Fachkräftemängel -Studiengebühren belasten sozialschwache Familien,arme Studenten

von matthias34s, 17.11.07.

  1. matthias34s

    matthias34s Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.11.07   #1
    Die Studiengebühren belasten finanziell die sozialschwachen Familien und behinderte Studenten und bedürftige Studenten und die Abschaffung der Studiengebühren - OECD Studie Fachkräftemängel beim deutschen Arbeitsmarkt


    ich bin der Meinung,dass die Studiengebühren kontraproduktiv aus vielen verschiedenen Gründen sind.Die Bildung ist der Kernkomponente für ein zukunftsfähiges Land.Die Studiengebühren verringern die Zukunftschancen von Deutschland.Ferner ist die Zahl der Studienanfänger und Hochschulabsolventen deutlich bei von Union-FDP regierten Ländern gesunken.Deutschland muss in Bildung investieren und braucht mehr Hochschulabsolventen,um gut beim globalen Wettbewerb voranzukommen.

    Die Studiengebühren führen zu Fachkräftemängel und wenigeren Hochschulabsolventen.Das bremst erheblich die deutsche Wirtschaft und kleine und mittlere Unternehmen,die eine wichtige Rolle bei der Schaffung von Arbeitsplätzen spielen.Wie eine am Dienstag in Berlin veröffentlichte OECD-Studie zeigt,sind die Studiengebühren Gift für deutsche Wirtschaft und kleine und mittlere Unternehmen.

    Die Studenten müssen immer mehr arbeiten,um die Studiengebühren die Miete,die Lebenshaltungskosten,die Telefonkosten,den Semesterbeitrag zu finanzieren.Das führt dazu,dass die Studenten die Studienzeit verlängert.

    Wegen der Studiengebühren entscheiden die Abiturienten sich immer für die Ausbildung statt des Studiums.

    Im Übrigen müssen die sozialschwachen Familien aus Arbeitnehmer und Arbeitslosen für die Studiumsfinanzierung ihrer kinder wegen der Studiengebühren mehr in die Tasche greifen.Damit erschweren Union und FDP die Bildungschancen für Studenten aus Arbeiter- und Arbeitslosenfamilien.Das ist aus sinkenden Zahlen der Studienanfänger an den Universitäten und Fachhochschulen zu erkennen.

    Die Studiengebühren erschweren das Studium der Studenten mit Kindern und behinderte bedürftige Studenten.Ferner sind die Studiengebühren für die Studenten,die Bafög erhalten,extra finanzielle Belastung.

    Die Studiengebühren verursachen,dass die Studenten hoch sich verschulden müssen und mit dem Berufsleben nach dem Studium unter dem Schuldenlast beginnen.

    Ich glaube ,Die staatliche Finanzierung der Hochschulen und Universitäten soll garantieren,dass der Hochschulzugang allen sozialen Schichten offensteht.

    Aus diesen geschilderten Gründen schaffen die Studiengebühren keine Lösungen sondern gesellschaftliche Ungerechtigkeiten und neue Probleme.Deswegen sollen die Studiengebühren abgeschafft werden.

     
  2. gorgi

    gorgi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.07   #2
    Ja find ich auch ne Schweinerei mit den Studiengebühren.
    Der Fachkräftemangel nimmt imho immer mehr zu seit dem die Studiengebühren eingeführt wurden. Anstatt die aber mal wieder abzuschaffen sagen sich die Politiker "Ne wir brauchen erstmal mehr Geld" und dann gibts in einer Woche mehr Geld und das was wichtig ist wird unter den Tisch gekehrt.:mad:
     
  3. Pleasure Seeker

    Pleasure Seeker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.07   #3
    Mich wundert es etwas das sich niemand über den Wechsel zu Bachelor aufregt, das wird wohl auch noch kommen. Mehr Druck im Studium, evtl. dadurch mehr Abbrecher, frühere Abschlüsse, wenig Arbeitgeber die bereit sind 22-23 Jahre alte Absolventen fest einzustellen. Generation Praktikum 2.0 quasi :D Da wurde auf die schnelle reformiert und gleichzeitig Stolpersteine eingebaut die es zuvor nicht gab, "angenehme" Studiengänge zum Streß- Vollzeitstudium umgewandelt usw. Nebenher arbeiten für die Studiengebühren? Wie? :D
    Ein Studium kostet im Schnitt bis zu 60 000€uro, da noch zusätzlich Gebühren drauf zu legen ist ein Wahn, da wird man noch zusätzlich abgestraft weil man den Haupt und Realschülern die Azubiplätze nicht streitig macht.
     
