Getuneter JCM800, was taugt's?

von Slaughthammer, 21.06.06.

  1. Slaughthammer

    Slaughthammer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.06.06   #1
    bin gerade mal beim stöbern auf einen getuneten JCM800 bei ebay gestoßen.
    http://cgi.ebay.de/Marshall-JCM-800...5QQihZ016QQcategoryZ46656QQrdZ1QQcmdZViewItem

    was ist von selchen "verbastelten" amps zu halten? sind das mega-preis-leistungsschlager, oder ist das in der regel müll?

    was für sounds sind damit realisierbar? klingt das letztendlich wie ein angeblasener JCM800 oder ganz anders? ich weiß, ist schwer zu sagen, da hier keiner weiß, wie der modifiziert wurde...

    (nicht das ich mir den jetzt kaufen wollte, aber es interessiert mich eben...)
     
  2. AgentOrange

    AgentOrange Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 21.06.06   #2
    Es klingt so wie es der Besitzer des amps wünscht und wie gut der Techniker das ausgeführt hat.

    Gainboost ist immer so ne Sache. Das kann jeder Techniker, aber damits gut klingt muss man den kompletten amp auseinandernehmen. Oft wirds einfach nur so gemacht dass halt irgendwie durch "aufbohren" mehr verzerrung erreicht wird, allerdings wird auch gleich mal der grundklang vom amp ganz schön in den Keller gezogen.

    Ein gut modifizierter Marshall klingt in etwa so wie diese Damirox-amps.



    Ich würde vor dem Kauf anspielen. Wenn die gut klingen kauft man se halt ;) Allzuviel kann man dafür net verlangen, auch wenns den Verkäufer ärgern wird, weil für das Geld einer ordentlichen Modifikation kann mich sich auch z.B. nen Dual Recto kaufen. Und ne Mittelklasse-Klampfe gleich dazu :D
     
  3. ronnie

    ronnie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.06.06   #3
    Was soll an dem schlecht sein? Wenn du den Watt-Schalter auf 100W lässt und den Boost nicht verwendest, dann ist am Sound nichts anders.

    Es ist halt kein Original mehr, das ist für puristen der Nachteil. Dafür ist er wahrscheilich recht günstig zu haben, obwohl er mehr kann als ein "normaler" JCM800.
     
  4. BF79

    BF79 HCA - Gitarren HCA

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    Erstellt: 21.06.06   #4
    Die Beschreibung ist dermaßen dürftig und der Verkäufer kennt sich offensichtlich nicht genau mit den Modifikationen aus - woher nimmst Du denn das Wissen, daß der Amp ein gut funktionierender 800 ist und nicht etwa ein verbasteltes, brummendes Wrack?

    Tja, das kann man nur spekulieren... möglich ist alles. Kann toll sein oder auch grottenschlecht. Ohne Fotos vom Innenleben kann man noch nicht mal sagen, ob die Modifikationen halbwegs gut durchgeführt wurden bzw. ob man sie zur Not schnell rückgängig machen könnte.

    Meine Erfahrung mit den alten Marshall-"Schätzchen" von ebay ist eher so, daß da meist die "B-Ware" versteigert wird. Also Amps die jahrelang herumstanden, oder nicht mehr klingen, brummen, matschen etc. und überholt werden müssten oder beides. Oft sind das richtige "Wanderpokale". :D Man sollte schon mal fest einen Service mit Röhrenwechsel einkalkulieren, sonst kommt meist eine böse Überraschung...

    Ich würde so einen Amp nur kaufen, wenn er a) sehr billig ist und b) ich ihn persönlich abhole und vor dem zahlen noch mal teste und c) ich auch bereit bin da noch Zeit, Geld und Arbeit reinzustecken.
     
  5. Slaughthammer

    Slaughthammer Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.06.06   #5
    ok, wenn man sich einen amp modifizieren lässt, weiß man in der regel,d as der wiederverkaufswert dadurch gewaltig sinkt. und wenn man sowas macht, weiß man in der regel auch warum. und so einen amp will man dann in der regel, wenner auch noch gut modifiziert ist, gar nicht mehr verkaufen. das leuchtet ein.
     
  6. BF79

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    Erstellt: 21.06.06   #6
    Das stimmt vielleicht aus heutiger Sicht, aber der Amp ist ja auch schon seine 20 Jahre alt. Wer sagt denn, daß der Amp nicht in den 80ern modifiziert wurde?
    Damals war die Welt noch anders: die 800er waren etwa so beliebt wie heute die 900er. Aber man konnte nicht einfach auf andere Marken ausweichen wie heute. Okay, es gab schon noch ein paar amerikanische Edelamps (Mesa, Soldano usw.) in einigen wenigen Läden und zu exorbitanten Preisen. Also hat Hinz und Kunz seinen Marshall modifiziert oder modifzieren lassen. Und sehr oft waren da nicht unbedingt Experten am Werk. Man konnte auch nicht mal schnell im Internet nach erprobten Mods suchen oder sich in Foren austauschen. Besonders professionell ist der äussere Eindruck schon mal nicht (Beschriftung der Buchsen).
     
