Frage zum Komponieren einer Melodie

von onedevotee75, 17.11.04.

  1. onedevotee75

    onedevotee75 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.11.04   #1
    Hallo,

    ich wollte euch mal was zum Thema Komposition einer Melodie fragen. Okay, wie man eigentlich eine Melodie komponiert, ist mir bekannt.... Motiv.... Motiv weiterstricken usw.

    Aber mal angenommen, ich habe z.B. eine Akkordprogression von vier Takten in Dm:

    Dm, Am, Gm, Dm (ganz simpel ich weiss ;) )

    Könnte man, um die Melodie wzu stricken, beim Gm Akkord nun Töne der Gm Tonleiter bzw. Moll Pentatonik verwenden, anstatt Töne der Dm Leiter?!


    Des weiteren wollte ich noch fragen, wie man am besten Wechselnoten, Durchgangsnoten bzw. alterierte Töne in seine Melodie einbaut. Ich habe damit immer besonders Probleme. Wenn ich leiterfremde Töne in meine Melos einbaue klingt das irgendwie nicht. Wenn ich mir kompositionen mit leiterfremden Tönen anschaue, frage ich mich immer wieder, warum das so gut passt.

    Danke für eure Hilfe.

    Gruß
    Chris
     
  2. illbleed

    illbleed Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.11.04   #2
    Selbstverständlich kannst du das. Kommt halt drauf an wie die Melodie klingen soll. An deiner Stelle würde ich einfach mal ein bischen rumprobieren.

    An Tipps zum Einsatz von Durchgangstönen wäre ich aber auch interessiert!
     
  3. stringsurfer

    stringsurfer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.11.04   #3
    Das Dingen mit den Durchgangstönen ist, dass es halt Durchgangstöne sind, die nur gut klingen, wenn sie durch den Zielton aufgelöst werden. Leiterfremde Töne klingen u.a. dann gut, wenn sie Teil der Harmonie sind. Z.B. wenn du in A-moll bist und einen E-moll sus2 (also mit fis) spielst, wäre der sus2 leiterfremd, aber er passt auf die Harmonie. Ähnliches bei der siebten Stufe der Dur-Tonleiter, wo der verminderte Akkord oftmals zu einem 7er aufgelöst wird. Die dadurch entstehende große Terz ist ebenfalls kein leitereigener Ton.
    Eine andere Sache sind chromatische Melodiephrasen, die sich ebenfalls jeglicher Kirchentonleiter entziehen, jedoch geschickt eingesetzt ebenfalls gut klingen. Wenn du dir diese Kompositionen anschaust, dann achte auch mal auf den Aufbau der Harmonien, die diesen Tönen zugrunde liegen.


    Zum anderen Punkt: Im Jazz wird teilweise für jeden Akkord eine andere Skala verwendet.
     
  4. onedevotee75

    onedevotee75 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.11.04   #4
    Hi,

    danke erstmal für die Antworten.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, könnte man sich in Sachen Durchgangsnoten dann vielleicht an den Harmonien der jeweiligen Tonart orientieren, ob ein leiterfremder Ton dann auch passt? Ich beziehe mich da auf das Beispiel mit dem Em sus2 zurück.
     
  5. stringsurfer

    stringsurfer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.11.04   #5
    Du meinst an der Tonart der jeweilige Harmonie, oder?
    Ja, ist eine Möglichkeit, wobei du schon im großen und ganzen die eigentliche Tonart im Blickfeld behalten solltest (je nachdem was für Musik du machst). Aber diese Methode ist im übrigen auch gut geeignet um geschickt Tonartwechsel zu komponieren.
     
  6. onedevotee75

    onedevotee75 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.11.04   #6
    Genau. Wie du schon sagtest, am Beispiel der Tonart Am

    Z.B. : Akkorde

    Am, Dm, Em, Am

    Ich suche ich mir jetzt nen leiternfremden Ton, indem man anstatt Em Esus2 spielt, ergibt den leiterfremden Ton fis, wie du ja beschrieben hast. Somit könnte man fis als Durchgangston nutzen.

    Super, danke.
     
  7. stringsurfer

    stringsurfer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.11.04   #7
    Jupp, da könnte sich dann auch wunderbar der Halbtonschritt zum g (Am7) anfügen etc. pp.
     
