Gesangsmikrofone: Warum gibt es keine Norm für Mikrofonkörbe?

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Hallo,

mir fällt auf, dass insbesondere im unteren Preissegment praktisch jeder Herstelller seine Mikrofone so konzipiert, dass jeweils nur ihr eigener Mikrofonkorb darauf passt und meist keine Ersatzteile angeboten werden. Dieser Korb ist je nach Modell sogar überhaupt nicht austauschbar. In solchen Fällen gilt dann i.d.R.: Ein einziger unaufmerksamer Stoß oder Sturz -> ganzes Mikro in den Müll.

Ich frage mich, warum sich nicht für das Gewinde des Mikrofonkorbes (Grille) genau so ein Standard durchgesetzt hat, wie es z. B. bei XLR- oder Klinkensteckern der Fall ist? Gerade im Niedrigpreis-Segment müsste doch eigentlich für die Hersteller sogar ein massiver Kostenvorteil entstehen, weil nicht mehr jeder Hersteller seine eigenen Schutzgitter entwerfen müsste, sondern z. B. einfach eine SM58-kompatible Grille zukaufen könnte - und der Verbraucher hätte den Vorteil, das er auch bei Billig-Mics den Korb erneuern könnte.

Warum also macht man das nicht?
 

dass insbesondere im unteren Preissegment
Eigentlich hast du die Antwort schon selbst gegeben: wenn das Mikro schon billig ist, kannst/sollst du gleich ein neues kaufen, wenn der Korb hin ist.
Ich hab hier ein paar teure Mikros, aber auch ein paar von T im Preisbereich von einer Pizza + 1 Bier, selbst die kann man gut nutzen, wenn nichts anderes zur Hand ist.
 
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  • #3
Bei Amazon gibt es etwa die SM58-Körbe für 4,50 €: klick*
Das würde es sich selbst bei einem 20-30 € Mikro lohnen, nur den Korb zu tauschen.
 

wenn das Mikro schon billig ist, kannst/sollst du gleich ein neues kaufen, wenn der Korb hin ist.
Und die Umwelt freut sich über wachsende Müllberge.

Das muss man nicht auch noch unterstützen. So lange aber wegschmeißen günstiger ist als reparieren, wird sich da nichts ändern. Letztendlich hat der Endverbraucher die A...karte und zahlt das dann doch (immer höhere Müllgebühren, -entsorgung).

Letztendlich rechnen sich teure und reparable Geräte doch. Ich habe ein Shure*, das ist locker 40 Jahre alt. Einmal habe ich den Korb getauscht, ansonsten fehlt dem Mikro nichts.
Auf die Laufzeit gerechnet kostet das Teil pro Tag Centbeträge und praktisch kaum Ressourcen. Billig-Mikros hätte ich in der Zeit einige verschlissen, Müll produziert und Rohstoffe verbraucht.
 
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Das würde es sich selbst bei einem 20-30 € Mikro lohnen
also ich bin mir nicht ganz sicher, aber SM58 Kopien haben doch den gleichen Korb... also ich hab aus meinen anfängen noch t.Bone Mikro wo die Körbe aufs SM58 passen, ebenso ein Taky mikrofon.
allerdings würde ich da niemals Geld für Reparaturen investieren, weils eben nur Überbleibsel aus den Anfängen sind und eher zur not verwendet werden.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Und die Umwelt freut sich über wachsende Müllberge.
die überwiegend durch Billigscheiß entstehen.


bei Hochwertigen Produkten gibts oft eine ganz gute Möglichkeit zum Reparieren.
 
Es gibt kein Standard Gewinde bei Mikrofonkörben, weder bei günstigen Mikros noch bei teureren. Oder hat schon einer mal probiert einen SM58 Korb auf einem e965 oder KMS105 zu schrauben und damit Erfolg gehabt.
Zumal für den KMS Korb ein Preis aufgerufen wird, der für mich nicht mehr wirklich argumentierbar ist. Genauso wie der für das Beta58, vergleicht man den mit dem für das SM58.
Schlimmer ist es aber, wenn man bei höherpreisigen Geräten gleich gar keinen Ersatz für ein Verschleißteil bekommt (siehe Dämpfungsring für ein e945/e935) und deshalb das ganze Mikros austauschen soll. Gut 180€ bezahlen weil ein Teil nicht beigestellt erden kann, das in der Produktion keinen Cent kostet? Das ist hart.

