Gitarre ''von der Stange'' Warum nur begrenzte Auswahl ?

von Mr.Randy_Rhoads, 04.12.05.

  1. Mr.Randy_Rhoads

    Mr.Randy_Rhoads Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.12.05   #1
    Hallo Leute.

    Mich quält wieder einmal eine frage.

    Warum ist die Auswahl an Optionen so begrenzt, bei einer Gitarre von der Stange ?

    Welche Humbucker jetzt drin sind, welches Tremolo oder feste Brücke, Bolt-On, Neck-thru oder geleimter HAls sind klar, das kann man nciht willkürlich entscheiden. Dafür gibt's ja Custom-shops.
    Aber..Zum Beispiel..Der Lack.
    Wenn ich mich recht erinnere (Zu Faul zum nachgucken) gibt es die Gibson Les Paul Studio in knapp 5 Farben.
    Warum ?
    Es ist ganz genau soviel Arbeit, eine Gitarre blau zu lackieren, als sie rot zu lackieren ?
    Somit wäre eine Unmenge an Farbmöglichkeiten möglich, aber nö. Alles vorgegeben.

    Jetzt kann man sagen''Ja..der LAckierer muss dann die Farbe ja holen, und sie in sein Sprühgerät da einbauen.'' Aber das muss man doch mti allen anderen farben auch !

    Ebenso Gold/chrom hardware. Genau so viel Arbeit, Chrom-hw, wie auch Gold-hw einzubauen. Ein Mehrpreis bei Gold-hw wäre auch recht. Aber warum bei Gitarre A nur gold, bei Gitarre B nur Chrom ?

    Ich werd irgendwie nciht schlau draus. Bei Gitarren aus der Maschine, also made in Korea oder so versteh ich es, aber nciht bei handgebauten :eek:
     
  2. Schwedenshredder

    Schwedenshredder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.12.05   #2
    Viel hängt auch davon ab, wie es aussieht. Ich finde zum Beispiel das eine Les Paul in pink sehr..ähm...bescheiden aussieht. Ich könnte mir auch keine andere Hardware als Chrom,Gold und vielleicht Schwarz vorstellen...

    Ausserdem: Tradition! Die Potis von Fender Strats sehen quasi noch genauso aus wie in den Fünfzigern.
     
  3. TheKing

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    Erstellt: 04.12.05   #3
    für die meisten reichen die farben, die's im sortiment gibt. damit macht der hersteller anscheinend genug geld. und die die etwas besonderes wollen (PUs, lackierung, ...) die gehen dann in custom-shops. also ich denke, solange beim hersteller der umsatz stimmt, werden die auch nichts verändern, weder lackierung noch sonstwas. ab und zu gibts ja auch special/limited editions mit besonderheiten (u.U. auch mal die lackierung)

    Rock On.
    Cedric
     
  4. speedyseventy7

    speedyseventy7 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.12.05   #4
    Ich würd´ sagen da spielen vor allen Dingen Marketing und dergleichen eine Rolle.

    Zum einen ist bei einer begrenzten Farbauswahl der Wiedererkennungswert einer Gitarre größer. Wenn ich z.B. an die Les Paul denke hab ich sofort "Heritage Cherry Sunburst" vor meinen Augen usw. Außerdem möcht´ich mir die oben erwähnte Version in pink gar nicht erst vorstellen... ;-)

    Weiterhin steigt bei einer begrenzten Anzahl von Gitarrenmodifikationen natürlich auch der Umsatz der einzelnen Modelle und es ist in der Tat teurer jedes Modell in x beliebigen Farben herstellen zu lassen mit y verschiedenen Hardwarekomponenten. Denn welcher Hersteller geht schon das Risiko ein eine so spezielle Gitarre zu erstellen, die dann nur wenigen Leuten gefällt?

