Falsche Mensur

von Thorn, 21.03.05.

  1. Thorn

    Thorn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.03.05   #1
    Mir fiel kein besserer Titel für diese wahrscheinlich mal wieder dämliche Frage ein!

    Also was mich schon lange einmal interessiert:

    warum haben Gitarren unterschiedliche Mensuren und was passiert, wenn man z. B. einen Hals mit 63er Mensur auf einen Korpus der für 65er Mensur vorgesehen ist dranschraubt???

    PS: Schlagt mich nicht :o

    Danke

    Gruß, Thorn
     
  2. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 21.03.05   #2
    Es wuerde ein Korpus mit 63er Mensur werden, und die PUs wuerden am falschen Punkt sitzen.

    Die Mensur ergibt sich im Grunde aus der Bundierung des Halses (okay, eigentlich ist es umgekehrt, die Buende ergeben sich aus der Mensur :) ), von da aus gibt der Hals die Mensur vor (allerdings kann es u.U. notwenig sein den Steg etwas zu erschieben).
     
  3. BF79

    BF79 HCA - Gitarren HCA

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    Erstellt: 21.03.05   #3
    Wenn man einen unpassenden Hals montiert, muß man höchstwahrscheinlich die Brücke versetzen.

    Unterschiedliche Mensuren klingen anders. Grob gesagt klingen kurze Mensuren weicher und lange perkussiver. Je länger die Mensur, desto stärker müsste man gleich starke Saiten spannen. Also ist auch das Spielgefühl anders.
     
  4. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 21.03.05   #4

    Afaik kommt das drauf an.

    Entscheidend für einen Hals mit Bünden für Mensur X ist doch, dass am Ende tatsächlich eine Mensur X rauskommt. WIE, ist egal. Wenns net hinkommt, passts net.

    Mensur ist ja die GESAMTstrecke von Sattel zum Steg. Also sind Hals UND Body beteiligt.

    Wenn diese Gesamtstrecke von z.B. 65 cm besteht aus:

    20 cm Steg<->Halstasche
    45 cm Halsende<->Sattel

    dann kann ich keinen Hals draufmachen, der 46 cm hat. Dann kommt am Ende bei einer Bundierung für 65cm auf dem Hals eine Gesamtmensur von 66 cm raus -> scheisse.



    Beispiele aus meinem Fuhrpark:


    Tele, 65er Mensur, 21 Bünde
    Strat A, 65er Mensur, 21 Bünde.

    Mensur und Bundanzahl gleich, ABER: passt trotzdem net. Die Strat macht hinterm 21. Bund dicht, die Tele dagegen hat hinter dem 21. Bund noch nen cm Hals mehr (würde fast noch ein 22. Bund hinpassen). Dafür ist der Abstand vom Steg zur Halstasche am Body der Strat länger, bei der Tele kürzer.



    Strat A, 65er Mensur, 21 Bünde
    Strat B, 65er Mensur, 22 Bünde

    Mensur gleich , Bundanzahl nicht, ABER: passt trotzdem, weil Strat B ein überhängendes Griffbrett hat, das über die Halstasche hinausgeht.



    Strat B, 65er Mensur, 22 Bünde
    Strat C, 65er Mensur, 24 Bünde

    Mensur gleich, Bundanzahl nicht. Kein "aber", es passt net. 3 Bünde wären für ein überhängendes Griffbrett wohl bissel viel :-)



    Strat B, 65er Mensur, 22 Bünde
    Paula A, 63er Mensur, 22 Bünde

    Mensur ungleich, Bundanzahl gleich. Passt net, die Strat hat (gerundet) 47 cm Hals und 18 cm Steg <-> Halstasche, die Paula 46 cm Hals und 17 cm Steg <-> Halstasche. Macht bei Halswechsel in beiden Fällen 64 cm. Für die Strat zu wenig, für die Paula zu viel.



    Tele, 65er Mensur, 21 Bünde
    Paula B, 63er Mensur, 20 Bünde

    Mensur ungleich, Bundanzahl ungleich, ABER: passt. 45 cm Paula Hals auf 18 cm Steg <-> Halstasche der Tele.



    Paula A, 63er Mensur, 22 Bünde
    Strat C, 65er Mensur, 24 Bünde

    Mensur ungleich, Bundanzahl ungleich, ABER: passt. 46 cm Paula Hals auf 17 cm Steg <-> Halstasche der Strat.
     
