Folter im Knast

von Capricom, 17.11.06.

  1. Capricom

    Capricom Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.11.06   #1
    Hallo!

    2006: Häftlinge reißen einem Zellengenossen in der JVA Oslebshausen bei Bremen sechs Fußnägel heraus. Das Opfer behauptet danach aus Angst, sich die Verletzungen selbst zugefügt zu haben.
    2005: In der Nacht zum 9. November malträtieren fünf Häftlinge Thomas G. im Gefängnis Berlin-Tegel: Stundenlang treten sie auf ihn ein, zwingen ihn, ihr Urin zu trinken, halten seinen Kopf unter die WC-Spülung, rammen ihm eine Flasche in den After und stülpen ihm einen Mülleimer über den Kopf. Um sechs Uhr morgens ist das Martyrium vorbei. Thomas G. zeigt seine Zellengenossen an.
    Ein 23-Jähriger drangsaliert zwischen Weihnachten und Neujahr in der JVA Recklinghausen einen zwei Jahre älteren Zellengenossen und zwingt ihn, alleine die Reinigungsarbeiten auszuführen. Als der 25-Jährige es wagt zu widersprechen, zündet der jüngere Häftling Nase, Stirn, Ohren und die Innenflächen beider Hände mit seinem Feuerzeug an.
    Zwei Häftlinge tyrannisieren den 15 Jahre alten Christian Z. in der Drei-Mann-Zelle Nummer 407 der Zeithainer Jugendstrafanstalt. Am 22. April eskaliert die Gewalt: Die beiden 23 und 20 Jahre alten Gefangenen wickeln den 15-Jährigen in Müllsäcke und schieben ihn Stunden lang unter ein Bett. Später tauchen sie seinen Kopf in die Toilettenschüssel, drücken wieder und wieder die Spülung. Zum Ende legen sie ihr Opfer auf eines der Zellenbetten und vergehen sich an ihm.
    2004: Am 1. September fesseln drei Gefangene ihren Mithäftling Martin B., knebeln und schlagen ihn. Anschließend zwingen sie ihn zum Oralverkehr. Dann legen sie ihm eine Schlinge um den Hals, um ihn zu töten. Doch der Stoffstrick reißt zweimal. Erst beim dritten Versuch gelingt ihnen der Mord.
    Im September finden Aufseher des Leipziger Gefängnisses einen 48 Jahre alten Häftling aufgehängt in seiner Zelle. Schnell stellt sich heraus, dass ihn seine vier Mitgefangenen im Alter zwischen 21 und 34 Jahren zu Tode prügelten und anschließend aufhängten, um den Mord als Selbstmord zu tarnen.
    2002: In der Justizvollzugsanstalt Köln malträtiert Pierre S. seinen 19 Jahre alten Mitgefangenen. Immer wieder schlägt er auf den physisch unterlegenen Jungen ein, zwingt ihn, Urin zu trinken und alle Zigarettenkippen aus dem randvollen Aschenbecher runterzuwürgen. Außerdem taucht er den Kopf des 19-Jährigen in die verstopfte Toilettenschüssel.
    2001: Zwei 17 und 21 Jahre alte Häftlinge der Jugendstrafanstalt Ichtershausen töten im Oktober den 16-jährigen Roland B., nachdem sie ihn Wochen lang gedemütigt, misshandelt und schikaniert hatten. Der junge Häftling stirbt gefesselt und geknebelt auf einem Stuhl - erdrosselt von seinen Mitgefangenen.
    1998: Vier Gefangene quälen den 57-jährigen Wilfried M. in der Haftanstalt Schweinfurt: Sechs Stunden lang demütigen sie den Mann, reiben ihn mit brennender Rheumasalbe im Genitalbereich ein, zwingen ihn zum Oralverkehr.
    1997: Im Gefängnis von Naumburg kommt es im November in Zelle 318 zwischen Torsten L. und seinen Zellengenossen zum Streit, in dessen Verlauf vier Häftlinge auf den betrunkenen Torsten L. einprügeln, weil dieser im Rausch Lärm verursacht hatte.
    1994: Justizbeamte finden am 12. Januar den 51 Jahre alten Dieter J. tot im Bett seiner Zelle der Hamburger Haftanstalt Fuhlsbüttel. Rechtsmediziner entdeckten 13 Trümmerbrüche des Schädels, 15 Stichverletzungen, vier davon mitten im Herz. Sein Mörder war ein Gefängnisinsasse.



    Mir wird übel wenn ich solche Sachen lese. Was haltet ihr davon? Ich kann so etwas einfach nicht glauben. Das sind nicht nur einfache Morde. Da wurden Menschen gefoltert und gedemütigt und das in einem Gefängnis. Man sollte glauben die Insassen würden zusammenhalten. Statt dessen töten die einander...

