Ganze Titel oder Part für Part einspielen???

von Blackwitchmaster, 19.04.07.

  1. Blackwitchmaster

    Blackwitchmaster Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.04.07   #1
    Moinsen!

    Hat jemand 'ne Ahnung wie bei Professionellen Produktionen eingespielt wird? Werden da die ganzen Spuren komplett eingespielt, oder eventuell nur einzelne Parts eingespielt und nach Bedarf aneinandergereiht?

    Diese Frage stell ich mir schon lange, wobei ich eigentlich immer der Ansicht war, dass man die Spuren komplett einspielen sollte, was bei mir aber wohl eigentlich eher "moralisch" begründet war. Aber jetzt hab ich Cubase die Ebenen entdeckt mit cycled Recording entdeckt, und das ist ja irgendwie ganz schön verlockend, und könnte einem eine menge Stress erspaaren. =)

    Andere Begründung für komplette Spuren wäre für mich, das man halt gewisse minimale Unterschiede hat, die das ganze lebendiger klingen lassen. Wenn ich mir aber einige prof. Aufnahmen anhöre, klingen die ja einfach nur wie geleckt, dass man da gar keine Unterschiede heraus hört.

    Also, würde mich echt mal interessieren, ob doll "gemogelt" wird, oder ob sowas gang und gebe ist.


    Greets!
     
  2. 4feetsmaller

    4feetsmaller Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 19.04.07   #2
    Hi und Hallo.

    In der Regel wird schon der ganze Track komplett eingspielt. Wie du schon gesagt hast, wird der Sound dadurch lebendiger bzw. dynamisch. Oftmals ist es sogar so, dass die komplette Band zusammen einspielt und nicht Instrument für Instrument einspielt wird.
    2 Gründe liegen dafür vor:
    • Mehrere Schallquellen werden zusammen aufgenommen. Dadurch entsteht ein natürlicher Raumeindruck
    • Die Band pusht sich gegenseitig hoch, wodurch der Sound sehr dynamisch wird
    Dieses Prinzip ist natürlich sehr Genre abhängig, da es sicherlich nicht im Bereich Luxus Pop oder Elekrto so fabriziert wird. Getrickst wird überall - was man in manchen Fällen auch hört.
     
  3. Blackwitchmaster

    Blackwitchmaster Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.04.07   #3
    Ja klar wird die beste Dynamik erzeugt, wenn alle zusammen spielen. Um da aber eine vernünftige Aufnahme zu bekommen braucht man dann aber auch einen Top Raum, bzw. viele kleine Kabinen. Und soviel ich weiß, sind solche Aufnahmen im Professionellen Bereich doch eher nicht mehr so weit verbreitet, sonder doch eher Spur für Spur. Oder täusche ich mich da?

    Ach ja, stilmäßig würde es mich eher in der härteren Richtung interessieren, sprich Rock(ohne Pop) bis Metal.
     
  4. 4feetsmaller

    4feetsmaller Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 19.04.07   #4
    Da täuscht du dich. Ich bekomme alle 2 Monate das Recording Magazin, wo eine DVD dabei ist. Dort wird in den Studios 301 (SAE) aufnahme Situationen durchgesprochen, wo es nur so fabriziert wird, das die komplette Band (ohne Gesang und Solos) einspielt wird. Das geschieht auch nicht in einzelnen Kabinen, sondern in einen sehr großen Raum, wo die Akustik 100 % passt.

    Falls es dich Interessiert http://www.recmag.de/
     
  5. Kfir

    Kfir HCA Recording Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 22.04.07   #5
    Ein Vorteil des "Live"-Recordings mit der ganzen Band liegt ja auch auf der Hand: massive Zeitersparnis.

    Wenn die Musiker also perfekte Takes abliefern (hier wohl insbesondere der Schlagzeuger) und der Sound passt kann ein einzelner Durchgang mit der ganzen Band viele zeit- und kostenintensive Einzelaufnahmen einsparen. Dann noch Gesang und ein paar Overdubs/Soli drüber, und das Material ist im Kasten, und grooven tut es auch noch wunderbar (bzw. sollte es zumindest ;)).
     
  6. Drum-Elk

    Drum-Elk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.04.07   #6
    professionell wird eher Part für Part eingespielt.
    Das Problem dabei ist, dss es manchmal abgehackt klingt, wenn man von null auf hundert in einen Part einsteigt. Die Instrumente und der Aufnahmeraum müßen erst in Schwingung kommen. Klingt komisch, ist aber so.
    Um das Problem der Abgehacktheit (was für ein Wort) und Schwingungen zu umgehen spielt man einfach 2, 4 whatever Takte vor dem eigentlichen aufzunehmenden Part mit und schon klingt alles wieder flüßig.
    Bsp. man möchte den Refrain einspielen, spielt also die letzten paar Takte der Bridge o.ä. mit und kommt dann locker flockig in den Refrain. Dann noch sauber schneiden, fertig.

    Part für Part einzuspielen hat auch noch einen wichtigen Vorteil. Man möchte für die bestimmten Parts manchmal :rolleyes: auch andere Sounds, besonders für Gitarren.

