Home Office: Effizienzsteigerung gegenüber "klassischer Arbeit"?

von oldboy, 08.08.08.

?

Das Home Ofice

  1. ist das einzig Wahre

    5 Stimme(n)
    26,3%
  2. ist gut, ich gehe ab und zu trotzdem ins Büro

    4 Stimme(n)
    21,1%
  3. brauche ich trotz 5 Tagen a 8 Stunden im Büro noch zusätzlich

    2 Stimme(n)
    10,5%
  4. ist für mich überhaupt keine Alternative zum Büro

    8 Stimme(n)
    42,1%
  1. oldboy

    oldboy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.08.08   #1
    Mal was anderes:

    Laut einer Forsa Studie wünschen sich nahezu 2/3 der Deutschen das Home Office oder die sogenannte Telearbeit.

    Erstmal nicht spannend, aber: Seitens der Firmen wird oft über "Erhöhung der Renditen" gesprochen, gemeint ist dabei meist die Entlassung von Mitarbeitern.

    Von Seiten der Angestellten wird oft bemängelt, dass - gerade im Zusammenhang mit den Spritkosten - der Arbeitsweg eine immer schwerer stemmbare finanzielle Belastung darstellt.

    Angenommen man würde im Verwaltungsbereich verstärkt auf das Home Office setzen und damit auf flexible Arbeitszeiten, bessere Koordination von Job und Familie, käme dieses Modell eventuell beiden Seiten zu Gute.

    Die Betrieb könnten den Weg der Flächeneffizienz gehen, um Kosten zu senken, für viele Angestellte entfiele der tägliche Weg zur Arbeit und damit Sprit und Wartungskosten.

    Zum Thema Home-Office spielen noch andere Faktoren wie Sozialkontakte zu Kollegen, Selbstdisziplin und Eigenverantwortung bei Heimarbeit, etc. eine Rolle.

    Kurz gesagt: Könnt ihr euch ein Arbeitsleben ohne ständiges Erscheinen in der Firma vorstellen? Erfahrungen? Meinungen?

    Da nicht alle Wenn und Abers berücksichtigt werden können, nur 4 Auswahlmöglichkeiten, alles andere per Erläuterung.
     
  2. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.08.08   #2
    Davon halte ich gar nix.
    Da wird man doch automatisch faul, nachlässig, usw. weil man eh schon Zuhause is, lieber xyz machen würde als jetzt am PC zu hocken und zu arbeiten, oder das ganze ja auch noch "später" machen kann.

    Dann lieber von 8 bis 5 fest im Büro sitzen und sich gegebenenfalls auch ma langweilen, pläuschchen halten usw. aber dafür immer bereit zu sein was relevantes zu tun, weil man ja eh nix wirklich besseres machen kann in dem Moment.

    ...

    Ma ganz zu schweigen davon, dass für viele Aufgaben auch Zweite und Dritte benötigt werden und spätestens da ist ein Büro dann wieder unersetzlich.

    ...

    Ausserdem tut es auch ma ganz gut andere Leute zu sehen als immer nur die gleichen 0 bis 3 Fratzen die Zuhause so rumlaufen. ^^
     
  3. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.08.08   #3
    Das Problem ist wohl gar nicht die Faulheit. Soweit ich die Studien gelesen hab wird zuhause eher mehr gearbeitet, da man zwar die Stunden aufschreibt, allerdings nur die Arbeitsleistung als direkte Kontrollgröße übrigbleibt und diese auch klar zuzuordnen ist.
    Wer wirklich faul ist der bringt auch nichts zu Werke wenn er in seinem Büro sitzt.

    Allerdings gibt es wohl kaum noch Jobs die man alleine bewerkstelligen kann. Teamarbeit ist gefragt, und das geht nur mit räumlicher Nähe.
    Schon jetzt haben viele Unternehmen das Problem, dass ihre Entwicklung und Konstruktion als solches zu weit weg von der Produktion ist. Oft beträgt diese Trennung nur wenige Meter, aber es reicht aus um Probleme zu machen. Wie soll es aussehen wenn die Entwicklung erst gar nicht mehr in den Betrieb kommt, all die Probleme und die am Ende wichtigen Kleinigkeiten gar nicht erst mitbekommt? Nebenbei wäre eine Entwicklungabteilung ohne massive Zusammenarbeit gar nicht tragbar.

    Handwerkliche Jobs verbieten sich so oder so.


    Also würden wohl nur reine Sacharbeiterjobs in Frage kommen. Zum Beispiel wenn bestimmte immer wieder auftretene Fälle einer Versicherung von jemanden einfach nur abgearbeitet werden. Bei Mitarbeitern in einem Callcenter könnte ich es mir auch noch vorstellen.
    Aber es geht halt in Jobs, die eine gewisse Komplexitätsgrenze nicht überschreiten.
     
