Fender und die CBS-Zeit

von Al Barrett, 06.07.06.

  1. Al Barrett

    Al Barrett Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.06   #1
    Hi

    Also, nach langen Versuchen der Information, was nun wirklich während der CBS-Zeit für schrott verkauft wurde, bin ich so klug wie vorher :D

    Was ich herausgefunden habe ist, dass gegen Ende die Qualität wieder stieg. Meine Frage: Was heißt das für mich ? Trotzdem "Finger weg von vor 1985ern" ? Oder kann man ab den 80ern wieder mit einem Kauf liebäugeln ?
    Was war denn wirklich so schlecht an den Gitarren ? Und gab es diese schlechten Qualitäten rel. oft, rel. selten oder immer ? Mit anderen Worten: Kann auch eine, sagen wir mal 81er oder 82er eine richtig gute Strat sein ? Oder sollte ich da wirklich die Finger davon lassen ?

    Greets,

    Al
     
  2. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 06.07.06   #2
    Ja, was wirklich helfen würde, wäre eine grobe Einteilung nach Baujahren und Seriennummern. Die ist mir aber auch noch nicht untergekommen und könnte auch nur von jemandem kommen, der 20 Jahre lang diese Modelle filigran beobachtet und dokumentiert hat. So kann man aber leider nur Bruchstücke sammeln:

    Dass "Schrott" produziert wurde, steht außer Frage. Aber auch, dass es zwischenzeitlich immer mal wieder gute Serien gab. Beispiele: 1979/80 gab es wohl ein 3/4-Jahr mit relativ guter Produktion (aus der Serie S9 + 5 Ziffern). Hervorragend geshapte Bodies, relativ leichtes Korpusholz, Hardware, Lacke, Verarbeitung, Hals - alles bombig. Ich habe so ein Teil neulich mal für 1000 EUR bei ebay weggehen sehen (anhand der angegeben Seriennummer, des Textes und der Optik konnte ich eine Nähe zu meiner eigenen herstellen). Meine hat seit über 20 Jahren harten Einsatzes keinen Stellschlüssel gesehen, es sind noch die ersten Mechaniken drauf und die Griffbrettlackierung sieht aus wie am ersten Tag. Ärger mit der 3-Punkt-Befestegung des Halses (was ja häufig vorgekommen sein soll) bei mir = Null.

    Ob die komplette Serie dieser Ziffern von Anfang bis Ende nun so gut war, weiß allerdings auch keiner...

    Gegenbeispiel eine 78er von einem ehemaligen Mitmusiker. Musste ständig eingestellt werden, schwer wie ein Backstein. Klang = dünn und kraftlos wie ein Eierschneider. Einfach nur Holz mit PUs drin. Ein Unterscheid wie Tag und Nacht.
     
  3. kittenskinner

    kittenskinner Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.06   #3
    Die CBS Fender sind weis Gott nicht alle schlecht. Dank eBay und den aktuelen Wertsteigerungen werfen m.E. jetzt viele, die aber eine schlechte haben, ihre auf den Markt. Die Qualitätsstreuung war halt recht gross. Daher sind das definitiv Gitarren, die man vorher anspielen sollte. Ab ca. 80/81 wurde die Qualitätskontrolle wieder etwas gestrafft. Die sogenannten "Smith" Strats (der Verantwortliche hies halt Smith) von 81-83 (glaub ich) sind fast durchweg gute Gitarren, die noch nicht den hohen Sammlerwert erreicht haben. Eine letzte Serie gabs noch, mit einem völlig missglücktem neuen Tremolo Design. 85 aber, gehörte Fender nicht mehr CBS.
     
  4. Al Barrett

    Al Barrett Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.06   #4
    Bis wann gabs eigentlich die 3Punkt-Befestigung und ab wann die 4Punkt ?

    Greets,

    Al
     
  5. kittenskinner

    kittenskinner Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.06   #5
    Leider schein ich mein Stratocaster Buch verlegt zu haben. Ich meine aber 1980/81 kamen die letzten Strats mit 3-Punkt Befestigung.
     
  6. Al Barrett

    Al Barrett Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.06   #6
    Hi nochmal,

    Lässt das Gewicht dieser Strats einen Rückschluss auf die Qualität bzw. das Holz zu ? Wenn ja, in wiefern ?
     
