1. + + + Hinweis der Moderation + + +
    Dieser Bereich ist bis auf Weiteres geschlossen, da eine Diskussion nicht in der erforderlichen geordneten Form stattfindet und die Betreuung des SUB, wirtschaftlich sinnvoll, nicht zu leisten ist. Bitte führt die Diskussion in einem auf Politik ausgerichteten Forum. Im Musiker-Board werden politische Beiträge an anderen Stellen strikt durch die Moderation entfernt.

ePetition: Aufhebung der GEMA Vermutung

von Mixerman, 17.10.12.

Sponsored by
Gravity Stands
  1. void

    void Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    22.04.06
    Zuletzt hier:
    28.05.16
    Beiträge:
    6.145
    Zustimmungen:
    702
    Kekse:
    19.675
    Erstellt: 26.10.12   #61
    Ein Punkt ist, so sehr mir jetzt auch widersprochen werden wird, dass Airplay in Radios z.B. für mich kein Grund ist, warum jemand entlohnt werden sollte. Das Radio braucht die Songs um Programm machen zu können und hat Werbeeinnahmen, das stimmt, aber wo wären die Künstler ohne Airplay? Für die ist die Werbung mindestens genauso wichtig.
    Wohlgemerkt, wir sprechen hier nicht von Raubkopieren, damit hat die GEMA ja meines Wissens nach eigentlich nix zu tun, sondern nur mit der Entlohnung wenn die Songs von irgendwem gespielt werden.
     
  2. Whiteout

    Whiteout Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.01.10
    Zuletzt hier:
    2.12.18
    Beiträge:
    3.935
    Zustimmungen:
    794
    Kekse:
    12.557
    Erstellt: 26.10.12   #62
    Richtig... in den USA ist das ohne GEMA-Vermutung viel besser, wie man in den Kritiken zur ASCAP nachlesen kann:
    Da musste auch ein Gericht einschreiten, damit das klingeln eines Mobiltelefons in der Öffentlichkeit (also das abspielen des Klingeltons) nicht als Copyright-Verletzung gilt bzw. nicht mit Zahlungen zu belegen ist, solange keine kommerzielle Absicht besteht...

    Dies und weitere Kritikpunkte nachzulesen hier: http://en.wikipedia.org/wiki/American_Society_of_Composers,_Authors_and_Publishers

    Aber wahrscheinlich habe ich zufällig das falsche Land erwischt, dem es ohne eigene "GEMA-Vermutung" besser geht, als uns... gibt ja noch 192 Staaten, deiner Aussage nach, wo es besser ist...
     
  3. void

    void Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    22.04.06
    Zuletzt hier:
    28.05.16
    Beiträge:
    6.145
    Zustimmungen:
    702
    Kekse:
    19.675
    Erstellt: 26.10.12   #63
    Ehm das ist das Land, in dem Fastfoodketten verklagt werden, weil auf ihren Kaffeebechern nicht draufsteht, dass der Inhalt möglicherweise heiss ist. Muss ich dazu noch mehr sagen?
     
  4. Whiteout

    Whiteout Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.01.10
    Zuletzt hier:
    2.12.18
    Beiträge:
    3.935
    Zustimmungen:
    794
    Kekse:
    12.557
    Erstellt: 26.10.12   #64
    Tja... aber es sind dieselben Vorwürfe, die man hier der GEMA macht, obwohl dort keine GEMA-Vermutung existiert... und das kann ja nicht sein, wenn man Don Rollo Glauben schenkt...

    Ob du noch mehr sagen musst? Ich weiß nicht? Vielleicht, dass die ganzen Probleme nicht unbedingt mit dem Vorhandensein oder der Abwesenheit der "GEMA-Vermutung" zusammenhängen, sondern vielmehr damit, wie Menschen und Kontrollorgane insgesamt mit dem Thema umgehen... Habgier und Ungerechtigkeit geht offensichtlich "bei beiden Modellen"... :nix:
     
  5. Don Rollo

    Don Rollo Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    13.12.05
    Zuletzt hier:
    28.10.19
    Beiträge:
    2.526
    Zustimmungen:
    1.053
    Kekse:
    35.132
    Erstellt: 26.10.12   #65
    Das ist genau der Punkt, wo die Beweislastumkehr ins Spiel kommt. In den USA könnte ein Urheber Dostal, Bohlen und Co jederzeit verklagen, wenn er den Eindruck hat, dass sie sich an seinem geistigen Eigentum vergreifen. Dann müssen Dostal, Bohlen und Co beweisen, dass sie das Recht hatten, mit dem geistigen Eigentum des echten Urhebers Geld zu verdienen. Da es in den Staaten schnell um horrende Summen geht, schaut man dort dann lieber von vorne herein, dass das alles möglichst ordentlich abläuft. Zusammen mit dem Fair-Use-System funktioniert das alles irgendwie.

