Holzriss bei der G-Mechanik - Was tun?

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Ich habe mir vor kurzem einen gebrauchten 5-Saiter gekauft (als E-Gitarrist, wollte einen Bass für Aufnahmen zur Hand haben). Es handelt sich um einen Ibanez EDB-405. Leider habe ich erst nach dem Kauf einen Riss in der Kopfplatte bei der G-Mechanik entdeckt. Bevor ich damit zum Gitarrenbauer fahre wollte ich mal die Meinung fachkundiger Bassisten hier einholen.

Wie schlimm sieht der Schaden für euch aus, sofern das per Ferndiagnose feststellbar ist? Wie teuer könnte da eine Reparatur kommen?
Und die für mich wichtigste Frage: Ist nach einer fachgerechten Reparatur das Problem aus der Welt geschafft, oder kaufe ich damit nur Zeit bis zum unabwendbaren Halsbruch? :(

Der Bass ist ansich (soweit für mich erkennbar) normal zu bespielen und gibt auch keine besonderen Geräusche von sich. Die Saiten habe ich gestern neu aufgezogen (ein 45er-Satz in Standardstimmung).

Danke schon im Voraus für eure Meinung.

IMG_0800.jpgIMG_0803.jpg
 
Eigenschaft
 
... Wie schlimm sieht der Schaden für euch aus, sofern das per Ferndiagnose feststellbar ist? Wie teuer könnte da eine Reparatur kommen?...
ich würde das leimen (lassen), speziell, wenn der riss weiter durchgeht. kosten? vll. 30,00 :nix:
wäre er mir wert. der hat ja mal in der region 500,00 gekostet.
 
An der betreffenden Mechanik wurde offensichtlich schon herumgenudelt, die Schraube sieht schon sehr mitgenommen aus.
Ich würd mal die Mechanik ausbauen um den Schaden genauer zu sehen. Es sieht aber nicht allzu schlimm aus, das sollte jeder Schreiner (oder du selbst) reparieren können. Mehr als Leim und eine Schraubzwinge wird der wohl auch nicht benutzen.
 
Also G-Saite runter, G-Mechanik runter, Leim rein und Schraubzwinge drauf? Reicht da handelsüblicher Holzleim, oder brauche ich sowas wie Hautleim?
Eine Reparatur (selber oder vom Fachmann durchgeführt) wär es mir schon wert. Habe für den Bass 250 € gezahlt.
 
Der Riss ist ja nichtmal durgehend, nichtsdestotrotz kann es sein, dass er weiterarbeitet - wobei eben ein Abschrauben der Mechanik vielleicht mehr zeigt.
Sofern sich die Kopfplatte dort nicht schon etwas duch den Zug biegt wäre es am Einfachsten, wenn du dünnflüssigen Superkleber reinlaufen läßt, sodass er schön in den Spalt kriecht und dann max. mit einer Zwinge fixieren. (Nicht vergessen, Holz zwischen die Klemme, sodaß das Holz nicht beschädigt wird). Das sollte eigentlich reichen.
 
... wobei eben ein Abschrauben der Mechanik vielleicht mehr zeigt. ...
zum beispiel ... es ist schwierig ´ne definitive empfehlung auszusprechen, ohne das teil selbst in der hand zu haben oder den "handwerklichen fachverstand" von melancholia einschätzen zu können.
der riss geht anscheinend nicht tief. kann man den weiter "aufklaffen", um leim (z.b. titebond, kann man m.w. leicht verdünnen) vernünftig ´reinzubekommen? (sonst) auch vll. mit ´ner kleinen einwegspritze und feiner kanüle? abspalten gibt m.e. keinen sinn. und soo "gefährlich" scheint mir der riss auch wieder nicht.
hat man die utensilien nicht im haus und bastelt man weiter nicht ... holzwurm fragen, was und ob die reparatur überhaupt die in den raum gestellten 30,00 kostet ;)
 
Ich habe jetzt die Mechanik runtergenommen und weitere Fotos gemacht. Die schlimmste Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet, der Riss dürfte nichts mit dem Bohrloch für die Schraube zu tun haben. Aufklaffen lässt sich der Riss (für mich wahrnehmbar) nicht. Ich habe eigentlich nur Schiss, weil der Riss ja "um die Kurve" geht, also um die abgerundete Ecke an der Stelle. Der Riss ist übrigens so fein, dass ich da auch mit einer feinen Stecknadel nicht mal annähernd reinkomme.