Aber das ist halt leider so, und wir kennen das von anderen Herstellern und Produkten. Bei Autos gibt es auch viele Teile, die zwar gleich sein könnten aber nicht sind und so musst du halt die Hersteller-spezifischen Ersatzteile kaufen. Aber auch da sind manchmal nur ganze und teure Baugruppen erhältlich auch wenn nur ein kleines, wohl sehr günstiges Teil davon wirklich defekt ist.

Also kann man jedem nur raten, auf die Teile aufzupassen und das Mikro nicht auf den Boden fallen zu lassen. ;)
 
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Häufig ist der Korb ja Teil des Kapseldesigns und beeinflusst - je nach Ausführung - auch die Richtcharakteristik.
Die Lewitt Handhelds haben ein Korbdesign, das Cupping verhindern soll und eine Greifhand bis zum Ring macht auf Klang und Richtharakteristik nichts aus.

Schön, wenn es Ersatzteile gibt. Mich stört auch eher, dass es die Dämpfungsringe des e935/945 nicht nachzukaufen gibt, denn die können durch Alterung härter werden und ihre Funktion verlieren, egal wie sorgsam man mit dem Mikro umgeht.

Ansonsten gibt es etliche Mikrofone, die Korbgewinde ähnlich dem SM58 haben. Die Körbe vom billigen MB78 Beta vom T passen auf das SM58 und umgekehrt.
 
Tja, nicht jede Kapsel ist gleich groß, nicht bei allen Mikros sollte der Popschutz den selben Abstand haben, nicht jeder Korb ist gleich stabil und nicht jedes Mikro würde nach einem Tausch noch genauso klingen wie vorher.
Und leider schaut nicht jeder Hersteller auf die Nachhaltigkeit seiner Produkte.
Alle Einzelteile ebenfalls zu vertreiben ist ein Aufwand, der sich lohnen könnte - vor Allem für den guten Ruf einer Firma.
Trotzdem wollte ich auf meinen Mikrofonen keinen Korb einer anderen Firma, da hier Klang und Aussehen Hand in Hand gehen und manches Mikro würde dabei seinen einzigartigen Charakter verlieren.
Kleiner Tipp: Auch wenn nicht alle Ersatzteile bei Thomann* verfügbar sind, bekommt man über dessen Fachabteilung und Service so manches Ersatzteil trotzdem - sofern es vom Hersteller an Thomann* verkauft wird.
Schade, dass da nicht alle Hersteller vorbildhalft ihre "alten Schätzchen" am Leben erhalten wollen.
 
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Selbst Shure* hat das Gewinde geändert.
Der Korb vom SM58 passt auch nicht auf seinen eigenen Vorgänger das Shure 565.

*

Aus diesem Grund habe Ich hier zwei Körbe rumliegen vom SM58 obwohl Ich gar kein SM 58 habe sondern nur das 565.
Das kam zu Stande durch unterschiedliche Aussagen.
Das Shure 565 habe Ich bei einer Firmen Auflösung gefunden es ist in Ordung nur der Korb war etwas eingedellt.
Bei dieser Auflösung habe Ich auch noch ein Revox M3500 das eigentlich ein Beyerdynamic Mikro ist und eine Kopfbügelmikrofon M560 N ebenfalls von Beyerdynamic* gefunden.
 
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  • #10
... Schlimmer ist es aber, wenn man bei höherpreisigen Geräten gleich gar keinen Ersatz für ein Verschleißteil bekommt (siehe Dämpfungsring für ein e945/e935) und deshalb das ganze Mikros austauschen soll. Gut 180€ bezahlen weil ein Teil nicht beigestellt erden kann, das in der Produktion keinen Cent kostet? Das ist hart...

