Gleichmacherrei von Links und Rechts

von mrnouseforaname, 07.12.06.

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  1. mrnouseforaname

    mrnouseforaname Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.12.06   #1
    Das PRoblem hat 2 Seiten:
    1. das Gleichstellen von Links und Rechtsradikalismus in den Medien und der Politik. Es kommt immer häufiger vor, dass zB lokale Antifagruppen vertäufelt werden, dass Politiker Scheiß labern wie: "ja, wir müssen den Rechtsradikalismus bekämpfem, aber auch den Linksradikalsmus"). Natürlich ist der Klassiker auch immer noch toll: "links würde es ohne rechts garnichtmehr geben, weil links nur existiert um rechts zu bekämpfen". Lustig, dass Menschen, die zur Schule gegangen sind, teilweise studiert haben und zumindest ein Buch schonmal von außen gesehen haben, solchen Sachen erzählen.
    Viele vergessen zum Beispiel, dass die meisten lokalen Antifagruppen eine Reaktion auf Rechtsextrimismus waren. Wenn du als alternativ-aussehender Jugendlicher 5mal von Nazis verprügelt wurdest, dann denkst du halt: ok, das wars, ich gründe ne gruppe, mir reichts.
    auch der vorwurf, antifagruppen würden sich nur mit dem kampf gegen rechte strukturen auseinandersetzen, stimmt (größtenteils) nicht mehr. Viele Gruppen haben einen gesellschaftskritischen anspruch und zwar in diesem moment, in denen sie die wurzeln des neofaschismus in der gesellschaft suchen und nicht einfach nur sagen: die meisten nazis sind arbeitslose ossis.
    ich wollt eigentlich nicht so weit ausholen und ich möchte auch keine argumente hören, wie "joah also ick kenn nazis und der atze isn punk und beide sin krass drauf und kloppen sich immer".
    2. jeder kennt bestimmt schon die aussage: "ich bin nicht links und nicht rechts, ich bin ich selbst" oder "ich geh meinen eigenen weg". ist natürlich sinnlos, weil links und rechts keine t-shirtmarken sind, die man einfach so wählen kann. vielmehr geht es doch darum, was man für eine meinung vertritt und wo diese angesiedelt werden kann. und ja, manchmal ist ein links-rechts-spektrum doch recht beschränkt, aber "ich geh meinen eigenen weg" ist in 90% die aussage von pubertierenden jugendlichen, die sich irgendwie cool darin fühlen. denn, was ist dann bitte der eigene weg??? kann klassisch: man hat die frage: "beschränkung des asylrechts? ja oder nein?". eine mehr "rechte/konservative" position würde wahrscheinlich nein wählen und auch ihre gründe dazu nennen. eine "linke" position würde eher mit ja stimmen. (die frage ist natürlich für eine ja/nein-frage viel zu komplex). und was ist nun der eigene weg??? :) jeder mensch hat doch eine meinung (was manchmal recht belastend sein kann :) ??? ist der eigene weg zu sagen: ich wieß nicht/kein plan/kein bock? das würde diese unpolitischen menschen ja regelrecht als idioten brandmarken.
    naja, ihr versteht was ich sagen will.
    meine frage ist eigentlich: wie seht ihr das so? wie reagiert ihr auf die Gleichmacherrei von Links und rechts (bzw. Linksradikalismus und Rechtsradikalsmus)?
     
  2. Blob Gilb

    Blob Gilb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.12.06   #2
    äh
    ohne jetzt das Thema wirklich verstanden zu haben sag ich jetzt mal, dass ich sowohl Links- als auch Rechtsradikalismus scheiße finde - d.h. ich finde es sozusagen gut, wenn in den Medien Linksradikalismus ebenso negativ erörtert wird wie das beim Rechtsradikalismus der Fall ist. Klar sind die Deutschen im rechten Sektor geschichtlich vorbelastet, aber extreme Strömungen sind in beiden Richtungen abzulehnen. Meine Meinung :)


    Gruß,
    Blob Gilb
     
  3. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.12.06   #3
    Also die Gleichmacherei von links und rechts hat für mich mit revisionismus und relativismus zu tun.