    Das ist hier aber anders. Wenn hinter einem Pseudonym zum Beispiel kein GEMA-Mitglied steckt und die GEMA trotzdem kassiert (weil sie es kann) dann ist das Diebstahl geistigen Eigentums durch die GEMA. Punkt. Ein Urheberrechtsverstoß reinster Güte. Welche Strafen den Schuldigen selbst hierzulande drohen würden, beweisen die Streitwerte in den Abmahnungen, die die Herren ja so gerne an Filesharer wegen ähnlicher Delikte verschicken. Was meinst Du, wie schnell die GEMA-Vermutung wegfallen würde, wenn die Gefahr bestehen würde, dass Dostal, Bohlen und Co dadurch für jeden falsch abgerechneten Song Hunderttausende von Euros als Strafe abdrücken müssten?

    Aber diese Gefahr besteht in Deutschland einfach nicht, weil dank GEMA-Vermutung jedes Stück Musik gesetzlich garantiert erst einmal zu 100% Dostal, Bohlen und Co gehört, egal, welche Rechte sie wirklich an dem Musikstück haben. Dass sie keine Rechte haben, muss dann derjenige aktiv beweisen, der die Musik abspielt und selbst der Urheber muss immer wieder gegenüber Dostal, Bohlen und Co aktiv beweisen, dass sie ihn nicht vorsätzlich bestohlen haben. Das Beweisen selbst funktioniert dann auch nur, wenn man sich genau innerhalb der Regeln und Kriterien bewegt, die von Dostal, Bohlen und Co nach eigenem Gutdünken und nur zu ihrem eigenen Vorteil selber aufgestellt wurden. Und das heißt, dass das im Zweifel absolut unmöglich ist (diverse Beispiele wurden ja hier schon genannt).

    Rechtliche Handhabe gibt es darüber hinaus praktisch nicht, denn Dostal, Bohlen und Co stehen was das angeht außerhalb des Rechtssystems. Sie können mit staatlichem Segen nach Belieben als Polizei, Staatsanwalt, Richter und Vollstrecker innerhalb des nationalen Musik-Universums auftreten, das gleichzeitig nach außen hin mit einer Privatarmee aus blutrünstigen Abmahnanwälten und spendenfreudigen Lobbyisten gnadenlos verteidigt wird. Zur Wehr setzen kann man sich als Nichtmitglied praktisch nicht, denn dank GEMA-Vermutung existiert Musik für das Gesetz außerhalb der GEMA einfach nicht (es sei denn, man beweist, dass...usw.).
     
    gefällt mir nicht mehr 6 Person(en) gefällt das
  6. Whiteout

    Whiteout Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.01.10
    Zuletzt hier:
    2.12.18
    Beiträge:
    3.935
    Zustimmungen:
    794
    Kekse:
    12.557
    Erstellt: 27.10.12   #66
    Ich bin trotzdem nicht überzeugt...

    Wie wird denn ein Veranstalter zu Rechnung gebeten? Wie funktioniert so ein Tarif?

    Wenn ein Tarif aus Vereinfachungsgründen sowieso nur pauschal bspw. nach Eintrittsgeldern (prozentual von der Bruttosumme) und Raumgrößen berechnet wird, was spielt es dann überhaupt für eine Rolle, welche Künstler gespielt werden? Wer mag, kann ja mal auf den GEMA-Seiten die Tarifrechner durchspielen und sich die Tarife anschauen... Ich habe da noch nichts Abweichendes gefunden...
    Hier speziell natürlich bei Diskotheken und ähnlichen Nutzungsarten, wo Musik vom Tonträger abgespielt wird. Dies gepaart mit den Pflichten des Veranstalters, also hier der "Nichtverpflichtung" Songlisten zu melden ergibt erst die komfortable Lage der GEMA. Dazu noch intransparente Verteilungskritierien des Geldes und wir haben den Salat.
    Alles aus Gründen der vereinfachten Berechnung, an der eben auch die Veranstalter ein großes Interesse haben. Die einzelnen Texter/Komponisten sitzen also mittlerweile zwischen zwei großen Stühlen, die kein besonderes Interesse zu haben scheinen, für eine gerechte (Einzel-) Vergütung zu sorgen und bisher in der Lage waren, der übergeordneten Kontrollinstanz Sand in die Augen zu streuen.

