Harry Potter Skandal am Johannes-Kepler-Gymnasium Chemnitz

von rocking-xmas-man, 23.03.07.

  1. rocking-xmas-man

    rocking-xmas-man Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.07   #1
    Hallo musikalische Freunde.
    Da mich stört, dass viele Zeitungen einfach falsch über das Thema berichten, möchte im Sinne der Meinungsbildung einiges zum Verlauf der Geschichte darstellen.
    Dazu sei gesagt, dass ich an eben dieses Johannes-Kepler-Gymnasium gehe (11.Klasse), der Schulleiter mir auch durchaus bekannt ist. Schlagzeilen, wie Schule streicht Harry Potter vom Lehrplan jagen mir einen Schauer über den Rücken. Das schlimmste dieser einfach falschen Informationen ist, dass unsere bundesweit als naturwissenschaftlich-mathematisch-leistungsmäßig anerkannte Schule damit total in den Dreck gezogen wird.

    In einem Elternabend der Klasse 5b wollte die Deutschlehrerin Frau H. festlegen, welches Buch als das vom Lehrplan vorgeschriebene Buch der Neuzeit gelesen und behandelt werden soll. Der Vorschlag 'Harry Potter' kam. Einige Eltern waren sofort dafür und fanden das total toll, andere waren skeptisch, ob des Preises. Lediglich 2 meinten, dass ihre Kinder Harry Potter nicht lesen sollen, weil es sie in ihrem Glauben verletzt und sie den Kontakt ihrer Kinder mit Hexen, Magie, Zauberei und all dem vermeiden, oder wenigstens verzögern wollen. Frau H. meinte, das sei kein Problem - man muss ja nicht Harry Potter lesen und schlug 'Rennschwein Rudi Rüssel' vor. Darauf hin waren einige Eltern total empört, von wegen das sei doch ein Baby-buch für 2./3. Klasse, das Fünftklässler bei weitem unterforderden würde. Darauf entgegnete Frau H., dass sie eines der beiden Bücher behandeln würde. Nun sieht es momentan so aus, als würde sie beide behandeln, nur in verkürztem Maße. (da bin ich unsicher. So sprach einer meiner Kurs-Kameraden). Frau H. hat jetzt das Problem, dass die einen Harry Potter der Religion wegen nicht lesen sollen und die anderen Rennschwein Rudi Rüssel der geistigen Unterforderung wegen nicht lesen sollen; soll nicht heißen, dass die Klasse ge-2-teilt ist. Beide Gruppen sind Minderheiten von 2 Kindern. Aber sie meint, sie könne nicht jeweils 2 vor die Tür setzen, weil sie ihrer Bildungs-, sowie Aufsichtspflicht nich nachkommen würde, oder könnte. Das ist ja eigentlich alles kein großes Drama - halt so die Probleme, mit denen ein Deutschlehrer klarkommen muss. Bis jetzt hat auch der Schulleiter nichts mit der Sache zu tun. Nun aber schrieben eben die Eltern, die sich Rennschwein Rudi Rüssel verweigerten einen äußerst gut durchdachten Artikel und ließen ihn in die Freie Presse - unsere lokale, im Niveau mittlerweile deutlich gefallene Zeitung - setzen. Darin stand plötzlich, Harry Potter stünde im Lehrplan und die Schulleitung des Kepler-Gymnasiums hätte es kurzerhand übergangen und gestrichen - und das auch noch aufgrund einer Minderheit. Herr L., unser Schulleiter, hat später auch nur die Situation wiedergeben wollen und trotz seiner gewohnt sehr korrekten Ausdrucksweise konnten seine Worte missdeutet werden von einigen Journalisten. Vielleicht haben sie auch nur falsches abgeschrieben. Anfangs fand er die Geschichte noch lustig, jetzt allerdings nicht mehr. Vor allem, da wir als Schule momentan andere Probleme haben: Wir sind in einem Haus, das am Zerfallen ist, dessen Decke nicht Wasserundurchlässig ist, etc. und ziehen am Ende dieses Schuljahres in ein renoviertes Gebäude - dafür müssen noch allerhand Vorbereitungen getroffen werden.
    Jetzt kommt der bedenkliche Teil.
    Frau F. - meine Bio-Lehrerin hat in vorangegangenen Jahren des öfteren versucht, Bio-Olympioniten in unsere Lokalzeitung zu bekommen, die auf Bundesebene gewannen - stets erfolglos. Der Artikel der Eltern wurde sofort abgedruckt - sogar offensichtlich ohne jede Recherche, da recht leicht herauszufinden ist, dass Harry Potter nich auf dem Lehrplan steht. Dazu kommt die eindeutige Fehlinterpretation von Julia Bonk, der schulpolitischen Sprecherin der Linkspartei, die meint das Keplergymnasium könne sich nicht aus religiösen Gründen über den Lehrplan setzen. Sie hat ja recht, aber das hat das Gymnasium ja auch nich gemacht, oder machen wollen. Mit ihrer Mutmaßung hat sie genauso Recht - Faust z.b. müsste aus dem Lesekanon gestrichen werden - Teufel! Dann hat man Faust ja auch noch 2mal dran - in der Sek I das Volksbuch und in der Sek II der Tragödie ersten Teil und so gott will auch den zweiten. Alle Märchen wären natürlich auch Tabu. Dazu noch eine kleine Geschichte meiner Deutschlehrerin Frau K. Sie hatte schon einmal beinahe dasselbe Problem. Im Lehrplan stand die Behandlung eines Gedichtes von Heinrich Heine und sie wählte die schwäbischen Weber (find ich gut!), worauf sich Eltern bei ihr beschwerten, ihr Kind müsse gotteslesterung lesen und vorlesen und sich damit beschäftigen (da gibt es eine Strophe, in der auf den Gott, der sie zum Krieg geführt geschimpft wird). Sie musste sich vor Schulleiter (damals vom Alexander v. Humboldt Gymnasium Chemnitz) und den eltern verantworten. Viel ihr ganz leicht: nach ein wenig rumgeeier nach Argumenten stellte sie einfach die Gegenfrage, warum die eltern wöllten, dass man das Gedicht eines jüdischen (er konvertierte erst nach dem Schreiben und sagte selbst auf dem totenbett, dass er es bereut) Schriftstellers nicht lesen dürfte. Da war sofort Ruhe, weil die Eltern zwar sehr wohl als fundamentalistisch, nicht aber als anit-semitisch auftreten wollten.