    Beispielsweise die Gleichsetzung von Nazionalsozialismus und Sozialismus. Das dient (bei durchaus vorhanden strukturellen Ähnlichkeiten) eigentlich nur dazu, unterzujubeln, dass die Nazis soooo schlimm und einzigartig ja auch nicht gewesen sind und "die anderen ja schließlich auch Dreck am Stecken haben".

    Bei dem anderen bin ich eindeutig ambivalent.
    Das fängt damit an, dass links und rechts sehr grobe Kategorien sind.
    Das geht weiter damit, dass ich generell mit Dogmatikern nix zu tun haben möchte und mich zum Beispiel bei der Frage Einbürgerung guten Wissens und Gewissens weder einer "linken" Parole: alle rein (denn die sind Unterdrückte und bereichern unser Leben und man soll von denen doch bitte schön nicht verlangen, sich an den Werten dieser Gesellschaft zu orientieren) noch einer "rechten" Parole (alle rausschmeissen, wir haben Arbeitslose genug und wer nicht Schweinshaxe essen und Bier saufen mag und womöglich unser Volk verunreinigt, soll draußen bleiben) anschließen mag.

    Ich will einfach, dass Menschen (egal woher sie kommen), die hier leben, Werte wie Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und Gleichheit akzeptieren und auch leben und im Ernstfall auch verteidigen. Was habe ich von einem Jungschnösel, der seine Schwester vertrimmt, weil er als Bruder die Familienehre meint verteidigen zu müssen und das notfalls mit einem Mord?

    Genauso wenig wie von einem Nazi, der von "sauberem Volksblut" schwafelt, von Ehre und Vaterland und Treue und was es da weiter an zu kurz gekommenem noch gibt.

    Also es gibt einige Themen, da sehe ich eher sowas wie die parolenhafte Wahl zwischen Pest und Cholera - und die Verteidigung von liebgewonnenen Vorurteilen auf beiden Seiten - wobei ich "die" Linken für lernfähiger halte als "die" Rechten.

    x-Riff
     
  4. ars ultima

    ars ultima HCA Recording HCA

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    Erstellt: 07.12.06   #4
    Zu1. Irgendwie scheinen wir hier eine andere Wahrnehmung zu haben. Im privaten (wie hier im Board) sehe ich es eher, dass es Leute gibt, die öfetrs sagen: "Linksradikalismus ist genauso schlimm", aber gerade in der Öffentlichkeit ist das doch anders. Es ist doch überall was zu hören von Aktionen gegen Rechts, gegen die NPD, etc. Wo ich mir dann manchmal denke "Verteilt doch bitte Buttons mit dem Spruch 'Ich bin gegen Gewalt', anstatt 'Ich bin gegen rechte Gewalt'".

    Zu 2. Ich habe mich auch eher als links bezeichnet. Aber die Kategorien Links und rechts sind blöd. Wenn ich einen Begriff für meine EInstellung finden müsste, dann wäre dass wohl grün oder christlich. Wofür stehen denn links und rechts? Die beiden großen Kategorien sind doch eher Sozialismus und Kapitalismus. Und ganz Linke wie ganz rechte demnach sozialistisch. Ich bin auch Antikapitalistisch, aber irgendwie dann doch anders als ganz links und ganz rechts.
     
  5. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.12.06   #5
    Komisch, das fällt mir nur ganz selten auf.
    Und wenn finde ich es übrigens sehr richtig.

    Gewalt ist Gewalt, ob sie von Links, Rechts, Deutschen oder Ausländern begangen wird sollte dabei keine Rolle spielen.
    Siehe Ars Ultima´s Spruch:
    "Ich bin gegen Gewalt" nicht "Ich bin gegen rechte Gewalt"


    Ja was denn jetzt?

    Erst sagst Du:
    "Niemals! Die Antifanten Gruppen sind völlig frei enstanden und nicht nur eine Reaktion auf Rechts, würden also auch ohne Rechts weiter exisitieren".

    Und 2 Zeilen später
    "Denn die Antifantengruppen sind ja schließlich nur eine Reaktion auf die Rechten".

    Also werde Dir doch bitte selbst erst ma einig, ob die jetzt eine Reaktion auf die Rechten sind oder eben nicht, bevor Du wieder Gott und die Welt verteufelst... ;)


    Das is ja ne Begründung. :rolleyes:
    Die gleiche Begründung höre ich auch immer von Rechten:
    "Ey ich wurde bisher 5x verprügelt - nur von Türken. JETZT REICHTS! ALLE RAUS!".

