Frankreich schickt Kriegsschiff nach Birma

von Johannes Hofmann, 10.05.08.

  1. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 10.05.08   #1
    http://www.focus.de/politik/schlagzeilen?day=20080510&did=836659&gn=0

    http://www.bild.de/BILD/news/telegramm/news-ticker,rendertext=4501692.html#9889

    vielleicht der richtige Stil, mit durchgeknallten Machthabern umzugehen?
     
  2. Griffbrett Brad

    Griffbrett Brad Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.05.08   #2
    Jein,
    auf der einen Seite ist es natürlich gut, Hilfe zu schicken, allerdings glaube ich, dass der Regierung in Birma irgendein Grund (und sei er noch so schwachsinnig) einfällt, dass "Kriegsschiff" von ihrer Küste fernzuhalten (z.B Verletzung irgendwelcher Hoheitsrechte e.t.c ...) und die Aktion deshalb umsonst ist.
     
  3. Eggi

    Eggi Inaktiv Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 10.05.08   #3
    Durchaus verständlich, wenn man folgendes in Betracht zieht.

    Das Krisenmanagement der burmesischen Junta wird immer bizarrer: Die Militärs verteilen inzwischen zwar die Pakete internationaler Hilfsorganisationen. Doch auf den Kisten prangen jetzt die Namen führender Generäle - um das eigene Regime zu stützen.

    Quelle

    Ob's wirklich hilft steht auf einem anderen Blatt. Aber selbst wenn nicht: Sie lassen Taten sprechen und reden nicht nur.
     
  4. DrummerinMR

    DrummerinMR Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 10.05.08   #4
    ich finde den schritt von frankreich gewagt, aber mutig und in gewisser weise notwendig. frankreich war und ist seit dem 18jh. nunmal ein land, was sich gleichheit,freiheit und brüderlichkeit auf die flaggen geschrieben hat (auch wenn das anfangs noch nicht ganz so human wie heute der fall war :D) und es ist eigentlich eine logische konsequenz für das "image" dieses landes hier in die bresche zu springen.

    bin gespannt wie birma reagieren wird. ist schon eine riesensauerrei was da abläuft, ohne, dass die welt scheinbar etwas dran ändern kann. jeder kann offensichtlich zusehen, welches unrecht dort den menschen widerfährt (erinnert mich grad an die china-tibet situation vor ein paar wochen) aber nichts kann geändert werden.

    btw: erinnert mich etwas an den panthersprung vor agadir ;)
     
  5. Pleasure Seeker

    Pleasure Seeker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.05.08   #5
    Schiff vor die Küste ist nie verkehrt, auf jeden Fall besser wie die selbstinszenierte Planlosigkeit bei unserer Regierung. Ich dachte "wir" wären die EU, in der EU, und Frankreich der gute Kumpel? Pustekuchen, jeder kocht sein eigenen Süppchen.
     
  6. BASSisT86

    BASSisT86 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.05.08   #6
    Ich denke, dass das ein grober Fall von Menschenrechtsverletzung ist, was in Burma passiert. Sollte die erwartete "zweite Sterbewelle" (klingt so menschenverachtend und blumig) eintreten, dann handelt es sich dabei auch um systematischen Völkermord.

    Insofern finde ich es richtig, dass notfalls auch militärische Präsenz gezeigt wird. Allerdings würde es mich freuen, wenn die UN da gemeinschaftliche Sache macht. Wobei so eine Sicherheitsratssitzung sicherlich einige Zeit in Anspruch nimmt, die die Menschen in Burma nicht haben. Ich finde es jedenfalls gut, dass nun auch Deutschland und der UN-Generalsekretär humanitäre Hilfe über die burmesische Regierung hinweg angekündigt haben, denn das ist der richtige und einzige Weg angesichts dieser Lage.
    Auch wenn ich eigentlich gegen militärische Einsätze bin. In diesem Fall wäre ich sogar dafür, einen Sturz der Militärjunta in Betracht zu ziehen.

    Mein Traum wäre es ja, extra für solche Situationen eine Spezialeinsatztruppe zu gründen, die direkt dem Sicherheitsrat untersteht, welche mit wenigen hundert Mann und hochentwickelter Ausrüstung die Machthaber direkt und ohne Krieg festnehmen und vor ein Kriegsverbrechertribunal stellen können. Allerdings scheint das schwer praktikabel zu sein. :(
     
  7. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.05.08   #7
    Das Team America nun auch in Europa einzuführen mag ja eine nette Idee sein. Nur was soll es bringen, instabilen Ländern die von einer Diktatur zusammengehalten werden den Regierungsapperat zu nehmen? Da wird dann sicher viel passieren, aber garantiert nicht Friede Freude Eierkuchen und rosarote Basisdemokratie.

