[Gitarre] - James Tim Koerting Angelheart

von wary, 18.11.05.

  1. wary

    wary Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.05   #1
    Hallo,

    vor 3 Tagen ist meine James Tim Koerting Angelheart angekommen. Nachdem ich sie jetzt die ersten Tage gespielt habe kommt hier meine Review. James Koerting hat zu dieser Zeit eine Customschmiede betrieben, und wohl vorrangig Stratvarianten nach den Wünschen seiner Kunden hergestellt

    [​IMG]
    (Bilder aus der Ebay-Auktion, mir fehlt es gerade an einer Kamera :o)



    1. Der Hals


    Der Hals ist durchgehend und sehr dünn. Um bei der geringen Dicke verwindungssteifigkeit zu garantieren ist der Hals dreiteilig mit einem Stück African Rosewood (besser bekannt als Bubinga) und zwei Streifen Padouk aufgebaut. Der Hals ist unlackiert und stattdessen mit einem Öl/Wachs-Gemisch behandelt. Dadurch sind die Poren noch offen, was ein sehr angenehmes Spielgefühl gibt.
    Das Griffbrett besteht aus Ebenholz und ist extrem flach. Es sind 25 perfekt eingesetzte Bünde vorhanden.

    2. Der Korpus

    Das Korpusdesign ist zwar sehr eigenständig, lässt aber deutliche Anleihen bei der Fender Stratocaster durchblicken. Der Korpus besteht ebenfalls aus Bubinga und ist ca. 39mm dünn. Auch er ist natürlich unlackiert, und genau wie der Hals mit dem Öl/Wachs-Gemisch behandelt. Das untere Cutaway ist extrem tief ausgeschnitten, was eine hervorragende Bespielbarkeit der obersten Bünde ermöglicht. Im Bereich der Armauflage ist die Angelheart eingefräßt, was den Arm sehr bequem aufliegen lässt und beim spielen in einer sehr entspannte Handgelenkstellung resultiert. Nicht so gut gefällt mir, das die Abdeckungen für Floyd Rose und E-Fach nicht versenkt sondern aufliegend angebracht sind. Das ist wohl durch die geringe Korpusdicke bedingt und auch eher eine Kleinigkeit, die beim Spielen niemals auffällt oder gar stört.

    [​IMG]

    3. Die Hardware

    An der Gitarre verrichtet ein Schaller Floyd Rose und 6 gekapselte Schaller M6 Mini- Mechaniken ihren Dienst. Die Mechaniken sind dabei im Music-Man-Stil 4 und 2 angeordnet. Bei den Pickups fiel die Wahl auf 2 aktive Humbucker aus aus der Seymore Duncan LiveWire Classic Serie.

    4. Bespielbarkeit/Klang

    Der Hals ist sehr flach. Da ich bisher eher ein sattes D-Profil gewohnt war, brauchte ich da schon ein wenig Eingewöhnung. Nach den ersten 20 min. fühlt ich mich dann aber sehr schnell heimisch auf dem Hals. Für Flitzefinger sehr geignet, gerade in den hohen Lagen ist diese Gitarre unglaublich gut bespielbar. Der Hals verdickt sich dort kaum und das Cutaway ermöglicht filigranes Arbeiten. Klasse. Die Griffikeit des Halses ist sehr gut, bietet ein tolles Gefühl das vor allem durch mehrmaliges einölen für meinen Geschmack nochmal verbessert wurde. Das Schaller Floyd Rose macht auch heftigen Einsatz mit, ohne das die Gitarre sich verstimmt. Das ich trotz 11 Jahren Gitarrenspiels im Umgang mit dem Floyd Rose noch eher unbedarft bin (war bisher Anhänger fester Bridges) ist eine andere Geschichte :p

    Die Gitarre bietet durch die verwendeten Hölzer und ihre Bauart schon trocken gespielt ein unglaubliches Sustain, einen tollen Attack, eine sehr präzise Höhenwidergabe und eine sauber Intonation.
    Am Amp setzt sich dieser Eindruck fort, die Gitarre singt und bietet einen warmen Ton der im allgemeinen in sehr in Richtung Les Paul geht. Den absolut klassischen Stratton kann diese Gitarre hingegen meines Erachtens nicht wirklich erzeugen, dem steht wohl die Holzwahl und auch die Pickups entgegen. Schneidende Höhen hat der Ton nie, ohne dabei dumpf zu klingen, sondern immer mit einer "edlen Presenz" :D
    Aber kreischen und singen kann sie, das es eine Freude ist.

    5. Fazit:

    Ich bin absolut zufrieden mit der Gitarre. Sie stellt zwar zu meiner Tele und meiner Les Paul klanglich nicht die optimale Ergänzung dar, aber sie ist wahnsinnig gut bespielbar, klingt toll und fühlt sich einfach verdammt gut an. Wenn ihr mal die seltene Gelegenheit habt eine Gitarre von James Tim Koerting anzutesten, dann kann ich nur dazu raten. Und wenn sie dann auch noch zu einem vernünftigem Preis zum Kauf steht, dann kann ich einen Kauf nur nahelegen. Als Orientierung, die Angelheart hat 1990 als sie gebaut wurde wohl als Grundmodell 2795 Mark gekostet, diese Ausführung wird wohl etwas über 3000 Mark gelegen haben (laut Verkäuferin 3300 Mark).
     
  2. Boozy

    Boozy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.05   #2
    wow schöne klampfe! gratuliere!
    mir persönlich würde der headstock allerdings die nackenhaare aufstellen...passt find ich null zum design, verhältnis Wasserkopf zu schmalbrustanderl :D aber das ist nur mein empfinden...ansonsten echt eine schöne gitte!!!:great:
     
  3. wary

    wary Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.05   #3
    das geht offenbar vielen so, meiner Freundin hingegen hat es z.B. auf Anhieb besonders gut gefallen. Ich war zunächst auch eher iritiert von der Form der Kopfplatte, aber inzwischen finde ich die selber ganz gut... das Design ist eben vor allem ungewohnt, wenn man sich dran gewöhnt kann man dem echt was abgewinnen
     
  4. der_vogel

    der_vogel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.11.05   #4
    Wieviel hast du denn bezahlt für das gute Stück?
     
  5. wary

    wary Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.11.05   #5
    351,- ;)
     
  6. der_vogel

    der_vogel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.11.05   #6
    Dann würde ich das mal als "Schnäppchen" bezeichnen ;)
     
  7. wary

    wary Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.11.05   #7
    würde ich auch so sehen...

    eine so hochwertige Gitarre aus Handarbeit zu dem Preis...
     
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