    So und was macht Deine Argumentation jetzt besser (oder nur überhaupt anders) als die der Rechten?

    Richtig: Nix.
    In beiden Fällen eine Pauschalisierung aufgrund von persönlichen Erfahrungen.


    Und wo is jetzt der eklatante Unterschied zwischen
    "Rechte Strukturen bekämpfen"
    und
    "Wurzeln des Neofaschismus in der Gesellschaft suchen"
    ?

    Für mich beides das gleiche.
    Man versucht Krampfhaft alles was man ansatzweise als "Rechts" abstempeln könnte, zu beseitigen...
    "auuuusssssszzzzuuuuurrrrrrooottttennn" Hätte man früher dazu gesagt ;).

    Und wenn nichts rechtes mehr da is, dann sucht man halt so lange bis man was gefunden hat, was man als solches Abstempeln kann.


    Warum nich?
    Auf genau der Ebene ("Ich wurde ja auch schon 5x von Nazis verkloppt also sind alle Scheiße") argumentierst Du doch auch.
    Warum sollen wir dann solche Argumente jetzt nicht bringen dürfen?

    Genauso wie sich andere unheimlich kuhl fühlen weil sie sagen "Ich bin links"
    oder eben weil sie sagen "Ich bin rechts"
    oder weil sie sagen "Ich bin Hip Hopper"
    oder weil sie sagen "Ich bin Metaller"

    Profiliersüchige Spacken gibts halt überall.
    Das wussten wir aber auch schon vorher.
    z.B. hier im Fred gibts ja auch ein Paradebeispiel dafür, nich wahr ;)


    Meinst Du nicht eher genau umgekehrt?

    Oder hast Du in Deinem endlosen Politikverständnis einfach nur besser als der Rest verstanden was Rechts und Links so bedeutet? :D


    Vollkommen richtig.
    Extremismus war, ist und bleibt extremismus.
    Egal ob davor ein Links- ein Rechts oder ein Troll- steht... :D
     
  6. wilbour-cobb

    wilbour-cobb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.12.06   #6
    genau so sehe ich das auch, dem entsprechend bezeichne ich mich auch genau so, wie du meinst, dass ich mich nicht bezeichnen kann.

    ich vertrete eben keine eindeutige meinung. ich möchte mir weder von rechts vorschreiben lassen, ob leute mit ausländischen backgound nett finden darf oder nicht oder lasse mir auch meine demokratische grundüberzeugung nicht madig machen.
    ich lasse mir aber auch von links nicht vorschreiben meinen benz abschaffen zu müssen und auf meine aktiengewinne aus südamerikanischen holzfäller-mafia-unternehmen zu verzichten.

    darum gehe ich meinen eigenen weg und habe meine eigene überzeugung, die mag in einzelnen punkten mit ideologien übereinstimmen, aber die summe ist mein eigenes produkt.

    ich habe festgestellt, dass die meisten "überzeugungstäter" ihre unabrückbaren ideologischen überzeugungen mit der zeit über bord werfen. für die war das mal mode wie ein t-shirt....
     
  7. singersongwriter

    singersongwriter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.12.06   #7
    Ist es nicht viel mehr so, dass es, realistisch betrachtet, sich zum Großteil um keine (primär) politisch motivierte Gewalt handelt.
    Man sehe sich den typischen gewaltbereiten Kern der beiden Gruppierungen doch mal an: sehen die Herren(und Damen) wirklich aus, als wenn sie eine wirklich schlüssige politische, ethische oder sonstige Begründung vorbringen könnten?? Im Endeffekt sehe ich dies ehr als Begründung und Ausrede für Gewaltexzesse! Ein Großteil von denen ist doch Schlichtweg an Randalen und Gewalttaten interessiert. Dabei wird dieses recht/links Schema doch mehr als Feigenblatt verwendet! Ungefähr so wie bei den Holligans, die haben mit Fußball genausowenig am Hut, sondern wollen nur Gewalt ausüben.