    So zynisch es auch ist, eine verbrecherische Diktatur ist noch nicht so schlimm wie ein Machtvakuum und das Chaos das dabei entsteht wenn Menschen darum kämpfen es zu füllen. Dann beginnt erst recht das große Sterben.


    Natürlich könnte man auch nette und freundliche Stadthalter einsetzen die das Land so regieren wie mal es gerne hätte. Ist bei den USA ja schon lange Erfolgsrezept, leider tun die auch nicht immer das was man will. Und dabei war Saddam doch so vielversprechend...
    ;)
     
  8. BASSisT86

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    Erstellt: 11.05.08   #8
    Lieber Militärjunta als Team "UN"? ;)

    Du denkst also, Birma wird in der momentanen Situation durch die Diktatoren zusammengehalten? Du bist echt ein Zyniker. :o
     
  9. 250GT

    250GT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.05.08   #9
    ich stimme Dir zu !

    Für mich ist im Normalfall die Souveränität eines Landes unantastbar, die Einmischung Dritter hat zu unterbleiben

    im Normalfall

    Im Falle Birma ist das etwas jedoch völlig anders. Hier geht es nicht mehr um die Souveränität eines ganzen Landes, sondern um ein Militärregime, daß seine brutale Machtausübung unter allen Umständen verteidigen will - ja muß, will sie denn überleben.

    Die Einhaltung der Menschenrechte ist und muß das oberste weil wichtigstes Ziel der Staatengemeinschaft sein - die Machtansprüche einer Junta haben sich dem absolut unterordnen. (wie jeder anderen Regierungsform natürl. auch)

    Wäre in Birma Öl zu holen, hätten bereits mehr Länder ihre Entschlossenheit gezeigt und Frankreich nicht der alleinige Vorreiter. Leider besteht die sogenannte Staatengemeinschaft aus zuviel Einzel-Protagonisten, die nur allzuhäufig ihre eigenen Interessen im Sinn haben.

    Deshalb meine klare Befürwortung zur Haltung Frankreichs !

    Würde man die notleidenden Menschen befragen, sehen diese in dringend notwendige schnelle Hilfsleistungen definitiv keine Verletzung der Souveränität - selbst wenn man dafür das brutale Regime zerschlagen müsste.

    Es kann nicht sein, daß ein paar brutalen Militärfuzzis Souveränität zuerkannt wird, derweil das Volk auf übelste, menschenunwürdigste Weise verreckt (Ausdruck ist bewußt gewählt!)

    Allerdings müsste auch die Beschlußfassung von dringend notwendigen Resolutionen dringend geändert werden. Wenn ein Mitgliedsstaat mit perm. Mandat eine Resolution blockiert (wie so oft im Falle China), passiert am Ende gar nichts - Alleingänge sind geradezu vorprogrammiert.
     
  10. MatthiasT

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    Erstellt: 11.05.08   #10
    Das ist genau die Taktik, die die USA seit langem fährt. Ein Land in welchem einen die Regierungsform nicht passt einhaupten und an seine Stelle ein Regime setzen von dem man denkt dass es den eigenen Vorstellungen mehr entspricht.

    Nun schau dir die Früchte der US-Amerikanische Außenpolitik an - mit jedem Diktator wechsel dich Spiel wurde die Lage für die Bevölkerung, für die umliegenden Staaten und letztendlich auch für die USA schlechter.
    Es müssen Maßnahmen getroffen werden, aber ich halte es für ein schlechtes Modell mit einer hochtechnisierten Superkampftruppe Weltpolizei zu spielen. Vor allem: wie stellst dur dir das vor? In das Land rein, den Diktator beim Wochendurlaub alleine am See zu verhaften und sich dann freuen dass das komplette Regime gekippt ist weil man die Vorzeigemarionette stibizt hat?
    Wenn das so ginge würden die USA das mit all ihren Diktator-Ex-Freunden doch auch machen, anstatt erst mühselig alles kaputtzubomben und plattzuwalzen.