Ich würde mir zutrauen, das mit Hautleim zu versiegeln (oder eher Superkleber?). Danach würde ich mal die äußerste Stelle des Risses markieren um zu merken, ob sich da noch was tut.
Wodurch kann so ein Riss eigentlich entstehen? Laur Verkäufer ist der Bass in seiner Wohnung die letzten 3 Jahre ungespielt herumgestanden.

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... Wodurch kann so ein Riss eigentlich entstehen? ...
mag in der struktur liegen. und wenn dann noch trocknungs-spannungen und luftfeuchtigkeits-schwankungen dazukommen ... :gruebel:
überleg mal, was diesbzgl. mancher a-gitarrenbesitzer für angst um die decke seiner liebsten hat ;).

das ganze scheint mir übrigens bei einteiligen bass- und gitarrenhälsen nicht soo selten zu sein. gut ist, dass kein verlauf in richtung der mechanikbohrung zu erwarten scheint. ich würd aktuell gar nix machen und beobachten/ hören.
 
Warum gerade Hautleim ?
ich würd normalen Leim reinfließen lassen, überschüssiges abwischen und nach dem Trocknen kurz mit feinem Schleifpapier drübergehen. Bei Superkleber ist das mit Abwischen halt so eine Sache, da bleibt gerne ein Rückstand, den man dann am Holz sieht. Könntest ja eventuell noch eine Zwinge anbringen, vielleicht schließt das den Spalt dann vollständig, ist aber nicht zwingend nötig.
Ich kann mir auch nicht ganz erklären, wie der Riss entstanden ist.
 
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Hautleim, weil mir ein Freund (der Bögen baut) ständig damit in den Ohren liegt, wie wertig der verglichen mit gewöhnlichem Leim ist.
Ich werde es morgen mal mit Zwinge und Leim probieren und im Anschluss Fotos machen und weiter berichten. Wäre echt schade um den schönen Bass (transparent black :) ).
 
Hautleim, weil mir ein Freund (der Bögen baut) ständig damit in den Ohren liegt, wie wertig der verglichen mit gewöhnlichem Leim ist. ...
es gibt keinen wertigen leim. lediglich zweckmäßigen.
gegen den leim an sich spricht nix. ich hätte die eine bestimmte marke sonst nicht in #6 genannt. bloss der (hinter)grund bei deinem freund wird imho anders sein. beim bogenbau dürfte die flexibilität der leimverbindung das entscheidende kriterium sein. für das füllen einer fuge in der ansonsten recht starren halsplatte eines elektrischen saiteninstrumentes ist das recht uninteressant.

dass die masse des headstocks klangbeeinflussende wirkung hat, mag ich unterschreiben. nur, dass jetzt nicht einer kommt mit dem argument mit hautleim schwingt der reparierte headstock freier/ organischer ;)
 
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Hautleim, weil mir ein Freund (der Bögen baut) ständig damit in den Ohren liegt, wie wertig der verglichen mit gewöhnlichem Leim ist
Mag sein. Knochenleim, Fischblasenleim, Hasenleim etc. wird nach wie vor beim Bau hochwertiger klassischer Instrumente eingesetzt. Er hat einige Vorteile aber auch sehr viele Nachteile.
Allerdings ist er genausowenig spaltbrückend wie gewöhnlicher Holzleim. Liegen die Holzteile also nicht aufeinander und werden nicht verpresst, hat die Reparatur null Effekt.
Mal ein Link aus dem E-Gitarrenbereich, der Dir vielleicht auf die Sprünge hilft: https://www.musiker-board.de/modifi...git/493546-klebstoffe-im-instrumentenbau.html

In einem solchen Fall würde ich wohl mit verdünntem dünnflüssigem Sekundenkleber in einer Spritze mit sehr feiner Kanüle arbeiten. Tief reinbringen, alles was wieder rauskommt umgehend mit einem feuchten Lappen entfernen, 1000er Papier und dann polieren. :nix:
Wenn man das gut macht, sieht man von dem Riß nachher nichts mehr.
 
