Haltung

von guitar08, 27.05.08.

  1. guitar08

    guitar08 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.05.08   #1
    Hallo,

    wollte mal fragen, weil es immer heißt, locker bleiben und so wenig Kraft wie möglich...,
    wenn man aufrecht sitzt, die Arme und Hände hängen locker und ungezwungen herab, dann merkt man ja kaum, dass man spielt bzw. greift. Ist das so richtig, oder soll man seine Hände in einer gewissen Grundspannung halten?
    Da ich nach längerer Pause jetzt richtig loslegen will, ist mir das voll wichtig!

    Danke schon mal für's antworten,
    Tom:rolleyes:
     
  2. Disgracer

    Disgracer A-Gitarren-Mod Moderator

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    Erstellt: 27.05.08   #2
    also wenn du ganz klassisch in der klassichen haltung, mit fußbänkchen spielst, sollten die arme ansich nicht runterhängen. der headstock der gitarre ist dann ja auch etwa auf kopfhöhe, wodurch der unterarm eher nach oben zeigt.
    eine gewisse grundspannung gehört also dazu. man sollte ja auch relativ aufrecht sitzen.
    aber eben auch nicht verkrampfen, oder mit gewalt den gitarrenhals umklammern.

    wenn du allerdings nicht klassisch sitzt, ist das alles mehr oder minder nebensächlich.
    da kommt es eh drauf an, wie die gitarren auf deinem bein ruht, wo du sitzt etc.
     
  3. Fidel

    Fidel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.05.08   #3
    Ich finde Grundspannung ist das falsche Wort:
    Wenn du sitzt, solltest du schon sehr entspannt sein. natürlich dürfen deine hände nicht schlabbern, sonst kannst du ja nichts spielen, aber du solltest sie lediglich in position halten und dabei immer lächerln (können) ;-).

    Linke (Greif-)Hand: Der Daumen sitzt immer auf einem Punkt am Hals, die Kraft auf die Finger kommt nicht aus dem Arm, sondern entsteht dann nur durch den Griff der Finger "auf" den Daumen. Du verstehst sicherlich, was ich meine.

    rechte Hand: der Arm liegt locker auf der Zarge, ist ja klar, die Fingerwurzelknochen liegen ungefähr parallel zu den Seiten und du benutzt immer nur die Muskeln, die du auch brauchst, um die Finger zu bewegen. Gerade bei der rechten ist es extrem wichtig, locker zu bleiben, wenn du solche Sachen wie Tremolo oder so mal machen möchtest.
    Wichtig ist außerdem, dass sich die rechte Hand so wenig wie möglich bewegt.

    Hier und hier mal Beispiele, wie man es perfekt macht.

    mfG Florian

    p.s. beim ersten Video musst du erst noch ein bisschen vorspulen, bis du den Meister siehst.

    p.p.s ich möchte hier keine Diskussion lostreten, welcher Gitarrist die beste Technik hat, aber für mich ist John Williams einfach das Paradebeispiel für perfekte Technik.
     
  4. Disgracer

    Disgracer A-Gitarren-Mod Moderator

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    Erstellt: 29.05.08   #4
    ja, er spielt schon technisch hammermäßig.
    grad bei asturias die linke hand ... ist einfach optimal. (mal bei etwa 4:45 gucken, wo der anfang nochmal losgeht) das ist einfach so effizient gespielt wie es geht. die hand ist total ruhig.

    wen ich auch technisch sehr sauber finde ist der Bögershausen:
    https://www.musiker-board.de/vb/newreply.php?do=newreply&noquote=1&p=3046190
    (großartig die ganzen stücke. und außerdem spielt er ne lakewood ;-)

    er hat auch diesen ruhigen flow mit seinen händen. (wobei er die rechte etwas schräger hält als John Williams. aber ich finde das kommt auch nen bissl auf die fingerlänge an)
     
  5. Fidel

    Fidel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.05.08   #5
    Echt, der Typ hat einfach die Ruhe weg ;).

    2. bestes Beispiel: Paco de Lucia für unsere Freunde der Flamenco-Gitarre.

    Von diesem Stück kann ich einfach nicht genug kriegen^^
     
  6. Spatz

    Spatz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.06.08   #6
    Ähem, Du meinst wohl die Mittelhandknochen, oder?
    (Die folgen direkt nach den Fingerknochen. Erst körpernah [nach] der Mittelhand und vor den Ellen- und Speichenknochen des Unterarmes, kommen die Handwurzelknochen. Außerdem kann man die kleinen, nicht röhrenförmigen Handwurzelknochen wohl kaum parallel zu irgendetwas ausrichten...)

    Gruß,
    Spatz
     
  7. Fidel

    Fidel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.06.08   #7
    Die Mittelhandknochen liegen senkrecht zu den Saiten.

    Ich bin aber kein Mediziner.
    Ich hab auf dem angehängten Foto markiert, was ich mit Fingerwurzeln meine.

    mfG Florian
     

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  8. Spatz

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    Erstellt: 30.06.08   #8
    Ok, ich habe hier einen Linkvon einem Bild, der die Sache wohl besser erklärt, als viele Worte: http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelhandknochen
    Die Mittelhand geht also noch ungefähr so weit zum Unterarm, bis der Daumen inkl. Daumenballen in die Hand übergeht. Dort beginnen dann die Handwurzelknochen.

