High School Musical - Ist die Perfektion das Ziel oder erst der Anfang?

von -do_john_86-, 18.11.07.

  1. -do_john_86-

    -do_john_86- HCA Gitarren Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 18.11.07   #1
    Hallo zusammen,

    dieses Wochenende hatte Viva einige Shows des High School Musicals im Programm.

    Ich bin aus dem Staunen nichtmehr herausgekommen. Spitze Perfomances trotz des jungen Alters der Artisten, Musik die die Menschen bewegt und ein durchdachtes Bühnenbild mit toller Lichtshow.

    Der bittere Nachgeschmack war die typische Perfektion der Amerikaner. Dort gibt es nur Top oder Flop. Ein menschliches Auftreten wäre nicht Akzeptabel.

    Ich war hin und her gerissen: Lange nichtmehr soetwas gutes im TV gesehen (!) und ein Beweis dafür, dass es auch noch etwas für die Seele zu sehen gibt - nicht nur zum Amüsieren oder Abschalten. Andererseits sauer, oder eher traurig, dass soeine Show die Messlatte für alles Zukünftige werden könnte.

    Was ich nicht verstehe:
    Die Menschen werden immer dümmer, die Ergebnisse aber immer besser. Neulich rege ich mich auf, weshalb ich in Cubase keine guten Recording-Ergebnisse meiner Gitarre erziele (ich habe einfach keine Zeit mich einzuarbeiten), wärend ein Mädel mit Billigsoftware irgendwelche genialen YouTube-Videos produziert.

    Ob die Artisten des High School Musical wissen, was ein Equalizer oder ein Rack ist? Wo sind die Grenzen zwischen "groß sein" und "von einer Firma groß gemacht werden"? Kann man sich noch ohne digitale Aufbereitung und ohne Movingheads irgendwo hinstellen, einfach nur Gitarre spielen und von Menschen bewundert werden? Die Tendenz geht in Richtung nein.

    Bei aller Ironie, bei allem Sarkasmus, den ich in meinem Leben schon von mir gegeben habe. Das hier meine ich so wie ich es sage: Soll man sich freuen, dass es soein tolles Ergebnis gibt oder soll man einfach nur noch heulen, dass man keinem Menschen mehr mit etwas normalem eine Freude machen kann und es der Ami-Perfektionismus sein muss?

    Jetzt bin ich auf eure Meinungen gespannt.

    Grüße und gute Nacht,

    Jens
     
  2. lax_flow

    lax_flow Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.11.07   #2
    Wieso sollten die Darsteller/Sänger denn wissen was ein EQ ist? Klar, viele Sänger wissen das, es ist aber nicht grundsätzlich nötig um eine Gesangs-/Tanzperformance zu liefern.

    Dass alles immer perfekter wird ist ja auch irgendwie abzusehen, man muss halt alles toppen. Ich habe es jetzt nicht gesehen, aber haben sie nicht vielleicht auch einfach die jeweils besten "Takes" verwendet? Oder war das eine Live Show an einem Abend in einem durch?

    Ich glaube aber eigentlich, dass viele so empfinden wie du, und man gerade deshalb auch mit Nicht-Perfektion, eben gerade dem menschlich sein wieder mehr überzeugen kann. Ich weiß jetzt nicht auf welcher Ebene du das meinst. Wenn du eine Pop-Band im Studio produzieren willst wird es immer mehr in Richtung Perfektion gehen. Wenn du deiner Freundin ein Lied auf der Akustikgitarre vorspielen willst ist es ihr total egal wie sauber du das spielst. Conor Oberst von den Bright Eyes verdient mit seinem schlechten Gesang sogar ne Menge Kohle. Und ich wage mal zu behaupten, dass diese ganze Low-Fi Ästhetik bei ihm durchaus dazu beiträgt.
     
  3. dixo

    dixo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.03.08   #3
    ich hab gestern hsm im musikunterricht gesehn und bin begeister...

    einerseits total der "homofilm", anderrerseits geniale melodien, die ich immer noch nachsingen muss :) und eine perfekte chroeograohie (schreibt man das so??).

    den 2ten hab ich noch nicht gesehn, find die musik aus dem ersten teil aber großartig, obwohl ich eigentlich eher metal und rock hör.


    und warum sollten die darsteller wissen, was ein EQ ist??
     
