Fingerpicking - unterschiedliche Spieltechniken Nylon/Western /// Fingernägel

Fastel

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Wir haben erst 10.201 Fingernägel Threads. Daher dachte ich: ich vereinige all die Threads in Einem. Jetzt haben wir 10.202 Fingernägel-Threads... egal

Ich kann die Fingernägel rechts nicht lang wachsen lassen und zurechtfeilen (Bass-Player), sie sind kurz - aber nicht knabberkurz - also schon vorhanden.
An der Gitarre wechsel ich zwischen Western und Nylon, kann mich aber auch festlegen.

Zum Thema Fingerpicking würde ich mir gerne mal eine richtige Technik aneignen. Ich spiele nicht klassisch, also Gitarre auf dem linken Bein und unters Kinn geklemmt, sondern wie ein normal Lagerfeuerpopper.
Benötige ich mit kurzen Fingernägeln eine besondere Zupftechnik? Gibt es dazu Lehrmaterial? Wäre das dann auf einer Westerngitarre anders? Ich bemerke, dass Fingerpicking auf der Nylon ganz gut geht und tue das immer mit "mehr Platz" ab, den ich brauche, weil ich nicht mit Fingernägeln spiele.
Auf der Westerngitarre hakt es immer wieder, Arpeggios fließen nicht gut vom Timing und Lautstärke, manchmal erwiche ich doch einen Finghernagel und diese Töne fallen dann unangenehm raus. Durch üben habe ich das bisher nicht wegbekommen. Daher wollte ich nochmal nach einer guten Right-Hand Technik/Handhaltung gucken, die das berücksichtigt.

Also gibt es einen Technikunterschied bei Fingernägel- vs Fingerkuppenspiel? Dann weiß ich schon mal, was ich mir NICHT draufschaffen muss ;)
Und würde man auf Westerngitarre, im Gegensatz zur Nylon, ebenfalls einen unterschied in der rechten Hand(haltung) machen?
 

Es ist super schwierig irgendwelche konkreten Tipps zu geben, weil es jede Menge Variablen gibt.
Ganz grundsätzlich:
Natürlich ist es ein Unterschied, ob man mit Nägeln oder ohne spielt. Hauptsächlich im Kontakt mit der Saite.
Meine persönliche Meinung: Mit Fingernagel hat man automatisch etwas weniger Kontakt und es spielt eine deutlich größere Rolle in welchem Winkel man anschlägt, weil das massive Auswirkungen auf dem Sound haben kann. Der Sound ist auch der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Arten: Ohne Fingernägel klingt es eher wärmer (weil weichere und breitere Kontaktfläche), mit Fingernagel eher heller, wobei man da mMn mehr Optionen hat den Sound zu formen.
Ansonsten von der grundsätzlichen Handhaltung und Spieltechnik unterscheidet sich das nicht groß.
Insofern würde ich auch deine Probleme mit...
Auf der Westerngitarre hakt es immer wieder, Arpeggios fließen nicht gut vom Timing und Lautstärke, manchmal erwiche ich doch einen Finghernagel und diese Töne fallen dann unangenehm raus.
... überhaupt nicht nicht auf "Fingernagel oder nicht" zurückführen wollen. Das spielt dabei einfach keinerlei Rolle.
Das ist wahrscheinlich einfach Gewöhnungssache, bzw fehlende Übung.

Durch üben habe ich das bisher nicht wegbekommen.
Da wäre die Frage wie genau du übst? Welche Übungen machst du, wie gehst du dabei vor, wie lange, wie kontrollierst du dich und deine Fortschritte, wie korrigierst du Fehler, hast du einen Kurzzeit- und einen Langzeit-Plan..?
Timing und Lautstärke ist wirklich reine Übung und hat eher in Ausnahmefällen etwas mit der Handhaltung/Spieltechnik zu tun (also z.B. wenn du an einer Stelle immer zu spät bist, weil du einen ungeschickten Fingerwechsel an der Stelle hast)

Und würde man auf Westerngitarre, im Gegensatz zur Nylon, ebenfalls einen unterschied in der rechten Hand(haltung) machen?
Die Art der Gitarre spielt weniger eine Rolle als das Stück und die eingesetzten Techniken.
Wenn ich im Stück bestimmte Saiten abdämpfen muss, dann ändere ich dort meine Handhaltung, wenn ich z.B. Wiederholungen soundmäßig anders gestalte, ändere ich da meine Handhaltung. Wenn ich Akkorde spiele, habe ich eine andere Handhaltung, als wenn ich eine Melodie spiele...
Aber die Art der Gitarre ist da eher nebensächlich.