    Soviel von mir. für Fragen allzeit bereit. Sollte ich mich in irgendetwas getäuscht haben, bin ich immer zu Korrekturen bereit.
     
  2. void

    void Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.03.07   #2
    nie von gehört :D
     
  3. rocking-xmas-man

    rocking-xmas-man Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.03.07   #3
    gut möglich. nur stehts halt in vielen Zeitungen falsch. und ich dachte, stell ich das mal richtig, für die, die davon gehört haben und sich maßlos aufgeregt haben.
     
  4. Helle B.eC

    Helle B.eC Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.03.07   #4
    hab auch noch nie von gehört, kenn ich aber ;)

    Aber ich finde man sollte Harry Potter in der Schule lesen dürfen. WIr haben zwar auch einige "streng religiöse" an unsrer Schule, aber Harry Potter verletzt ja keine Religionen.
     
  5. Hell Sister

    Hell Sister Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.07   #5
    Es erstaunt mich immer wieder wie viel Zeit die Menschen haben um sich über so etwas aufzuregen.
    Kurzes und knappes Statement:
    Der Staat als solcher ist vom religiösen Standpunkt aus als neutral anzusehen und hat die Aufgabe sich auch so zu verhalten. Die trifft im Falle einer staatlichen Schule auch auf diese zu. Es gibt ein Schulamt das sich mit der freigabe von Schriften für den Untericht auseinandersetzt und hier auch klare Regeln stellt. Die Schule hat die Aufgabe neben dem reinen theorethischen Stoff auch soziale und kulturelle Hintergründe zu vermitteln und zu [fett]erklären.[/fett] Dazu gehören nun einmal Mythologie und verschiedene ethnische Positionen. Wenn das Eltern nicht passt, können sie sich mit dem Schulamt auseinandersetzen oder ihre Kinder auf eine private Schule schicken. PUNKT!
    Ich hätte gar keine Geduld mich mit solchen Leuten herum zu streiten.
     
