Hohner Carina - Aufnahme der Bassmechanik ausgebrochen - reparaturtips

von TheNepomuk, 26.06.16.

  1. TheNepomuk

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    Erstellt: 26.06.16   #1
    Liebe Akkordeonisten!

    Bei meiner Hohner Carina ist bei einem Absturz :guilty: die eine Aufnahme der Bassmechanik aus dem Holz ausgebrochen. Aus dem Grund sitzt die Mechanik nicht mehr ganz richtig und fährt bei der Betätigung von ein paar Klappen ins leere. Eine Klappe schliesst auch nicht mehr richtig, weil sich das Holz an der Stelle etwas aufgewölbt hat.

    Mein Plan ist jetzt, das beschädigte Holz zu entfernen und mit herkömmlichem Holzkitt wieder aufzufüllen. Ich bin der Meinung, dass das halten sollte, da ja gottlob nur eine der vier Aufnahmen ausgebrochen ist.

    Würdet ihr das auch so machen, oder habt ihr einen besseren Vorschlag?

    Danke euch!


    Nepomuk
    Hier noch ein Bild des Desasters :embarrassed:(klicken für größere Auflösung)

    [​IMG]
     
  2. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 26.06.16   #2
    Mit Holzkitt geht natürlich - ist einfach zu bearbeiten und verträgt sich gut mit dem ausgerissenene Holz.

    - Holzkitt füllt gut, hat aber schlechte Trageigenschaften.

    Und die ausgerissene Metallhülse hat, soweit ich das erkennen konnte am , im Holz steckenden Teil, eine Verdickung, das verhindern sollte, dass sich das Teil mitdreht und beim festschrauben aus dem Holz rausgezogen wird. Wenn man die Metallhülse also wieder so einsetzen will, dass sie auch mechanisch belastbar ist, dann würde ich einen anderen Weg versuchen. die Hülse würde ich wieder mit Zweikomponentenklebern einsetzen. (Z.B. Stabilit Express - der härtet gut schleif- und feilbar aus. ) Und damit der Kleber nicht rausläuft, bis er fest wird und obendrein auch noch gute Flächentrageigenschaften mitbringt, würde ich den Kleber mit Fasern zusammen zu einer relativ dicken "Faserpampe" anrühren. Als Fasern kann man sich Glasfasern vorstellen, oder einfach Faserreste von einem Stückk Paketschnur, oder auch Stoff, Leinen etc. - Hauptsache man bekommt längliche Fasern zusammen.

    Solange die Pampe noch verarbeitbar ist am besten mit einem Stück glattem Kunststoff (am besten vorher hauchdünn einfetten, damit das Kunststoffstück nicht mit anklebt) das Ganze möglichst glatt drücken, dann braucht man hinterher fast nichts mehr nachschleifen. Der Kleber sorgt dafür, dass die Lücken und Poren gut gefüllt werden, dass der Kontakt zum Metallteil gut ist und die Fasern sorgen dafür, dass das Ganze nicht brüchtig wird und gut Last aufnehmen kann.


    Wer in Holztechnik gut bewandert ist, kann natürlich auch die "edlere" Lösung wählen:

    Schadstelle sorgfältig mit einem feinen Stechbeitel etwas aufstemmen und begradigen, den Metallbolzen zusammen mit Holzkitt einsetzen und obendrauf in die vobereitete freigestemmte Fläche ein kleines Stück Furnier als tragende Deckschicht einsetzen.
     
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  3. TheNepomuk

    TheNepomuk Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.06.16   #3
    Danke dir vielmals, werd das versuchen!
     
  4. TheNepomuk

    TheNepomuk Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.17   #4
    Hallo, wollte mich mal nach über einem Jahr zurückmelden: Die Idee mit der Faserpampe aus Epoxidharz und Schnur hat großartig funktioniert. Es hält und ist dicht!

    Vielen Dank Maxito!
     
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  5. mrairbrush

    mrairbrush Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.10.17   #5
    Ich repariere oft Risse in Gehäusen. Bewährt hat sich folgende Methode. Die zu bearbeitende Fläche muss rauh genug sein um eine gute Verbindung zu erhalten. Dann ein relativ dünnflüssiges Epoxidharz (Luftfahrtzugelassen) anrühren, die Fläche etwas damit vorstreichen um ein gutes eindringen zu gewährleisten. Dann mit dem Rest einen dicken Brei anrühren. Als Verstärkungsfasern eignen sich Baumwollflocken, Glasfaserschnipsel aber auch feine Holzspäne.
    Teile die man schützen will kann man mit Frischhaltefolie abdecken.
    Das ganze min. 24 Std. trocknen lassen, besser jedoch über 48 Std. Vor der endgültigen Aushärtung (in der Regel 72 Std.) wird das Harz bei Wärme wieder etwas weich.
    Sie so behandelten Stellen brechen an der Stelle garantiert nicht mehr.
     
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