Größer werdende Ellenbogenmentalität in unserer Gesellschaft?

von ButT3rs, 12.07.06.

  1. ButT3rs

    ButT3rs Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.06   #1
    Hallo Leute,
    Ich wende mich an euch um einfach mal eure Meinung zu einem Thema zu hören. Es geht um die nach meinem Empfinden immer stärker werdende Ellenbogenmentalität unserer Jugendlichen. Ich will niemanden, wirklich niemanden beschuldigen, allerdings sind in letzter Zeit ein paar Vorfälle in Bezug auf meinen Sohn passiert die mich sehr skaptisch gemacht haben.

    Folgendes: Ihm ist auf einem Konzert ein nenne ich es mal "Unfall" passiert, seiner Aussage und der Aussage von der Security nach stand er einfach da und hat sich die Musik angehört. Ein anderer betrunkener Jugendlicher stand alleine direkt vor der Bühne und "pogte" (wie auch immer man das schreibt, aber ich denke ihr wisst was ich meine) immer wieder in das Publikum um so wie es scheint mit Absicht andere Leute die nicht pogen wollten anzuspringen und umzuwerfen. So das ist die Situation. Dann kommt dieser Junge Mann auf meinen Sohn zu und meint ihn in die Mitte ziehen zu müssen um mit ihm zu "tanzen". Mein Sohn hält dagegen und der Andere wird handgreiflich. Das ganze hat zufolge, dass mein Sohn sich das Knie verrenkt , sich 4 Bänder reisst, die Kniescheibe sich verzieht , er eine Woche im Krankenhaus liegt und auch noch auf den OP-Tisch muss. Das ist ja alles nicht so schlimm dachte ich, eine Keilerei unter Jugendlichen bei der sich einer eben etwas getan hat.

    Doch nach 3 Monaten hatte ich eine lange Diskussion mit meinem Sohn über diesen Vorfall(er kann mittlerweile wieder ganz normal gehen, also nichts wirklich schlimmes) und er erzählte und beklagte sich bei mir über die im Titel schon erwähnte Ellbogenmentalität. Nach dem Vorfall hat ihm niemand geholfen aufzustehen, nochnichtmal seine Freunde die mit an Bord waren, auf einmal hatte niemand Geld auf dem Handy und sein eigenes Handy hatte er natürlich vergessen :rolleyes:. So musste er nun mit einem immer weiter anschwillendem Knie warten bis ich ihn um 12 abholte.

    Auch dies machte mich noch nicht wirklich skeptisch, ich meine es war Alkohol im Spiel und vielleicht waren die Leute nicht mehr klar im Kopf.

    Doch als es dann um eine Anzeige ging lehnte mein Sohn dies ab. Ich wunderte mich eigentlich da ich der Meinung war dass dieser Typ mal einsehen musste was er da des öfteren anrichtet(Es war nicht das erste Mal dass er handgreiflich geworden ist)

    Nun erfahre ich, dass alle seine Freunde ihm eingeredet hatten den Kerl bloß nicht anzuzeigen da er ihn "kalt machen" würde oder sonst was mit ihm anstelle. Auch wusste auf einmal niemand mehr den Namen das "Täters" obwohl mein Sohn herausgefunden hatte dass sein bester Freund diesen Typen sehr gut kannste und mit ihm in eine klasse ging.

    Sowas macht mich Sauer. Die jüngere Generation die ich kennen gelernt habe denkt sehr oft nur an sich, nach der Meinung meines Sohnes gibt es keine Freunde mehr, das heisst es gibt schon Freunde doch man scheint sich anscheinend nicht auf diese verlassen zu können. Sie schwärzen sich gegenseitig an(dazu gibt es auch genug Geschichten mit denen ich euch nicht nerven will da diese schon sehr ausgeweitet ist) und haben kein Vertrauen mehr zueinander.
    Ich unterstütze es, dass unsere Kinder in manchen Sachen auf sich selbst gestellt werden und auch mal selber versuchen müssen ein Problem zu losen.
    Ich hätte allerdings nicht gedacht dass das so extrem ist, ich habe auch mit den Freunden meines Sohnes über diese Situation gesprochen und bei denen kam etwa das selbe heraus "man kann sich heutzutage nurnoch auf sich selbst verlassen!"

    In meiner Kindheit habe ich es so erlebt, dass man sich auf seine Freunde hat verlassen können und dass diese hinter einem standen. Doch das scheint ja heute irgendwie verloren gegangen zu sein?