    Merkwürdig finde ich übrigens, das immer von rechter Gewalt gesprochen wird. Von linker habe ich (so gut wie) noch nie gehört. Hier liegt doch eine Eindeutige parteiische und voreingenommene Haltung der Medien vor! (Sehr gefährlich!!!) Eigentlich müssten diese doch eine neutrale Position beziehen, aber immer wird nur von "gegen rechte Gewalt" etc. gesprochen.
    Auch merkwürdig sind Dinge, wie eine rechte(genehmigte) Demo findet statt, und linke machen eine (unangemeldete) Gegendemo, provozieren, machen randale und in der Berichterstattung wird so getaen, als wenn es die rechten wieder gewesen wären!
     
  8. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.12.06   #8
    Also einen Punkt finde ich - bei der doch bislang überwiegenden Einschätzung, dass es Betonfraktionen, Dogmen und -ismen in beiden "Lagern" gibt - schon bemerkenswert:

    Die Einschätzung wie "parteiisch" die Presse- und Medienlandschaft bezüglich linker und rechter Gewalt ist.

    Bislang habe ich zwei gegensätzliche Einschätzungen mitbekommen:
    A) über "rechte" Gewalt wird mehr berichtet als über "linke" Gewalt
    B) über "linke" Aktionen und Gewalt (beziehungsweise gegen Rechts gerichtete) Aktionen wird mehr berichtet.

    Da würde mich mal interessieren, aus welchen Quellen und Beobachtungen sich die jeweiligen Einschätzungen speisen.

    Grad im Augenblick habe ich wenig Zeit - ich wollte diese Frage mal aufwerfen und poste dann später auch, wie meine Einschätzung zu stande kommt.

    x-Riff
     
  9. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.12.06   #9
    @xRiff
    Das wird meiner Meinung nach damit zu tun haben, was man guckt, und vor allem wie man selbst zu der Sache steht.

    "Man sieht das was man sehen will" ;)
     
  10. Zack ab!

    Zack ab! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.12.06   #10
    @X-Riff:

    zu a):
    Also meines Erachtens speist sich dies aus der Tatsache, dass der Rechtsradikalismus im Gegensatz zum Linksradikalismus eindeutig schlechte Tendenzen innerhalb seiner Ideologie aufweist.

    Will heißen, der Rechtsradikalismus bekennt sich offen zum Fremdenhaß, der Linksradikalismus hingegen, ist von seiner Ideologie her unserer heutigen Auffassung von Moral durchaus näher, auch wenn wir vom Kommunismus weiter entfernt sind, als wir es jemals waren.

    Hinzu kommt der geschichtliche Hintergrund Deutschlands.

    zu b):

    Das widerspricht a) doch total, oder?

    @Errrradicator:

    Also ich empfinde es aber ebenfalls so!
    Es wird meinen Beobachtungen nach stärker über Rechte Gewalt berichtet.
     
  11. Nayeli

    Nayeli Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.12.06   #11
    Was ist denn die Definition von Extremismus?
    Also ich dachte extremistisch seien solche Ideologien, die sich gegen den aktuellen Staat und dem auf ihn beruhenden System richten, d.h. sie müssen nicht unbedingt gewalttätig sein, sondern können vielleicht nur gedankliche Einstellungen sein, die man vertritt.
    Nach dieser Definition muss Extremismus nicht schlecht sein, es sei denn natürlich es setzt sich auch in Taten um.
    Bei Linksextremismus sollte man noch beachten, dass es da nicht einfach eine Ideologie gibt, sondern mehrere mit etwas verschiedenen Ausrichtungen.Nur so nebenbei bemerkt.

    Ja, und was "rechte" und "linke" Gewalt im Fernsehen angeht, es wird doch stets,wenn über irgendwelche Demos berichtet wird egal von wem , immer eine zwangsläufige Erscheinung sein, dass die andere Seite nicht weit entfernt ist,also müsste von beidem in ähnlichen Mengen berichtet werden.
    Abgesehen davon,kommt es auch drauf an in welchen Medien man guckt, wenn man z.B. Zeitungen liest (die ja meistens parteisch sind ) wird über einigen Themen mehr berichtet werden.
     
  12. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.12.06   #12
    Extremist heisst Extremist.
    Also Du verschreibst Dich einer Richtung und die willst Du in Pur, Reinform, genau so und zwar 100%ig so und nich anders haben...

    Also wennde rechtsextrem bist, willst Du alles Nicht-rechte nich haben.
    Wennde linksextrem bist, willste alles Nicht-Linke nich haben.
    Wennde extrem-demokrat bist, willste alles Nicht-Demokratische nich haben.
    usw. usf.