    Und was ändert sich daran, wenn die GEMA-Vermutung fällt? Die GEMA müsste einmal ihre Rechte vor Gericht durchklagen (und würde wohl erfolgreich damit sein). Danach haben beide Seiten (GEMA und Veranstalter) immernoch ein großes Interesse daran, alles möglichst einfach und pauschaliert zu berechnen.
    Und wenn keine Songlisten vorhanden sind, können Einzelkünstler auch klagen wie sie wollen... Sie müssten dann auch Nachweise bringen, dass ihre Musik gespielt und entsprechend vergütet werden müsste (Die Unschuldsvermutung gilt hier ja prinzipiell noch, oder?)... Und wie sollen sie das (als Einzelperson) bei der Vielzahl an Veranstaltungen/Aufführungsorten etc. jemals realistisch schaffen? :nix:
     
    gefällt mir nicht mehr 2 Person(en) gefällt das
  7. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

    Im Board seit:
    18.08.03
    Zuletzt hier:
    14.11.19
    Beiträge:
    27.480
    Ort:
    Aschaffenburg
    Zustimmungen:
    14.536
    Kekse:
    114.963
    Erstellt: 27.10.12   #67
    Schlimm ist eben dieses Monopol. Das ist noch viel schlimmer als ein Kartell. Es setzt den Wettbewerb völlig außer Kraft. Ich könnte als Komponist N I R G E N D S hin gehen und meine Leistung "günstig" anbieten.

    Beispiel: Wenn ich Komponist wäre und würde zur ARD gehen und anbieten: Ihr spielt im Tatort seit 1970 die gleiche Titelmusik von Herrn Doldinger... ok, Doldingers Titel ist nicht schlecht, aber ich hätte hier was, dass nach 40 Jahren ein adäquater Nachfolger wäre und den biete ich euch für die Hälfte an... ICH HÄTTE KEINE CHANCE! Weil ich das nicht darf.

    Die GEMA würde entweder "vermuten" ich hätte den Titel geklaut und daher vertrete sie natürlich die wahren Urheberrechte... oder ich werde GEMA Mitglied. Die Mitgliedschaft bringt mir zwar die "Lizenz" mich Komponist und damit Urheber nennen zu dürfen und damit der GEMA-Vermutung zu entgehen, aber die GEMA wird mir gleichzeitig mitteilen, dass ich eben nicht dem Tatort eine preisgünstigere Titelmelodie anbieten darf, weil S I E die Preise festlegt (und außerdem Herr Doldinger ein großes Viech in der GEMA ist...).
     
  8. Whiteout

    Whiteout Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.01.10
    Zuletzt hier:
    2.12.18
    Beiträge:
    3.935
    Zustimmungen:
    794
    Kekse:
    12.557
    Erstellt: 27.10.12   #68
    Ja... kann man so sehen und kritisieren. Man könnte aber auch sagen, dass das Monopol an sich nicht das Problem ist, sondern die Tatsache, dass sich durch mangelnde Kontrolle derartige Auswüchse etabliert haben (Edit: Aufsichtsbehörden sind das Deutsche Marken- und Patentamt und das Bundeskartellamt). Ursprünglich ist es in Deutschland als Monopol gestaltet worden, weil öffentliche Aufgaben übernommen werden:
    Aus dem bereits mal erwähnten Wikipedia-Artikel "Verwertungsgesellschaften". http://de.wikipedia.org/wiki/Verwertungsgesellschaft

    Und wie schon erwähnt... Im Gegensatz zu anderen Ländern besteht eben auch ein Wahrnehmungs- und Abschlusszwang für die GEMA... inkl. vorgeschriebenen Rabatten/Kostenerleichterungen für Kulturelle Veranstaltungen, Jugendveranstaltungen etc. inkl. Härtefallregelungen...
     
