Evolutionärer Sinn und Zweck von Musik?

von Korittke, 09.12.04.

  1. Korittke

    Korittke Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.04   #1
    Hi, weiß jemand was der evolutionäre Sinn und Zweck des Musikverständnisses des Menschen ist? Was bringt es dem Menschen, Gefühle mit Frequenzintervallen zu verbinden und einen sich monoton wiederholenden Klang als etwas einzustufen, was mehr ist als das (Rhytmus). Warum verpürt man den Drang, sich zu Musik zu bewegen?
    Ich meine damit, was es der menschlcichen Rasse in Hinblick auf Effizienz bringt? Die meisten Sachen lassen sich ja recht einfach erklären, aber Musik blick ich irgendwie nicht, weil das ja im Grunde nur Zeitvertreib ist, der nichtmal zwingend zu Fortpflanzung führt. Oder glaubt ihr, dass Tanzen als Inszenierung des Körpers der Fortpflanzung dienen soll? Warum tappt man denn mit Fuss zum Rhytmus?
    Wenn der Mensch kein Musikverständnis hätte, hätte das sicher nicht allzuviel Einfluss auf das, was passiert, oder? Und selbst wenn, warum gerade Töne?
     
  2. Little_Raven

    Little_Raven Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.04   #2
    Naja... nicht direkt, ABER: Schon mal abends weg gewesen? :)

    Weil man mit Musik groß wird. Vor der Geburt und in den ersten ein / zwei Lebensjahren bekommt man ja von Musik schon genug mit.


    Zu den anderen Sachen gebe ich bestimmt demnächst noch Kommentare ab!
     
  3. Veril_Droge

    Veril_Droge Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.04   #3
    Ich würde mal behaupten, dass sich die Regeln biologischer Evolution nur schlecht auf die Kultur des Menschen anwenden lassen. Wir brechen da teilweise halt ziemlich raus :D
     
  4. SCrap28

    SCrap28 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.04   #4
    Tanzen ist der vertikale Ausdruck einer horizontalen Begierde.
    Keine Ahnung warum der Mensch Musik braucht. Liebe braucht man ja eigentlich auch nicht wenn es nur um die Arterhaltung geht
     
  5. Korittke

    Korittke Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.04   #5
    Aber ist Liebe nicht die Verknüpfung von der interpersonellen Orientierung mit dem Fortpflanzungsbedürfnis? Durch die hochentwickelte Intelligenz der menschlichen Rasse, ist der Mensch darauf aus, möglichst viele positiv bewertete Eigenschaften in die nächste Generation mit einzubringen, inklusive und oftmals gerade persönliche und nicht nur körperliche. Dementsprechend erfolgt die Partnerwahl, auf Basis von Persönlichkeit und Aussehen. Schönheit ist Ausdruck von Reinheit der Gene. Ein Gefühl wird verwendet, um das alles dem Individuum klarzumachen. Gefühle gibt es ja auch bei Tieren, nur Liebe ist beim Menschen nötig, da er als solcher zu komplex ist, um einfach gefickt zu werden. Genau so kann man fragen nach dem Sinn von Hunger oder Strulldrang. Fakt ist, dass Gefühle so stark sein können, dass sie rationales Denken übertreffen (natürlich von Mensch zu Mensch verschieden). Wer sehr viel Hunger hat, wird sich über kurz oder lang darum bemühen, etwas zu essen. Und wer verliebt ist, wird sich über kurz oder lang bemühen, denjenigen zu stöpseln. Der starke Druck durch das Liebesgefühl schafft optimale Vorraussetzungen für eine Prioritätenverschiebung, die das Überleben der menschlichen Rasse sichert.
    Das hab ich mir gerade ausgedacht, muss also nicht richtig sein
     
  6. Ayu

    Ayu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.04   #6
    hmmmm....ist ne coole Frage, habe sie mir auch schon of gestellt habe aber kein Erklärung gefunden.
    Aber Jungs stellt euch doch einmal ein Leben ohne Musik vor........ :(
    In Fernsehwerbung hat es Musik, VIVA und MTV leben davon.
    Einkaufszentren usw............................................. :rolleyes:
     
  7. kleinershredder

    kleinershredder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.04   #7
    Aber ist euch schon mal aufgefallen das musik heutzutage immer anspruchsloser wird ?
     
  8. Swissmetaler

    Swissmetaler Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.04   #8
    Der drang sich zu bewegen kommt wohl von allein was ja auch gut ist. Na ja der Zweck der Musik ist wohl sich auf anderer Art auszudrücken was man fühlt was man z.B nicht mit Worten fassen kann. So fass ich das bei mir zu sammen. Und zudem gestaltet man als Musiker praktisch die Welt. :D Musik kann auf jedenfall der Fortpflanzung dienen man siehe nur mal die Konzerte an :D. ich denk einfach wer die gleiche Musik hört wie du selber, dann wirst du diese Persön wohl auch mögen können :D

    -Swissmetaler

    ps: Ich glaub ich hab das Thema zwar ein wenig verfehlt aber ich lass es mal so stehen
     
  9. Heike

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    Erstellt: 10.12.04   #9
    So ist es. Das hat der Musikethnologe Bruno Nettl fast wortwörtlich so seinen Blackfoot-Konsultanten entlocken können. Bei denen geht das nämlich soweit, daß die Texte mit der Gemeinsprache eher wenig zu tun haben.