  4. Quir

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    Erstellt: 18.11.07   #4
    Was mich wirklich ärgert ist, dass die Studiengebühren nicht einmal einheitlich geregelt sind über ganz Deutschland. Ich in NRW muss schön 1300 Eur pro Jahr abdrücken, in Berlin erhält ein Student dieselbe akademische Ausbildung ohne finanzielle Belastung. Das finde ich einfach nur unfair und ist meiner Meinung nach eine wirkliche Benachteiligung für einige Studienanwärter. Warum hat ein Berliner das Recht, gratis zu studieren und manch anderer eben nicht? :mad:
     
  5. Boerx

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    Erstellt: 18.11.07   #5
    Das Problem sind nicht die Studiengebühren, das Problem ist die Art und Weise wie diese zu bezahlen sind.

    Würden diese Gebühren nach Abschluss des Studiums fällig z.b. ein bestimmer Prozentsatz vom Bruttolohn über einen bestimmten Zeitraum, so würde keiner benachteiligt egal wieviel Geld seine Eltern haben
     
  6. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.07   #6
    Zusätzlich hab ich nicht das Gefühl, dass man da viel zurückbekommt.


    Ich hab jetzt ein paar Gratisscripte bekommen - dafür hätte ich sonst 15 Euro bezahlt. Die Laborausstattung ist auch nicht besser geworden, mehr Übungen oder Tutorien gibt es auch nicht.

    Das man als Akademiker gleich das doppelte von einem Facharbeiter verdient ist auch schon lange nicht mehr so. Klar, man hat natürlich mehr Chancen, und auch die Möglichkeit mehr zu verdienen, aber das ein Studium ein Leben in Reichtum und Sicherheit bedeutet ist einfach nicht richtig.
    Weswegen herrscht den wohl Mangel an studierten Fachkräften?


    Aber ich denke, das mit den Studiumgebühren wird sich auf die Dauer gesehen wieder auflösen. Spätestens wenn man merkt, dass man sich das als Gesellschaft einfach nicht leisten kann. Der erschwerte Zugang zu Bildung hat noch niemanden Wohlstand gebracht.
     
  7. armyclonk

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    Erstellt: 18.11.07   #7
    es gibt sehr gute finanzierungspackete vieler banken, die dir das studium finanzieren. man muss sich nur etwas mühe geben und sich informieren :great: . einfach mal in die bank seines vertrauens gehen und nachfragen. volksbank und sparkasse haben beide solche bildungskredite im angebot.

    EDIT: hab mal die links dazu rausgesucht:

    Volksbank
    Sparkasse
     
  8. MatthiasT

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    Erstellt: 18.11.07   #8
    Ganz ehrlich, die Aussichten sind je nach Studiengang nicht schlecht, aber alles andere als sicher. Sich für seine Ausbildung verschulden ist so mit das dümmste was man machen kann, wenn man keine Jobgarantie hinterher hat.

    Was fehlt denn der Wirtschaft in Deutschland? Hauptsächlich Existensgründungen, an den Unis laufen Programme und das zu unterstützen, einfach weil zuwenig Leute Arbeitsplätze schaffen.
    Leuten, die sich selbständig machen wollen werden in Deutschland sowieso schon Steine in den Weg gelegt, und dann will man denen noch einen Haufen Schulden ans Bein binden? Gar keine gute Idee.

    Wenn ich eine Ausbildung machen würde, hätte ich ein Gehalt, von dem ich leben könnte, und kann danach schon mit dem Geldverdienen anfangen, während andere noch an der Uni rumhängen.
    Den Weg hätte ich wählen können, wäre deutlich einfacher gewesen und wenn man mal dazurechnet, dass man schon viel früher an ein vollständiges Gehalt kommt - nach dem Studium zwar an ein höheres, aber auch deutlich später.
    Wobei es bei mir noch ganz gut aussieht, ich bin mit einem Ingenieursstudiengang echt auf der sicheren Seite, aber bei anderen Studenten sieht das nicht so gut aus.