  9. void

    void Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    22.04.06
    Zuletzt hier:
    28.05.16
    Beiträge:
    6.145
    Zustimmungen:
    702
    Kekse:
    19.675
    Erstellt: 27.10.12   #69
    Schau mal, du legitimierst Diebstahl geistigen Eigentums nur weil es vielleicth für eine große Anzahl von Künstlern praktischer erscheint. Aber ist das deswegen moralisch richtig? Du gehst nur nach praktischen Kriterien, was dir halt am simpelsten erscheint, aber das macht es nicht richtig.
    Du ignorierst also quasi komplett die Rechte aller Künstler, die keine GEMA Mitglieder sind, und dazu eigtl auch auf die, die zwar GEMA Mitglieder sind, aber keine ordentlichen, denn die sehen dafür, dass ihre Musik gespielt wird, auch so gut wie nix. Teilweise zahlen sie mehr an die GEMA als sie zurückbekommen.
     
    gefällt mir nicht mehr 2 Person(en) gefällt das
  10. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

    Im Board seit:
    18.08.03
    Zuletzt hier:
    14.11.19
    Beiträge:
    27.480
    Ort:
    Aschaffenburg
    Zustimmungen:
    14.536
    Kekse:
    114.963
    Erstellt: 27.10.12   #70
    klar, man könnte auch behaupten, dass mangelnde Kontrolle an vielem Schuld ist... zB am Zusammenbruch der DDR Planwirtschaft.

    ...aber... wir haben hier in der BRD gewisse Grundprinzipien... und dazu gehört eben mal, dass Monopole und Kartelle BAD sind und nicht, dass Monopole und Kartelle im Prinzip ok wären, würde man nur eine funktionierende staatliche Kontrolle einrichten. Das Konzept der GEMA verstößt gegen elementare Grundprinzipien der europäischen Staaten.

    Oder wollen wir demnächst auch, dass Musikalienhändler und Schuhgeschäfte Kartelle bilden - natürlich unter der Voraussetzung dass diese gut von staatlichen Behörden Kontrolliert werden?

    Ach. Klar, das ist eines der Argumente... und deshalb habe ich ja auch das asoziale Verhalten der GEMA schärfstes kritisiert. Von wegen: Kindergärten verklagen und Gelder von "armen Musikern" zu Günstlinge wie Herrn Dostal transferieren... ich sehe da ZERO öffentliche Aufgaben... aber das Argument "öffentliche Aufgaben" ist natürlich der Gelddosenöffner in Berlin.

    ja ja, das liest sich immer so schön, wenn irgend wo in Deutschland irgendwas geregelt ist. Die Wahrheit ist, dass es 3400 GEMA-Günstlinge bereichert - zum nachteil der deutschen Staatsbürger und zum Nachteil der GEMA-Zwangsmitglieder, die nicht zu den Profiteuren gehören.

    Die GEMA ist beileibe nicht der einzige Club, der durch staatliche "Liebe" bestens versorgt wird. Ein anderes Beispiel ist die Kaminkehrer M***a...

    Derlei vom Staat begünstigte Gruppen kämpfen natürlich um ihre Privilegien... mit allen Mitteln und möglichst ohne dabei öffentlichen Staub aufzuwirbeln.

    Die GEMA hat es aber jetzt durch Google geschafft, dass viele sich fragen, ob sie denn tatsächlich öffentliche Aufgaben hat und daher besondere staatliche Privilegien verdient. Ich sehe das noch weniger als wenn ein Kaminkehrer meine ohnehin rußfreie Heizung reinigt.
     
    gefällt mir nicht mehr 4 Person(en) gefällt das
  11. Whiteout

    Whiteout Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.01.10
    Zuletzt hier:
    2.12.18
    Beiträge:
    3.935
    Zustimmungen:
    794
    Kekse:
    12.557
    Erstellt: 27.10.12   #71
    Moment... wenn du meine Beiträge aufmerksam lesen würdest, wüsstest du, dass ich das nicht tue... Ich legitimiere weder den Diebstahl geistigen Eigentums, noch favorisiere ich die praktikabelsten Lösungen.

    Ich sage nur, dass diese Probleme nicht an der GEMA-Vermutung liegen, sondern daran, wie die Tarife gestaltet werden und die Verpflichtung der Veranstalter formuliert ist. Und aufgrund der Tatsache, dass die Kontrolle durch Patentamt und Bundeskartellamt bisher offensichtlich nicht in der Lage war diese Dinge an die aktuellen technischen Möglichkeiten anzupassen. Und dass es daran liegt, dass sich auch die Veranstalter/Nutzer nicht darum scheren, solange sie wenig Aufwand damit haben.