  6. r!vf4d3r

    r!vf4d3r Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.07   #6
    Ich denke mal Hell Sister sagt es schon:
    So das Problem ist nun, das die miesten Eltern nicht diesen Weitblick haben und nur die Schule sehen, welche ihr Kind besucht. Ich persönlich kenne dieses Problem eher von Seite der Schüler, als kleines Beispiel fällt mir hier eine Situation aus meiner Zeit aus der Unterstufe ein: Es wa glaub ich 8./9. Klasse, wir hatten Religion unser aktuelles Thema RELIGIÖSE Einflüsse in und durch Musik. Jeder sollte etwas Musik mitbringen und daraufhin wurden gemeinsam die Texte analysiert. Gut soweit ja kein Problem, bis dass die Musik der nicht so "christenfreundlichen" Vertreter des Musikgenres vorgestellt wurde (ich glaube es waren Slayer und noch jmd aus dem Genre), sofort fingen die Diskussionen an, warum man solche Musik an Schulen spielen dürfe und so weiter, die Situation erreichte ihren Höhepunkt, als jemand behauptete, dass die christliche Worship-Musik doch im prinzip nichts anderes sei, dass mochten unsre treuen Christen gar nicht hören. Nun denn die Diskussion lief weiter, bis der Lehrer sie final mit einer Erklärung über den religionsneutralen Stanpunkt unserer und auch der anderen deutschen öffentlichen Schulen beendete. Grade beim Schreiben fiel mir eine weitere solche Situation ein,a llerdings diesmal Lehrer-Schüler: Ein Kumpel, welcher eine Stufe unter mir verweilt, zog eines Tages ein Shirt an mit der Aufschrift (Vorne: Satan is coming ; Hinten: Satan is going). Durch dieses Shirt fühlten sich jedoch einige Schüler und Lehrer sichtlich in ihrem glauben verletzt, wobei doch dieses Shirt eine eher ironische Verharmlosung des Leibhaftigen ist.
    Nun denn, er zog es aus und die Sache war gegessen. Das merkwürdige war bloß, dass er jetzt mit dem Shirt welches er darunter trug rumlaufen durfte, es war ein Shirt der Band Dissection (ok die Band muss man nicht kennen, allerdings hat diese Band sagen wir schon eine eindeutige Geschichte was zB den Sänger angeht), auf diesem besagtem Shirt befand sich jedoch ein riesiges umgedrehtes Kreuz. Das war nun wiederrum ok...Also tut mir Leid, da fehlt es mir an Logik.

    Ich denke mal das elemtare Problem ist, dass sowohl Eltern, also auch Schüler, welche soclhe doch fundamentalistischen Ansichten haben, sich schwer tun, daran zu glauben, dass Religion und Staat mittlerweile getrennt agieren. Des weiteren stellt sich auch das Problem aus dem Umfeld der Schulen in dem sie liegen so kommt es wesentlich öfter zu solchen Vorfällen, in recht konservativ eingestellten Gebieten, wie ZB bei mir hier im Siegerland. Ich finds ehrlich gesagt arm was diese Leute veranstalten, da sie dabei nicht nur den anderen Kindern schaden, sondern auch ihren eigenen, allein wenn amn bedenkt, dass diese Kinder dann zB von anderen Kindern ausgelacht werden, nur wegen dem Entscheid ihrer Eltern...
     
  7. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 26.03.07   #7
    Mich wundern an der Sache nur die beiden Bücher überhaupt. Am Gym hätte ich weder Rüssel noch Potter erwartet. :D

    Bei uns gabs da "Die Welle", "Die Outsider" und "Herr der Fliegen"...
     
  8. Hel

    Hel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.07   #8
    Bisschen anspruchsvoll für die 5. Klasse :D
     
  9. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 26.03.07   #9
    Ist schule eine bildungseinrichtung oder was? Wenn andere medien keine rücksicht auf pädagogische wirkung nehmen, bleibt nur noch die schule, um entsprechende lesestoffe auszuwählen und aufzubereiten. Unterhaltsam/dummes wird doch in fülle über die kinder ausgeschüttet.
     