Generell würde ein Video von deiner rechten Hand vmtl helfen Genaueres zu sagen. Am Besten eines wo sowohl Nylon- als auch Steelstring im Vergleich vorkommen.
 
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Es kommt drauf an welchen Sound man erzeugen möchte, Ich habe jahrelang mit Fingerpicks von Dunlop gespielt-gut für schnelles Fingerpicking wie Werner Lämmerhirt, Leo Kottke und für das Bottleneckspiel bei offener Stimmung (höhere Saitenlage). Bei ruhigen armosphärischem Blues oder Jazz die Fingerjuppen nehmen, da die Töne dann eigene eigene Klangfarbe bekommen. Man kann auch nit dem Plektrum picken (nicht so hart wie Fingerpicks). Fingerpicks erfordern eine Menge Übung- aber es lohnt sich da man an Geschwindigkeit gewinnt. Die Picks natürlich nur bei einer Westerngitarre :-) LG, Lou
 
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Ich spiele in einer Haltung ähnlich der klassischen. Aber ohne Fußschemel, dafür mit Gurt, und nix "unters Kinn geklemmt" ;)
Meine Lösung: Spiel mit den Fingerkuppen mit bisschen Nagelanteil (relativ kurze Nägel). Wie viel Nagelanteil im Klang jeweils, das hängt vom Stück ab, gesteuert wird das nach Gefühl, braucht aber regelmäßige Übung.
 
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Also gibt es einen Technikunterschied bei Fingernägel- vs Fingerkuppenspiel? Dann weiß ich schon mal, was ich mir NICHT draufschaffen muss ;)
Und würde man auf Westefür den Soundrngitarre, im Gegensatz zur Nylon, ebenfalls einen unterschied in der rechten Hand(haltung) machen?
Meiner erfahrung nach ist die Haltung der Hand mit Fingernäglen wichtiger für den Sound und das Anspielverhalten, als wenn du mit den Kuppen spielst. Wenn ich halb lange fingernägel habe kann ich auch steuern ob ich mit, oder ohne Nagel spielen will. Allerdings reißen meine Nägel schnell ein, weshalb ich das nur äußerst selten mache und mittlerweiule nur noch mit der Kuppe spiele.

Ein Unterschied zwischen Nylon und Western ist sicherlich noch die Hornhaut. Wenn ich viel mit Stahlsaiten zupfen brauche ich ne eingewöhnungszeit, um auf Nylonsaiten mit der Hornhaut klar zu kommen.
 
Allerdings reißen meine Nägel schnell ein, weshalb ich ...
Gute Nagelpflege hat bei mir geholfen. Nur mit Feile kürzen, und vor dem Spielen die Nagelkanten immer gut polieren mit so einem Polierbuffer* aus der Nagelpflege ... das sind nur paar Sekunden. Und beim länger Spielen auch mal schnell wiederholen zwischendurch.
Das flutscht nur so ... und bei mir halten die Nägel wirklich deutlich länger.
 
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Und das klappt auch bei Stahlsaiten? Mit pfeilen habe ich es mal ne Zeitlang versucht. Für die Nylon war das irgendwie ok. Aber bei Stahlsaiten gab es nach 10 Minuten Bruch. Und da ich zurzeit fast ausschließlich Stahlsaiten spiele...
 
Feilen ist gut, aber so richtig glatt und "flutschig" werden die Nagelkanten durchs Polieren.
Zur allgemeinen Nagelqualität trägt übrigens vor allem auch vernünftige Ernährung bei.
Und ja, ich spiele nur Stahlsaiten. Auf den normalen Gitarren 11er, auf den Resonatorgitarren 13er bis 15er (Slidespiel mit gegriffenen Passagen dazwischen). Allerdings bin ich kein "Powerspieler", normale Lautstärke genügt mir.
 
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Ich gehe jetzt von dem Spielen auf einer Steelstring aus.

Wenn die eigenen Nägel trotz aller Bemühungen nicht über die geeignete Stabilität verfügen, dann hilft nur noch:
a: Fingerpicks
b: künstliche verstärkte Nägel, die auch so ihre Nachteile haben.
c: das Spielen mit der Kuppe
d: Kombi mit Kuppe und Daumenpick. Manchmal meine Lösung, aber auch kein wirklicher Ersatz für gute Fingernägel. ;-)

e: Eventuell, Flatpicking/Hybrid-Picking mit Plektrum, sofern es halt spieltechnisch zu den Songs passt, was leider oft nicht, oder nur bedingt der Fall ist.