    Gruß,
    Spatz
     
  9. Fidel

    Fidel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.07.08   #9
    Jetzt ist mir auch das Wort wieder eingefallen, dass ich die ganze Zeit statt Fingerwurzeln benutzen wollte:
    Fingerknöcheln. ;)

    mfG Florian
     
  10. Spatz

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    Erstellt: 02.07.08   #10
    Right! :D
     
  11. ibkoeppen

    ibkoeppen Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.07.08   #11
    Hi - ist ja lustig, die Diskussion...

    braucht man als Gitarrist jetzt auch schon einen Haltungstrainer, Masseur und Mittelhand-Coach?

    ich denke, nicht mal in der Fußballnationalmannschaft wird jemand den Spielern die Fußstellung korrigieren, oder doch?

    Nun ja, die 100m-Sprinter üben sicherlich auch das korrekte Abrollen über die Fußballen...

    Wer weiß, vielleicht könnte ich durch gezieltes Haltungstraining in meinem Gitarrespiel doch noch was verbessern (nach 30 Jahren "wilden", unorganisierten Irgendwie-Dasitzens und Irgendwie-Greifens)???

    is schon alles wichtig...

    Michael Koeppen
     
  12. Disgracer

    Disgracer A-Gitarren-Mod Moderator

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    Erstellt: 04.07.08   #12
    naja, sich nach 30 jahren noch was anderes anzugewöhnen ist auch was relativ anderes, als von anfang an auf eine ordentliche haltung zu achten.

    ich kann zum beispiel einige meiner stücke nicht sauber spielen, wenn ich die (klassische) gitarre auf dem rechten bein hab.
    in der klassichen haltung gehen einige sachen eben einfacher, weil man sich nicht so verkrampfen muss (linke hand sehr nah am körper) um auch in den höheren bünden zu spielen.

    und ebenso gibt es bestimmte handstellungen die das spielen erleichtern (die natürlich bei jedem individuum anders ausgeprägt sein können)

    wieso nicht drauf achten? kostet ja nix und kann nur vorteile bringen!
     
  13. Fidel

    Fidel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.07.08   #13
    Darf ich mal fragen, was du so seit 30 Jahren spielst?
    Ich möchte mal sehen, wie du dein Asturias oder Alhambra runterzauberst und dabei deine Gitarre in Lagerfeuerposition hast...

    mfG Florian
     
  14. Spatz

    Spatz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.07.08   #14
    Dazu würde ich gerne etwas sagen, wenn man mir das erlaubt:

    Im Gegensatz zu manch anderen Gelenken des menschlichen Körpers (z.B. das "Art. glenohumeralis" -> zu deutsch Schultergelenk; oder besser noch: ein Teil des Schultergelenks), ist das Sprunggelenk (besser: Sprunggelenke, bestehend aus dem Oberen Sprungelenk "Art. talocruralis" und dem Unteren Sprunggelenk "Art. talotarsalis") zu großen Teilen über Bänder stabilisiert.

    Wenn nun eine veränderte Fußachse vorliegt, ist davon auszugehen, daß eben dieser stabilisierende, sog. "passive Bewegungsapparat", an manchen Stellen überdehnt ist.
    Das bedeutet, daß der Fuß durch eine inkorrekte Fußachse einen beträchtlichen Teil seiner Stabilität verliert.
    Und verlorene Stabilität bedeutet ganz klar eines: Eine drastisch erhöhte Verletzungsgefahr, gerade bei Sportarten mit schnellen Richtungwechseln und Stopps, wie das eben auch beim Fußball der Fall ist.

    Nun betrifft das leider noch nicht einmal nur "das Sprunggelenk" sondern der Schaden/die Instabilität/inkorrekte Statik, weitet sich in geschätzten 99% der Fälle, auch noch auf angrenzende Gelenke ("Art. genus" oder Kniegelenk genannt, mit seinen Menisken "Meniscus lateralis et medialis", seinen Kreuzbänder "Ligg. cruciate" und seinen Außenbändern "Ligg. collateralia") aus.

    Diese Haltungschäden kann man übrigens durchaus muskulär stabilisieren, aber dazu gehört mehr, als "irgendwie" beim üblichen Training über den Rasen zu rennen.
    Dazu braucht es eine gezielte physiotherapeutische Behandlung, bei der die zu kräftigenden Muskeln (teilweise handelt es sich dabei um ein oder zwei winzige Muskeln, die eine wichtige Funktion bei der Neuromuskulären Führung einer Bewegung erfüllen) gezielt koordiniert.
    Wenn man hier allerdings wenig fachmännisch, einfach die Kraft trainiert, arbeitet man an so ziemlich allem, aber nicht an dem Problem. (Soviel zur derzeitigen "Lösung für Alles" ->Muckibude<-, einer der großen gesetzlichen Krankenkasse... :screwy: )

    Man sieht also hoffentlich, daß es absolut wichtig für JEDEN Sportler sein sollte, eine korrekt Beinachse zu erlangen.
    Insbesondere für die Herren der Nationalmannschaft, die mit ihrer (unverletzten) sportlichen Leistungsfähigkeit immerhin ihren Lebensunterhalt und ihre Altersversorgung zu sichern haben. Eine Verletzung zuviel kann hier das irreversible Ausscheiden aus dem Beruf nach sich ziehen.
    Und was dann, wenn man nur Fußball spielen kann (und ein derart exorbitant hohes Gehalt gewohnt ist... :D)???

    Klingt ein bißchen so, als würdest Du Dich darüber lustig machen, wenn andere Menschen schlichtweg genau sein wollen.
    Gerade in einem öffentlichen Forum, wo jeder Anfänger mitlesen kann, und kein Moderator den Wahrheitsgehalt einer Aussage prüft und korrigiert, halte ich es für besonders wichtig, daß man keine Halbwahrheiten von sich gibt, oder zumindest so nicht stehen lässt.

    Gruß,
    Spatz
     
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