Hand- und Körperhaltung?

von Wolle69, 24.06.08.

  1. Wolle69

    Wolle69 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.06.08   #1
    Servus!

    Mal eine Frage: Gibt es irgendwo im Internet eine Fotostrecke, wo die korrekte Körperhaltung für's Bass-Spielen (evtl. auch Gitarre) abgebildet ist?

    Zu Thema Finger der rechten Hand beim Fingeranschlag gab's ja hier neulich was. Mich interessiert aber auch bspw. die richtige Position vom Daumen der Greifhand, Handgelenk, Unterarm, ebenso die Position der Schlaghand beim Plektrumspiel und so...

    Nicht, dass ich mir gleich zu Anfang was falsch angewöhne...

    Ciao
    Wolle

    P.S.: Gerne auch Verweise auf andere Threads, hab aber nichts wirklich passendes gefunden bzw. weiß nicht, nach was ich suchen soll...
     
  2. Driver 8

    Driver 8 Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 24.06.08   #2
    Hallo Wolle!

    Zwei Websiten seien Dir dafür wärmstens empfohlen:
    1. www.groovemonster.de
    2. www.justchords.de

    Auf beiden Seiten wird sehr anschaulich erklärt (groovemonster hat mehr Bilder und fasst sich im Allgemeinen eher kurz, justchords ist sehr ausführlich, teils schon wissenschaftlich angehaucht) wie man solche Startschwierigkeiten am besten überwindet.
    Wenn Du Dinge nicht verstehst, kannst Du dann auch ganz gezielt hier im Forum nachfragen. Hier gibt's eine Menge Leute, die Dir dann sicherlich gerne weiterhelfen.

    Gruß,
    Carsten.
     
  3. Nashrakh

    Nashrakh Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.06.08   #3
    Aber Fotostrecken? Das kann man auch ganz gut erklären, finde ich...

    Also wichtig ist zu allererst, dass man nicht verkrampft, Schmerzen hat oder etwas auf physischer Ebene unangenehm ist, dann fährt man schonmal ganz gut.

    Daumen: Stell dir vor, du hast einen Apfel in der Hand. Genauso sollte das nachher aussehen, Daumen parallel zum Mittelfinger etwa. Wichtig bei der Greifhand ist: Nicht zuviel Kraft, nicht verkrampfen! Man wendet anfangs immer mehr Kraft auf, als notwendig ist, zumindest war das bei mir so. Kasperlegriff wäre schonmal nicht so toll (wie auf dem Foto - absolutes No Go^^)
    [​IMG]

    Besser ist es so:
    [​IMG]

    Man sieht schon, sehr relaxt. Das wäre ideal.

    Handgelenk: Da haste bei falscher Haltung die Gefahr einer Sehnenscheidenentzündung. Also lieber den Bass etwas höher schnallen, damit der Winkel nicht zu klein wird. Man merkt es aber auch schon, je mehr die Hand Richtung 90° wandert, desto schwieriger wird die Bewegung der Finger. Da etwas drauf achten, dass man das Gelenk nicht zu sehr knickt.

    Meine persönlich bevorzugte Basshaltung wäre diese hier:
    [​IMG]
    (von Groovemonster)

    Einfach und angenehm zu spielen.

    Unterarm linke Hand: Ja, da gibts nicht viel zu sagen, finde ich... Hauptsache, du presst ihn nicht an den Oberkörper, sonst hast du nicht genug Freiraum. Aber das ist wohl Geschmackssache, glaub ich...

    " rechte Hand: Wenn du Fingerstyle spielst, kannst du den Arm auf dem Korpus ablegen, Daumen auf den Pickup. Ich persönlich bevorzuge, den Arm nicht aufzulegen. Ich finde, der Arm wird träger, wenn er aufliegt.
     