    Schau dir mal Team America an von den South Park Macher. Zwar grenzenlos übertrieben, aber leider im Kern nur zu wahr.
     
  11. BASSisT86

    BASSisT86 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.05.08   #11
    Ich frag mich gerade, welches Ziel du verfolgst. Es kann doch nicht sein, dass du dir ein globalpolitisches Laissez-faire erträumst, in dem die Diktatoren auf den Tischen tanzen.

    Die USA auf eine Ebene mit der UN zu stellen zeugt nicht wirklich von Kenntnis. Die USA bombt, wie du schon richtig erkannt hast, Staaten kaputt, die ihnen nicht ins Muster passen. Die UN ist eine Organisation, deren Ziel es ist, den Frieden in der Welt zu sichern. Wenn man so eine Truppe, was übrigens nur ein Gedankenspiel war, der UN unterstellt, dann wird auch nur der entmachtet, der wirklich der gesamten Gemeinschaft nicht passt. ;) Es gäbe eigentlich kein vernünftiges Argument dagegen, weil in diesem Fall niemand eigene Interessen durchsetzt, sondern die Gemeinschaft die gleichen Interessen.

    Ich verstehe jedenfalls deine Motivation nicht ganz. Der einzige Grund könnte sein, dass du wirklich denkst, wirtschafts- und globalpolitischer Laissez-Faire würde den ersehnten Frieden bringen. Das die "unsichtbare Hand" von Adam Smith nicht durchsetzbar ist, zeigt die Menschheitsgeschichte durchweg.
    Und die South-Park-Macher sind sicherlich nicht wegen ihrer "Intellektualität" bekannt, sondern vielmehr wegen ihrem Bestreben alles und jeden ins Lächerliche zu ziehen.
     
  12. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.05.08   #12
    Tue ich nicht, sowas hab ich nie gesagt.

    Gegen wir mal von aus, die unfehlbare UN hat diese Truppe. Wie stellt du dir die Entmachtung der nicht ins Muster passenden Staaten vor? Ohne Bomben, ohne Invasion, ohne Kampf? Heimlich rein, alle die irgendwas mit dem Regime zu tun haben und damit verbunden sind heimlich raus und dann mit netteren Leuten heimlich ersetzen ohne dass das Militär was merkt?
    Stell dir nur mal als Gedankenspiel vor, Russland wollte in Deutschland aus welchen Gründen auch immer die komplette Regierung austauschen ohne dass es zu blutigen Unruhen kommt. Schwierig? Na dann viel Spaß mit einer paranoiden Militärregierung.

    Wenn überspitzt gesagt die USA Böse und die UN edel und gut ist, warum sollte dann die UN das gleiche machen wie die USA?

    Hab ich irgendwo geschrieben dass so Frieden entsteht? Natürlich nicht. Aber trotzdem ist es kein Grund, nach Belieben überall auf der Welt Regime wegzuballern und durch andere Regime zu ersetzen. Das ist blinder Aktionismus und bringt alles, nur keinen Frieden und weniger Tote.

    Was man für Maßnahmen ergreift hängt vom Einzelfall ab. Dass man was tun muss ist klar, auch im Notfall mit militärischen Mitteln. Aber eben mal eine Militärregierung entmachten geht nur sehr sehr blutig und ob ein Volk eine Regierung annimmt die von außen gesteuert ist (manche Menschen reagiern sehr empfindlich wenn ihr Land annektiert wird) und bei der befreiung den gleichen Kollateralschaden angerichtet hat wie die vorhergende Regierung sei auch mal dahingestellt. Und nein, wenn ein Machtvakuum erzeugt und jedem Dorf eine Handvoll Urnen schenkt entsteht keine Demokratie...
     
  13. BASSisT86

    BASSisT86 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.05.08   #13
    Vielleicht ist der Unterschied zwischen einem Diktator und einem vom Volk gewählten Politiker nicht sehr bewusst. Es gibt wirklich Orte, an denen Personen nur noch an der Macht sind, weil sie das Volk im Schach halten. Und du willst mir doch nicht sagen, dass das die Bürger Burmas mit der burmesischen Regierung zufrieden sind und so "weiterleben" bzw. weitersterben wollen?

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,552702,00.html

    In solchen Situationen muss es angemessene Möglichkeiten geben, solche Arschlöcher zu entmachten, ohne das Volk kaputtzubomben.
    Du würdest es vorziehen, die burmesischen Einwohner weiterhin ihrem Leiden zu überlassen?