Und genau das ist der Grund warum Sennheiser bei meinen zukünftigen Anschaffungen nicht mehr berücksichtigt wird. Ich besitze rund 30 bis 35 Sennheiser-Mikros, und klanglich liebe ich jedes einzelne davon (vielleicht mit Ausnahme des (e840, das ist so meh), aber für den Ersatz eines Cent-Artikels (!) aus laufender Produktion (!!) soll ich 120 EUR und mehr zahlen für eine komplette Restauration incl. neuer Kapsel (die aber noch einwandfrei funktioniert). Sorry, Sennheiser - nein.

Einzig denkbare Ausnahme: Wenn Sennheiser nochmal in einer Art "Mic of the month" Aktion Dinge zu 40% oder mehr Rabatt raushaut. Aber zum Normalpreis kaufe ich bei Sennheiser nichts mehr.

Und um nochmal ganz fluffig nachzutreten: In den letzten zwölf Monaten habe ich über ein Dutzend Mikros gekauft, und das wird so weitergehen. Über die nächsten zwei Jahre steht ausserdem die komplette Umstellung meiner Funktechnik an - mehr Kanäle, mehr Mikros, alles in allem einige tausend Euronen. Auch da ist Sennheiser draussen, weil ich mit deren Bodypacks eine Menge Ärger hatte und sie nur noch mit Gaffa einsatzbereit halte.
 
Grund: Typo korrigiert
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  • #11
Und die Umwelt freut sich über wachsende Müllberge.
Das muss man nicht auch noch unterstützen.
Ich hab ja nicht geschrieben, dass ich das gut finde. Bringt aber den Produzenten Gewinn.
 
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  • #12
Nun, ich verstehe dein Problem wirklich, das ist in etwa dieselbe Frage warum die Stoßstange eine Audis nicht auf einen BMW passt, oder auf nen anderen Audi...ok Stoßstangen sind ja inzwischen auch nicht mehr zum stoßen da..

Ich tippe da mal einfach auf den Wiedererkennungswert eines eigenen Produktdesigns.

Hab neulich den Filterhalter einer Kaffemaschine geschrottet, leider passte der einer anderen nicht.

Sattelstützen bei Fahrrädern sollten besser auch genormt werden.

Tintenpatronen; Knöpfe; Zahnbürstenköpfe; Rasierklingen; Stoßstangen ;-)....:nix:
 
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  • Ersteller
  • #13
Ich tippe da mal einfach auf den Wiedererkennungswert eines eigenen Produktdesigns.
Bei irgendwelchem No-Name-Kram dürfte das Produktdesign VÖLLIG unwichtig sein. Da steht ja oftmals gar kein Name drauf, oder sowas wie Rockjam, Tonor, t.bone oder Behringer. Letztlich ist auch fast nur das SM58 wirklich ikonisch. Die anderen wirken meist wie "irgendwelche Gesangsmikrofone".
 
  • #14
Wie bereits von meinen Vorschreibern bemerkt mag es sowohl unmittelbar oder mittelbar technische als auch gestalterische Gründe geben einem Korb (oder seinem Gewinde) eine eigene Gestaltung zu geben. Nach meinem Dafürhalten gibt es zudem keinen zwingenden Grund einem Korb die Maße eines anderes Korbs eines anderen Mikrofons zu geben.

Würde ein Hersteller dies tun, liefe er Gefahr im eigenen Betrieb (z.B. Entwicklungs-) Mehrkosten zu produzieren die er nicht ohne weiteres amortisieren könnte wenn er etwa sein Kapseldesign anpassen müsste und/ oder er nicht auf bereits vorhandene eigene Designs (oder Werkzeuge!) für anschliessende Mikrofonkorpusse (Gesangsmikrofone) zurückgreifen könnte. Werkzeuge sind teuer - und damit meine ich nicht Schraubenschlüssel sondern diejenigen Teile mit denen man bestimmte andere Teile produziert. In diesem Sinn ist auch eine Guß- oder Stanzform ein Werkzeug.