  4. DerZauberer

    DerZauberer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.08.08   #4
    Ich bin seitens meines Arbeitgebers mit Notebook und Fernzugang ins Firmennetz ausgestattet und bin echt froh drüber, dass ich die Chance habe, ab und zu mal von zu Hause aus zu arbeiten.

    Ich muss in meinem Job viel einerseits Denken, Strukturieren, Konzipieren, andererseits eben auch meine Ideen in der Firma vorstellen, diskutieren, etc. - und sitze in einem Großraumbüro. Großraumbüros sind super, weil man eben viel mitbekommt und mal eben bei Kollegen vorbeigehen kann - sie sind aber total kacke, weil man eben alles mitbekommt und ständig Kollegen vorbeikommen... ;-)

    Also: Wenn ich wirklich in Ruhe arbeiten und "denken" will, dann ist ein konzentrierter halber oder ganzer Tag Gold wert. Auch, wenn ich am Sonntag mal ne Stunde investiere und schon mal ein paar Mails abarbeite und/oder mich auf die kommende Woche vorbereite. Insgesamt brauche ich aber in jedem Fall das "echte" Büro mit echten Menschen...
     
  5. michaelausS

    michaelausS Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.08.08   #5
    So? Du meinst eine firma bezahlt dir Geld ohne eine Gegenleistung? Nee min Jong. Da wird abgerechnet, so wie bei Externen.
     
  6. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 13.08.08   #6
    Also ich war eine zeitlang selbstständig und habe zu Hause gearbeitet.

    Es ist natürlich eine Frage der Disziplin, der Organisation und der Motivation, effektiv zu sein.
    Gerade bei der Arbeit an Konzepten oder dem reinen Wegarbeiten war ich da effektiver.
    Wie es aber bei Menschen mit Familie aussieht, kann ich nicht sagen. Da gehören dann eben auch eine räumlich klare Trennung und klare Regelungen dazu.
    Mittlerweile in einem Großraumbüro arbeitend ist der Austausch mit Kollegen durchaus angenehm.

    Insofern fände ich eine Mischung, die möglichst frei vereinbar ist, für mich optimal.

    Technisch ist ja durch Internet und die zunehmende digitale Abwicklung von Dokumenten etc. eine räumliche Trennung eher einfacher geworden und muss vor allem im Unternehmen selbst vernünftig organisiert sein. Dazu gehört dann auch das Kontrolling der Arbeitsleistung - etwa über Kennzahlen (bearbeitete Vorgänge, Kunden, abgearbeitete Abschnitte etc.) - das ist aber eh Gang und Gäbe in größeren Unternehmen.

    Das ist die eine Seite vons Ganze. Auf einem anderen Blatt steht, dass zunehmend rationalisiert und auch outgesourct wird, verbunden mit Selbstständigkeit mit hohem Abhängigkeitsgrad und Verlagerung von Kosten.
    Statt Büroräume und Ausstattung, für die das Unternehmen aufkommt, richtet man zu Hause auf eigene Kosten ein Büro ein.

    Insofern ist es wichtig, ob das als Möglichkeit für die Mitarbeiter angeboten wird oder ob es zwischen sanftem Druck bis Zwang oder gar Voraussetzung, einen job überhaupt annehmen zu können, angesiedelt ist.

    Die Unternehmen rechnen schon für sich selbst - da soll man sich gar nicht so reinhängen. Die sollen sich auch selbst einen Überblick verschaffen, ob dadurch die Arbeitsleistungen der Tele-Arbeiter sinken, steigen oder gleich bleiben.

    Wenn es angeboten wird, würde ich es einfach ausprobieren, mir vorher aber Gedanken machen, wie ich das zu Hause organisieren will und woran ich merke, dass es mir gut tut und mir Vorteile verschafft. Nicht zuletzt gibt es auch die Erfahrung, dass man zu Hause weniger ein Ende findet und letztlich mehr arbeitet bzw. Arbeit und Freizeit nicht mehr so gut voneinander trennen kann und diese Vermischung einem selbst auf Dauer nicht gut bekommt. Das "freelancer"-Dasein hat seine Vorteile, aber auch seine Tücken.

    x-Riff
     
  7. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.08   #7
    @Frage Nr. 1
    Ja, solche Leute hab ich hier tagtäglich im Büro sitzen. :D

    @Frage Nr. 2
    Naja das kommt ja drauf an was für Arbeit Du machst und in wie weit das überhaupt zu kontrollieren ist.
    Nich jede Arbeit kann man so ohne weiteres nach dem Maßstab messen "5 Anträge in der Stunde sind Pflicht".
     
  8. oldboy

    oldboy Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.08   #8
    Stimmt, man kann durchaus 35 Jahre Büroarbeit rumkriegen, ohne auch nur ansatzweise produktiv oder kreativ zu sein, hauptsache, man fällt nicht auf und erledigt das nötigste oder deligiert geschickt alles weiter.

    Das führt zu Punkt 2:

    Inwieweit ist das Stempeluhrprinzip "Bezahlung nach Zeit" und nicht "Bezahlung nach Leistung" noch haltbar?