    Jetzt könnte man Gegenrechnen, dass die Akademiker das Risiko einer Arbeitslosigkeit kleiner ist - dem kann ich einfach mal entgegenhalten dass zumindest bei uns einfach mal ziemlich Leute gekickt werden. Nicht umsonst bekommt man im ersten Semester den Tipp, mit dem Namen lernen erstmal eins/zwei Semester zu warten, dann hat man sich schonmal die halbe Arbeit gespart.


    Was ist sagen will ist, dass es für jemanden mit dem Potenzial für ein Studium immer attraktiver wird, eine Lehre zu machen. Man verdient oft nicht so viel schlechter und die Aussichten, dabei zu scheitern sind einfach sehr viel geringer. Dazu kommt, dass es finanziell bei einigen nicht anders geht.

    Nichts gegen die Ausbildung, ich bin der Überzeugung, dass gerade die Basis des gut ausgebildeten Facharbeitertum ein Grund ist für den Stand der deutschen Wirtschaft.
    Aber es fehlen dann die studierten Leute, und die für die die Lehre eigentlich gedacht ist gehen leer aus.


    Ich studiere hauptsächlich aus persöhnlichem Interesse an dem Stoff. Der einfachere Weg wäre gewesen eine Lehre als Energieelektroniker oder etwas in der Preisklasse zu machen und dann für ein gutes Industriegehalt als Facharbeiter zu arbeiten.
    Mir persöhnlich wäre das zu einseitig - und deswegen gehe ich auch den Weg den ich eingeschlagen hab, aber viele die eigentlich ein Studium schaffen könnten machen das genau so.
    Das ist viel verschenktes Potenzial, und es stellt sich die Frage, ob das auf Dauer tragbar ist.
     
  9. armyclonk

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    Erstellt: 18.11.07   #9
    tatsache, aber:

     
  10. MatthiasT

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    Erstellt: 18.11.07   #10
    @ armyclonk

    Das heißt nichts anders, als dass die einem kein Geld abnehmen können, wenn man keins hat. Ist doch so schon nicht anders. Die werden einem nicht alles erlassen wenn man mal Arbeitslos ist. Warum auch? Die wollen schließlich Gewinn damit machen.

    Dazu ist der Zinssatz echt mal nicht von schlechten Eltern, bei der Volksbank bei knapp 9%.


    Ich sehe es einfach mal als Tatsache an, dass es zuwenig Akademiker gibt. Da ist es doch saufdoof, Menschen die solche werden wollen noch mehr Steine in den Weg zu legen. Es ist einfach ein ziemlich großer Schritt sich bevor man ein Einkommen hat zu verschulden.

    Ich glaube kaum, dass das der Weg sein wird. Eher wird die Wirtschaft eingreifen und sich ihre Leute selber aufbauen und unterstützen. Für mich wäre das nicht schlecht, ich bin angehender Elektrotechniker, passe also genau ins Profil. Aber was ist mit allem anderen, was nicht kurzzeitigen Gewinn garantiert?
    Der Grundlagenforschung und den Geisteswisschenschaften zum Beispiel? (wobei man da so einiges abschaffen könnte meine Menung nach, aber das ist ein anderes Thema:D)


    Wenn sich die Gesellschaft aus der Verantwortung der Bildung herausstiehlt, dann kann sie kaum erwarten noch bestimmen zu können, was gelehrt wird. Und man sollte sich die Frage stellen, ob man das will.
     
  11. armyclonk

    armyclonk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.07   #11
    das ist gar nicht so selbstverständlich. bei normalen krediten ist das nicht abgesichert, du muss also prinzipiell trotzdem weiterhin zahlen, ergo von deinem ALG noch geld für den kredit abzweigen.


    bitte etwas besser lesen. die zinsen können maximal 9% betragen, im moment liegen sie bei 6.29%. das ist nicht alzuviel.

    desweiteren fängt die verzinsung erst bei anfang der abzahlung an. das spart einem bis zu 7 jahre verzinsung. das ganze ist schon ein ziemlich gutes angebot. ein gewisses risiko besteht immer, das wird man nie auschließen können.


    darüberhinaus kann man die studiengebühren vom BAFöG bezahlen wo man dann immernoch den 10.000€ deckel hat oder ein studiengebührdarlehen bei den landesbanken aufnehmen, die noch um einiges günstiger sind...
     