    Das hat nix mit dem aktuellen Staat zu tun ;)

    ...

    Und Abstufungen gibs überall.
    Sowohl bei Rechts, Links, Oben, Unten, Mitte, <WieAuchImmer> ;)

    ...

    Bei dem Punkt mit dem "Kommt drauf an was man guckt/liest" gebe ich Dir aber Recht.
     
  13. Nayeli

    Nayeli Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.12.06   #13
    Nicht haben wollen ist also nur eine Einstellung, dann muss es ja nicht allzu schlimm sein, ich könnte mir zumindest nicht vorstellen, was an demokratisch-extremistischen oder linksextremistischen Einstellungen derartig schlimm ist.
    Wahrscheinlich kommt das aber darauf an,was man darunter versteht, ich fände nur Aggressivität gegenüber den Mitmenschen schlimm( sei sie nun psychisch oder physisch).
     
  14. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.12.06   #14
    "Nich-Haben-Wollen" beinhaltet aber eine gewisse Aggresivität gegenüber Anderen... ;)
     
  15. Nayeli

    Nayeli Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.12.06   #15
    Wenn sich die Aggressivität auf Menschen bezieht, dann ja.
    Also zusammengefasst heißt Extremismus hier: auf Grund einer Überzeugung wird man gewltätig.:confused:
     
  16. UncleReaper

    UncleReaper Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 07.12.06   #16
    Ist mir noch nicht aufgefallen wäre aber mal angebracht.
    Richtig So! :great:
    Ist mir wie schon erwähnt noch nicht aufgefallen,
    da der "Kampf gegen rechts" (und gegen Computerspieler)
    einfach viel mehr Medienwirksamkeit erreicht als ein Kampf
    gegen den Linksextremismus in diesem unseren Land.
    Und was sollen die normal-aussehenden denken, die 5 mal von Türken/Russen oder Linksextremen verprügelt worden sind ?
    Wenn es eine "Gleichmacherrei" gäbe, würde ich diese voll und ganz unterstützen.
    Es ist nunmal beides der gleiche Dreck. So einfach ist das.
     
  17. x-Riff

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    Erstellt: 07.12.06   #17
    So jetzt noch mal zu Medien und Medien-Darstellung - wobei ich mich vorwiegend auf das Fernsehen beschränke:

    Demos
    Bei Demos von Links gegen rechts (Nazis) kommt es häufiger zu Auseinandersetzungen. Meist spielt die Polizei die rühmlich Rolle, rechtsextreme Demonstranten gegen linke zu schützen. Meist sieht man in der Folge Auseinandersetzungen zwischen linken und der Polizei, während sich die rechtsextremen schlapp lachen.

    Ich finde allerdings ein seltsames Verhältnis: Rechtsextreme Demos werden zugelassen, obwohl die politische Aussage zweifelhaft ist. Und von früher kenne ich das so, dass die Polizei auch nicht immer friedlich zu Werke geht.

    Stattdessen wird ein Konzert von einem linken Liedermacher abgesagt (komm nicht mehr auf den Namen, gab´s aber hier einen thread drüber), weil die Rechten androhen, dann Stunk zu machen ...

    Dennoch scheint es mit insgesamt so, dass Demonstrationen eher ein Mittel der Linken sind als der Rechten. Die Rechten suchen sich in der Regel nur ein bestimmtes Datum oder einen Ort und wollen den öffentlichen Platz erobern und damit provozieren.

    Dagegen haben so Aktionen wie die Verhinderung von Castor-Transporten oder der berühmt-berüchtigte erste Mai in Kreuzberg von vorne herein ein anderes Anliegen und es kommt durchaus zu Gewaltszenen - meist mit der Polizei. In der Presse liest man dann oft: linke Chaoten.

    Gewalt im Verborgenen
    Das scheint mir eher eine Domäne der Rechten zu sein: Linke, Schule und Ausländer verfolgen und klatschen, Asylantenheime überfallen und anzünden, bisweilen Jugendclubs überfallen.

    Das Ziel ist hier nicht, die Öffentlichkeit zu suchen, um auf ein mehr oder weniger polititsches Ziel hinzuwirken, sondern direkt Gewalt, um einzuschüchtern, zu verjagen und zu verletzen.