    Für mich gibt es zwischen den Radikalwegen (Krieg, Verhungern lassen), von denen du einen beschreiten möchtest eben noch einen gesunden Weg. Und das ist mindestens mal die Hilfe über die burmesischen Diktatoren hinweg. Eine Entmachtung fände ich in diesem Kontext mehr als angebracht. Wo, wenn nicht in einem Land, in dem Millionen am verhungern und sterben sind?

    Schonmal dran gedacht, warum die UN von dir und von vielen anderen so verhöhnt wird? Richtig. Weil sie als handlungsunfähige Diplomatenansammlung gilt. Und ich bin dafür, dass sich das ändert.


    Es geht hier weder um "Belieben", noch um "überall auf der Welt". Wie du erkannt hast, wird das von Einzelfall zu Einzelfall entschieden werden müssen, und zwar in einer Institution Namens Sicherheitsrat. Das daraus kein Aktionismus entsteht, verhindert die, in meinen Augen übertriebene, Bürokratie im Zusammenhang mit der Institution UN, in die auch das ekelhafte Veto eingeschlossen ist. Das man mit demokratisch gewählten Personen anders umgeht, als mit Diktatoren, ist ja selbstverständlich. Deswegen kann schonmal nicht jeder entmachtet werden. Zumal für solch einen Prozess sowieso eine riesige Masse an Zustimmung notwendig wäre. Wenn sich aber so viele einig darüber sind, dass die Militärregierung in Burma verbrecherisch ist und das sogar der eigenen Bevölkerung gegenüber, dann sollte es auch die Möglichkeit geben, das burmesische Volk aus den Klauen solcher Idioten zu befreien. Und zwar schnell und wirksam. Eine Militärregierung zu entmachten ist eben nicht sehr blutig, wenn das Volk nicht mehr dahinter steht, vor allem wenn es ohne Ankündigung geschieht.

    Aber wie gesagt, eigentlich wollte ich das hier nicht breittreten. Es ist mehr eine Theorie. In Praxis wird soetwas eh nie umgesetzt werden. Wobei ich nicht verstehen werde warum.

    Das Demokratie für dich "mal ein paar Wahlurnen aufstellen" ist, finde ich ein bisschen traurig.
     
  14. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.05.08   #14
    Demokratie kann bestehen, wenn die Bevölkerung wohlhabend und gebildet ist. Ich meine jetzt mit Wohlstand, keine Grundbedürfnisse unbefriedigt zu lassen.
    Das hat die Geschichte oft genug gezeigt. Demokratie ist nun mal ein Luxus der Reichen, und zusammengebrochen sind sie immer nur in Zeiten von Armut.

    Worauf ich hinauswill ist folgendes: Wenn man sich entschließt diese Regierung zu stürzen (du brauchst mich nicht immer weiter davon zu überzeugen dass sie kriminell und grausam ist, das weiß ich selber) dann muss man einen funktionierenden Plan für danach haben. Funktionierende Demokratie kann man erstmal knicken, dafür braucht es mehr Bildung, bessere Infrastruktur, Medien, Wohlstand usw. Das wäre eher ein 20-Jahres Plan bevor da überhaupt irgendwas möglich ist.

    Nun Butter bei die Fische - wie stellst du dir das vor?
     
  15. BASSisT86

    BASSisT86 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.05.08   #15
    Achso. Erstmal Wohlstand und dann Demokratie. :screwy:
    Schonmal drüber nachgedacht, dass Wohlstand nur an der breiten Bevölkerung ankommt, wenn die breite Bevölkerung bestimmt? Wenn weiterhin Minderheiten ihr Wohl im Zentrum sehen und sie mit Macht durchsetzen, wird es auch keinen Wohlstand geben.
    Nur durch Demokratie ist Reichtum und Bildung durchsetzbar. Du kannst lange darauf warten, dass sich der Reichtum und die Bildung von selbst entwickeln.
    Oder glaubst du das deutsche Wirtschaftswunder war unter Adolf Hitler?

    Das mit den 20 Jahren ist Spekulation, wie man an Deutschland sieht. Und wenn du es wirklich als Hindernis siehst, dass man einen Plan machen muss, dann find ich das reaktionär und eigensinnig.