    Ich richte mich hiermit an die jüngere sowie auch an die ältere Generation, habt ihr ähnliche Erfahrungen auch schon gemacht? Bei euch selbst oder bei euren Kindern? Empfindet ihr es ähnlich? Ich meine es ist bekannt dass in einer Fussgängerzone (so wie bei uns) Jungendliche jemanden vor einem Kaufhaus zusammenschlagen können ohne dass ein Passant eingreift oder die Polizei ruft. Ich finde soetwas schrecklich, das darf nicht sein.

    Wird unsere Gesellschaft immer mehr zu einer Gesellschaft in der es kein zusammen sondern nurnnoch ein allein gibt? Besteht sie bald aus Hauptdarstellern die alle in ihrem eigenen Film spielen?

    MFG ... ich musste das hier einfach mal los werden und bin für jede Antwort dankbar
     
  2. Mighty Scoop

    Mighty Scoop Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.06   #2
    Wenn Du das alleine an diesem Vorfall fest machst, sowas gabs auch schon vor 30-40 Jahren ( wenn ich edn Erzählungen meiner Eltern glauben darf ) Schlägereien in Kneipen oder auf Musikveranstaltungen sind nichts neues.

    Ich mache ehrenamtlich am Wochendene in einem Jugend-und Kulturzentrum mit, und da kommen ernstere Rangeleien so ungefährt jedes 2. Wochende vor.

    Trotzdem natürlich sehr bedauerlich, was das passiert ist, ich hoffe das wendet sich noch zum Guten.


    Allerdings würde ich der Überschrift schon teilweise zustimmen, ich hab auch den EIndruck, dass es in Deutscjland ein wachsende soziale Kälte gibt.

    Ich muss jetzt leider schon weg, ich schreib später mal noch mehr dazu.
     
  3. lord_blizzard

    lord_blizzard Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.06   #3
    Ja, ich kann das als Jugendlicher mit 18 Jahren bestätigen, der Umgangston wird härtet und demnach auch das Verhalten meiner "Artgenossen". Worans liegt weiß ich nicht, würde aber die Ursache in der egoistisch "denkenden" Wirtschaftsordunung sehen, jeder muss um seine Arbeit kämpfen etc. , auf Jugendliche bezogen Ellenbogen raus und durch.
    Traurig aber wahr.
     
  4. madeye

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    Erstellt: 12.07.06   #4
    was gutes hat die sache ja:

    dein sohn weiß jetzt, dass seine "freunde" keine sind. besser keine freunde als solche sag ich immer.

    ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich auch nur mir selbst vertraue und sonst niemandem.

    für mich gibt es 2 formen von egoismus, eine akzeptable und eine schlechte:


    ich fang mal mit der schlechten an, da sie weitaus verbreiteter ist:

    diese art von egiosten denken nicht nur an sich selbst, sondern nutzen z.b. andere auch aus um vorteile daraus zu ziehen.

    eigenschaften: verlogen, gierig, hinterlistig, kein mitgefühl für andere, nicht in der lage sich in andere reinzuversetzen usw.

    überspitzt dargestellt:
    diese leute würden auch jemandem beim sterben zugucken, wenn sie einen vorteil daraus ziehen könnten.


    die andere art:

    das sind leute (ich zähle mich dazu), die einfach mit anderen leuten nicht viel anfangen können und deshalb auf sich selbst konzerntriert sind.
    es geht aber nicht darum, andere auszunutzen um selbst besser dran zu sein. das kann gar nicht passieren, da man recht einsam ist.

    hier lautet das motto: "liebe menschheit, lass mich in ruhe."

    P.S.: die jugendlichen kann man heutzutage (meiner meinung nach) größtenteils in die tonne kloppen. außer saufen können die eh nix....;)
     
  5. ButT3rs

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    Erstellt: 12.07.06   #5
    also erstmal Danke für die Antworten. Ich finde es erleichternd, dass es Leute gibt die in etwa so denken wie ich.

    @SaitenSchamane: Ich wollte mit dem Vorfall eigentlich auch nur ein Beispiel nennen, es gibt viele andere Sachen die es imho in meiner Kindheit nicht gab.
    Ich hatte Freunde denen ich mich anvertrauen konnte, anscheinend kann man sich da heute nicht mehr so sicher sein. Ich kann mich nicht in die heutige Jugend hineinversetzen, deshalb vertrau ich auf Meinungen anderer Leute zu diesem Thema.