    Wenn ich meine Aufgaben nach 4 Stunden erledigt habe, könnte ich theoretisch gehen. Theoretisch, denn ich laufe Gefahr, dass ich entweder für irgendjemanden, der oben erwähnten "Unproduktiveren" noch Arbeit miterledigen muss oder ich komme gar zu dem Vergnügen, mir Sprüche wie "Na, nix zu tun?" oder "Sind Sie etwa unterfordert?" anhören zu müssen.

    Die meisten Chefs legen nach wie vor Wert auf die Anwesenheit über den kompletten 8.5 Stunden Arbeitstag und legen zusätzlich wert auf Überstunden wenn nötig. Früheres Gehen aufgrund höherer Produktivität wird nicht gern gesehen, sondern als fehlende Auslastung des Mitarbeiters gewertet.

    Ist die Zeit, die man in der Firma verbringt überhaupt eine haltbare Grundlage der Entlohnung?
     
  9. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.08   #9
    Das stimmt schon.
    Wenn man nach fertigen Produkten oder Leistung in dem Sinne bezahlt werden würde, würde ich - gemessen an anderen Kollegen hier - entweder doppelt so viel verdienen wie jetzt oder immer Mittags Feierabend haben. :D

    Ok ich hab auch meine fauleren Tage/Wochen, aber im Großen und Ganzen triffts das schon. ^^
     
  10. bobZombie

    bobZombie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.08.08   #10
    Ich habe letztes Jahr bei Dipl Arbeit "bei" einer Firma geschrieben, war aber zu 90% daheim und habe von dort aus gearbeitet (am PC- hab Medien-Informatik studiert). Der größte Vorteil für mich (manche werden vllt lachen): ich konnte nach dem Mittagessen ein kurzes 30min Nickerchen machen, um danach wieder "frisch" ans Werk zu gehen. Seit Jahresanfang bin ich nun Vollzeit bei dieser Firma und ich habe (gerade nach der MIttagszeit) oft schon arg mit einer latenten Müdigkeit zu kämpfen.
    Zudem muss ich auch täglich insgesamt 60 km fahren. Auf der anderen Seite habe ich daheim sehr viele Ablenkungsgeräte, wovon die meisten aus Holz sind und 6 Saiten haben...
    Ich persönlich finde eine "gesunde" Mischung am besten, d.h. zB 3 Tage Firma, 2 Tage daheim- Fulltime Homeoffice kann ich mir nich vorstellen, zumal ich dann wohl mit der Zeit zum sozialen Krüppel werden würde.
    Wir legen aber auf der Arbeit öfters "aktive Pausen" ein, in denen wir flippern oder kickern- da lenkt erstens ab und entspannt auch teilweise- eine klitzekleine (wenn uch nich wirklich konkurrenzfähige) Alternative zum kurzen Mittagsschlaf.
     
  11. BenChnobli

    BenChnobli Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 16.08.08   #11
    Ich arbeite schon sehr lange "on line". Früher noch für einen arbeitgeber in Europa, ausgestattet mit einem laptop, arbeitsplatz beim kunden oder zu hause oder auch mal im büro. Einen der mitarbeiter, die mir da unterstellt waren, habe ich die ganzen jahre nicht ein einziges mal in fleisch und blut zu gesicht bekommen. Und ich habe nichts vermisst.

    Heute hänge ich in Asien, bin selbständig und arbeite da, wo ich lebe, respektive wo immer ich will. Ein gut teil meiner arbeit findet völlig virtuell statt, kontakte nur über messenger, IRC oder auch mal ein meeting in SecondLife, kein benzinverbrauch.

    Positiv: Ich kann mein büro, meine zeit und das gesamte arbeitsumfeld so gestalten, wie es für mich am besten funktioniert, nix corporate identity, dress code oder stempeluhr. Im moment flimmern auf meinem tisch fünf bildschirme und dazwischen räkelt sich ein kätzchen (vierbeinig :)). Leben und arbeiten ist eins, es gibt keine trennung zwischen freizeit und arbeitszeit. Wenn ich viele stunden am stück durcharbeiten will, verwehrt mir das niemand und ich kann trotzdem zu hause essen. Und kann morgens meinen ersten kaffee im garten zu mir nehmen, zwischen zwei meetings mit dem hund gassi oder mit meiner frau einkaufen gehen. Ich allein bestimme, wann Sonntag, feiertag oder gar feierabend ist. Das fühlt sich für mich trotz des hohen "virtualisierungsgrades" viel natürlicher an als Mo bis Fr, 9 bis 5.

    Negativ: Ich glaube, weil mich nichts bremst, arbeite ich ein bisschen mehr als mir gut tut. Hatte aber bisher nur einen herzinfarkt, insofern also auch hier wohl alles noch im :great: bereich.

    Wenn ich es verhindern kann, möchte ich's nicht mehr anders haben. Ist aber vielleicht tatsächlich nicht jedermanns sache.

    Gruss, Ben