  10. Höhlentroll

    Höhlentroll Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.07   #10
    ich finde man sollte das lesen von harry potter an schulen nicht verbeiten aber auch nicht im unterricht behandeln. einfach aus dem grund weil es billigste populärliteratur ist. es gibt so viel tolle "hochwertige" und lehrreiche literatur, warum sollte man die kinderhirne mit soviel schwachsinn verstopfen?
     
  11. Höhlentroll

    Höhlentroll Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.07   #11
    Na denen hätte ich was gehustet. :screwy:
    Würden die ihr Pax-Christi-Shirt ausziehen oder was? Unglaublich!
     
  12. rocking-xmas-man

    rocking-xmas-man Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.07   #12
    Mich hat auch gewundert, dass die Idee kam, Harry Potter zu behandeln. Rennschwein Rudi Rüssel hat mich aber auch verwundert, hab aber gehört, das soll echt als gutes Buch gelten:screwy: :confused: :great: naja - bei ner 5. Klasse ja eigentlich auch egal.
    als Fünfklässler wäre ich aber extrem abgeneigt gewesen Harry Potter zu lesen, weil mir das Buch viel zu dick wäre. aber auch egal.
    Worauf es mir ankam, war, dass meine Schule Harry Potter nicht als Lesestoff verboten hätte, sondern diese Klasse sich mit der Entscheidung, ob sie gerne Harry Potter lesen wollen, recht schwer getan hat.

    Achso... die Welle kommt in Klasse 9 in englisch (oder manchmal auch 10) ;)

    Ich bin nebenbei auch der Meinung, dass die Schule, solange sie keine Privatschule ist, unbeeinflusst sein soll von Religion und Politik. Natürlich haben die Schüler da kaum Einfluss drauf, die Eltern aber sollten diesen Standpunkt wenigstens mit den Lehrern vertreten.
     
  13. wilbour-cobb

    wilbour-cobb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.07   #13
    hat ja auch einen heidnischen aspekt in der story. vielleicht fliegt das auch raus?

    ob harry potter nun trivialliteratur ist oder nicht, um 5 klässlern textinterpretation oder textanalyse im ansatz zu lehren, eignet es sich sicher super.
     
  14. x-Riff

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    Erstellt: 26.03.07   #14
    Zuweilen muss die Bildung vor den Eltern geschützt werden und zuweilen vor den Lehrern.

    Den Eltern würde ich gehörig was husten.
    Einfach mit dem Argument, dass die Schule die Aufgabe hat, die Leute zu bewußten, eigenständig denkenden, argumentierenden und handelnden Menschen zu machen. Punkt.
    Eltern, die ihre Kinder davor schützen wollen, sollten eher in Gefahr laufen, ihre Kinder überhaupt nicht mehr selbst zur Erziehung überlassen zu bekommen.

    Es kommt ja immer darauf an, was ich mit einem Text mache, wozu er in der Schule dient.
    Ich kann auch prima das Thema Trivial-Literatur nehmen. Denn irgendwann sollte man sowieso mal behandeln, was Literatur ist, wodurch sie sich auszeichnet etc. Ich kann auch sehr gut Sachen wie Handlungsfäden, -aufbau etc. an beiden Büchern behandeln.
    Ich finde es schon gut, dass Schule das aufgreift, womit sich Schüler und Schülerinnen ohnehin beschäftigen. Schule ist in der Regel sowieso zu abstrakt.

    Ich kann mich mit Erschrecken, Bedauern und ziemlichem Generve daran erinnern, dass reihenweise erbärmliche Kurzgeschichten oder so Sachen wie "Das Schiff Esperanza" durchgenommen wurden, ganz einfach weil Lehrer/Lehrerin das jedes Jahr in der gleichen Stufe gemacht hat und es dazu vorbereitete Unterrichtsmaterialien gab. Das ist doch grauenhaft.

    Na ja - um auf die ursprüngliche Geschichte zurückzukommen: daran kann man gut lernen, wie Medien funktionieren und wie man sie sich zu Nutze machen kann - mehr eigentlich auch nicht. Ärgerlich ist es natürlich - klar.
     