  4. Wolle69

    Wolle69 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.06.08   #4
    Okay, Danke erstmal für die Antworten. Ich hab mich gestern Nacht noch durch den kompletten "Greifhantechnik"-Thread gekämpft... hatte den erstmal nur überflogen und da eben wenig Bilder gesehen. Da steht aber schonmal viel von dem drin, was ich zu brauchen glauben könne (oder so ;)). Mit Groovemonster werd ich mal anfangen...

    Im Greifhandtechnikthread wird ja erzählt, der Daumen solle so wenig wie möglich Kraft aufwenden. Das geht für mich (vielleicht nur zunächst und vielleicht ist das ne Sackgasse) am Besten, wenn ich den Daumen parallel zum Hals lege. Also sind das sogar mehr als 90° zum Mittelfinger! Der Daumen läge dass in etwa auf der Mitte des Griffbrettes. Ist das auch ein No-No? Denn: so spielt es sich doch recht entspannt...

    Rechte Hand: Ich spiele mit Plec. Dazu lege ich den Unterarm auf dem Korpus ab. Das spielt sich entspannt, allerdings stelle ich fest, dass ich so immer nur die E- und A-Saite gut erwische, für D und G müsste der Unterarm dann "nachrutschen" - was er nicht gut tut, da ich damit förmlich am Korpus kleben bleibe.
     
  5. Nashrakh

    Nashrakh Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.06.08   #5
    Hmm. Also ein wirkliches No ist das mMn ja nicht... wenn du damit klarkommst, ok. Aber vielleicht stößt du damit irgendwann spielerisch an deine "Grenzen", und dann ist evtl. Umlernen angesagt. Ich hab zu anfang auch den Daumen parallel gehabt, irgendwann hab ichs dann aber umgestellt. Wieso genau, weiß ich garnicht mehr... hatte aber mit meinem Daumengelenk zu tun.
    Exakt mein Problem beim Fingerstyle. Die obersten 2 Saiten kann man ohne Probleme spielen, aber danach wirds kritisch... Also, legst du deine Hand irgendwo auf? Vielleicht hilft es ja, die Hand auf der Brücke abzulegen, dafür aber den Arm nicht mehr auf dem Korpus... oder gleich frei schwebend, dafür konnte ich mich aber nie begeistern.
     
  6. Driver 8

    Driver 8 Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 24.06.08   #6
    Hm, kleine Rückfrage, nur dass ich das richtig verstanden habe: Dein Daumen zeigt also geradewegs in Richtung Kopfplatte?
    Da würde ich schauen, dass ich mir das nicht angewöhne. Jenachdem wie extrem man das macht kann das die Bewegungsfreiheit der Finger einschränken. So ziemlich am besten wäre es wie im zweiten Bild aus Nashrakhs Beitrag auf dem man die Halsrückseite spielt. Zur Orientierung: Der Daumen sollte mit dem Mittelfinger auf gleicher Höhe sein.

    Wie hoch hängt denn Dein Bass? Wenn er irgendwo jenseits Deiner edelsten Körperteile herumbambelt wird es natürlich schwieriger, an die hohen Saiten zu kommen, ist allerdings grundlegend möglich.
    Experimentiere ruhig mit verschiedenen Gurteinstellungen und Auflagepunkten. Und das ganze dann so lange, bis Du einen Punkt gefunden hast, der sich für Dich bequem anfühlt.
    Zum Kleben: Da es Sommer ist nehme ich an, dass Du mit einem kurzärmeligen Shirt spielst. Wenn man dann am Unterarm schwitzt passiert es gerne mal, dass man an Auflagepunkten "babbscht", wie der Hesse sagt. Langärmelige Oberbekleidung oder Schweißbänder an den Auflagepunkten können helfen.
    Oder ist das Problem anderer Natur und hat mit tatsächlichem "Kleben bleiben" nichts zu tun und ich hab das falsch verstanden?

    Gruß,
    Carsten.
     