    Was glaubst du, warum ich auf deine Softwarelösung zur Protokollierung eingegangen bin? Solange man diese Möglichkeit (so sie denn funktioniert) nicht per Gesetz verpflichtend macht (und auch andere Regelungen festschreibt), wird sich nichts ändern... GEMA-Vermutung hin oder her...

    Ihr tut so, als müsse man nur die GEMA-Vermutung aufheben und alles würde gut... Ich fürchte, dem ist nicht so, aus den von mir genannten Gründen.

    - - - Aktualisiert - - -

    @ Johannes

    Nichts für ungut, aber auf deine Polemik habe ich keine Lust einzugehen... Das ein Polypol bei dieser Thematik nur zulasten der Texter/Komponisten (eigentlich aller Parteien) geht dürfte klar sein... Ein Oligopol kann auch problematisch sein, weil sich Preis- und Mengenabsprachen leicht realisieren lassen und damit wäre nichts gewonnen. Wenn die GEMA als Preisführer (und Vorbild) anerkannt wird, nachdem sie die anderen Verwertungsgesellschaften richten, verbessert sich auch nichts... es kann auch zu Preisstarrheit führen, wenn die konkurrierende Verwertungsgesellschaften gleich stark/schwach sind oder zu ruinösem Wettbewerb, wenn eine Verwertungsgesellschaft (viel) stärker als die andere(n) ist...
     
    gefällt mir nicht mehr 2 Person(en) gefällt das
  12. void

    void Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    22.04.06
    Zuletzt hier:
    28.05.16
    Beiträge:
    6.145
    Zustimmungen:
    702
    Kekse:
    19.675
    Erstellt: 28.10.12   #72
    Die GEMA Vermutung führt quasi automatisch zu Diebstahl geistlichen Eigentums, also rechtfertigst du natürlich genau das.
     
    gefällt mir nicht mehr 2 Person(en) gefällt das
  13. void

    void Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    22.04.06
    Zuletzt hier:
    28.05.16
    Beiträge:
    6.145
    Zustimmungen:
    702
    Kekse:
    19.675
    Erstellt: 29.10.12   #73
  14. Don Rollo

    Don Rollo Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    13.12.05
    Zuletzt hier:
    28.10.19
    Beiträge:
    2.526
    Zustimmungen:
    1.053
    Kekse:
    35.132
    Erstellt: 30.10.12   #74
    Da bin ich aber gespannt. :)

    Das sehe ich völlig anders. GEMA-Vermutung weg und dann wird alles gut.

    Schauen wir doch mal, wie das in anderen Ländern gehandhabt wird, denn dort gibt es ebenfalls Verwertungsgesellschaften, die sich um die Abrechnung und die Verteilung kümmern. Wenn dort jemand in seinem Etablissement Musik abspielt, dann erstellt er eine Liste mit den Songs, die er gespielt hat und schickt diese an die Verwertungsgesellschaft. Die schickt ihm dann eine Rechnung, die er natürlich bezahlen muss. Alternativ gibt es natürlich Pauschalen, wo das Geld dann nach Tabellen und Schlüsseln erhoben und verteilt wird. Es gibt gelegentlich Kontrollen und wenn der Besitzer des Etablissements falsch oder gar nicht abrechnet, muss er empfindliche Strafen zahlen.

    Aber Moment, das ist doch genau wie in Deutschland? Vom Ablauf her schon aber es gibt einen gewaltigen Unterschied: Im Zweifel muss anderswo die Verwertungsgesellschaft bzw der Rechteinhaber beweisen, dass ein Vorstoß durch den Etablissement-Betreiber vorliegt. Weil es dabei schnell um hohe Summen geht, überlegt der Betreiber es es sich daher zweimal, ob sich das Betrügen lohnt. Auch die Verwertungsgesellschaft wird sich deshalb hüten, allzu dreist vorzugehen - allein schon weil es vor Gericht nach dem Zweifel-für-den-Angeklagten-Prinzip geht. Ein Fehlschuss kann also auch für Verwerter sehr schnell sehr teuer werden. Damit die Gerichte nicht mit Bagatellfällen zugemüllt werden, gibt es Fair-Use-Klauseln und ähnliches. Bei diesem System sind auf beiden Seiten die Rechte und die Pflichten gleichmäßig verteilt und das funktioniert augenscheinlich sehr gut (Schwund gibt's immer).