  5. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 22.03.05   #5
    Auf alle Faelle, nur ist es imho einfacher eine Bruecke zu verschieben (wenn es denn kein Trem ist ;) ) anstatt den Hals neu zu bundieren ;)
     
  6. Asphetis

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    Erstellt: 22.03.05   #6
    *vorredner zustimm*

    Um nochmal auf die Frage zurueckzukommen.
    Falscher Hals auf richtigen Korpus = ungut.
    Richtiger Hals auf falschen Korpus = ungut.
    Sich damit auskennen und die Mensur durch verändern der Gesamtsaitenlänge hinsichtlich des Halses (=> verschieben der Brücke,) wieder herstellen = besser aber aufwendig.

    Aber mal im Ernst wer will schon nen anderen Hals draufbauen und wieso? die paar cm sieht man rein optisch garnicht und so viel anders ist ne grössere Mensur auch nicht (ok ein bisschen schon, merk ich selber aber es ist sicherlich nicht existentiell).
     
  7. DerOnkel

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    Erstellt: 22.03.05   #7
    Instrumente mit größeren Mensuren bieten einen klanglichen Vorteil. Da die Saiten eine gewisse Biegesteifigkeit haben, sind die Periodendauern oder besser gesagt die Wellenlänge der einzelnen Obertöne geringfügig kürzer, als sie eigentlich sein sollten.

    In der Folge sind die einzelnen Obertöne nicht mehr ganzzahlige Vielfache des Grundtones. Der Klang der Saite wird dadurch ein wenig unrein. Das Problem ist umso größer, je dicker und kürzer die Saite ist.

    Man spiele mal auf der 6. Saite am 15 Bund ein paar Töne. So richtig rein ist das nicht mehr. Wenn dann noch ein Verzerrer ins Spiel kommt, ist der Übergang vom Klang zum Geräusch schnell getan.

    Hier gilt also: Je größer die Mensur, desto reiner der Klang der Saiten.

    Ulf
     
  8. Asphetis

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    Erstellt: 22.03.05   #8
    Das ist mir schon klar, jeder weiss ja das man nicht unbedingt auf der E-Saite jenseits des 12ten Bundes grossartige Ergebnisse erwarten sollte, wenn die Gitarre nicht die entsprechende Qualität hat und perfekt Oktavrein eingestellt ist, sonst klingen nämlich akkorde auch ab dem 9ten Bund teilweise schon recht bitter :D.
    Aber ich meinte welchen Sinn man daraus ziehen will? Ich finde wenn man diesen Vorteil nutzen will, kann man sich auch gleich 2 zusammenpassende Stücke kaufen, es sei denn man will UNBEDINGT diesen oder jenen Body.

    Das man damit besser schön warme Töne spielen kann versteh ich, vor allem im Blues Bereich oder?
    Ein e ist ja nicht gleich ein e, leere e-Saite und E-Saite 12ter Bund klingen ja auch verschieden, obwohls ein und der selbe Ton ist, rein von der Frequenz.
     
  9. Thorn

    Thorn Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.05   #9
    hmm aber wenn man jetzt nen "falschen" hals auf en Korpus schraubt, wär die Gitarre dann überhaupt spielbar?? Also ich mein jetzt nicht das er nicht passt, sondern ob man sie überhaupt stimmen könnte und wenn ja, ob die Töne überhaupt ziwchen den Bundstäbchen gleich bleiben, oder das nicht geht, weil der Hals zu kurz ist oder so...

    Versteht ihr was ich meine??
     
  10. Asphetis

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    Erstellt: 22.03.05   #10
    Es ginge, aber die Töne wären nicht "richtig" du hättest beispielsweise im 12ten Bund keine Oktrave, sondern irgendwas krummes.... also isses beschissenklingend => unspielbar.

    ES SEI DENN MAN LIEBT DIESEN VERSTIMMTEN MURKS. =)


    (solls ja auch geben...)
     
  11. DerOnkel

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    Erstellt: 22.03.05   #11
    Die Abstände der Bünde müssen dem Gesetz unserer temperierten Stimmung gehorchen, sonst ist der Hals nicht bundrein. Der Faktor zwischen den einzelnen Halbtönen beträgt 12te Wurzel aus 2.

    Die Position der Bünde ausgehend vom Sattel kann man wie folgt berechnen:

    x=Mensur*(1-2^-(Bund/12))

    Wenn die Mensur (doppelte Länge Sattel-12ter Bund) nicht stimmt, weil sich der 12te Bund woanders befindet, ist die Gitarre nicht bundrein.

    Befindet sich der Steg nicht an der richtigen Position, kann die Oktavreinheit nicht richtig eingestellt werden.

    Ulf
     
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