind, ihr seit scheiße, deswegen verbieten wir euch die Bombe. Werdet erstmal so toll wie wir, dann dürft ihr auch Atombomben haben. Ha." Im Gleichen Atemzug, indem man anderen Ländern die Atombombe verbietet (was durchaus sinnvoll ist) sollte man die eigene und totale atomare Abrüstung beschließen (was mindestens genauso sinnvoll ist).

    Außerdem kommt da noch der Erfahrungswert hinzu, dass kleine Länder mit Atombombe schön in Ruhe gelassen werden, auch von den USA. Kleine Länder ohne Atombombe haben es da schon schwerer...
     
  10. Mighty Scoop

    Mighty Scoop Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.07   #10

    Soll der Iran halt beim Öl ansetzen. Man sollte sich von einem Typ, der in der gefährlichsten Krisenregion der Welt mit Atomwaffen droht, nicht so leicht unter Druck setzen lassen. Imho will Mr. Ahmadinedschad genau das erreichen. Es gibt noch andere Länder, die Öl fördern. Da sind wir nicht alleine auf den Iran angewiesen.

    Und wenn der Iran kein Öl mehr liefert, soll er halt sehenn wie er seine Armee und sein shice Atomprogramm weiter finanzieren kann. Eine Hand wäscht die andere, wir Leben auf einer Welt und wir müssen alle versuchen friedlich miteinander auszukommen, dass muss auch Mr. Ahmadinedschad begreifen.

    @ MathiasT : Warum sollten kleine Länder es dann leichter haben, wenn sie eine Atombombe haben ? Länder mit Atombombe ziehen den Unmut der internationalen Politik auf sich, machen sich unbeliebt und bekommen in den meisten Fällen Boykotteund Sanktionen aufgebrummt.

    Außerdem kostet ein Atomprogramm Unmengen von Geld, welches die Zivilbevölkerung gerade in Ländern wie dem Iran viel dringender gebraauchen kann.

    Atombomben sind nichts weiter als Instrumente zum millionenfachen Massenmord, keine Staat sollte Atomwaffen besitzen, geschweige denn Steuergelder der schwer arbeitenden Bevölkerung für Mordwerkzeuge ausgeben.

    Ich sehe nicht warum diese Länder es leichter haben sollten.
     
  11. Micha303

    Micha303 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.07   #11
    Beim Iran läuft es auf einen Militärschlag herraus, Isreal und die USA werden einschreiten bevor der Iran die Schwellenfähigkeit zur Herstellung von Atomwaffen erreicht.

    Bis jetzt ist das alles nur diplomatisches Vorgeplänkel.

    Ich finde 3 Welt Länder mit instabilen Regierungen brauchen wirklich alles nur keine Atomwaffen.
     
  12. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.06.07   #12
    Pakistan hat die Bombe. Hört man je, dass dort eine westliche Nation intervenieren wollte, trotz massiver, systematische Menschenrechtsverletzungen? Glaub mir, ohne ihre Big Boys würden sie den Unmut der internationalen Politik mehr aus sich ziehen und wären eindeutig unbeliebter. So lässt man sie lieber in Ruhe.
    Und Israel hat sich damit durchaus einigen Respekt (bzw. Furcht) in der Region verschafft. Nicht selten haben sie ja den Einsatz von ihren etwa 200 Bomben angedroht.
    Und was meist du, warum Nordkorea mit allen Mitteln versucht, die internationale Gemeinschaft davon zu überzeugen, dass sie auch etwas ähnliches aufzubieten hat? Weil sie es dann schwerer haben werden? Nein, das ganz sicher nicht.

    Glaub mir, ich bin nicht für atomare Aufrüstung, ich müsste ja einen Hirnschaden haben. Aber es ist schon komisch, wenn wir westlichen Nationen mit den Zeigefinger auf andere Länder zeigen, während sich in unseren Beständen eine fünfstellige Summe an Gefechtsköpfen befindet. Deutschland ist da mal eine Ausnahme, dafür stellen wir die passende Technologie bereit. Ich sage ja nur, dass sich da auch was ändern muss, allein um die Glaubwürdigkeit nicht komplett zu verlieren.

    Und ansonsten: Man muss den Iran im Auge behalten, keine Frage. Aber ein militärisches Atomprogramm konnte bis jetzt nicht nachgewiesen werden. Und die zivile Nutzung können wir kaum unterbinden, dazu besitzt der Iran schlicht und einfach das Recht.
    Ich könnte mir vorstellen, dass, wenn die USA mit ein paar guten Freunden den Iran in Schutt und Asche legt, dass man da so viele Atomsprengköpfe finden würde wie Massenvernichtungswaffen im Irak.
    Aber daran glaube ich nicht, der Iran ist militärisch schon eine andere Hausnummer als der Irak, und selbst da kommen unseren Kollegen aus Übersee so langsam ungute Erinnerungen an Vietnam.
     
  13. Pleasure Seeker

    Pleasure Seeker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.06.07   #13
    Pakistan ist ja gerade ein Beispiel dafür was die Bombe bewirken kann, ein leuchtendes Vorbild für alle fundamentalistischen Regime, zugegeben, die pakistanische Regierung ist Pro Amerikanisch, ein Großteil der Bevölkerung sowie der Geheimdienst aber nicht. Was zur Folge hat das dort Taliban und Al-Quaida relativ ungestört rekrutieren und sich immer wieder nach Pakistan zurückziehen können. Was bringt der Krieg in Afghanistan wenn hinter der Grenze zu Pakistan Talibanschulen existieren, sich dort Kämpfer aus der ganzen Welt sammeln, und die pakistanische Regierung nach einem Fehlversuch militärisch lieber nichts unternimmt. Hätte Pakistan keine Bombe, ich denke die USA hätten schon längst Bodentruppen geschickt, um dort, im Westen des Landes, aufzuräumen. Würden sie es tun, aus der Luft soll es schon einzelne Angriffe gegeben haben, kann man die gemäßigte pakistanische Regierung abschreiben, was unabsehbare Folgen hätte. Das schlimme daran: Die BW sitzt mitten drin.

