GEMAfia Parodien, erlaubt oder nicht?

von kittenskinner, 12.01.07.

  1. kittenskinner

    kittenskinner Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.01.07   #1
    Würde man in Deutschland einen Verein mit dem Namen

    Gesellschaft zur Einschüchterung Musizierender Amateure

    gründen dürfen?

    Ich meine, eigentlich trifft das ja auf die Haupttätigkeit der GEMA genau zu!

    :confused:
     
  2. Bernd C.

    Bernd C. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.01.07   #2
    Also erstmal, halte ich die Aussage für reichlich schwachsinnig. Ich weiß ja nicht, was du für Erfahrungen mit der GEMA gemacht hast, was dieses merkwürdige Bild begründet... aber gut, darum geht's ja hier nicht.

    Also, ich halte solche Geschichten rechtlich v.a. aus zwei Gründen für bedenklich. Zum einen erstreckt sich das Namensrecht auch auf bekannte Abkürzungen, sofern diese eindeutig mit der entsprechenden Gesellschaft in Verbindung gebracht wird (da ist die GEMA ja ein absolutes Schulbeispiel). Zum anderen gilt für den Vereinsnamen §18 Abs. 2 HGB analog. Danach darf der Name keine irreführende Angaben über die gesellschaftlichen Verhältnisse machen. Der Name muss also im gewissen Zusammenhang stehen mit dem Vereinszweck, darf jedenfalls nicht über diesen irreführen, was bei solchen in Bezug auf die Vereinstätigkeit sinnfreien Parodien oft der Fall sein wird. Außerdem ist zu bedenken, dass sich der rechtliche Schutz der Parodie, v.a. aus der Kunstfreiheit (bzw. Meinungsfreiheit) begründet. Solche Parodien sind also sicherlich als bzw. im Rahmen von Kunstwerken, sowie Meinungsäußerungen erlaubt und (grund)gesetzlich privilegiert. Ich halte es allerdings für fraglich, jedenfalls argumentativ schwierig, Kunst- und Meinungsfreiheit bei der Vereinsnamenswahl anzuwenden und dem Namensrechten anderer entgegenzustellen.
     
  3. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 12.01.07   #3
    :screwy: Die GEMA wacht über die Aufführungs- und Kopierrechte von Songschreibern und Textern. Werd erstmal selber einer, dann denkst Du darüber anders ;) wenn Deine Songs im Rundfunk gespielt werden und Du dafür Kohle bekommst ;)
     
  4. cello und bass

    cello und bass Mod Streicher/HipHop Moderator

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    Erstellt: 17.01.07   #4
    hans 3 - aber erst dann...

    sei ein typischer "Hobbysongschreiber" (für die eigene Band oder eine "E-Musik-Gruppe" oder so) und mach mit deiner Musik mal ne CD...

    (Ironiemodus an) dann lernst du die GEMA lieben (Ironiemodus aus)
     
  5. rockbuerosued

    rockbuerosued HCA Musik-Praxis/Recht HCA

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    Erstellt: 18.01.07   #5
    Sorry, aber wenn Du "deine Musik" als Deine Eigenkompositionen meinst und Du nicht bei der GEMA gemeldet bist, dann brauchst Du bei einer CD-Pressung nur die GEMA-Freistellung - und die ist nach unserer über 15jährigen Szeneerfahrung nun wirklich schmerzlos.

    Oder welche Erfahrungen hast Du konkret gesammelt? Erst wenn Du das artikulierst, kann man darauf auch konkret eingehen!

    lg.
     
  6. Düsseltier

    Düsseltier Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.01.07   #6
    Hab jetzt den ersten VÖ Stress so ziemlich hinter mir und muss im Nachinein sagen, dass die GEMA unseren Freistellungsauftrag in Rekordzeit bearbeitet hat und mir freundlich noch einige Fragen beantwortet hat.

    Du scheinst entweder schlechte Erfahrungen gemacht zu haben oder einfach allen Nörglern und Halbwissenden zu glauben. Die GEMA hat uns einmal Probleme eingebracht, weil ein Veranstalter uns nicht gesagt hatte, das wir unser damaliges Standart The Cure Cover nicht spielen durften. Da waren die ja auch noch im Recht und haben uns belehrt und alles war ok.

    Schilder uns doch mal deine Probleme mit der Gema. Wenns daran gescheitert ist den Papierkram für eine Freistellung auszufüllen, dann solltest du eher auf dich selbst sauer sein.
     
  7. topo

    topo HCA Recording Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 19.01.07   #7
  8. rockbuerosued

    rockbuerosued HCA Musik-Praxis/Recht HCA

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    Erstellt: 19.01.07   #8
    Der Augenzwinkerer macht eigentlich die Essenz aus!

    Unwissenheit schützt bekanntlich vor Strafe nicht! Und wenn man sich schon auf dieses Terrain mit Downloads etc. begibt, dann sollte man eigentlich so intelligent sein und sich vorher hinreichend informieren.

    Wenn irgendwo ein Auto steht und der Schlüssel steckt (dummerweise), dann heißt das ja auch noch lange nicht, dass man das nehmen und damit den Führerschein machen kann.

    Der stecken gelassene Schlüssel ist hier durchaus metaphernhaft für die verkorksten und verschlafenen Versuche der Musikindustrie und Verwerter im Umgang mit dem Internet und den Urheberrechten zu definieren.

    Frei nach dem Motto: Gelegenheit macht D...

    Aber sie lernen dazu. Dieser Tage kam die Meldung, dass jetzt als letzter Major auch EMI auf den Kopierschutz bei physischen Tonträgern verzichtet. Scheinbar haben auch sie kapiert, dass es anderer Strategien bedarf, um realistisch mit neuen Medien umzugehen.

    nix für ungut...
     
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