Harmonisch, mitteltönig temperiert

von Bellini, 19.03.06.

  1. Bellini

    Bellini Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.03.06   #1
    Hallo,

    ich soll im physikunterricht demnächst ein kleines Referat über Tonalität halten und würde gern mit der Harmonielehre von Frank Sikora arbeiten.

    Dazu hab ich mal eine Fragen:

    An einer Stelle wird die temperierte Stimmung mit der harmonischen und mitteltönigen verglichen. Erst durch die temperierte Stimmung wurde, soweit ich weiss, polyphones Komponieren möglich (oder hab ich was falsch verstanden?!)

    Ich würde deshalb gern ein Stück, gern in der reinen Stimmung vorspielen, was aber erst nach der temperierten Stimmung geschrieben wurde. Macht das Sinn, wenn man verdeutlichen will, dass wir uns daran gewöhnt haben "falsch" zu hören, wie Sikora es da beschreibt?
    WIe bekomm ich denn den Frequenzwert der reinen Stimmung auf meine Gitarre? Ich müsste doch nur die einzelnen Saiten anders stimmen, aber wie?

    Danke

    Nicky
     
  2. Mico

    Mico Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.03.06   #2
    Nein, Polyphonie gab es schon deutlich früher. Das Problem bei der reinen oder mitteltönigen Stimmung ist das Modulieren in andere Tonarten.

    Auf jeden Fall. Wenn du z.B. ein Stück aus Bachs Wohltemperiertem Klavier nimmst, da fallen dir in reiner Stimmung die Ohren ab.
    Oder anders herum: nimm ein altes Stück, das in der vortemperierten Zeit geschrieben wurde und spiel es einmal in reiner und einmal in temperierter Stimmung ab. Letztere klingt hinterher deutlich verstimmt.

    Ich bin zwar kein Gitarrist, aber ich denke das geht mit einer Gitarre nicht, da ja die Tonstufen durch die Bünde fest vorgegeben sind. Du musst wahrscheinlich auf einen Synthesizer oder Sampler zurückgreifen.

    Gruß,
    Mico
     
  3. HëllRÆZØR

    HëllRÆZØR HCA-Harmonielehre HCA

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    Erstellt: 19.03.06   #3
    Mit 'ner normalen Gitarre kriegst du das nicht hin, da die Bundabstände in der reinen Stimmung verschieden groß sein müssten.
    ...und selbst wenn du die Bünde dementsprechend verschieben würdest, hättest du auf jeder Saite eine "andere" reine Stimmung,
    da es für jede Tonart - sogar C-Dur und a-Moll - eine eigene reine Stimmung gibt.

    Mit einem D-Piano / Keyboard könnte man sowas ganz gut demonstrieren,
    die haben teilweise so eine Funktion, dass man andere Stimmungen wählen kann.

    An Links zu Stimmungen kann ich die Wikipedia empfehlen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Stimmung_%28Musik%29

    Speziell zur reinen Stimmung:
    http://delphi.zsg-rottenburg.de/linkmusik.html

    ...außerdem könntest du noch erwähnen, dass eine Einteilung der Oktave in 53 (statt 12) gleichgroße Teile
    eine annäherungsweise reine oder pythagoräische Stimmung bewirkt.
    (die reine Stimmung ist vom Prinzip her eine erweiterte pythagoräische Stimmung)

    Ich habe vor, mir bei einer alten Gitarre ein Fretless-Griffbrett einzubauen,
    bei der diese 53 Einteilungen pro Oktave eingezeichnet sind.
    Im Anhang ist eine Skizze.
    Gitarre53.GIF
     
  4. HëllRÆZØR

    HëllRÆZØR HCA-Harmonielehre HCA

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    Erstellt: 19.03.06   #4
    ...ach so, du könntest mir ein Midi von diesem Stück schicken.
    Ich könnte das dann von meinem D-Piano aus abspielen lassen;
    mal in reiner und mal in gleichstufiger Stimmung,
    und das ganze als MP3 aufnehmen.
     
  5. Bellini

    Bellini Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.03.06   #5
    Das wär natürlich genial.
    Hab jetzt die Bouree aus Bachs Lautensuite in e als Midi im Anhang.
     

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