  7. 68goldtop

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    Erstellt: 07.07.06   #7
    hi al!
    ja - je nach dem wann man lebt + wie man "qualität" beurteilt/definiert ;)
    in den 70ern waren nur gitarren gut die richtig schwer waren - heute dagegen sind nur leichte gitarren gut.
    soweit ich informiert bin sagt das gewicht einer gitarre erstmal gar nix über ihre klangqualitäten aus. man muß sie einfach hören.
    ich hatte z.b. kürzlich die gelegenheit zwischen 2 gitarren des gleichen modells (identische pu´s etc., weitgehend identisches set-up) auswählen zu können. die eine wog 3,6kg, die andere 4,3kg. ich hätte gerne die leichtere gewählt, aber die schwerere klang - entgegen der heute angesagten mode - einfach besser, also musste ich die nehmen...
    cheers - 68
     
  8. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 07.07.06   #8

    Erstmal nicht. Ich kann da auch nur Erfahrungen bringen, die ein Teil eines Puzzles sind.

    Strats mit schwererem Holz habe ich tendenziell als etwas mittenärmer und damit schlanker im Ton erlebt. Wobei diese Schlankheit auch wieder alle Paletten behinhaltet: Von sehr twangy, extraklar in den Bässen, glänzend in den Höhen, scharfem Attack und obertonreichem Sustain - bis zu dünn und leblos in allen Bereichen.


    Strats mit leichterem Holz habe ich tendenziell mit etwas mehr Mittenanteilen erlebt. Wobei das von einer "angenehmen" Dosis (was immer da jeder persönlich hört) bis zu einem stärkeren Mittenschub bei gleichzeitiger hörbarer Verwaschenheit und fehlenden Straffheit in den Bässen gehen kann. Letzeres wiederum taucht eher bei einer Kombination aus leichtem und weichem Holz mit einem leichten und weichen Hals auf. Aber:

    Der selbe Hals an einem anderen Korpus oder der Korpus mit einem anderen Hals - das gibt schon wieder andere Ergebnisse. Wobei das subjektiv oder objektiv "besser" oder "schlechter" ausfallen kann. Je nach ungeschultem Ohr oder ausgefeiltem Anspruch.

    Weitere Falle ist wiederum: Manche Holzsorten sind im Gewicht leicht und trotzdem sehr stramm und drahtig im Response (Sumpfesche zum Beispiel).

    Wie man es dreht und wendet: Unterm Strich bleibt, dass einen die Orientierung an Baujahren und Seriennummern unter Ausschluss des Ohres nicht zum Ziel führen wird.
     
  9. Ray

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    Erstellt: 07.07.06   #9
    Kaum, S9 wurde munter mehrere Jahre verwendet :D

    Bei eBay werden die S9er aber, weil sich das mit den guten 79ern rumgesprochen hat, immer wieder gern als 79er angeboten. Ob sie das sind, erkennt man aber nur an den dann folgenden Ziffern.


    @Topic: Alles in allem gilt: ausprobieren. Ne CBS kann klasse klingen, eine moderne American Series auch mal scheisse. Die Chance ist bei letzterem wohl nur geringer. Aber wen interessieren Statistiken, wenn von 100 Gitarren 99 mist sind, eine aber genial, und man genau die eine haben kann ;)


    BTW: auch 65-68 ist CBS, gilt aber allgemein als qualitativ noch sehr gut ("under Leo supervision").

    Und dann muss man noch unterscheiden zwischen Standard, Elite und den in den frühen 80ern gebauten ReIssues. Die gelten als sehr gut, obwohl sie aus der zeit kommen, in denen die Standards als mit die schlechtesten gelten. V.a. die abgespeckten mit den zwei Potis. Und dem unsäglichen Freeflyte-Tremolo.

    Die RIs dagegen......selbst David Gilmour hat zwei 84er :D
     
  10. kittenskinner

    kittenskinner Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.07.06   #10
    Auch nur eingeschränkt. I.d.R. kamen die Seriennummer-Aufkleber in eine grosse Kiste und der Lackierer, oder wer sonst dafür zuständig war, griff wahllos hinein und nahm sich einen.Die Dinger wurden in Massen bestellt, immer wenn es absehbar, dass die vorhandenen in absehbarer Zeit ausgehen würden. Man sieht überdurchschnittlich viele S9er, und nicht nur ich vermute, dass schon recht früh in 1978 (im Sinne von Frühherbst) die S8er ausgegangen sind, und so viele S9er Nummern bestellt wurden, dass die locker noch in die ersten Monate 1980 reichten.
     
  11. Ray

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    Erstellt: 07.07.06   #11
    Sogar bis 81.

    Gibt auch Fender unumwunden zu, 1978-1981:

    http://www.fender.com/support/dating/fender_us_dating.php

    Lustigerweise scheint es auch 79er mir S8 zu geben. Also parallele Benutzung von S8 und S9 Nummern. Dito mit S9 und E0 (die auch schon auf 79ern auftauchen). Womöglich sind da noch paar Kisten im Keller aufgetaucht... ;)
     
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