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Ich habe gestern den Riss mit dünnflüssigem Superkleber behandelt und ein paar Stunden lang mit einer Zwinge fixiert (vermutlich umsonst, da sich beim Riss ja nichts bewegen ließ). Optisch hat sich da nichts getan, was mir aber egal ist. Ich habe an der äußersten Stelle des Risses eine kleine Markierung mit einem Edding gemacht...sollte sich der Riss vergrößern, lauf ich zum Gitarrenbauer. Einstweilen mach ich mir da aber keine weiteren Gedanken. Eventuell trage ich den überschüssigen Kleber noch ab, stört aber kaum. Würde das auch mit 1000er Stahlwolle gehen (habe ich hier rumliegen)?

Danke für eure Hilfe!
 
Würde das auch mit 1000er Stahlwolle gehen (habe ich hier rumliegen)?
Puh....

Stahlwolle (bzw. dessen Feinheitsgrad 000 oder 0000) ist nicht mit der Körnung von Schleifpapier vergleichbar.
Ich benutze 0000er Wolle zum polieren von Bünden oder entfernen von Schmutz aus dem Griffbrettholz. Das ist allerdings verhältnismäßig grob.
Um eine plane Fläche zu erhalten, würde ich 800er oder 1000er Papier nutzen (eventuell gleich Nassschliff) und dann auspolieren. Eventuell mit einem kleinen Klotz.
Stahlwolle ist ja eher dafür geeignet, bei Rundungen oder Buckeln "mitzugehen" und nicht zu glätten, sondern schlicht überall Material wegzunehmen, während Schleifpapier durch die steife Struktur Unebenheiten abträgt.
 
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Darf ich den Thread klauen? Es geht nicht direkt um einen Bass aber ich möchte den 1000ten Lackriss-Thread vermeiden :D
Würdet ihr dieses Prachtstück zurückschicken? Ist neu, limitiert, nicht mehr verfügbar. Mir wurde ein kleiner Ausgleich angeboten, da kein Austauschmodel verfügbar ist.
Leider kann man nicht unter den Lack schauen. Der Verkäufer sagte mir, dass das ein einfacher Spannungsriß im Lack sein könnte. Jetzt habe ich natürlich die Qual der Wahl...
1.jpg.
 
Verlauf in Faserrichtung. Ich würde tatsächlich auf einen Riß im Material tippen und zwar einen tiefen...:redface:
 
Ich denke das ist eine schlechte Leimfuge, die nun auf geht. Ist unschön, aber harmlos.

Kann man auch wieder kleben - bleibt nur hässlich. Wenn das egal ist, kann man das Instrument ruhig behalen.

PS: Ich würde übrigens keinen Haut-, Knochen- oder ähnlichen Leim empfehlen. Alles unberechenbares Zeug und brauch eine feste Verpressung, was wegen der Außenform bei Kopfplatten schwierig ist. Einfach mit 100er Sekundenkleber (sehr dünnflüssig) füllen und verschleifen. Fertig...
 
Danke euch beiden! Ich fälle morgen Vormittag eine Entscheidung. Aussehen ist eigentlich nicht so extrem problematisch, eher die fehlende Vernunft wegen möglichem Totalschaden am Kopf bei Neuinstrument :D
 
Update von mir: bei meinem Riss hat sich seit dem 19. nix getan, zumindest geht er nicht über meine Eddingmarkierung hinaus.
 

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