  7. Wolle69

    Wolle69 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.06.08   #7
    Also ich lege den Unterarm, ca. 5cm nach dem Handgelenk, oben hinten (und genau wegen sowas ungenauem war ich auf Bilder aus) auf dem Korpus ab. Hand an sich frei. Ganz freischwebend is auch nix für mich. Am besten geht wohl ganz hinten, knapp über der Brücke am Korpus, nur dann habe ich das Problem, dass ich nicht der größte bin und meine Hand dann ganz schön weit ausholen muss, um alle Saiten zu treffen.

    Ja, genau so sieht es aus. Daumen zeigt genau zu den Mechaniken.

    Das wird schwierig, mir das umzugewöhnen. Wenn ich Gitarre spiele, sit mein Daumen etwa auf Höhe des Zeigefingers, steht aber auch leicht schräg in Richtung Wirbel.

    Die Anschraubplatte vom Hals deckt sich mit der Gürtelschnalle.

    Ja, ich denke auch, dass evtl. so ein Schweißband helfen könnte. Mal sehen.
     
  8. Wolle69

    Wolle69 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.06.08   #8
    Also wenn ich versuche, das Bild nachzuahmen, erreiche ich nur die beiden unteren Saiten mit dem Zeigefinger.

    Hält man mit dem Daumen eher so, wie hier der Ringfinger aussieht, oder eher so wie der Mittelfinger aussieht?
    [​IMG]
    (Bild von Groovemonster.de)

    Wenn ich ganz ohne Daumen spiele, ihn also locker "runterhängen" lasse, Muskeln völlig entspannt - dann zeigt er zu den Wirbeln. Wie wenn man seine Hand auf den Tisch vor sich hinlegt, Handinnenfläche nach oben. Ganz locker. Dann die Finger nach oben klappen und sich das Griffbrett mitten in der Hand vorstellen.

    Meine "alte" Spielweise sah nun ganz genauso aus, nur dass der Daumen eben ein bisschen weiter am Griffbrett ist und auf seiner gesamten Länge (!) anliegt. Hier also alle 3 Knochen:
    [​IMG]
    (Bild von Wikipedia, Artikel Hand)


    Es fällt mir sehr schwer, den Daumen hinter den Zeigefinger zu kriegen - das ist wenig relaxt, sondern eher verkrampft hoch zehn! Sollte man sich an die "Idealposition" herantasten oder NUR in der Idealposition spielen (Selbstkontrolle - Abbruch der Übung - Neu anfangen, ggf. langsamer)?
     
  9. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

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    Erstellt: 25.06.08   #9
    Hallo Wolle,

    man sollte schon versuchen es so wie in den vorher geposteten Beiträgen und Links zu machen.

    Dennoch will ich anfügen, dass eine "individuelle Note" nicht verkehrt sein muss.
    Meine absolute Lieblingsband ist ZZ Top. Andy Gibons und Dusty Hill sind ja nun auch nicht erst seit gestern im Geschäft. Schaut man sich aber die Aufnahmen vom Rockpalast an (gibt es teilweise auch auf Youtube), wird jeder Fingerstellungs-Fetischist beim Anblick von Dusty Hills Greifhand Herzrasen bekommen. :D
    "Das geht doch nicht! So darf man das nicht machen! Was soll der Klammergriff? Und überhaupt ..."
    Dusty Hill stört es nicht. Es scheint für ihn die optimale Haltung zu sein. Und wenn man sieht wieviel und seit wann er spielt kann es ihm nicht geschadet haben.

    Versuch es also nach den Anleitungen, hör aber auch darauf was dein Körper Dir sagt.

    Gruß
    Andreas
     
  10. The Dude

    The Dude HCA Bassbau HCA HFU

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    Erstellt: 25.06.08   #10
    Auch wenn es abgedroschen klingt und du es wahrscheinlich nicht hören willst:

    Nimm Unterricht!