    In Deutschland liegt hingegen automatisch ein Verstoß vor bis der Betreiber dem Verwerter schlüssig beweisen kann, dass er die GEMA nicht betrügen will. Das ganze Risiko lastet somit alleine auf dem Betreiber oder manchmal sogar auf dem echten Rechteinhaber, der im Zweifel von sich aus vor Gericht ziehen muss nur um die Nichtansprüche der GEMA durchzusetzen (wohlgemerkt!). Die Verwertungsgesellschaft kann sich hingegen nach belieben schadlos halten, alleine schon weil sie keinerlei rechtliche Konsequenzen zu fürchten hat, wenn sie Mist baut. Konkurrenz muss sie dank staatlich garantierter Monopolstellung auch nicht fürchten. Das einzige Geschäftsrisiko besteht darin, dass die GEMA ein paar Cents für einen Song nicht bekommt, für den sie eh keinerlei Rechte hatte.

    Nur dieser Sonderstatus würde sich durch den Wegfall der GEMA-Vermutung ändern. Die GEMA müsste also im Zweifel beweisen, dass sie das Recht hat, für einen Song zu kassieren. Die ganzen Verwertungsgeschichten würden ansonsten absolut gleich ablaufen wie bisher, schließlich müsste ja auch weiterhin jeder irgendwie für die GEMA-Musik bezahlen, die er öffentlich abspielt und das Unterlassen wäre ja natürlich auch weiterhin strafbar. Den Abrechnungs-Vorgang zu vereinfachen war schließlich einmal der ganze Sinn hinter der GEMA und ich sehe eigentlich keinen Grund, warum sie diese Tätigkeit nicht auch weiterhin für ihre Mitglieder ausüben könnte. Selbst die umstrittene Verteilung innerhalb der GEMA würde gleich bleiben, denn das ist eine interne Angelegenheit und damit eine Sache, die die Mitglieder untereinander klären müssen.

    Die GEMA müsste dann jedoch darauf verzichten, automatisch bei Sachen zu kassieren, für die sie keine Rechte hat und sie müsste auch darauf verzichten, Kindergärten auf Verdacht abzumahnen und ähnliche Späße. Dadurch würde vielleicht der GEMA-Wasserkopf ein wenig entschlackt und es würden wohl auch ein paar tausend Abmahnanwälte ihren Job verlieren aber das ist ein Opfer, das die Gesellschaft durchaus stemmen könnte.

    tl;dr

    Wenn die GEMA Geld für das Abspielen eines Songs verlangt, für den sie nicht zuständig ist, dann ist das versuchter Diebstahl geistigen Eigentums. Wenn der Abspielende diesen Angriff auf nicht abwehren kann und zur Zahlung gezwungen wird, dann ist das vollzogener Diebstahl geistigen Eigentums. Das ganze ist dank GEMA-Vermutung quasi auch noch völlig legal.
     
    gefällt mir nicht mehr 8 Person(en) gefällt das
  15. Kybo

    Kybo Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    23.05.10
    Zuletzt hier:
    9.07.16
    Beiträge:
    224
    Ort:
    Duisburg
    Zustimmungen:
    77
    Kekse:
    415
    Erstellt: 30.10.12   #75
    Zu beginn dieses Threads war ich gegen Abschaffung der GEMA-Vermutung. Ich muss aber gehstehen, ich habe die Petition am Ende doch mitgezeichnet.

    Auch wenn mir auf den ersten Blick nicht klar war, wie es ohne gehen soll, so wurden hier einige Möglichkeiten genannt. Das wichtigste war für mich, dass durch Abschaffung dieser Vermutung eventuell der Weg für eine weitere Verwertungsgesellschaft in Deutschland geebnet werden könnte. So zumindest ist der Plan der cultural commons collectors society (c-3-s.de).
    Der Plan ist eine demokatischere Verwertungsgesellschaft mit getechter Tantiemenverteilung und weniger Einschränkungen in der Lizenzgestaltung.
    C3S greift also alles auf, was an der GEMA so kritisiert wird und will es besser machen.

    Keine Ahnung, ob das funktionieren wird, aber ich träume jetzt schon davon und hoffe, dass die nicht nur auf der anti-gema-Welle mitschwimmen...
     
    gefällt mir nicht mehr 4 Person(en) gefällt das
  16. Whiteout

    Whiteout Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.01.10
    Zuletzt hier:
    2.12.18
    Beiträge:
    3.935
    Zustimmungen:
    794
    Kekse:
    12.557
    Erstellt: 30.10.12   #76
    Ich hatte dich doch schonmal gebeten, mir keine falschen Sachen in den Mund zu legen, oder?