    @lord_blizzard: Genau an das habe ich auch gedacht. Ich habe schon oft mitbekommen dass Lehrer (nichts gegen euch falls welche mitlesen:D) ihren Schülern mittlerweile bei Fragen einfach antworten "Is deine Sache" oder "Das musst du selbst herausfinden". Das ist ja auch alles schön und gut, doch ich denke wenn diese Haltung zur Gewohnheit wird, bildet das den Charakter der Schüler im Sinne von "keiner hilft mir, ich muss das jetzt selbst in die Hand nehmen, ich bin auf mich allein gestellt". Das könnte sich imho im Ernstfall dann im weiteren Leben darin auswirken, dass man ein Alleingänger wird und niemanden an sich heranlässt. Wie gesagt im ernstfall.:o

    @madeye: Ein bisschen Egoismus ist imho auch nur vorteilhaft. Man sollte schon immer auf sich selbst achten und nicht immer nur für andere die Hand ins Feuer legen. Als Mensch ohne ein bisschen Egoismus geht man in unserer Gesellschaft sowieso unter.

    MFG
     
  6. AX2Andi

    AX2Andi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.06   #6
    Also ich kenne so ein Verhalten eigendlich nur aus der "trendy" Fraktion..... Ich mein bei meinen Freunden war das nie nen Thema, dass man sich gegenseitig bestmöglich hilft... Allerdings ist es bei den "coolen Checkern" schon wie beschrieben.... Sind sich ansich gegenseitig total egal wenn mal was is.... Ich glaube das kommt immer drauf an in welchen Kreisen man verkehrt und welche Position man in diesen Gruppen hat.... Also bei Metalkonzerten etc. fühle ich mich pers. immer recht sicher... Ich mein mich hauts beim Moshen und Pogen nicht hin, weil ich doppelt so viel wiege als der Rest.... aber für mich und auch alle anderen die ich bisher erlebt habe ist es da selbstverständlich sich gegenseitig wieder hochzuhelfen.... Die einzigen die da immer unangenehm auffallen sind diese Pseudopunks die lieber coole Sprüche klopfen vor ihren Kumpels...

    In der Öffentlichkeit isses ja heutzutage auch eher ne Seltenheit, dass einem mal jemand hilft wenn was is... Also ich denke es ist einfach ein Problem mit der Erziehung... Ich mein scheinbar bekommt keiner mehr ordentliche Werte vermittelt... und Zusammenhalt gibts auch eher selten.... Bei der WM sind alle stolze Deutsche, aber sobald das rum is interressiert sich jeder nurnoch für sich... genau deswegen fand ich das so heuchlerisch.....
    Die meisten sind sich halt einfach zu fein/cool um irgendwas nettes zu tun.... Nett=Schwach....

    Ich mein ich selbst bin ein sehr herzlicher Mensch und helfe gerne Leuten, aber in der Öffentlichkeit muss selbst ich mich überwinden, weil einen jedesmal alle komisch anstarren... Dann muss son Psycho wie ich aufm Schulhof nen kleines Mädel ins Rektorat bringen, weils hingeflogen is und der Rest steht da und glozt dumm oder kichert (Das Kind hat geblutet und zwar richtig)... Und gerade die ach so hilfsbereiten Christen tun nichts!!! Ich kannte da min. 3 Ministranten aufm Schulhof, die absolut nichts gemacht haben... Stattdessen machts der böse Metaller :rolleyes:
     
  7. ButT3rs

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    Erstellt: 12.07.06   #7
    Ein vorbildlicher böser Metaller.;)

    Jaja die "coolen checker" wie du so schön sagst. Ich hab teilweise wirklich den Eindruck dass mein Sohn wirklich nicht in den Kreisen verkehrt die ich persönlich als angemessen empfinde. Ich meine ich will nicht dass er bei den braven Jungs rumsteht und sich über nichts anderes unterhält als gute Noten;). Alkohol und Zigaretten, damit hab ich kein Problem , ich meine ich habe ihm sein Leben lang nichts anderes vorgelebt. Aber teilweise hab ich das Gefühl dass die Freunde alle sehr "cool" sind. Es wird sich mit "digga" und "alta" angeredet und in anwesenheit seiner Freunde erkenn ich ihn teilweise nicht wieder , dann wird aus einem relativ normalen :D Jungen ein richtig "cooler" typ. In und beliebt zu sein ist ja nichts falsches aber man sollte schon schauen dass man sich nicht zu verstellt um den Leuten die angeblich die besten Freunde sind zu gefallen.