    Gerade für die ersten Schritte zahlt sich das aus. Man hat sich sehr schnell unvorteilhafte Techniken angewöhnt, mit denen man am Anfang zwar gut zurecht kommt, aber bei anspruchsvolleren Stücken oder anderen Spieltechniken an seine Grenzen stößt.
    Sich dann umzugewöhnen ist sehr schwierig und lästig, endet nicht selten in Resignation und schließlich bei der Aufgabe.

    Ich weiß, was ich schreibe. Ich hatte nie Unterricht und mittlerweile tue ich mir wirklich schwer, wenn die Läufe komplizierter werden. Aus Bequemlichkeit habe ich z.B. am Anfang den kleinen Finger der Greifhand nicht benutzt. War damals kein Problem, die Läufe, die ich gespielt habe, ließen das locker zu.
    Wenn die Ansprüche aber wachsen und man schneller, genauer und sauberer spielen möchte, dann ist das ohne den kleinen Finger so gut wie unmöglich und das büße ich heute.

    Eine gute Technik ist die Grundlage für dein späteres Spiel und es mag Beispiele an Bassisten geben, die ihre ganz eigene, unkonventionelle Art Bass zu spielen entwickelt haben und damit erfolgreich wurden. Aber ich glaube die Zahl derer, die irgendwann das Handtuch geworfen haben, weil sie nicht mehr weiter gekommen und an ihren eigenen, fehlenden Fähigkeiten gescheitert sind, ist ungleich höher.
     
  11. Peter Venkman

    Peter Venkman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.06.08   #11
    Meine rede! Es ist immer besser es zuerst richtig zu lernen bevor man sich schlechte dinge eingewöhnt.

    Mir ging es auch so habe das mit 1,2,1,2,1,2, nicht so ernst genommen und immer variiert. Ergebniss bei schnellen läufen bin ich rausgekommen. Hat mich mehrere Monate gekostet um das umzulernen. Heute muss ich mir um die rechte Hand kaum gedanken machen (jedoch merke ich das 6 monate Bundesheer plus einsatz ihre wirkung zeigen. Muss wieder viel rechte Hand üben) Ich hatte ab dem 2ten monat einen lehrer. Alles sehr fähige Männer die mich immer unterstützt haben und nicht versucht haben mich zu etwas zu drängen.

    Such dir einen Lehrer der passt und du hast in 1,5 jahren solche fortschritte gemacht das du über dich selbst staunen wirst.

    Aber zum Thema Technik
    Ich bin ja auch ein Technik feti. Aber wenn ich rock spiele. und nur 8tel Klopfe mit Pick finde ich den Klammeraffen Griff viel entspannter. Aber klar sobald richtige läufe kommen muss der daumen auf den Hals rücken.

    LG
     
  12. Nashrakh

    Nashrakh Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.06.08   #12
    Wie Caddy schon sagt, solange du damit klarkommst... ;)

    Ich hatte übrigens auch einige Anfangsschwierigkeiten bei der Umstellung der Daumenhaltung. Aber da muss man durch - dass du verkrampfst, kann daran liegen, dass die Haltung ungewohnt ist. Also nichts überstürzen.
     
  13. Wolle69

    Wolle69 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.06.08   #13
    Hm hm hm.

    Also natürlich erstmal Danke für alle Antworten.

    Das mit der Meinung zum Lehrer kenne ich zur Genüge. Ich möchte aber nur ganz kurz anmerken, dass mein Hauptinstrument die Posaune ist und auch bleiben wird und ich zu kämpfen habe, mir die Stunden dafür leisten zu können.

    Den kleinen Finger der linken Hand versuche ich von Anfang an einzubinden, klappt auch (danke Nashrakh für die Fingersätze). 1,2,1,2,1,2,1,2,1,2 rechte Hand ist eigentlich kein Problem, das geht wie von alleine, allerdings nutze ich es nicht/kaum, da ich mit Plek spiele.

    Und das mit dem Daumen krieg ich auch noch hin.
     
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