  4. Alpha

    Alpha Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 14.03.08   #4
    Sorry, aber ich muss grinsen :D

    Ich sag's mal vereinfacht: Spirit ist wichtiger als Choreographie.
     
  5. iLLumination

    iLLumination Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.03.08   #5
    perfektion ist doch irgendwie langweilig
     
  6. ulze

    ulze Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.08   #6
    Ich bin an sich ein perfektionist - ich versuche alles so perfekt wie möglich zu machen ... is so ... :D aber für mich muss nicht alles perfekt sein (was andere machen) es kann durchaus auch so sehr gut sein!
    und zu:
    Ich würde sagen: DOCH!

    als beispiel würde ich z.B. terra naomi aufführen - sie hat zwar eine sehr gute (perfekte?) stimme - aber ihre aufnahmen die sie berühmt gemacht hatten waren bestimmt nicht perfekt. und trotzdem ist jeder begeistert - ohne MHs ohne EQ ohne ... "nur" von ihrer stimme.

    Aber ich finde jeder versucht aus seinem werk das beste herauszuhohlen und es zu perfektionieren. Disney überlegt sich wie man am meisten geld mit seinem werk machen kann - der schluss der produzenten war anscheinend viel geld zu investieren und ein perfektes werk zu machen. und um erfolgreich zu sein muss man heute wie auch früher a) sehr viel glück haben und/oder b) sehr gut sein...

    Soweit meine meinung
     
  7. dixo

    dixo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.08   #7
    ganz klar, aber ich finde auch so perfekte oberflächliche musik hat was.

    man kanns z.b nicht mit blues vergleichen, das is wie schweine und pferde
     
  8. lax_flow

    lax_flow Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.08   #8
    hast du ein glück, dass es eine karaoke-cd gibt :)
    Aber wenn du probierst mitzusingen; denk immer dran: Zach(?) hat es nicht selber geschafft die hohen Töne zu singen, das war nachher im Studio wer anders (so viel zum Thema Perfektion *g*)
     
  9. SkaRnickel

    SkaRnickel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.08   #9
    Zum Thema Perfektion:

    Billy Talent Live
    Billy Talent "Live"

    Konnte man in letzter Zeit auch bei diversen anderen Bands beobachten, welche Live..naja bescheiden waren, und auf einmal "Live" Alben ohne Verspieler und in Studioqualität herausbrachten, teils noch extremer...
     
  10. dixo

    dixo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.08   #10
    ok, es war doch eher ein nachsummen, statt ein singen
     
  11. Paranoid

    Paranoid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.08   #11
    Noch extremer? Das ist 1:1 die Studioversion, ohne auch nur versuchen, so zu tun, als wäre es live. Merken wohl trotzdem nicht alle :o
     
  12. SkaRnickel

    SkaRnickel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.03.08   #12
    Die Gitarre und die Stimme sind doch ein wenig anders, vielleicht haben sie es einfach nochmal neu eingespielt, aber so etwas als Live CD zu verkaufen, und auch noch in die Albumcharts recht weit nach oben zu bringen, empfinde ich als Frechheit. Andererseits..wer würde sich diesen Sänger live und unbearbeitet anhören :o

    Aber ohne Perfektion verkauft man nicht. Wenn ein Gitarrist das ultraschnelle Solo nicht schafft, spielt es halt jemand anderes auf der Platte ein, für die Sänger gibt es sowieso Autotune und verwandte Programme, usw... Deshalb ist man als Fan (oder neutraler Beobachter) auch oft in letzter Zeit einfach nur schockiert was für einen Mist sich manche Bands auf ihren Shows zusammenspielen, im gegensatz zur CD ("Empfehlungen": Children Of Bodom, Dragonforce, Billy Talent, teilweise Bullet For My Valentine). Auf so manchen alten Rock-Platten gab es im Studio Spielfehler, die mit auf Platte gepresst wurden, und das hat eigentlich niemanden interessiert...