    Kein sog. Primitiver käme übrigens auf die Idee, nach dem evolutionären Nutzen von egal was zu fragen, man pflegt die Künste und oft auch durchaus recht anspruchsvolle Philosophien. Schaut man sich dagegen den Verlust der Lebensart hierzulande an, dann fragt man sich ohnehin, ob wir es nicht vielmehr mit einer Devolution zu tun haben :mad:
     
  10. Veril_Droge

    Veril_Droge Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.12.04   #10
    Eine "De"volution findet beim Menschen allein schon durch die vorranschreitende Kultur, Medizin etc. statt, biologisch selektiert wird bei uns doch auch schon ne Weile kaum noch ;)
     
  11. Orgelmensch

    Orgelmensch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.12.04   #11
    Ich bevorzuge den Begriff Autoevolution...wir passen uns nicht mehr den gegebenen Umständen an, wir passen die Umstände an uns an.
    Eine Evolution im klassischen Sinne ist nicht mehr notwendig...

    Macht mir Angst...
     
  12. Musictoon

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    Erstellt: 10.12.04   #12
    Also DAS stimmt mal absolut nicht!!
    Ganz im Gegenteil, heute ist das Musikmachen für fast jedermann (bei uns jedenfalls) möglch, und da kristalliert sich so mach guten heraus!! ;)
     
  13. bobs

    bobs Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.12.04   #13
    hat erstens nix mitm thema zu tun, und stimmt zweitens nicht. das gleiche haben sie damals schon behauptet, als die beatles angefangen haben.
     
  14. metalpete

    metalpete Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.12.04   #14
    also ich persönlich glaube, dass musik überhaupt keinen evolutionären sinn und zweck erfüllt.
    das liegt unter anderem daran, dass ich auch nicht an eine evolution im makroskopischen sinne glaube.
    ich glaube, dass gott dem menschen musik gegeben hat, damit er (wie schon gesagt wurde) dinge ausdrücken und vermitteln kann, die er sonst nicht ausdrücken könnte. das hat einfach ein viel intensiveres lebensgefühl/-bewusstsein auf emotionaler basis zur folge.
    ich verstehe musik mitunter als eine reise meiner seele durch eine andere sehr eindrückliche landschaft / welt - an verschiedenen orten empfinde ich unterschiedliche gefühle und habe andere gedanken - es ist eine welt mit intensiverem lebensgefühl, eine welt ohne verschiedene soziale rollen, die man zu erfüllen hat, eine welt in der man keine masken braucht und einfach das sein kann, was man wirklich ist.
     
  15. migu

    migu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.12.04   #15
    Die Frage ist, was versteht ihr unter Evolution?
    Evolution ist imho die körperliche und menthale anpassung an die Lebensumstände (aufrechter Gang, Feinde ändern sich usw.) Irgendwann hat der Mensch nicht 60 Minuten in der Stunde 24 Stunden am Tag damit zu tun, sich Nahrung zu beschaffen, vor Feinden zu verteidigen, und zu schlafen, so dass er dazu übergegangen ist, sich mit sich slebst zu beschäftigen. Wo komme ich her, wo geht es hin, und was kann ich tun um mein Leben zu verbessern. Und Tanz/Musik zählte immer schon dazu sich die Zeit damit zu vertreiben um z.B. Götter milde zu stimmen, und die sozialen Kontakte zu pflegen. Evolution ist sicherlich nicht die kulturelle (R)Evolution vom Menuett zum Rock 'n Roll....oder vom Jazz zur Pop-Musik. Ich denke dass die Form der Musik durch die Aufnahme vorhandener Musik geprägt und das Verlangen zur Verbesserung (Veränderung) damit geschürt wird. Das ist evtl. auch eine Ausprägung der Evolution, dass der Mensch immer bestrebt ist seinen Zustand so zu verändern, dass er für sich selbst besser wird. Ob es rein Objektiv besser wird, steht uns nicht zu beurteilen (das nur zum Thema wird Musik immer schlechter). Zu Zeiten der heute bezeichneten "klassischen" Musik, war das, was heute hochgejubelt wurde (mozart und Konsorten) reine Popmusik!
    Wo es hingeht....who knows....
     
  16. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 10.12.04   #16
    Ich bin ja nun bekanntlicherweise auch begeisterte Pessimistin :rolleyes: Aber nix gegen Kultur. Wie

    Bonner, John Tyler (1980): The evolution of culture in animals. Princeton, MA: Princeton University Press. (Dt.: Kultur-Evolution bei Tieren. Dr. v. I. Horn. Berlin/ Hamburg: Verl. Paul Parey 1983)

    gezeigt hat, laufen biologische und kulturelle Evolution Hand in Hand.
     
  17. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 10.12.04   #17
    Das sind völlig verschiedene Entwicklungsstränge, oder wie Christos Hatzis das nennt, Lebenszyklen. Etwa geht der funktionsharmonische Lebenszyklus von der Post-Gregorianik bis in die E-Musik der 50er Jahre (Ligeti, Pendrecki, Stockhausen). Solange in der E-Musik keine neuer Zyklus seinen Anfang findet, werden auch keine für die U-Musik verwertbaren Innovationen mehr abfallen.