    Fakt ist derzeit, dass die meisten Veranstalter einen Pauschalvertrag mit der GEMA geschlossen haben, die ihnen das Nutzungsrecht einräumt, "GEMA-Musik" (also urheberrechtlich geschützes Material von Komponisten/Textern, die von der GEMA vertreten werden, zu spielen). Punkt. An dieser Stelle spielt es dann überhaupt keine Rolle mehr, ob einem Abend 10%, 50% oder 90% "GEMA-Musik" gespielt wird. Die Veranstalter haben dafür bezahlt und das Thema ist für sie erledigt. Und die GEMA kann natürlich aufgrund dieser Konstellation immer behaupten, dass das Geld nur für das Material der von ihnen vertretenen Komponisten/Texter ist und sonst nichts...

    Ansonsten habe ich aber auch eine andere Vorstellung von Urheberechtsverletzung... Für mich begeht bspw. der DJ oder der Veranstalter eine Urheberrechtsverletzung, wenn er ohne zu fragen geschützes Material dafür nutzt selber Geld zu verdienen... und noch nichteinmal die Urheber dafür im Nachhinein entschädigt...

    - - - Aktualisiert - - -

    Ist es dank § 13b (2) S.2 UrhWahrnG eben nicht... Die Veranstalter sind nicht in jedem Fall verpflichtet Listen abzugeben... deshalb schrieb ich ja bereits, dass die Kritiker der GEMA den Hebel lieber an anderen Stellen ansetzen sollten...

    Das wäre wirklich schön, wenn das so funktionieren würde... Nebenbei gefragt... Meinst du mit "Fair use Klauseln" (bzw. Fair Dealing) den rechtlich definierten Begriff oder irgendetwas anderes? (Zu weniger Gerichtsfällen scheint es eher nicht zu führen...)

    Du erinnerst dich, dass die ASCAP das in den USA bei den Pfadfindern probiert hat?

    Tun sie dass denn wirklich? Oder ist das nur die populistische Darstellung der GEMA-Gegner? Ich hatte den §13c UrhWahrnG ja bereits zitiert... Wo steht das da drin? Und wie ich bereits schrieb... In den USA haben sich die Verwertungsgesellschaften dieses Recht einfach vor dem höchsten Gericht erstritten... faktisch also dieselbe Situation, oder?

    Meine Meinung in Punkto "Diebstahl geistigen Eigentums" indiesem Zusammenhang habe ich oben ja schon angedeutet... Grundsätzlich ist es doch wie im alltäglichen Leben... will ich etwas nutzen, was mir nicht gehört, muss ich um Erlaubnis fragen. Mache ich das nicht, laufe ich Gefahr angezeigt zu werden.

    Glaubt ihr allen Ernstes, dass die Nutzer hier auf einmal alle freiwillig anmelden und bezahlen werden? Na ja... ich habe halt nicht euer Vertrauen...

    - - - Aktualisiert - - -

    Den Artikel habe ich auch mit Interesse gelesen... Schmunzeln musst e ich aber bei folgender Passage:
    Aus: http://www.musikmarkt.de/Aktuell/News/C3S-Verwertungsgesellschaft-fuer-Creative-Commons-Lizenzen
     
    gefällt mir nicht mehr 2 Person(en) gefällt das
  17. Don Rollo

    Don Rollo Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    13.12.05
    Zuletzt hier:
    28.10.19
    Beiträge:
    2.526
    Zustimmungen:
    1.053
    Kekse:
    35.132
    Erstellt: 30.10.12   #77
    Warum sollte ein Veranstalter Listen abgeben? Bitte nenne mir einen vernünftigen Grund außer dem repitiven "Wie komme ich denn dazu für mein Geld zu arbeiten?"!

    Spielt jemand bei einer Veranstaltung GEMA-Musik dann gibt er eine Liste mit den GEMA-Songs ab. Tut er das nicht, dann ist es eine illegale Nutzung - GEMA-Vermutung hin oder her. Spielt er keine GEMA-Musik dann geht es die GEMA aber einen Scheißdreck an, welche Songs auf der Veranstaltung erklingen. Punkt. Wenn die GEMA anderer Meinung sein sollte, dann soll sie gefälligst beweisen, dass sie einen Grund hat, die Hand aufzuhalten. Punkt. Das ist nicht der Job des Veranstalters. Ausrufezeichen.