Vielleicht schwebt folgender Gedanke im Raum: Wenn USB-C genormt ist, warum nicht auch Mikrofonhalterungen? Nun, Mikrofone sind absolute Nischenprodukte deren Verkaufszahlen sich bestenfalls im unteren Millionenbereich bewegen dürften, während USB-C als ausreichender technischer Standard geeignet für eine Vielzahl von elektronischen Geräten zur Strom- und Datenübertragung- von hunderten von Millionen alleine in der EU jährlich benutzt und ggf. auch gekauft wird.

Natürlich stand bei der Verabschiedung der USB-C Norm vor allem der Nachhaltigkeitsgedanke im Raum. Für Mikrofone sehe ich diese Relevanz derzeit nicht.
 
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  • #15
Bei irgendwelchem No-Name-Kram dürfte das Produktdesign VÖLLIG unwichtig sein.
Und bei denen ist auch wohl irgend ein Kompatibilitätsgedanke genauso weit im Hintergrund. Zumindest genauso weit wie bei den Markenherstellern. Zudem könnte es ja auch sein, dass man als No-Name-Hersteller, oder einer der halt im günstigeren Preissegment unterwegs ist, bewusst darauf verzichtet, Komponenten der eigenen Produkte nicht kompatibel zu hochpreisigen Markenprodukten zu machen. Ein Grund kann sein um einen Rechtsstreit wegen möglicher Plagiatsvorwürfe zu umgehen. Das ist aber, ebenso wie alle hier genannten Argumente Pro und Contra, reine Vermutung.
Aber egal, was die Gründe für die aktuelle Situation sind, es ist wie es ist. Und da sich groß darüber aufregen bringt nichts, zumal eben auch die Markenhersteller null Motivation haben, untereinander austauschbare Komponenten zu entwickeln. Denke nur an die Mikrofonkapseln für Funkstrecken. Da wäre es meiner Meinung nach noch wichtiger, dass man z.B eine Sennheiser-Kapsel auf einen Shure-Handsender schrauben kann, und umgekehrt. Ist aber nicht und wenn es bei Drittanbietern eine Variante gibt, dann meist mit sündhaft teuren Adapter-Stücken, die das Mikro als ganzes eher unförmig aussehen lassen. DAS wäre wirklich gut wenn sich zumindest die Platzhirsche in Sachen Funkstrecken auf eine Norm für die Wechselkapseln einigen würden. Wird aber wohl in absehbarer Zeit nicht erfolgen, da man ja die Funkstrecken verkaufen will und das als ganzes. Und so musst du dir halt eine Sennheiser Strecke kaufen, wenn du eine Sennheiser Kapsel benutzen willst. Und selbst da ist nicht jede Kapsel zu allen Funkstrecken-Serien des Herstellers kompatibel. Da wird wohl ein Marketing-Mensch diesbezügliche Entscheidungen treffen.
 
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  • #16
Vielleicht schwebt folgender Gedanke im Raum: Wenn USB-C genormt ist, warum nicht auch Mikrofonhalterungen? Nun, Mikrofone sind absolute Nischenprodukte deren Verkaufszahlen sich bestenfalls im unteren Millionenbereich bewegen dürften, während USB-C als ausreichender technischer Standard geeignet für eine Vielzahl von elektronischen Geräten zur Strom- und Datenübertragung- von hunderten von Millionen alleine in der EU jährlich benutzt und ggf. auch gekauft wird.
Nun, es gibt noch viel kleinere Branchen, wo sich in den letzten Jahrzehnten eine Normung weitestgehend durchgesetzt hat. Ein Beispiel sind die NEM-Normen: https://de.wikipedia.org/wiki/Normen_Europäischer_Modellbahnen
Dort haben viele Produkte gerade mal Kleinserien-Auflagen von ein paar Hundert Stück - aber die Norm halten sie trotzdem ein.
 
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