Erste eigene Aufnahmen - aber wie genau?

von icepete, 20.05.04.

  1. icepete

    icepete Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.05.04   #1
    Hallo..

    Ich habe hier gerade ein bisschen herumgestöbert, bin aber nicht wirklich weitergekommen.

    Wir (Band) wollen einige unserer eigenen Songs langsam mal aufnehmen, wissen aber noch nicht so richtig, wie das am besten geht.

    Folgendes Equipment bzw. Vorraussetzungen sind vorhanden:

    - ein Gitarrist: Laney Amp, Framus Box, SM57 Mikro zum abnehmen
    - ein Sänger: PA und Mischpult (6 eingänge) vorhanden, SM58
    - ein Bassist: Ashdown Amp, Peavey Box, Mikro zum Singen, Abnahme ginge direkt über DI Out
    - ein Drummer: könnte über Mikros abgenommen werden evtl.


    Wir hatten jetzt zwei Ideen. Entweder wir stellen Raummikros so auf, dass alles gut hörbar ist und passt, oder wir nehmen jede Spur einzeln auf.
    PC mit Soundblaster Live 1024, Cubase, Wavelab, Adobe Audition oder ähnlichem wäre vorhanden.

    Mit den Raummikros muss man sicherlich viel testen, bis alles ordentlich klingt, aber wenn mans einmal hat, kann man das doch so machen, oder?

    Wie macht man das, wenn man jede Spur einzeln aufnehmen möchte? Mit Cubase, oder? Aber wie dann genau?

    Bitte erklärt mir doch mal, wie ihr eure Aufnahmen so macht und ob und wie es noch besser mit den zur Verfügung stehenden Mitteln geht.
    Bin für jede sinnvolle Antwort dankbar!!!
     
  2. taxidermy

    taxidermy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.05.04   #2
    Was ist zu tun? Zunächst einmal muss eure Musik aufgenommen werden. Günstig ist es, wenn ihr in eurem Übungsraum die Übungsmöglichkeiten so gestalten könnt, dass alle Instrumente über ein Mischpult laufen und das Üben per Kopfhörer oder In-Ear-Monitoring passiert. Dadurch vermeidet ihr, dass ihr euch gegenseitig zudröhnt, und habt eine gute Kontrolle über euren Gesamtsound bei Gehör schonender Lautstärke. Wenn das Mischpult dann noch in einen Nebenraum ausgelagert werden kann, ist eine optimale Recording-Situation geschaffen.



    Ihr übt wie gewohnt mit dem Ziel, eine makellose Performance hinzulegen. Euer Mensch am Mixer mischt Instrumente und Gesang mit dem Ziel, einen Top-Bühnensound zu zaubern. Es stört nicht weiter, wenn - angeschlossen an die Tape-Ausgänge des Mixers - ständig ein Aufnahmegerät mitläuft. Empfehlenswert ist es, sich einer 2-Spur-Tonbandmaschine des Typs Revox mit 19er- oder gar 38er-Geschwindigkeit zu bedienen (A77, B77, A700). Solche Geräte gibts auf dem Gebrauchtmarkt zu günstigen Preisen (bitte nur mit aktuellem Messprotokoll kaufen!). Alternativ kann auch ein DAT-Gerät verwendet werden. Allerdings muss bei einer digitalen Aufnahme der Pegel gut justiert werden. Er darf nicht in den roten Bereich gehen. Auch geringe Übersteuerungen machen die Aufnahme sonst unbrauchbar. Tonbänder verkraften das leichter. Für die DAT-Aufnahme am besten kurz die lautesten Songstellen anspielen. Minidiscs eignen sich für eine Masteraufnahme kaum, da es sich dabei um ein datenreduziertes Aufnahmeverfahren handelt. MCs scheiden wegen der Tonqualität aus.