    Aber sowas wie den Freundeskreis will ich niemandem vorschreiben, dass soll er mal selbst merken und ich glaube er tut dies gerade.

    MFG ... war zwar jetzt alles ein bisschen ot aber das musste ich loswerden:p

    edit: Manchmal verstehe ich Eltern nicht, man muss seinem Kind doch irgendetwas sinnvolles mit auf den Weg geben und ihm nicht verzapfen dass nur er allein wichtig ist. Meint ihr wirklich dass die Erziehung mittlerweile so in den Keller gegangen ist dass nurnoch vom Fernseher gehockt wird und nicht mal geredet wird und Ratschläge gegeben werden?
     
  8. Paranoid

    Paranoid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.06   #8
    In meinem Freundeskreis ist das anders. Natürlich gibt es auch mal Streit oder sowas, aber wenn es ein Problem gibt, dann würde ich an der Seite meiner Freunde stehen und, obwohl es jetzt noch nicht sowas in der Richtung gegeben hat, bin ich mir auch sicher, dass sie auf Meiner stehen würden.

    Kommt natürlich auch drauf an, wie gut dein Sohn diese Leute jetzt kannte. Aber ich gebe sogar völlig Unbekannten mein Handy, wenn die dringend telefonieren müssen ... natürlich jetzt nicht jemandem, der so aussieht, als würde er mir das bei der nächsten Gelegenheit abziehen, versteht sich ;)

    Zum Pogen: Also da wo ich hingehe, ist es normal, dass man sich gegenseitig aufhilft und wenn es ein ernsthaftes Problem geben würde (zB eben Bänderriss), würde sich sicher auch jemand finden, der dann hilft.

    Auf größeren Konzerten gibt es aber schon einige Assis, die, total besoffen, unbedingt pogen müssen, wodurch Menschen mit nicht so breitem Körperbau schnell mal gezwungen werden, einige Meter nach hinten zu gehen, wo sie dann nicht automatisch eingequetscht werden.
    Aber auch da gibt es nette Leute, als zB meinem Bruder mal von einem Stagediver die Brille runtergerissen wurde (zum Glück gerade in einer ruhigen Phase des Liedes), haben sich die Leute um uns herum, die das mitgekriegt hatten, sofort an der Suche beteiligt.


    Aber das betrifft jetzt eben nur Konzerte von eher alternativen Bands mit entsprechendem Publikum ... Diskobesuche oÄ (wo die ganzen "diggas" rumlaufen) vermeide ich grundsätzlich, wegen der vielen unangenehmen Menschen, die man da trifft. Und wenn man nur im volltrunkenen Zustand die Musik überhaupt halbwegs genießen kann, dann lasse ich es lieber ganz sein.
     
  9. madeye

    madeye Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.06   #9
    @ ButT3rs:

    versuch deinem sohn beizubringen, dass es absolut nicht schlimm ist, wenn man ein außenseiter ist bzw. dadurch ein außenseiter wird, dass man ein anständiger und vernünftiger mensch ist und z.b. bei saufgelagen oder schlimmeren drogenexzessen nicht mitmacht.

    junge menschen tun alles um dazuzugehören.
    wenn du es schaffst ihm das klarzumachen, ist er menschlich gesehen auf einem sehr guten weg, auch wenn man in jungen jahren durch anstand und vernunft schnell einsam wird (genau das, was ein durchschnittsjugendlicher verhindern will->opportunismus) , aber das ist es wert.
     
  10. ButT3rs

    ButT3rs Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.06   #10
    @madeye: Genau das ist ja meine Aufgabe und ich denke bis jetzt habe ich sie ganz gut erfüllt. Ich meine er ist zwar anders mir gegenüber wenn seine Freunde dabei sind aber er weiss dass er meine volle Unterstützung hat wenn er mal anderer Meinung ist als sie. Ich denke die Erziehung die er von mir erfahren hat ist genau das was du meinst, er weiss dass er sich nicht verstellen soll um anderen zu gefallen. Entweder man mag ihn als der Mensch der er ist oder man lässt es bleiben.