    Du erwartest doch nicht von mir, dass ich dir jetzt hier nen Plan bastle? :rolleyes:
     
  16. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.05.08   #16
    Ich wusste dass du Deutschland als Argument bringst. ;) Das wurde genau so von den Amis auch angeführt als es im den Irak ging, und sowohl hier als auch da ist es ein unpassender Vergleich.
    1. hatten wir in Deutschland vorher schon eine Demokratie. Die Menschen waren daran gewöhnt. Einige Schwächen in ihrem System hatten ihren Zusammenbrauch vor dem Krieg begünstigt, der eigentliche Grund (wenn man es soweit verkürzt) war allerdings dass es Leuten schlecht ging.
    2. wurde massivst Geld in ein Land gepumpt in dem die Infrastruktur zwar zu Teilen zerbombt, aber immerhin noch vorhanden war. In Birma macht die Industrie gerade mal 9% des Brutosozialproduktes aus. Wirtschaftswunder bauen allerdings nur selten auf Reisfeldern auf.

    Ich sage ja nicht, dass dort keine Demokratie enstehen kann, aber es funktioniert einfach nicht eben das Regime zu kappen und "macht mal" zu sagen.

    Hungrige Menschen wählen den, der ihnen Brot verspricht. Demokratie muss sich jedoch oberhalb der Grundbedürfnisebene abspielen. Ich sage nicht dass die Menschen dort dumm sind, aber dort herscht eine irre hohe Analphabetenrate, allgemein ist der Bildungssektor unter der Militärherrschaft völlig verkümmert.


    Imo muss man das Regime (auch mit militärischen Mitteln) dazu zwingen Zugeständnisse zu machen, Hilfe im humaninären Bereich und im Bildungssektor zulassen und selber dort zu investieren. Je besser es der Bevölkerung geht desto höher sind die Chancen das Regime einmal loszuwerden.
    Mit radikalen Methoden geht da gar nichts. Außerdem: Es ist eine Militärjunta, und das Militär umfasst bald eine halbe Million Soldaten. Da mal eben von außen einen Sturz herbeiführen dürfte schon ein wenig in Krieg ausarten.
    Die 20 Jahre sind natürlich Spekulation und bei genauerem Nachdenken auch deutlich zu hoch gegriffen. Aber von heute auf Morgen geht da gar nichts.

    Du hast einen Plan vorgestellt, da kann ich doch erwarten dass er nicht nach "Regierung weg" aufhört, oder?;)
     
  17. Mr. Mojo Paule

    Mr. Mojo Paule Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.05.08   #17
    Was ist das für eine humanitäre Katastrophenhilfe für Birma, wenn ein französisches Kriegsschiff (den Krieg erklärt?) anrückt, um der Bevölkerung Nahrungsmittel und medizinische Hilfe "ohne Rücksicht auf Verluste" zur Verfügung stellen will? Ich dachte ich lese nicht richtig, sind sie jetzt vollständig am Spinnen oder habe ich einen an der "Waffel".

    Mein Menschenverstand sagte mir, cool bleiben, es ist und bleibt keine ernst gemeinte "Humanitäre Hilfe" der französischen Politik, aus folgenden Grund:

    Humanitäre Hilfen bei Umweltkatastrophen sind und bleiben eine selbstlose Hilfe, "ohne wenn und aber", die an keine Bedingungen zu knüpfen sind! Es muss Nebensache bleiben, ob einem die Politik des Landes gefällt oder nicht. Die schnelle Hilfe der Not leidenden Opfer hat Priorität!

    Beispiel:
    Welcher deutscher Polizist kommt bei einem schwer verletzten "Straftäter" auf die Idee, danach zu Fragen, zuerst ein Geständnis, dann bekommst du medizinische Hilfe? Keiner, denn die humanitäre Hilfe steht im Vordergrund. An sonst würde der Polizist sich strafbar machen und dazu noch ein Berufsverbot riskieren!

    Frankreich hat kein Recht, das Land stellt Bedingungen, die nicht humanitärer Natur sind!