Um mit der Kuppe einen guten Ton zu entwickeln braucht es wirklich Übung. Ich habe aber durchaus gute Fingerpicker kennengelernt, die so unterwegs sind und auch so wirklich gut klingen. Und auch durchaus "laut", wie ich einige Male überraschend feststellen konnte.

Ich selbst bin mit Kuppe auch eher nicht so ganz glücklich, hatte aber irgendwann schlicht keine Lust mehr auf künstlich verstärkte Nägel. Fingerpicks mag ich für mich grundsätzlich nicht. Da habe ich auch ganz viel ausprobiert, aber das ist einfach nicht meins.
 
  • #10
Um mit der Kuppe einen guten Ton zu entwickeln braucht es wirklich Übung
Kann ich nur bestätigen. Da arbeite ich auch noch dran ...

Fingerpicks sind zwar herrlich laut, wenn man das mag oder braucht ... bin ich aber auch nie warm geworden damit, ich brauche einfach das Gefühl für die Saiten.
 
  • #11
Grundfrage ist da für mich, Daumenpick ja oder nein?
Wenn man mit dem Nagel vom Daumen anschlagen möchte (insbesondere für Klassik...) ändert sich die (Hand-)Haltung IMO fundamental.
Bei Steelstring Fingerstyle ist wiederum Palm Muting oft gewünscht/notwending... das ist wieder mit Damennageleinsatz IMO kaum zu machen...
Bass-Anschlag mit der Daumen"kuppe" geht im Prinzip auch, ist natürlich viel leiser, im Vergleich zu den Diskant Saiten die (auch) mit den Fingernägeln angeschlagen werden.
Ich bin daher Fan vom Daumenpick: Recht gute Lautstärke (Kontrolle); Palmmuting ist kein Problem; kurze Fingernägel auch nicht... so gehe ich damit um...
 
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  • #12
@InTune
Geht mir ähnlich, aber das ist alles schon sehr der Musik selbst und der damit verbundenen Spieltechnik verbunden. ;-)
Klassik oder auch Flamenco sind ja auch nochmal spezielle Baustellen.

Ich habe irgendwann beschlossen diesbezüglich auf relativ niedrigem Niveau zu stagnieren und mich wieder viel mehr meiner eigentlichen Heimat zu widmen. :D

Wobei ich auf der E-Gitarre* tatsächlich auch sehr gerne nur mit den Fingern spielen, sofern es denn von der Musik her Sinn macht.
 
  • #13
@SlowGin , ich lerne tatsächlich momentan bei der E-Gitarre* auf Daumenpick um bzw. habe ich für mich die Bumlebee Picks
*
entdeckt.

Grund war/ist, dass ich es einfach nicht hinbekomme, mit einem einfachen Plektrum, meine Haltung/Griff so anzupassen, dass ich nicht mit dem Nagel vom Zeigefinger auch die Saite erwische/berühre. Dieser Kontakt Zeigefingernagel-Saite führt dazu, dass wenn ich viel spiele, der Nagel immer dünner/runtergespielt wird und sich sogar irgendwann das Nagelbett meldet, dass es das nicht gut findet...

Das habe ich mit den Bumble Bee jetzt besser im Griff und gleichzeitig eröffnen sich neue/bessere Möglichkeiten in Sachen Hybrid Pick & Co.
 
  • #14
Ich kann die Fingernägel rechts nicht lang wachsen lassen und zurechtfeilen (Bass-Player), sie sind kurz - aber nicht knabberkurz - also schon vorhanden.

Ich hatte immer mal Phasen in denen ich beide Instrumente einigermaßen angemessen bedienen musste und hab da die Fingernägel so gefeilt dass beides möglich war.

Für den Bass hatte ich dann eine Handhaltung bei der die Fingerspitzen der rechten Hand deutlich Richtung Steg zeigten und für die Gitarre eher Richtung Hals, wodurch dann traditionelle Fingerpicking-Techniken und palm-muting möglich wurden.

*
 
  • #15
@InTune
Die habe ich früher auch schon probiert. War auch nicht so verkehrt.
Wobei ich heute auch mit Plektrum auch mal „Hybrid“ spielen kann, wenn es denn nicht allzu herausfordernd ist. 😉

Ich musste allerdings irgendwann nochmal grundsätzlich lernen mein Plektrum anders zu halten.

Finger und ein bisschen Nagel mag ich ja auch gern, aber ich schredder mir vor allem den Nagel am Zeigefinger regelmäßig runter. Liegt aber z.T. auch manchmal an der etwas ruppigen und technisch sicher zu hinterfragenden Spielweise.
 