    Das Öl des Iran ist nur ein Argument, eine Ausfuhrsperre würde vor allem China treffen. Besetzen kann man das Land nicht, das wäre die gleiche Soße wie in Afghanistan, zuviel Gebirge, da hat jeder Partisan die besseren Karten als US/UK-Cyber Krieger. Sollte sich da Israel einmischen knallt's bei denen wieder, die Hamas sitzt direkt an der Grenze und ist willig dazu, die wird vom Iran finanziert.
     
  14. Driver 8

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    Erstellt: 24.06.07   #14
    Wieder eine neue Politik der gegenseitigen Abschreckung? Ein neues Gleichgewicht des Schreckens? - Nein danke!

    Grundlegend ist das ganze nicht schlecht überlegt, aber, dass das im Kalten Krieg geklappt hat, kann man so nicht behaupten. Man denke nur an die Kubakrise. Da saßen amerikanische Piloten schon in ihren vollbestückten Bombern und warteten nur auf das "Let's go!" und auch die Sowjets hatten die Hand am Schalter. Wäre es damals eskaliert und zu einem Atomkrieg gekommen, säßen wir nicht hier, mit unseren Gitarren, Bässen, Keyboards, Pianos, Orgeln, Schlagzeugen und so weiter. Es hätte weder uns gegeben, noch die Entwicklung der Musik, wie wir sie kennen, um es mal passend auf den Titel dieses Forums zu bringen.
    Eine Politik der gegenseitigen Abschreckung ist ein Frieden, der auf einem wackligen Fundament steht. Im Kalten Krieg stand die Welt auch mehrmals am Abgrund, nicht auszudenken, wenn man die entscheidenen Schritte über die Kante des Abgrundes hinausgegangen wäre. Die einzige Möglichkeit dauerhaft der Bedrohung eines Atomkrieges aus dem Weg zu gehen, ist Atomwaffen abzuschaffen. Klar, das wird man in einer unvollkommenen Welt wie der unseren wohl kaum schaffen, zumindest aus heutiger Sicht. Aber man muss es doch anstreben. Von daher halte ich den Besitz von Atomwaffen zur Abschreckung von potenziellen Feinden für kontraproduktiv.
    Das ist wie mit dem Streben nach Freiheit und Demokratie. Jahrhunderte lang schien es aussichtslos und nicht wenige haben hart dafür gekämpft, aber hätten sie dies nicht angestrebt, wäre es auch nie soweit gekommen, wie es heute ist. Nur wer das (scheinbar) Unmögliche anstrebt, kann das Mögliche erreichen und somit das (scheinbar) Unmögliche in den Bereich des Möglichen Rücken. Zumindest rückt man meiner Meinung nach mit einer Politik der gegenseitigen atomaren Abschreckung, einem "Gleichgewicht des Schreckens", das entspannte und friedliche Zusammenleben der Völker ganz und gar in den Bereich des Unmöglichen!

    Klar, wer so viel kritisiert, muss auch einen Gegenvorschlag unterbreiten. Was also tun? Meiner Meinung nach kann sehr vieles, ein Wirtschaftsembargo, ein Präventivschlag, den Machthaber stürzen etc., besser sein, als eine Politik der gegenseitigen atomaren Abschreckung.
    Klar, man muss sich über die Folgen im Klaren sein. Ein Wirtschaftsembargo wird auch für den Westen und China Folgen haben.
    Ein Präventivschlag wird auf beiden Seiten Todesopfer und auch unschuldige Todesopfer bringen.
    Eine Entmachtung des Machthabers à la Hollywood Actionfilm ist sehr aufwändig und auch sehr unwahrscheinlich. ;)
    Es ist schwierig zu sagen, aber meiner Meinung nach gibt es bessere und weniger gefährliche Wege als den einer neuen Abschreckungspolitik zu gehen. Denn wie gesagt wird es nicht so laufen, dass dann alle ihre Bomben haben, sich gegenseitig ein wenig bedrohen können, aber man eigentlich doch ganz gut miteinandern auskommt. Nein, nein, so war die Zeit des Kalten Krieges dann nicht. Es kann nicht Sinn der Bestrebungen in der Weltpolitik einer globalisierten und eng zusammengerückten Welt sein, dass ein Friede nur darauf fußt, dass wenn selbst einen anderen Staat mit Atomwaffen angreift, einen selbst ein bitterböser Vergeltungsschlag ereilen würde und man sich deshalb zu vertragen versucht. Dieser Friede ist wie bereits gesagt wackelig und hat ein gewaltiges Eskalationsptenzial.
    So oder so, sollte man sich überlegen, wie man handelt. Eine Lösung, egal ob Präventivschlag, Embargo oder diplomatischer Art sollte gefunden werden, so lange man noch am längeren Hebel sitzt und der Iran noch nicht in der Lage ist, Atomwaffen zum Einsatz zu bringen, denn dann kann er die Bedingungen diktieren da er möglicher Weise nicht allzu zögerlich mit seinem Zerstörungspotenzial sein wird.

    Gruß,
    Carsten.

    Edit: Uh, der Thread ist ja fast so alt wie der Kalte Krieg...