    Zitat:
    "Zudem fördert Myanmar (Birma) täglich etwa 12.000 Barrel Erdöl sowie fünf Millionen Kubikmeter Erdgas. Die Ausbeutung und Weiterverarbeitung wird einerseits von der staatlichen Ölgesellschaft MOGE (Myanmar Oil and Gas Enterprise) vorgenommen und andererseits von ausländischen Ölkonzernen wie den französischen Konzernen Total und Elf sowie Texaco, Unocal, Amoco, British Premier of UK, Nippon Oil. Total baut mit Unocal eine Gaspipeline von Myanmar nach Thailand. Zwei Milliarden Dollar sollen dafür veranschlagt sein."
    http://de.wikipedia.org/wiki/Myanmar


    Frankreich agiert "blindwütig" mit einer fragwürdigen Doppelmoral! Zum einen das "Kriegsschiff für den Einsatz einer zweifelhaften humanitärer Hilfe" und zum anderen die Unterstützung einer Militärregierung durch die Teihabe am lukrativen Ölgeschäft!

    Was nun?

    Humanitäre Hilfe für das birmanesische Volk mit einem Kriegsschiff erzwingen oder das Geschäft mit dem Öl mit militärischer Gewalt? Beides sind keine humanitäre Hilfen!

    Ich werde ernsthaft meinen Eindruck nicht los, das Frankreichs auf dem Rücken der Burmesischen Bevölkerung, die Naturkatastrophe dazu benützt, seine China-Probleme lösen will!

    "Lasst das Kriegsschiff kommen"!
    Wir werden es schon sehen.

    Guten Appetit!
     
  18. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann Threadersteller v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 12.05.08   #18
    Stellen wir doch mal die Gegenfrage: Was ist das für eine Kathastrophenhilfe, die aus unseren Steuer- oder Spendenmitteln finanzierte Hilfsgüter brav bei der seit Jahren einschlägig bekannten, durch nichts als ein paar zusammengeklaute schrottreife Waffen legitimierten Militärjunta abliefert, damit diese nach eigenem Gutdünken Hilfsgüter instrumentalisieren kann, um damit die eigene Macht zu stäken???

    Es gibt Leute, die erwarten, dass wir uns wegen Tibet oder Taiwan mit einer Atommacht anlegen. Was die Herrscherclique in Birma ihrem Volk antut, ist mindestens von der gleichen Qualität... aber da soll dann die staatliche Integrität einer korrupten Republik anerkannt werden, die nicht mal die Produktion von Bananen zustande kriegt.

    Natürlich wär für so was ansich die UNO zuständig - und man sollte ansich eher darüber diskutieren, warum die UNO dazu nicht in der Lage ist - aber, vor einer machtgeilen Clique, die mit ein paar schrottigen Panzern und Klapperhubschraubern das Volk tyrannisiert und angesichts einer solchen Naturkatastrophe noch politisches Kapital schlagen will, sollte man keinen Respekt haben.
     
  19. Mr. Mojo Paule

    Mr. Mojo Paule Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.05.08   #19
    Die Militärjunta in Burma ist ein brutaler Machtapparat, dem jedes Mittel recht ist, Land und Volk rigoros zu beherrschen! Das sehe ich auch so. Den Generälen reicht es aus, wenn das Volk „von der Hand in den Mund lebt“ und damit zufrieden ist. Volksaufstände werden mit militärischer Gewalt bestialisch niedergeschlagen. Es beginnt eine Jagt auf entlaufene Aufständische Volksgruppen, die bis heute anhält. Burma unterhält eine Kinderarmee verschleppter Kinder, die die Jagt weiter fortsetzen und komplette Dörfer der auflehnenden Minderheiten abfackeln.

    Schauen wir der Realität ins Auge: Die Militärjunta wird sich die Verteilung der Hilfsgüter nicht aus der Hand nehmen lassen. Sie wird die Hilfsgüter zuerst an die „Schnittstellen“ verteilen, die ihre Staatsgewalt in Frage stellen. Sie hat ein Interesse Burma und die verheerende Naturkatastrophe wieder in den „Griff“ zu bekommen. Ob sie es schaffen wird, steht auf einen anderen Blatt?

    Etwas allgemeiner formuliert: Bei Naturkatastrophen stehen doch überall auf der Welt Staatsinteressen vor menschlichen Tragödien. In diesem Sinne bringt es mir wenig, wenn ich mich darüber aufrege, dass immense Summen von Steuer- und Spendengelder zur Stabilisierung der Militärregierung „zweckentfremdet“ werden. Jeder Staat der eine Katastrophe zu bewältigen hat, lebt in diesem Konflikt. Ich habe „New Orleans“ noch nicht vergessen! http://www.tagesschau.de/ausland/meldung488592.html
     
  20. Günter Sch.

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    Erstellt: 12.05.08   #20
    Aber New Orleans ist doch vorwiegend schwarz!