  • #16
Hi, finde die Diskussion hier gerade sehr spannend. Vielleicht kann ich weiterhelfen.
Fingerkuppe, Finhernägel, Plektrum, Picks??

Also, es kommt immer drauf an welche akustische Gitarre man gerade spielt, Konzertgitarre, Westerngitarre oder 12-saitige Western. Westerngitarre mit Fingernägel oder Kuppen ist (auf (Dauer) nicht zu empfehlen. Dafür sind das Plektrum und Fingerpicks da. Habe viele Jahre mit Fingerpicks gespielt. Und ja, sie sind laut, können aber auch sehr gefühlvoll gespielt werden. Das Geheimnis liegt darin, dass man die Dinger individuell biegen muss, so dass ein eigenes Spielgefühle entwickelt wird. Dann verwachsen sie mit den Fingern. Dazu braucht es Geduld.

Einfach mal ausprobieren. Aber nicht diese Plastikteile. So sehen meine verbogenen Picks aus.
dunlop.webp

Aber wenn die Dinger mal passen kann man verdammt schnell sein. Beispiele für Schnelligkeit und Gefühl: Sucht nach Kolbe& Illenberger, Werner Lämmerhirt oder Leo Kottke auf Youtube.
Dieser Fingerpick-Stil geht eigentlich nur mit Picks (wie der Name schon sagt). Tommy Emmanuel zeigt aber, dass es auch mit einem Plektrum funktionieren kann.

Also kommt es auch auf den Stil an, den man spielen möchte. Mit einem Plektrum kann man z.B. die G- und E -Saite nicht gemeinsam anschlagen, mit Picks geht das sehr gut. Hat man eine Konzertgitarre helfen Picks nicht, da ist man froh wenn man Kuppen oder Fingenägel hat.

Also: Am besten finde ich, man kann mit allen Techniken ein wenig umgehen, denn dann ist man je nach Spielart und Gitarre sehr flexibel. Warum sich auf eine Technik festlegen?

LG,
Lou
 
  • #17
Westerngitarre mit Fingernägel oder Kuppen ist (auf (Dauer) nicht zu empfehlen. Dafür sind das Plektrum und Fingerpicks da.
Nun ja, bei allem Respekt, aber das Spiel mit Fingernagel und/oder Kuppe ist doch eher die Regel, als die Ausnahme bei den allermeisten der Fingerstyle-Spieler. ;-) Wenn auch oft in Verbindung mit dem Daumenpick.

Da sind die Fingerpicks definitiv deutlich seltener anzutreffen. ;-)
Wobei das natürlich auch immer eine Alternative sein kann.
 
  • #18
ok. Vielleicht bin ich da schon zu weit raus. Kannst du mir mal ein Beispiel oder mehrere nennen, wo mit Fingerkuppen auf Westerngitarren gespielt wird (evtl. auf Youtube)? Das schaue ich mir dann mal an.
 
  • #19
Hi @Lou Ashford

Kennst du Künstler wie Tommy Emmanuel, Mike Dawes, Maneli Jamal, Casper Esmann, Andy Mckee, Timo Browers, Sungha Jung, Clive Caroll Petteri Sariola und ganz viele andere aus dieser Szene? Da gibt es unglaublich viel.

Viele dieser Musiker in dieser Art sind auch von Klassikern wie Atkins und Travis inspiriert.

Es gibt halt sehr viele Möglichkeiten mit einer Steelstring.
Bluegrass und Flatpicking ist dann z.B. sicher eher die Welt der Plektrum-Spieler.

Ich kenne aber auch Leute die z.B. mit Fingerpicks wie den deinigen gern Sachen a´la Werner Lämmerhirt spielen. Oder auch Peter Finger, der ja bekannt für sein Spiel mit Fingerpicks ist.

Bei letzterem ist ja schon der Name das Programm. :D Ok, ich vermute, er kann diesen Witz nicht mehr hören.
 
  • #20
Hi @SlowGin,
wow, diese Künstler kannte ich alle noch nicht, ausser Tommy Emmanuel. Von ihm wußte ich, dass er mit Plektrum und Fingern spielt. Da habe ich wohl in der Zwischzeit etwas verpaßt seit ich auf E-Gitarren umgestiegen bin. Besonders gefallen hat mir Maneli Jamal und Sungha Jung. OK. Für so einen Stil braucht man jede Menge Nagellack auf den Fingernägeln oder wie macht du das?

LG, Lou
 

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