    Und noch etwas, diesmal zu den österreichischen Gefängnissen. Vor ca. einer Woche ist ein Heftling an einer Überdosis gestorben. In diesem Gefängnis haben die Hälfte der Heftlinge eine Vorstrafen die irgendwie mit Drogen zu tun hat.
    Auch die Entführung von Fiona Swarovski wurde von einem Gefängnis aus geplant. (Es ist jedoch nicht sicher ob die Entführung wirklich geplant war oder ob das nur ein etwas kranker "Traum" war, die Entführung wurde auf jedenfall bis jetzt noch nicht durchgeführt)

    So ich hab diese Liste gerade bei Spielgel.de gefunden und wollte einfach mal wissen was ihr so davon haltet. Was könnte man gegen solche Übergriffe machen?

    Lg Capri
     
  2. Paranoid

    Paranoid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.11.06   #2
    Was man machen könnte?

    Mehr Überwachung, keine Zellen, in denen mehr als zwei Leute sind ... kostet aber alles ein Heidengeld.
    Gruppenzellen dienen ja insbesondere bei jungen Gefangenen weniger zum Geld sparen, sondern vielmehr dazu, Suizide zu unterbinden.
    Das auf einem anderen Weg zu machen wäre extrem aufwändig.

    Natürlich gibt es auch andere Wege, die aber nicht 100% zum Ziel führen würden. Das Angebot psychologischer/sozialpädagogischer Hilfe für Gefangene zum Beispiel (bzw die Ausweitung bestehender Angebote)
     
  3. Frostbalken

    Frostbalken Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.11.06   #3
    Ich glaube nicht, daß bei solchen Extremfällen wie oben beschrieben psychologische Hilfe nocht etwas bringt, weder Tätern noch Opfern (vorausgesetzt, sie wurden nicht getötet).
    Es ist wahrscheinlich, daß die Opfer irreparable Schäden davotragen und zusätzlich aus Angst vor weiteren Aktionen Hilfe oder andere Maßnahmen ablehnen.
    Wer kann ihnen im Gefängnis schon garantieren, daß das nicht noch einmal passiert?
    Bei den Tätern denke ich auch, daß da eine Behandlung zu spät kommt, da man schon ein extrem menschverachtendes psychisches Profil haben muss, um so etwas zu tun. Der Druck, der im Gefängnis herrscht bestärkt das noch zusätzlich.

    Allerdings fällt mir auch kein Lösungsansatz ein, der tatsächlich realisierbar und bezahlbar wäre, wie paranoid schon sagte. Es ist leider auch eine Frage des Geldes.
    Weniger Insassen pro Zelle bedeutet hohe Kosten, mehr Insassen kann zu Ergebnissen wie oben führen (Cliquenbildung, Massenschlägereien,etc.) und Einzelhaft wird auch nur als Strafe eingesetzt, wenn bereits etwas vorgefallen ist.

    Interessant wäre aber zu wissen, wie die Dunkelziffer von solchen Vorfällen lautet, ich vermute, daß auch von Seiten des Personals/der Verantwortlichen nicht alles gemeldet wird.
     
  4. Paranoid

    Paranoid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.11.06   #4
    Zum Teil wurden die Opfer ja über Wochen oder zumindest tagelang gequält. Zeit, in der sie sich einem Psychologen hätten anvertrauen können. Irgendeiner Vertrauensperson halt. Der hätte dann zB eine Verlegung anordnen können. Sowas kommt ja nicht aus heiterem Himmel.
     
  5. ESCAPED

    ESCAPED Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.06   #5
    kleine vorgeschichte:

    ich hab letztes jahr noch fussball gespielt und da haben wir auch ein freundschaftsspiel gegen die JVA Siegburg gehabt, genau dort, wo jetzt ein Häftling umgebracht wurde.

    Das is sozusagen bei mir um die Ecke und das Entsetzen ist ziemlich groß.
    Als wir damals gegen die gespielt haben, kamen die mir gar nicht so aggressiv vor, war halt ein normales fussballspiel, halt im knast.

    wie schon gesagt, es ist schon schlimm was in unserer ach so modernen welt noch passiert und passieren kann.

    Gruß E.
     
  6. No Mercy

    No Mercy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.06   #6
    Mir ist auch schlecht geworden. Das es sowas gibt, echt krass. Ich denke auch nicht, dass in solchen Fällen psychologische Hilfe von nützen wäre, hat ja oben schon mal jemand geschrieben. Das können doch nur extrem verhaltensgestörte, sozial verwahrloste Menschen sein...
     
  7. AlBundy

    AlBundy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.11.06   #7
    das gabs schon viel früher ich les gerade ein Buch über Serienmörder, recht viele von denen werden im Knast von mithäftlingen umgebracht (Jeffrey Dahmer z.B wurde von einer Hantelstange erschlagen)....

    positiv gesehn könnte man sagen es steigert die Angst vorm Knast
     
  8. Wiebel

    Wiebel Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 19.11.06   #8
    Omg, wie kann ein Mensch sowas machen?
    Und warum hat kein Wächter sowas unterbindet?!
     