  7. joe web

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    Erstellt: 21.06.06   #7
    gain boost und FX-loop war bei den 800ern die normale modifikation in den 80ern.
    das haben die meisten gemacht, die einfach mehr aus dem amp holen wollten oder mussten.
    dirk baldinger hat das jahrelang auch gemacht und im 21. jahrhundert bringt er dann einen amp mit H&K auf den markt (Duotone) der vom prinzip nicht wirklich viel anders ist wie ein modifizierter 800er!

    also so schlecht können die mods dann damals nicht gewesen sein, oder? ;)
     
  8. MichiK

    MichiK Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.06.06   #8
    ich hab einen von baldringer modifizierten 2203 und des ding iss für mich immer noch der absolute standard! bisher konnte mich kein anderer amp dermassen überzeugen aber wie gesagt geschmackssache ;)
     
  9. BF79

    BF79 HCA - Gitarren HCA

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    Erstellt: 22.06.06   #9
    Wo steht denn da was von Baldringer? :confused: Auch bekannte Namen bürgen noch nicht für gute Amps. Schaut euch mal die Frühwerke von Reinhold Bogner oder Peter Diezel an wenn ihr welche seht. Heute bauen sie in jeder Hinsicht tolle Amps, aber ihre ersten Marshallmods... oh weh...

    Wie gesagt: kann geil sein oder total besch***. Ich habe mir ja selbst vor kurzem günstig so einen Amp geholt: ebay-Fund, schlechtes Bild, ähnliche Beschreibung, keine Bieter. Vorgefunden habe ich einen Marshall 2203, schlechte Mods und schlechter Zustand, klang erwartungsgemäß erst mal grausam/unbrauchbar. Die Instandsetzung bei einem Techniker hätte locker 250EUR oder mehr gekostet. Ich wollte ihn halt als Bastelprojekt.
     
  10. joe web

    joe web HCA Gitarre Allgemein HCA

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    Erstellt: 22.06.06   #10
    das mit baldinger war sollte nur als beispiel gelten.
    klar, wissen wie es gemacht wurde und wie es klingt kann man erst, wenn man den amp hat.
     
  11. AintNoEddie

    AintNoEddie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.06.06   #11
    Da hast du absolut recht! Ich habe vor einiger Zeit mal einen Diezel-gemoddeten 800er auf eBay gesehen (dürfte tatsächlich von ihm gewesen sein, nicht nur so dahergesagt) ... das tat wirklich weh rein vom optischen bzw. von den Mods innen. Mag sein, dass das Teil super klingt, aber ich würde es mir nicht kaufen.

    Meiner Meinung nach sind so gemoddete Amps nur dann ein Schnäppchen, wenn man sich selbst super mit der Materie auskennt, bzw. einen Freund hat, der das günstigst erledigen kann. Sonst wird aus dem Superschnäppchen schnell ein bodenloses Fass, neben "normalen" Verschleißteilen kommen dann noch jede Menge Arbeitseinheiten an Fehlersuche und Umbauarbeit dazu.
     
  12. KingoftheRing

    KingoftheRing Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.06.06   #12
    wenn man fotos vom innenleben hat und sich auskennt
    also weiss was wo welche änderung im sound erzeugt
    dann kann man sich so ein teil ohne probleme kaufen
    ich würde allerdings von SOLCHEN 800er wie oben die finger lassen die mit zusätlichen potis und löchern im chassis verunstalten wurden
    wenns anders währe könnte man ihn auch zB jederzeit in original zustand zurück versetzten aber so ist es hald endgültig
    prinzipiell muss man aber bei so einem amp wenn er gemodded wurde damit rechen das man da noch zeit und geld reinstecken darf
    natürlich könnte man das glück haben das man ihn kauft ausprobiert und zufrieden ist aber das ist selten der fall

    ich hab mir meinen zB auch auf ebay gekauft und er war nur minimal modifiziert (mit FX loop) hab mich dann aber auch dmit herumspeilen müssen bis alles zu meiner zufriedenheit war der fx loop hat mir fast die hälfte an lautstärke genommen und war absolut unbrauchbar
    die verschleißteile muss man in der regel auch immer wechseln auch wenn der verkäufer meint neue röhren und service wurde gemacht
    das behauptet sowieso jeder und heisst garnix
    aber wenn man sich auskennt damit und sich eine noch ein paar tage zeit nimmt mit instandsetzung hat man einen amp der klingt wie kein anderer und weitere 20 jahre unzerstörbar ist
    das ist aber wenn man es nicht selber kann ein kostenaufwand der in keiner relation steht mMn
     
  13. Bierschinken

    Bierschinken Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 23.06.06   #13
    Hmm, ich sehs ja mittlerweile selbst in der Werkstatt, Amps von Hobbybastlern sind ein grauß!

    in aller Regel schlecht gemacht...dann völlig unkonventionell geschaltet...und oftmals weiss man nicht mal was so ein "mod" denn genau macht, bzw. wieso vom eig schaltplan nix mehr stimmt.

    Von Bastelamps würde ich daher absolut die Finger lassen wenn ich a) nicht bescheid weiss über E-Technik und b) ich nicht genug Zeit und Lust hab das Teil zu restaurieren.


    ...und immer dran denken; wer billig kauft, kauft zweimal;)
     
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