  12. MatthiasT

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    Erstellt: 18.11.07   #12
    Ich frag mich nur, wie sich das jetzt berechnet, noch dürfte ja keiner zurückzahlen. Wenn man den Kredit aufnimmt, muss man von der oberen Grenze ausgehen. Alles andere wäre Blauäugig.

    Wärst du denn bereit, dich für ein Studium zu verschulden? Ich wäre es nicht.
     
  13. armyclonk

    armyclonk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.07   #13
    das wird je nach leitzinssatz berechnet. wenn der leitzinssatz aber sehr stark steigt dann hast du ein limit bei knapp 9%.

    um missverständnisse zu vermeiden: wenn du erstmal den vertrag abgeschloßen hast bleibt der zinssatz natürlich stabil.
    d.h. wenn du heute den kredit aufnimmst wirst du 6.29% zinsen haben. die volksbank garantier nur, dass der zinssatz, wenn du in 15 jahren den kredit aufnimmst, bei maximal 8,90% liegt.

    wenn ich 'nen vernünftiges studium bekomme u.U. (wenn die risiken kalkulierbar sind und ich gute sicherheiten habe) schon. in den meisten ostblockländern ist es gang und gebe, dass man für sein studium zahlt, und das bei deutlich niedrigerem wohlstand, und die ausbildung ist um einiges besser als hier in deutschland.
     
  14. Pleasure Seeker

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    Erstellt: 18.11.07   #14
    Bitte auch das Kleingedruckte lesen :rolleyes: Die Idee ist natürlich toll, noch bevor die Gebühren irgendwo überhaupt erhoben wurden haben die Kreditinstitute schon mit ihren "neuen" Krediten geworben. Damals hatte man den Eindruck diesem Zweck dient ausschließlich die Gebührendiskussion, da wollen Leute Geld an Studenten verdienen und das nicht zu knapp und wohlgemerkt auch noch bei maximaler Sicherheit (nur die Besten!). Was dann eher an Stipendien erinnert, die aber noch zusätzlich bezahlt werden müssen.
    Toll ist die Leistung nicht, eher ein Notbehelf für wirklich arme Leute und ein Grund im Berufsleben erstmal an alles andere als Familienplanung zu denken.

    Seien wir einmal ehrlicher, in Deutschland ist der Zug schon lange abgefahren und wer studiert und dabei keine technischen/naturwissenschaftlichen (Bio ausgeklammert) Bereiche auswählt, macht sowieso mit einiger Sicherheit einen Griff ins Klo, studiert um irgendwann einmal den Beruf zu haben der ihm Spass macht, aber wahrscheinlich kein Geld bringt.
    Die Wirtschaft macht bereits "ihr Ding", finanziert Studium und Ausbildung für ihre "ausgewählten Leute". Die wissen schon warum sie noch nicht einmal mehr den Fachhochschulen zuviel zutrauen. Schlimm an dem Debakel ist nur wie sehr die Institutionen der Hochschulen ihr Gebiet verteidigen, die Wahrheit verschleiern wie die berufliche Zukunft der Absolventen einmal wirklich aussieht.

    Sieht man es ganz düster könnten auch technische Bereiche bald in Zugzwang kommen, die Globalisierung lässt grüßen. Ob man jetzt einen schlecht englisch sprechenden Informatiker/Mathematiker/Ingenieur aus Deutschland nimmt, oder einen mit Top Noten, besten Englischkentnissen, aus Indien/China/Korea oder gar Russland.. irgendwann zählt nur die Leistung. Mich wundert es nicht, dass in Indien Akademiker bereits mehr verdienen wie in Deutschland. Facharbeiter sind wirklich deutsches Potential, da sind wir, dank strengem Ausbildungsweg, dem Ausland noch vorraus, aber wie lange noch? Woanders ist man nicht so dumm und macht Putzkraft zum Ausbildungsberuf. :cool:
     
  15. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.07   #15
    @ Pleasure Seeker

    Auch wenn ich dir in einigen Bereichen zustimme, ist es denk ich mal immer noch so, dass zumindest in technischen Berufen das deutsche Studium international sehr guten Ruf genießt. Deswegen mach ich auch noch mein Diplom.;)
    Wie das bei anderen Studiengängen aussieht weiß ich nicht, aber wenn man sich mal einen amerikanischen Maschinenbauer oder Elektrotechniker anschaut, wäre das in Deutschland eher ein Facharbeiter ohne den Praxisanteil in der Ausbildung.