  8. onedevotee75

    onedevotee75 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.04   #8
    Hi,

    hab gestern mal ne kleine Melo nach der Methode erstellt.
    Das klappt ja echt wunderbar. Spitze :great:
     
  9. alch

    alch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.12.04   #9
    hi zusammen

    Stringsurfer, wieso wird im Jazz zu jedem Akkord ne ander Tonleiter benutzt?
    Hab ich da irgendwas missverstanden? Oder vielleicht Du? Schau mal ins Realbook, dann sieht man, das da in Tonarten geschrieben wird!

    Noch eine Frage, seit wann gehört denn der Ton Fis nicht zur A Moll Tonalität?
    Das wird doch schon seit Jahrhunderten praktiziert!

    LG Alch
     
  10. herbieschnerbie

    herbieschnerbie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.12.04   #10
    Nee er hat da bestimmt nichts missverstanden... Jazz ist doch für Tonartwechsel bekannt :)
     
  11. alch

    alch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.12.04   #11
    hi herbieschnörbie......

    tonartwechsel bei jedem akkord?????????.....

    ich dachte immer, tonartwechsel brauchste mehrere Akkorde.... es sei denn, das ding wurde mit constant construction komponiert ala herbieschnörbie......äääähhh sorry...herbie hancock:).....

    gruß alch
     
  12. Cudo

    Cudo Mitgliedschaft beendet

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    Erstellt: 20.12.04   #12
    Hallo onedevotee75,
    Du fragtest: „Des weiteren wollte ich noch fragen, wie man am besten Wechselnoten, Durchgangsnoten bzw. alterierte Töne in seine Melodie einbaut.“

    Zu diesem Thema mein Vorschlag: „erste Ansätze zum bewussten Approachspielen“.
    Schau bitte mal unter https://www.musiker-board.de/vb/show...60&page=2&pp=15
    nach. Dort beschreibe ich das Spannungsgefälle zwischen den einzelnen Tönen einer Tonleiter. Das Ganze beruht natürlich darauf dass ein Akkordton, sprich 1, 3 oder 5 durch sein einfacheres Schwingungsverhältnis (1:2, 4:5 oder 2:3) mehr Ruhepunktfunktion hat als der jeweils darüber liegende Durchgangston (Tensions). (Die haben dann ein wesentlich komplizierteres Schwingungsverhältnis).
    Um dieses Spannungsgefälle zwischen Durchgangston und Akkordton melodisch, und für unser Ohr auch logisch, zum Ausdruck zu bringen ist es sehr wichtig zu beachten auf welche Zählzeit der Durchgangston (Approachton) bzw. der Zielton (Akkordton) gespielt wird.
    Die natürlichste Ausdrucksweise wäre: Durchgangston (Approachton) auf Offbeat und Zielton (Akkordton) auf Downbeat.
    Die in unserer westlichen Musik gebräuchliche Heptatonik ( „unsere“ Siebentonleiter) hat in dieser Angelegenheit einen gewissen „Schwachpunkt“ da sie eben nur sieben Töne hat und nicht acht. Erklärung:
    Spielt man eine heptatonische Tonleiter in Achteln abwärts, sprich: C B A G F E D C B A G F E D C etc. So verschiebt sich nach jeder Oktave die Betonung. Einmal liegt z.B. das „A“ auf dem Downbeat, das andere Mal auf dem Offbeat.
    Um das zu umgehen sollte man für seine Übungen einen zusätzlichen Durchgangston einbauen. Man hätte dann sozusagen eine „Achtonleiter“.
    Bei einer Ionischen (Dur) Tonleiter würde die Übung folgendermaßen aussehen:
    Gespielt in Achteln und angefangen auf dem Offbeat: BA AbG FE DC BA AbG FE DC etc.
    Der hinzugefügte Durchgangston wäre in diesem Fall das Ab.

    Diese Übung sollte natürlich auch mit allen anderen Kirchentonleitern gemacht werden.
    Bei C Mixolydisch wäre der jeweils hinzugefügte zusätzliche Durchgangston dann z.B. B:
    DC BBb AG FE DC etc.
    Ciao
    Cudo
     
  13. onedevotee75

    onedevotee75 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.12.04   #13
    Hi Cudo,

    bin von deinen Kommentaren echt sprachlos :great:
    Ich werde mich mal, daran halten müssen, um das alles richtig zu verstehen dann auch umsetzten zu können. :great:

    EDIT: Wie lange spielst du eigentlich schon Klavier?!? Du bist nicht zufällig Musiklehrer oder Dozent?! :D

    Gruß
    Chris
     
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