    Natürlich wären diese vielen Optionen aber auch der Niedergang der Custom Shops, die dann mit ungefähr 0 Kunden rechnen dürften. Außerdem ist es immernoch schwierig neue Modelle (bzw. neue Farben, Potis, etc...) auf dem Markt zu etablieren. Ich hab heute noch den x-ten Thread gelesen in dem sich jemand eine Les Paul Standard mit Marshall 1960 und Marshall TSL gekauft hat. Gitarristen sind halt konservativ...

    Naja, genug der Spekulation, soll der nächste doch seinen Senf draufgeben. ;-)

    Der Peter
     
  5. Fliege

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    Erstellt: 06.12.05   #5
    HI

    Nachdem mein seitenlanger Post hier dem gestrigen Serverausfall zum Opfer fiel also nochmal das, an das ich mich erinner:

    Ich erklär mir das erstmal rein wirtschaftlich, da ich weniger glaube, dass die Firmen auch davon ausgehen, das Gitarristen konservativ sind, und immer nur das gleiche wollen und kaufen, es gibt ja genug innovative Firmen wie Line 6 mit den Variax-Gitarren, die sich ja schließlich auch verkaufen, und die sollten doch jedem konservativen Gitarriten ein Dorn im Auge sein.

    Ich denke aber auch, dass es halt meist darum geht, was sich verkauft, und das wird produziert. Dabei denke ich jetzt an schwarze Les Pauls, oder an welche in heritage Cherryburst, oder an SGs in schwarz und rot. Diese Modelle haben sich bewährt, und finden reißenden Absatz. Würden die Gitarren nicht verkauft werden, müssten sich die Firmen Gedanken machen, was sie falsch machen, und was die Kunden jetzt wollen. Gitarren, die viel verkauft werden und in Serie produziert werden, können ja auch günstiger angeboten werden, was später noch wichtig wird. Eine Firma kann ja auch nicht einfach eine neue Farbe in die Maschine kippen. Die meisten Gitarren werden ja komplett maschinell produziert, gefräst, montiert und lackiert. Richtige Handarbeit bekommt man ja nur noch in Custom-Shops, oder bei richtig teuren Modellen, wie bei PRS, wo das meiste immer noch Handarbeit ist, aber dafür zahlt man ja auch seine 2000€ für das Instrument. ich denke mal, dass es hier bei "von der Stange" eher um das Preissegment bis 500€ geht, denn weit drüber werden auch schon die ersten Customanfertigungen interessant, wie z.B. RAN, die ja vergleichsweise günstige Customs herstellen.

    Wenn eine Firma im unteren Preissegment fertigt, muss sie auch viel fertigen, um noch Gewinn zu machen. Und das, was gefertigt wird, muss auch verkauft werden. Wenn eine Firma nun 300€ Gewinn am Tag machen will, kann sie das mit gängigen Modellen besser machen, indem sie am Tag 10 Gitarren verkauft, mit je 30€ Gewinn. Produziert sie jetzt auch viele absurde Modelle, ich greife da das Beispiel der pinken Paula auf, so verkauft sie auch weniger, da wirklich nicht jeder eine pinke Paula haben will. Die Preise müssten zur Gewinnerhaltung also steigen. Denn wenn sie jetzt erstmal nur noch 3 Gitarren verkauft am Tag, bräuchten sie pro Gitarre 100€ Gewinn, und das zahlt am Ende der Kunde. Grad im unteren Preissegment machen 70€ Gitarrenmehrpreis schonmal einen Großteil der Kaufentscheidung aus, denn wenn man 2 Gitarren zur Auswahl hat, die beide für gleich gut empfunden wurden, zahlt man lieber 70€ weniger und kauft sich noch ein Zerrpedal, als dass man unnötige Mehrkosten trägt, die entstehen, weil die Firma viel Geld verliert durch Gitarren, die niemand (oder nur sehr wenige) kaufen wollen.