    Tja, wenn das deine Sicht auf deine Kunden ist. *** Polemik entfernt ***

    Gut, dann weniger polemisch: Vetrauen ist seit Jahrtausenden die Basis für jeglichen Handel zwischen den Menschen. Wenn Du deinen Kunden partout nicht über den Weg traust welchen Grund sollten die Kunden dann haben ausgerechnet Dir ihr hart verdientes Geld anzuvertrauen?
     
    gefällt mir nicht mehr 6 Person(en) gefällt das
  18. Whiteout

    Whiteout Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.01.10
    Zuletzt hier:
    2.12.18
    Beiträge:
    3.935
    Zustimmungen:
    794
    Kekse:
    12.557
    Erstellt: 01.11.12   #78
    Meine Güte... :rolleyes: Aus der von mir zitierten Passage ging für mich halt nicht genau hervor, ob die Veranstalter freiwillig melden, ob sie gesetzlich verpflichtet sind oder "freiwillig" melden, weil die bereits in der Vergangenheit deswegen vor Gericht gezerrt wurden. Du plädierst also für eine komplett freiwillige "Selbstanzeige" (sozusagen)...

    Warum man Listen abgeben sollte? Man könnte solche Listen zur genaueren Abrechnung (hier der GEMA-Stücke) nutzen und genauer abrechnen, was gespielt wurde. Vielleicht helfen solche Listen auch später für die Verteilung der Gelder, damit die Komponisten/Texter, deren Material viel gespielt wird, auch mehr bekommen.

    Mal davon abgesehen, dass das nicht "meine Kunden" sind... Ein Kunde ist für mich jemand, der ernsthaftes Interesse (zumindest) an einem Vertragsabschluss hat... bspw. zum Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung. Jemand der ohne zu fragen mit fremdem, urheberrechtlich geschützem Material Geld verdient, zählt für mich eher nicht dazu.
    Und Vertrauen bekommt man nicht geschenkt, man verdient es sich im Laufe der Zeit (einer Geschäftsbeziehung)... Schlechte Vorraussetzungen, wenn jemand ersteinmal ohne zu fragen mit "meinem Eigentum" Geld verdient hat und ich ihn auf meine Rechte hinweisen muss...

    Letztlich ist dies eine Frage der Rechtsgüterabwägung wie es auch hier zu lesen ist: http://www.zeit.de/digital/internet/2012-10/gema-vermutung-petition
    Leider gehen sie am Ende nicht mehr so deutlich darauf ein, warum die Streichung von § 13c UrhWahrnG (Abs. 1 u. 2) nicht reicht... Muss man weiterlesen... z. B. da: http://www.internet-law.de/2012/09/gema-leistungschutzrecht-und-immer-wieder-petitionen.html
     
    gefällt mir nicht mehr 2 Person(en) gefällt das
  19. void

    void Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    22.04.06
    Zuletzt hier:
    28.05.16
    Beiträge:
    6.145
    Zustimmungen:
    702
    Kekse:
    19.675
    Erstellt: 01.11.12   #79
    Wie wärs dann wenn man die GEMA-Stücke, die man spielt an die GEMA schickt, an Statt alle? ;)
     
  20. Whiteout

    Whiteout Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.01.10
    Zuletzt hier:
    2.12.18
    Beiträge:
    3.935
    Zustimmungen:
    794
    Kekse:
    12.557
    Erstellt: 01.11.12   #80
    Dann würde "die Gegenseite" die Möglichkeit der Kontrolle genommen, ob etwas verheimlicht wird. Gibt man die Liste mit bspw. 100 gespielten Songs ab, können beide Seiten vergleichen und kontrollieren, dass nur die GEMA-Stücke abgerechnet werden. Wenn soetwas dann technisch (manipulationssicher) möglich ist, wie du ein paar Beiträge zuvor vorgeschlagen hast.

    Aber diese Kultur müsste sich in Deutschland wohl sowieso erst entwickeln, wenn es überhaupt in diese Richtung geht... Solange es bei Pauschalverträgen bleiben sollte, ist es egal (wobei auch dann ggf. ein Nachweis gut wäre, wenn tatsächlich Null GEMA-Stücke gespielt werden).