    Und die Saufgelage und Drogenexzesse die du ansprichst sind bei uns nicht das Problem. Ich meine er darf vom Gesetz aus Alkohol trinken und rauchen, da stell ich mich auch nicht gegen aber wenn es um härtere Drogen geht weiss er genau was ich davon halte. Ich selbst bin in meiner Jugend mal in ein Loch gefallen und habe Drogen genommen und das weiss er. Ich vertraue ihm aber wenn er mir versichert, dass er soetwas nicht tut. Die Antihaltung dem gegenüber habe ihm beigebracht. Ich weiss sogar von ihm dass seine Freunde manchmal Kiffen, mir solls egal sein ist ihre Sache, solange er nicht mitmacht.- und das tut er nicht das weiss ich-:)

    MFG
     
  11. Simon

    Simon Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.06   #11
    Hey,
    ich bin 18 und bin darum auch in dieser Genration, aber ich persönlich kann da nicht zustimmen.
    Ich höre sehr oft solche Geschichten, wie diese von deinem Sohn. Aber selber erlebt habe ich sowas nie. Ich kann mich auf meine Freunde 1000%ig verlassen. Genauso wie sie sich auf mich verlassen können.

    Ich war auch nicht immer ein "CliquenHeld", weil ich einfach den (wahren) Mut hatte, bei Mutproben o.ä. nicht mitzumachen und nein zu sagen. Mich einfach dagegen zu stellen und zu tun was ich für das richtige halte.
    Das ist absolut ganz wichtig. Und vertsellen, damit einen Andere mögen ist genauso kacke.

    Nachdem was du hier so schreibst BuTt3rs, denke ich das du ein sehr guter Vater bist :great: . Du kannst wohl leider nur noch hoffen, dass er nicht an die Falschen gerät.

    Simon

    p.s. Außensaiter sein, kann doch auch vorteilhaft sein... man mehr Zeit zum Üben! :D
     
  12. Paranoid

    Paranoid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.06   #12
    Ich bin lieber Opportunist als ein Außenseiter ohne Freunde.

    Natürlich hat das Alles Grenzen, wenn jetzt jemand, der zu einer Gruppe gehört, der ich mich anschließen will, ankommt und sagt "Hey, willst ne Line Koks mitziehen?" würde ich _natürlich_ nein sagen ... oder bei Ähnlichem.
    Aber ich kenne einige Leute, die glauben, dass sie von der Allgemeinheit (in diesem Fall dem Jahrgang) nicht gemocht werden. Dann grenzen sie sich selbst weiter aus, indem sie von sich aus überhaupt keinen Kontakt zu denen suchen und sich einreden "das sind eh alles A-Löcher, mit denen will ich gar nichts zu tun haben" - zT mag das sogar stimmen, aber es sind dummerweise A-Löcher, mit denen man einen Großteil der für die Persönlichkeitsentwicklung wichtigen Zeit verbringen muss und mit denen man sich entsprechend arrangieren sollte. Und zum Teil sind es eben auch nette Menschen, wenn man sie richtig kennen lernt.
    Ich weiß, wie es ist, wenn einen keiner mag und ich habe mich (größtenteils erfolgreich) bemüht, das zu ändern. Wenn man dabei Kompromisse eingehen muss, dann muss man sie eben eingehen.

    Die "Kopf-durch-die-Wand"-Mentalität macht doch niemanden auf Dauer glücklich, so sehr er es sich auch einreden mag. Der Mensch ist ein Herdentier und braucht soziale Akzeptanz auf breiter Ebene.
     
  13. Abyss

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    Erstellt: 13.07.06   #13
    Jo, der Mensch ist Egoist und ein Herdentier. Soziale Akzeptanz bekommt heute überall nicht unbedingt von der heißgeliebten Gesellschaft und oppurtinistisch darf man ja schon sein, sonst müsste ich ja alles selber machen.
    weil man ja auch Egoist ist. Aber Persönlichkeitsentwicklung :rolleyes: ich glaub das ist so ein Vokabular aus dem Metier der neueren Wissenschaften, denn wenn man sich selbst einredet eine persönliche Entwicklung durchmachen zu müssen ist das ein wenig paradox :D
     
  14. AX2Andi

    AX2Andi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.06   #14
    Die Entwicklung der Persönlichkeit durch soziale Kontakte IST wichtig und nötig.... Was allerdings nicht heißt, dass man sich auf irgendwelche Cliquen einlassen muss oder sowas... es geht nur darum regelmäßig unter Menschen zu sein.... Sonst distanziert man sich immer weiter und bekommt soziale Ängste etc.
     
  15. Paranoid

    Paranoid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.06   #15
    Ja, nur das Problem ist, dass es mitunter fürs ganze Leben prägen kann, wenn man in der Schule ein Außenseiter ist.