    Das kenne ich von Linken in dem Ausmaß nicht.

    Und ich denke, dass hier auch die Dunkelziffer höher ist. Demos geben immer gute Bilder für die Medien ab und sie sind angekündigt. Diese Gewalt im Verborgenen spielt sich eben höchst selten vor der Öffentlichkeit ab (mal von dem in Brand gesteckten Häuserblock mit wartender Polizei und Feuerwehr mal abgesehen) - deshalb höchstens eine Schlagzeile.

    Dann scheint es mir schon so zu sein, dass der berühmte rechtsextreme Hintergrund in der Regel geleugnet wird. Offensichtlich gilt als Beweis für einen solchen Zusammenhang nur ein schriftlich nachweisbarer Befehl eines rechten Rädelführers.

    Ob jeder Linke, Obdachlose, Ausländer oder Homosexuelle, der Opfer dieser rechten Gewalt geworden ist, das der Polizei meldet, wage ich mal zu bezweifeln.
    Allerdings gibt es wohl auch Fälle, in denen so ein Überfall oder der rechtsextreme Hintergrund nur behauptet wird.

    Ich neige dennoch zu der Meinung, dass mehr rechte Gewalt ausgeübt wird als in der Presse dargestellt.

    So weit erst mal.

    x-Riff
     
  18. Nayeli

    Nayeli Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.12.06   #18
    Also wenn beide gewaltätig sind, haben beide ihre negativen Konsequenzen, aber ich würde sie nicht gleichstellen,
    man müsste erst die negativen Konsequenzen ihrer Handlungen voneinander abwägen bevor man sie gleichstellt.(habe ich noch nicht gemacht)
     
  19. Drum-Elk

    Drum-Elk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.12.06   #19
    Das nächste mal versuch doch einfach etwas unparteiischer zu formulieren. Ich lese hier, stark vereinfacht, heraus: 'Rechte Gewalt ist scheiße, Linke Gewalt aber gut, weil ja nur Reaktion auf Rechte Gewalt.' Schlechter Einstieg für deine Fragestellung.

    Dieses Links gegen Rechts, geht mir gewaltig auf den Sack. Noch mehr regt mich auf, dass die "Linken" sich gerne als die "Guten" aufspielen. Im Nachkriegsdeutschland sind bestimmt mehr Menschen durch Linke Gewalt getötet worden als durch Rechte. Ich habe jetzt keine Zahlen parat und möchte jetzt auch nicht gegeneinader Aufrechnen. Ich ziehe diesen Schluß aus den von mir bekannten Fällen. Ich lasse mich auch gerne berichtigen, sollte meine Einschätzung falsch sein. Wie gesagt, mir geht es nicht um einen Zahlenvergleich, sondern um das Prinzip der Gewalt. Wer irgendeine Gewalt für angebrachter und berechtigter, ja sogar als legitim betrachtet, als eine andere, sollte imo sein Gehirn nochmal abgeben und dieses reklamieren.

    Für mich sind beide Parteien (Links,Rechts) eine Bande von Krawallbrüdern, nur darauf aus sich gegenseitig zu provozieren. Ich finds armselig. Haben die Leute nichts besseres zu tun und glauben die immer noch, dass man mit Gewalt bei irgendwem Akzeptanz finden kann? Die Masse auf beiden Seiten besteht nur aus Hohlbirnen, die stumpf ihrer Doktrin hinterherlaufen, die sie von einer anderen Hohlbirne eingeflößt bekamen.

    Ausländer scheiße, Nazis scheiße, Kapitalismus scheiße, USA sowieso, Juden auf jeden Fall, Katholiken doof, Protestanten auch, Muslime ach du meine Güte, bla, bla, bla......

    Die Welt kann so einfach sein, wenn man sich permanent verweigert über den Tellerrand zu blicken und man ein festes Feindbild hat. Das bringt eine Konstante in das Leben. :rolleyes: Das war das gute am Kalten Krieg.

    Die Welt ist nicht schwarz, auch nicht weiß, meistens ist sie grau...... (oh, wie philosophisch)
     
  20. wilbour-cobb

    wilbour-cobb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.12.06   #20
    die exremen linken haben ja noch eine sehr unrühmliche geschichte der gewalt in den 70er und 80er jahren mit der RAF hinter sich. da müssen die von rechts wohl noch aufholen.....
     
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