    Welche Vorteile bietet nun die direkte Aufnahme im Vergleich zu der in Tonstudios üblichen Mehrspurtechnik mit einzelnen Takes? Erstmal vertrödelt ihr keine Zeit, denn üben wollt und müsst ihr sowieso. Zum anderen klingt kein anderes Aufnahmeverfahren authentischer, d. h. es klingt wirklich nach euch und dokumentiert eindeutig euren musikalischen Stand. Studioaufnahmen dagegen klingen oft genug nach dem jeweiligen Produzenten und der von ihm eingesetzten Technik.



    Ihr habt nun fleißig ein paar Wochen lang geübt und immer war das Aufnahmegerät in Betrieb. Irgendwann ist die Zeit gekommen das Material auszuwerten. Jeder Song ist inzwischen mehrfach auf die Bänder gebannt worden und ihr habt so ziemlich den Überblick verloren, was gut und was schlecht war. Es sollten sich einige aus der Band nun mit einem neutralen Zuhörer zusammensetzen und das Material der Reihe nach durchhören. Ihr werdet schnell merken, was davon man vergessen kann. Aber dann ist da plötzlich auch der magische Moment, wo alles stimmt, wo die Band ihre Umwelt vergessen hat und in die Musik völlig eingetaucht ist. Das ist das Material, das ihr braucht und das man in teuren Studios unter Zeitdruck nur sehr, sehr selten hinbekommt. Vielleicht sind es erst ein, zwei Songs, aber immerhin. Also weiter üben und aufnehmen und filtern bis ihr eine CD füllen könnt. Ca. 10-12 Songs reichen - je nach Länge - völlig. Vergesst nicht, die Bänder und Bandstellen mit den guten Songs sorgfältig zu markieren. Ein schriftliches Aufnahmeprotokoll mit Anmerkungen zur Aufnahmsituation kann auch nicht schaden. Nach Wochen weiß man das alles nicht mehr und sucht sich krank.



    Nun geht es daran, die herausgefilterten Songs in den PC zu übertragen. Eine Soundkarte gehört zum PC-Standard. Alle Soundkarten haben Stereoein- und -ausgänge und eine entsprechende Regelsoftware, die meist an ein Mischpult erinnert. Das Aufnahmegerät (kein anderes!) wird an die Stereoeingänge angeschlossen. Beim DAT-Recorder hat man die Möglichkeit der direkten digitalen Übertragung. Dazu muss aber die Soundkarte auch eine digitale Schnittstelle haben. Andernfalls müssen die analogen Ausgänge des DAT-Geräts herhalten.



    Natürlich kann man die Aufnahmeübertragung mit der Software der Soundkarte oder etwa Tools machen, wie sie von Windows geliefert werden. Besser ist es, spezielle Programme zu verwenden. Empfehlenswert und auch erschwinglich sind Goldwave und Clean!. Wer mehr Geld zur Verfügung hat, dem sei Cool Edit Pro empfohlen. Wer in die Oberklasse will, muss mindestens die Anschaffung von WaveLab kalkulieren. Mit diesen Programmen kann die Musik auf alle erdenklichen Arten nachbearbeitet werden. Dabei sollte man sich klar machen, dass wirklich alle Arten gemeint sind. Während es nämlich früher beim Recording unerlässlich war, auch eine Menge Hardware anzuschaffen, etwa Hallgeräte, Kompressoren, De-Esser usw., kann man heute gut darauf verzichten und sich statt dessen den PC mit entsprechender Software voll packen, die aber im High-End-Bereich nicht billiger sein muss! von www.rockprojekt.de, sind noch sehr viel mehr interessante tipps
     
  3. KlausP

    KlausP HCA Gitarre HCA

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    Erstellt: 21.05.04   #3
    Ein toller, sehr hilfreicher Beitrag, wen es eine rating Funktion im Forum gäbe, wäre das ein "Sehr gut" von meiner Seite.
     
  4. icepete

    icepete Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.05.04   #4
    Vielen Dank für die ausführliche Hilfe taxidermy!!!
    Hast mir echt weitergeholfen! Danke ;)
     
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