    Mal davon abgesehen, dass man ganz sicher nicht immer Menschen ausweichen können wird, die man nicht mag oder es sich einbildet ... Arbeitskollegen kann sich auch niemand aussuchen und man muss mitunter mehr Zeit mit ihnen verbringen als mit der Familie.
    Und wenn man dann niemals gelernt hat, sich mit solchen Leuten zu arrangieren, ist das eher unvorteilhaft ;)

    Es zwingt einen ja niemand, sich komplett zu verstellen, um "dazuzugehören" - aber ein gewisses Maß an Anpassung ist unumgänglich. Es sei denn man möchte Leuchtturmwärter werden oder so :rolleyes:
     
  16. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.06   #16
    Ich kenne sowohl als auch.
    Also Freunde auf die man sich auch wirklich verlassen kann.
    Genauso wie welche bei denen das nicht funktioniert.

    Leider gibts von der 2. Sorte wie ich finde viel zu viele.
    Diese sind aber meistens relativ schnell zu erkennen, an der Wortwahl, Kleidung, usw.
     
  17. Doin

    Doin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.06   #17
    würd mich jetzt interessieren woran du das genau erkennst
     
  18. Wieselflink

    Wieselflink Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.06   #18
    Vielleicht daran das dich deine besten Freunde nicht mit "hey, digga" begrüßen ? O_ö
    Ne, mal im Ernst... man hat es dank Menschenkenntnisse einigermaßen im Gefühl auf wen man sich verlassen kann.
    Mal als Beispiel, wenn mir ein braungebrannter Playboy entgegen kommt,
    denk ich mir auch das er so ein typischer Egoist ist. Es muss ja nich immer der Fall sein,
    aber es dank meiner Erfahrungen nun mal so.
    Was ich noch mitbekommen hab,
    desto weiter jemand seine klappe aufreist, destso schneller rennt er weg.
    Ich habe das Glück 2 - 3 richtige Freunde und ihre Gegenwart zu geniesen... .
    Mit meinem besten Kumpel bin ich mal quer durch Deutschland gefahren,
    um meine erste Ferienliebe die ich in Spanien kennegelernt habe, zu besuchen( wir waren 14 Jahre alt). Jedenfalls hat sie sich in ihn verknallt und mich nicht mehr beachtet. Nach einem Spaziergang und schweigsame 40 Minuten zudritt auf einer Bank sitzend,
    hat er wohl langsam gerafft das mich das doch sehr bedrückt. Endresultat war,
    das wir beide sie links liegen gelassen haben und das ohne Absprache ;).
    Eine so lange Freundschaft war es nicht wert wegen so ein Mädel alles weg zu schmeissen (ich weis garnicht mehr wann ich ihn das erstemal kennenglernt hab... 4. Klasse *glaub*).
    Heute sind wir 22 und verstehen uns immernoch,
    auch wenn die Mädels sehr störend in dieser Freundschaft sind.
    Ich hab ihn schon mal aus dem Gefühl her mit "Atze" angesprochen (so red ich mein Bruder an) ^^ ... .
    Und zum Threadtitel, ja die Ellenbogengesellschaft wird immer extremer... :/ .
     
  19. ButT3rs

    ButT3rs Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.06   #19
    Weiterhin ein Dankeschön für die zahlreichen Antworten. Es ist sehr interessant mal von euch zu hören was ihr für Erfahrungen gemacht habt mit "falschen" Freunden. Also wenn wer noch was zu erzählen hat , nur zu. :)

    Ich denke man erkennt die Menschen, die einen vermeidlich Ausnutzen oder sonst etwas nicht wirklich gutes mit einem tun, nicht von aussen. Man mag zwar erkennen ob die Person einem sympathisch sein könnte oder nicht, aber man wird nicht erkennen was sie vor hat (wäre ja auch teilweise langweilig :D)
    Ich persönlich habe auch schon ein Paar Menschen kennen gelernt von denen ich nicht gedacht hätte (und auch nicht gesehen hätte) was sie mir im nachhinein antun. Das hatte auch etwas mit dem ungesunden Egoismus dieser Menschen zu tun.

    bin irgendwie beruhigt zu hören, dass ich nicht der einzigste bin der findet, dass unsere Gesellschaft zu viel ungesunden Egoismus besitzt.

    MFG
     
  20. iLLumination

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    Erstellt: 20.07.06   #20
    du wirst dich wundern wie schnell du von dem diggen freund deines wiedersachers eine drinhängen hast

    also ich hab eher beobachtet, dass diese "diggen" mehr zusammenhalten...