    Außerdem nehmen diese sonderlichen Modelle Platz beim Händler weg, der dann darauf sitzen bleibt. Um andere Wünsche zu befriedigen, gibt es ja immer wieer limited Editions, wie die Epi LP Midnight mit EMGs, oder die Custom Chrome, die auch mal anders aussieht als die meisten Paulas. Wird so eine limited Edition wie frisches Brot verkauft, geht sie vielleicht in Serie, und wenn nicht, war das eine einmalige limited Edition. So kann man den Markt sondieren. Eine pinke Paula wäre halt auch als limited Edition zu riskant, da man nicht davon ausgehen kann, dass sich jeder darum reißen wird. Das zeigen sicher schon die Erfahrungswerte der Firmen. Dazu kommt ja auch Serienpolitik. Eine Standard Paula hat halt silberne hardware, das ist so, und das war schon lange so. Goldene Teile gibt es dann auf der Custom. Sieht edeler aus, und verkauft sich auch gut. Würde man goldene Teile standardmäßig aud Standards verbauen, würden ja weniger Leute den Aufpreis für eine Custom zahlen. Und die Leute, die eine Standard haben wollen, aber goldene hardware, die verchecken halt ihre Hardware bei ebay, und kaufen sich goldene Ersatzteile, die es ja auch massig gibt. Das kann man ja ales selbst austauschen, so wie ich es auch machen werde. Bei meiner aht der Vorbesitzer goldene Mechaniken verbaut, und ich werde den Rest der hardware auch austauschen bei Gelegenheit, und mit Verkauf der vorhandenen Teile wäre das immer noch günstiger als eine Epi Custom.

    Einzig und allein bei der Lackierung träten doch Probleme auf. Was die Sache zusätzlich verteuern würde wäre, dass der Tank bei Lackierungswechseln gereinigt werden müsste, man kann ja nicht einfach blaue Farbe in einen Tank kippen, in dem vorher schwarze Farbe war. Folge: Temporärer Produktionststillstand, worauf dann folglich weniger Tagesoutput steht, was Gewinnminderung bedeutet.

    Eine Firma kann ja auch nicht in die Zukunft sehen, es sei denn sie stellt Kristallkugeln her ;) Kommen jetzt 1000 Anfragen an den Customshop von leuten, die pinke Paulas haben wollen, so wird eine limited Edition wahrscheinlich, da die Firma merkt, dass doch eine große Nachfrage danach existiert, aber sie wird den Teufel tun, einfach ins blaue hinein eine Serie pinker Pauls zu produzieren. Das Risiko, darauf sitzen zu bleiben ist einfach zu groß.

    Außerdem ist das ja in jedem industriezweig so. Mercedes und BMW stellen auch schwarze und blaue Autos in Serie her, weil die viel verkauft werden. Wer ein pinkes Auto haben will, der muss halt etwas warten, weil es wohl kaum so serienmäßig vom Band läuft, und daher eben auch bei keinem Autohändler zu finden ist. PC-Gehäusehersteller sagen sich ja auch lieber, dass sie standardmodelle produzieren, die sich auch verkaufen, und nicht etwa "Ich produzier jetzt 100.000 Tower mit Airbrushmotiven eines Indianers auf einem toten Pferd drauf, das weren schon genug kaufen", sondern die denken sich dann, wer diesen speziellen Wunsch hat, trägt das Teil halt zu nem Airbrushmeister, der das dann ändert.

    Das ist das Ding halt bei Gitarren, was sich gut verkauft, wird produziert. Wer andere Hardware drauf möchte, hat günstig die Möglichkeit, diese Teile selbst auszutauschen. Auch andere Lackerungen sid ja möglich, nur das kostet halt mehr. Und wer einen ganz besonderen Wunsch hat, der geht halt zu einem Customshop, und kann eigentlich nicht erwarten, dass die Firma den besonderen Wunsch im Voraus riecht und auf gut Glück eine merkwürdige Gitarre produziert, nur weil eine Einzelperson diese unter Umständen schon lange sucht.
     
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