    Aber wir sind auf dem besten Weg, den Zustand zu erreichen den du beschreibst.:great::rolleyes:
     
  16. Pleasure Seeker

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    Erstellt: 18.11.07   #16
    So übel ist es wirklich noch nicht ;) , der Pluspunkt den Deutschland hat sind die mittelständischen Unternehmen, aber der Weg geht in die Richtung, je mehr Mittelstand hier im Land kaputt geht desdo ernster wird's. Bezüglich des dt. Studiums.. bist du sicher das ein dt. Absolvent auf Dauer mit Leuten gleichziehen kann, die seit frühster Jugend an Privatschulen/hochschulen auf maximale Leistung getrimmt wurden?
    Warum sind bereits heute Flugzeugingenieure aus Indien weltweit sehr gefragt, die ohne PC und Co, an Modellen die 50 Jahre und Älter sind Grundlagen bis ins kleinste Detail studieren, die bei uns "nur noch" theoretisch vermittelt werden? Sind dt. Wissenschaftler kreativer um gegen die auf Dauer zu bestehen? Die weltweite Konkurrenz ist hoch und knallhart, daher muss man sich auch nicht wundern wenn ein Studium, inklusive aller Kosten, sich auch mal nicht rechnen kann.
     
  17. hennea

    hennea Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.07   #17
    Ich will/wollte eigentlich auf studieren aber bei so hohen Gebühren?
    JAJA Bildung für alle, oder wie heißt das nochmal?
     
  18. MatthiasT

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    Erstellt: 18.11.07   #18
    Vielleicht nicht, aber es sind nicht viele, die diesen Weg gehen. Die Eliteunis bilden nicht viele Ingenieure und Wissenschaflter aus, weit unter dem Bedarf. Außerdem gibt es nicht ganz umsonst das Gerücht, dass man in Harvard seinen Abschluss auch bekommt, wenn man einmal angefangen hat und brav seine Gebühren bezahlt.

    Wo du aber recht hast ist die Tatsache, dass es auf Dauer nur noch auf die Person ankommt. Kreativität und gute Ideen lassen sich halt nicht ausbilden, man kann nur die Grundlagen schaffen.


    In andere Ländern ist der soziale Unterschied zwischen Akademikern und normalen Arbeitern (so etwas wie Facharbeiter gibt es fast nirgens) so groß, dass auch mit hohen Gebühren Leute vieles auf sich nehmen um studieren zu können, da geht die Kosten/Nutzen Rechnung auf.
    Das ist in Deutschland nicht gegeben. Und dann die Anreize verringern ist in meinen Augen saudumm.
    Die einzige Resource hier ist nun mal Humankapital, also sollte man damit sorgsam wirtschaften.
     
  19. Pleasure Seeker

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    Erstellt: 19.11.07   #19
    Mal ehrlich, wer redet von Harvard?! Ich meine vornehmlich China, die haben nicht nur ein enormes Wirtschaftswachstum, sie werden bald Absolventen in mehrerer Millionenhöhe jährlich auf den Markt spülen, und denen wurde Ehrgeiz eingetrichtert und sie wurden sehr gut ausgebildet, nicht umsonst zieht es dort auch dt. Wissenschaftler hin, dort gibt's Geld ohne Ende, beste Bedingungen, motivierte Studenten, alles was man sich so wünscht, bis auf die versaute Umwelt vielleicht.

    Völlig richtig, das gilt ja schon lange, wer sich nicht verkaufen kann bekommt auch kein angemessenes Gehalt. Da Zweifel ich an so manchem introvertiertem Genie das seine Probleme im sozialen Sektor hat..

    Genau das ist der krasse Fall, die Eltern schlagen sich als Wanderarbeiter durch damit Sohnemann oder Tochter was aus ihrem Leben machen können, und die haben deswegen auch enormes Interesse daran erfolgreich zu werden, mehr Druck geht nicht.