  15. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 26.03.07   #15
    Ne, denn das heidnische wird ja eigentlich kritisch beäugt. Während die Magie bei Potter überwiegend positiv gesehn wird. Ausser bei du weisst schon wem™ :D

    BTW das Argument mit dem heidnischen finde ich auch vollkommen daneben. Wenn ich Potter nicht am Gym als Lesestoff anbieten würde, dann sicher nicht mit so einem Argument, sondern schlichtweg deshalb, weil es absolut schwarzweisse Trivialliteratur ist.

    Die ich nach nem anstrengenden Tag durchaus mit Vergnügen lese, grade weil sie so unlaublich billich ist (wie ein 08/15-Film). :D
     
  16. spiritx

    spiritx Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.07   #16
    naja Harry Potter ist aber eine gute "einstiegsdroge". Viele kinder haben mit Harry angefangen und sind dann auch auf was anspruchsvolleres umgestiegen wenn man die kids mit irgendwelche Büchern langweilt überlegen die sich doch 3 mal ob sie nochmal freiwillig ein buch in die hand nehmen. Ach und diese eltern die sich darüber aufregen das sich der gute Harry nicht mit ihrem glauben vereinbaren lasse halten ihre kinder doch hoffentlich auch von heidnischen serien und filme wie pokemon usw. fern:rolleyes:. überhaupt müssten sie den ganzen tag damit verbringen beschwerde briefe zu schreiben und protestaktionen zu organisieren.

    Bei uns an der schule wäre glaube ich übrigens jedes kind sehr gemobbt worden was sich beim lehrer über das t-shirt eines mitschülers beschwehrtweil es seinen glauben beleidigt ^^
     
  17. Blob Gilb

    Blob Gilb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.07   #17
    meine Güte das sind ja fast schon amerikanische Verhältnisse :)

    Wir haben damals im 5ten Momo von (Gott hab ihn selig) Michael Ende gelesen.
    Im Nachhinein wundere ich mich eigentlich warum sich kein Elternteil bei der allzu offensiven Beschreibung der "grauen Herren" im Buch angesprochen gefühlt und eine Beeinträchtigung seiner Persönlichkeitsrechte gesehen hat. War vielleicht ganz gut, dass es bei uns keine Anwaltskinder gab :)
     
  18. Hell Sister

    Hell Sister Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.07   #18
    Ja, aber das wäre das Problem der Eltern. Rechtlich ist die Schule hier auf der "guten" Seite. Es ist schon mal ziemlich cool dass die Lehrer mit den Lehrern die zu behandelnden Bücher absprechen. Ich würde die Damen und Herren einfach abstimmen lassen und die Einwände von einzelnen dann einfach ignorieren. Wenn denen das nicht passt, gibts ja Privatschulen. Der Job des Lehrers in dieser Situation ist, wie schon vorher von anderen gesagt, das unterichten. Und dazu gehört dauch das aufklären über verschiedene kulturelle und ethnische Sachverhalte. Und so lange der Lehrer dies tut, ist er nicht anzugreifen. Da können die ruhig vors Gericht gehen, die bekommen dort kein Recht.
     
  19. HerrOtt

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    Erstellt: 27.03.07   #19
    Ich seh da keinen Skandal - weder wird verhindert, daß HP an sich gelesen wird, noch, daß andere Schulen HP in den Unterricht integrieren. Würden andere Schulen folgen, könnte man von einem Aufhebens sprechen, aber ein Skandal? Ist HP jetzt der Protagonist der Religionsfreiheit?
    Nur, weil die Eltern, die das Verbot angestrengt haben, aus religiösen Gründen gehandelt hatben, heißt das noch nicht, daß es einen Impuls auf die Rezeption der religiösen Ausrichtung in Deutschland hat. Dafür ist selbst HP zu unwichtig.
     
  20. Brigde

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    Erstellt: 28.03.07   #20
    Kleine Korrektur, damit auch andere User das Gedicht finden und in den Genuß dieser schönen Heine Verse kommen können:

    Das Gedicht heißt "Die schlesischen Weber".