    Ich habe mit dieser Art einzuspielen bis jetzt nur positive Erfahrungen gemacht. Die Musiker spielen ihre Parts viel konzentrierter - das Vorrausdenken an den nächsten Part fällt weg und es ist viel schneller, als ganze Takes aufzunehmen. Man macht von jedem Part ca. 8 bis 10 Takes, bei Drums dürfen es auch gerne weniger sein, sucht sich den oder die besten raus und schnipselt sich seinen Song zurecht. Ganze Takes durchzuhören um den bzw. die besten heraus zu filtern ist ganz schön Zeitintensiv. Dann hat man noch das Problem, das einem aus diesem Take der Part gefällt und aus jenem der andere, etc.

    Trotzdem lasse auch ich jeden Musiker 1-2 Fulltakes spielen, evtl. ist ja DER Take dabei. Erfahrungsgemäß aber eher selten. :)
     
  7. Hans_3

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    Erstellt: 27.04.07   #7
    Sowohl als auch. Es wird einerseits gemogelt, dass sich die Balken biegen und andererseits auch nicht.

    Hängt von den Musikern, den Produktionszielen und dem Etat ab. Zuhause hat man ja null Studiokosten und selbst mit Freeware noch technische Möglichkeiten, die vor 20 Jahren nur für Millionäre bezahlbar waren.

    Andererseits gibt's auch Produktionen, die nach Zeitplan funktionieren müssen. Studio gebucht von 13 - 17 Uhr. Und am Abend hat die Big Band einen Gig. Da muss dann halt alles perfekt funktionieren ohne stundenlanges Nacharbeiten.

    Heute läuft ja vieles virtuell. Der Solist X muss nicht mehr von Los Angeles nach New York reisen, sondern spielt sein Auftragssolo in Ruhe zu Hause ein und mailt es.

    Als es noch ohne Computer ging, waren die Zeitpläne xtrem straff. Zum vertonen einer kompletten Fernsehserienfolgefolge gab's in den USA 3 Stunden Zeit. Time is Money. Jeder bekommt die Noten hingelegt. Für jeden Part 1 x Durchlaufprobe, Änderungsanweisung, dann perfekte Aufnahme. Wer patzt, fliegt raus. Es stehen schließlich noch 10.000 bestens ausgebildete und nervenstarke Musiker bereit, die nur drauf warten, deinen Job zu übernehmen und den Übergang zwischen 2 Takten 7/8 und 1 Takt 13/8 nahtlos mit Soundwechsel fehlerfrei hinbekommen.

    Insofern ist da heute schon ziemlich viel Betrug am Werke. Speziell auch bei Live-Aufnahmen /DVDs. Da wird teils sehr viel nachgearbeitet, neu aufgenommen.
     
  8. maks26

    maks26 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.04.07   #8
    Von 0 auf 100 in den Part einzusteigen und dann kein sauberes Ergebnis zu bekommen versteh ich, aber nur weil man, wie du bereits gesagt hast, vom Spielen vielleicht nicht gleich ganz "drin" ist ... und man daher, wie du bereits gesagt hast :D , ein paar Takte vorher bereits mitspielen sollte blablabla .. =)

    Aber das mit Instrumente und Aufnahmeraum, dass die erst in Schwingung kommen müssen habe ich noch nie gehört, das stimmt tatsächlich? Ich mein, hört man da wirklich Unterschiede? Ob das Instrument schon mitschwingt oder nicht? :eek:
     
  9. Drum-Elk

    Drum-Elk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.04.07   #9
    Manche hören es, manche auch nicht... ;) Bei der direkten Abnahme eines Cabinets fällt das nicht so stark auf, wenn du aber (noch) Raummics hast fällt es auf. Die Schallwellen brauchen ja ne Zeit um sich im Raum aufzubauen. Wie gesagt, bei ner E-Gitarre ist das noch nicht so schlimm, aber bei einem Flügel, ner AKu, oder einem Drumset....
    Wenn es flüßig und aus einem Guß klingen soll, sollte man auch darauf achten!
     
  10. Kfir

    Kfir HCA Recording Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 30.04.07   #10
    Und das ist auch gut so.

    Ernsthaft, was einem bei (professionellen) Live-DVDs mitunter geboten wird, ist angesichts des Kaufpreises eine schlichte Frechheit. Als Beispiel mal die Sentenced-DVD "Buried Alive". Also wenn das Konzert live auch so geklungen hat, ist das schon traurig genug, aber sowas direkt auf eine DVD zu packen und es als "authentische Liveatmospähre" zu verkaufen - ne danke.

    Oder auch die Wacken 2004 DVD. Es ist sicherlich ein Haufen Arbeit bei der Anzahl von Bands, aber auch da täte man gut daran beim Sound hin und wieder mehr Sorgfalt walten zu lassen und vielleicht auch etwas zu "schummeln". Bei einigen wenigen Bands stimmt der Sound dann ja auch, beim Großteil ist es aber schlicht zum heulen.


    Das nur so am Rande...schummeln muss nicht grundsätzlich negativ sein. Kann dem Endprodukt durchaus gut tun.
     
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