  9. Willi the Shaker

    Willi the Shaker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.11.06   #9
    Man braucht definitiv Einzelzellen!

    Es gibt dazu eine sehr ernstzunehmende Studie in den USA, die belegt, dass die Wahrscheinlichkeit im Knast umzukommen größer ist, als in den schlimmsten Gegenden auf der Strasse. In den USA gibt es so gut wie keine Einzelunterbringung.
     
  10. Lance85

    Lance85 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.11.06   #10
    Sicher, bloß in den Staaten geht das nochmal ganz anders ab, dagegen ist das hier Kindergeburtstag...

    Nun, ne Idee wäre vielleicht eine Trennung verschiedener Bereiche für verschieden schwere Vergehen. Trennung deshalb, weil es mir persönlich sch...egal ist, ob sich ein Vergewaltiger und ein Kinderschänder im Knast gegenseitig an die Gurgel gehen, aber da nicht unbedingt ein z.B. Steuerhinterzieher mit drin verwickelt sein muss, da diese ja eine andere Art von "Kriminellen" darstellt...
     
  11. Marc02

    Marc02 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.11.06   #11
    Sowas hat keiner Unterbidet weil es keiner geguckt hat. :D
     
  12. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 20.11.06   #12
    Gibt es nicht eine schöne insel, auf die alle rückfälligen gewalttäter ausreisen könnten, sich selbst verwalten, von eigener arbeit leben usw.usf.
    Für die anderen straftäter gälte dann die regel, ihr unrecht wieder gutzumachen, wir brauchten keine gefängnisse, schon gar nicht einzelzellen, könnten die gelder anders ausgeben, vielleicht für die opfer oder erfolgversprechende therapien von erst-tätern, und die grauzone "strafvollzug" fiele weg. Lebenslang einsperren macht doch keinen sinn.
     
  13. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.11.06   #13
    Das hat man schon mal versucht. Mittlerweile nennt man diese Insel Australien und es ist einfacher, von dort weg als dorthin zu kommen.
     
  14. Mich0r

    Mich0r Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.11.06   #14
    Alle Mörder, Vergewohltätiger und Kinderschänder, deren Schuld eindeutig bewiesen ist und die keine Reue zeigen in nen großen Raum sperren.
    Sehen wie sich das Problem von selbst beseitigt.

    Sehr hart ausgedrückt, soll lediglich heißen, dass es mir um Menschen, die unschuldige Mitbürger GRUNDLOS quälen und töten nicht sonerlich leid tut.
     
  15. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.06   #15
    <ironie>
    Genau! Am Besten das ganze Filmen und live im Fernsehn austrahlen. Dann könnte man auf den Sieger wetten. (mhh, die Mörder sollten ein Handykap gegenüber den Kinderschändern bekommen, sonst wären die ja im Vorteil)

    Ok, was da ein (Verge)Wohltätiger unter den ganzen Verbrechern zu suchen hat, weiß ich jetzt auch nicht, aber seis drum.
    </ironie>

    Mal ganz ehrlich, was du da willst verstößt wirklich gegen allen Prinzipen des Rechtsstaates und nebenbei gegen jedes Menschenrecht. Wenn du das ernst meinst, dann hoffe ich, dass du nie in eine entscheidene Position kommst.

    Wenn man schon Schwerverbrecher "beseitigen" will (was in meinen Augen ein Unding ohnegleichen ist), dann sollte der Staat sich wenigstens die Hände selber schmutzig machen.


    Sorry, wenn das hart klingt, aber mir stoßen solche Aussagen ziemlich übel auf.

    Gruß
    Matthias
     
  16. Frostbalken

    Frostbalken Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.06   #16
    Der Staat ist aber nur ein abstraktes Konzept, hinter dem menschen als ausführende Persönlichkeiten stehen.
    Soll heißen, daß jemand zur Beseitigung den Schalter umlegen muss und sich damit auf die selbe Stufe wie der Verurteilte herablässt. rechtlich ist es dann zwar anders definiert, als die "Lösung", die Mich0r anführte, tatsächlich unterscheidet sie sich aber kaum davon.

    Wofür ich aber wirklich wäre, wäre eine räumliche Trennung von Gefangenen nach Art der Tat, sprich einen Gefängnistrakt für Mörder und andere Gewaltverbrecher, einen für Betrüger und Räuber, etc.
    Dafür wäre meist lediglich eine Umbelegung nötig und man könnte vermeiden, daß gewaltbereite, aggressive Menschen auf vergleichsweise harmlosere Verbrecher treffen, die nicht so schnell Gewalt anwenden. Dadurch wären zumindest einige Übergriffe vermieden.