    Rückblickend würde ich behaupten schon in der Schulzeit wird "Humankapital" verheizt, statt neben Allgemeinbildung jeden nach seinen individuellen Fähigkeiten zu fördern und darin zu unterstützen, zieht man das Kaisserreichschulsystem gnadenlos durch, wer nicht reinpasst fliegt raus. Ergebnis dessen: u.a. auch Leute ohne Schulabschluss, die ihn eigentlich locker schaffen könnten, Leute ohne Orientierung, 30-40% im Studium die eigentlich Reif für eine psychatrische Behandlung wären.. von finanziellen Problemen braucht man gar nicht zu sprechen, die Kinderarmut ist ein Armutszeugnis, genauso wie Studiengebühren die keinen sichtbaren Sinn verfolgen.
     
  20. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 19.11.07   #20
    Der Fachkräftemangel ist eine von der Industrie propagierte Lüge! Natürlich ist das Angebot an 25jährigen mit Doppeldiplom und mind. 3 Jahren Berufserfahrung eher dünn gesäht. Aber genau solche Leute werden immer gesucht, für 30k€ im Jahr versteht sich. Und wenn dann die Bewerber reihenweise die utopischen Anforderungen nicht erfüllen oder anständig bezahlt werden wollen, heißts wieder "Oh Gott, wir finden ja niemanden." Jeder, der schonmal bei Bosch&Co mehr oder weniger nachhaltig versucht hat, als Absolvent einen Job zu bekommen, weiß das. Ausgerechnet die großen Firmen jammern am lautesten, stellen aber reihenweise Praktikanten ein. Aus Kostengründen.

    Ich will damit nicht sagen, dass der Markt überlaufen wäre, so ists auch nicht, die Situation als "Fachkraft" ist durchaus gut und gelegentlich rufen auch die Headhunter an, lediglich der "Fachkräftemangel" hat andere Ursachen. Genau deswegen wird auch die China-Blase platzen. Die Heerscharen von Arbeitskräften werden allerhöchstens diejenigen treffen, die auch jetzt schon wegen Osteuropa etc. um ihren Job bangen. Die Ausbildung ist nämlich keinesfalls flächendeckend gut. Was ich bisher an chinesichen Ingenieuren mitbekommen habe, haben die fachlich wenig Chancen, sich im High-Tech-Land Deutschland zu behaupten. Das geht eine Weile, solange sie billig sind. Aber irgendwann wollen die auch mehr Geld, und für inhaltliches Mittelmaß nimmt niemand einen chinesichen Ing. zum "Preis" eines Deutschen.

    Die wenigen gut ausgebildeten Chinesen haben ohnehin in Deutschland, England oder Amerika studiert und entsprechende Anforderungen an Verdienst und Lebensstandard. Die sind zwar fachlich gut, aber sicher nicht die Unmenge an Leuten, die hier den Arbeitsmarkt überrollen.

    Die Diskussion um Studiengebühren ist davon unabhängig und IMHO berechtigt. Wenn zu 10000 Euro Bafög-Rückzahlung noch 5000 Euro Studiengebührdarlehen kommen, muss das erstmal verdient werden. Wenn man in der Situation ist, kann man auch nicht einfach die Eltern anpumpen, sonst hätte man das Problem nicht. ;) Und die Summe ist auch mit einem guten Abschluss als Fachkraft und entsprechendem Einstiegsgehalt kein Pappenstil. Wenn man irgendwann mal durch diese nach hinten geschobenen Schulden auf die Lebenszeit hochgerechnet weniger verdient als ein Arbeiter oder Handwerker, warum sollte man dann noch studieren? Und dann gehen nicht nur Fachkräfte flöten, sondern auch Kunst und Kultur der Gesellschaft. Ist ja jetzt schon so, dass die in ihrer Bezeichnung Kontroversen auslösende Unterschicht viel mehr Kinder hervorbringt als Bessergestellte, und - was das schlimme daran ist - diese Kinder suboptimal erzieht und beeinflusst. Sowohl aus materieller als auch zum Großteil aus intellektueller Armut heraus.

    Mag also sein, dass Bildung teuer ist, und Studiengebühren in irgendeiner Form mögen ihre Berechtigung haben, aber jemand, der gewillt ist zu lernen, sollte auch die Chance dazu bekommen, ohne sich bis über beide Ohren verschulden zu müssen. Da sollte hier im Staat lieber an ganz anderen Ecken und Enden gespart werden, aber wer schneidet sich schon gern ins eigene Fleisch? ;)