Horst Köhlers Rede vor der Knesset

von Phili, 02.02.05.

  1. Phili

    Phili Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 02.02.05   #1
    Ich muss sagen, dass ich nicht besonders begeistert war, als Horst Köhler das Rennen um das Amt des Bundespräsidenten gewann.
    Ich hielt ihn für steif und konservativ.
    Doch nachdem ich heute gesehen habe, wie er vor dem israelischen Parlament gesprochen hat und dabei den Tränen nahe war, habe ich nun ein anderes Bild von diesem Mann.
    Ich finde es bemerkenswert, dass Köhler die Worte "Ich verbeuge mich in Scham und Demut vor den Opfern..." verwand hat.
    Noch dazu, dass er seine Rede in Hebräisch begonnen hat.
    Das sind die Signale, die ich von einem verantwortungsvollen großen Deutschen hören möchte. Es ist dabei gar nicht so entscheidend, ob man sich heute noch für die Taten unserer Ahnen schämen muss, oder nicht, vielmehr geht es darum, im Bezug auf dieses dunkle Thema unserer Geschichte klar Stellung zu beziehen.
    Ich denke, damit hat unser Bundespräsident unserem Land einen großen Dienst getan und Deutschland ist somit einer Versöhnung mit Israel für die Undinge der Vergangenheit wieder ein großes Stück nähergerückt.

    Was denkt ihr dazu?
     
  2. Panda

    Panda Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.02.05   #2
    Ich kann nur sagen, dass Horst Köhler auch wenn er mir Anfangs sehr unsympatisch war (bzw. unbekannt fast) sehr oft zeigt, dass er ein guter Bundespräsident seien KANN. Z.b. seine Parteienunabhängigkeit die man doch oft genug merkt. Außerdem spricht er einfach vieles aus, was einfach mal angesprochen wird. Leider habe ich heut den ganzen Tag gelernt und somit die Rede noch nicht gehört bzw. gelesen.
     
  3. Baltazar

    Baltazar Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.02.05   #3
    Ich fahr nächste Woche zu einem Schüleraustausch nach Israel. Die Gastschüler waren im Sommer in Deutscland, und wir haben unter anderem auch das KZ Dachau besucht. Mich hat jedoch ihre kaum vorhandene Anteilnahme erschüttert. Die Leiterin wollte einen kleinen Gedenkgottesdienst abhalten, daran waren aber nur wenige interressiert. Soviel dazu.
     
  4. Phili

    Phili Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 02.02.05   #4
    Gut, hat aber mit dem Thema hier nun nicht viel zu tun.
    Denn zum einen heißt es nicht, dass es einem nicht leid tun muss, wenn man einem anderen etwas angetan hat, es ihn aber gar nicht mehr so interessiert. Das macht meine Tat ja nicht besser.
    Und zum anderen werden die Israelis, die du da kennengelernt hast, sicherlich die Ausnahme sein. Und natürlich trifft es die jüngere Generation in Allgemeinen etwas weniger, als diejenige, die dies alles miterlebt hat.
     
  5. Baltazar

    Baltazar Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.02.05   #5
    Jo seh ich auch so.
     
  6. Düsseltier

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    Erstellt: 02.02.05   #6
    Ich hatte eigentlich lange überlegt, ob ich nächsten Sommer in ein ein Kibbuzim nach Israel fahre und mir die Kultur und das Zusammenleben mal anschaue. Aber meine Eltern finden das im Moment zu gefährlich. (wann wars in dieser Region mal anders...:( ) Naja, jetzt gehts immerhin alleine nach Irland.

    Aber ich muss sagen, Horst Köhler hat sich bei mir (und bei vielen anderen auch) Sypathiepunkte gesammelt. Und zwar durch kluges Auftreten und durch guten Umgang mit Gästen. Er ist scheinbar ein sehr respektvoller Gast zu sein. Außerdem hat er bisher immer den richtigen Ton getroffen und dessen Anliegen wurden scheinbar auch verstanden!

    Kluges Kerlchen!
     
  7. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 02.02.05   #7
    Die heute in Israel geborene Generation ist genau die Fun- und Spassgesellchaft-Generation wie hier. Es gibt keine vererbten Opfer- oder Leid-Gene.

    Die Opfer versuchen, ohne Albträume mal zwei Stunden zu schlafen, die junge Generation dagegen hüpft in der Disko rum.

    Ganz normal. Täter- und Opferschaft sind individuelle Dinge, keine kollektiven. Auch wenn einige das behaupten und Kapital draus schlagen wollen.

    VERANTWORTUNG (auf der Täterseite) ist natürlich was anderes.


    IMHO allerdings Verantwortung vor den Opfern, nicht vor dem Staat Israel, dem ich bei weitem nicht so in den Hintern kriechen würde wie die Herren Kohl, Rau oder auch Köhler.

    Ein Staat, der Parteien duldet und fördert, die die Nünbeger Gesetze mit anderen hauptpersonen durchsetzen wollen, gehört nicht mit Samthandschuhen angefasst.

    Sowas hört man interessanterweise grade von Holocaust-Überlebenden...IN Israel. Die sind nicht selten auf der Seite der Friedensaktivisten....nicht auf Seiten der momentan nur als absolut rechtsradikal und rassistisch einzuordnenden Koalitions-Regierung.
     
  8. Phili

    Phili Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 02.02.05   #8
    Aber Ray, du vermischst hier zwei unterschiedliche Dinge. Wovon ich sprach, war die Ehrerbietung den Opfern des Holocaust gegenüber. Ich sprach nicht davon, dass Köhler Deutschland zu Israels besten Freund machen will. Die aktuelle Politik Israels ist eine andere Thematik, die mich hier gerade wenig berührt, da du immer Punkte finden wirst, sowohl auf Seiten der arabischen Welt, als auf Seiten Israels, die eine scharfe Kritik rechtfertigen. Jedoch darüber zu richten kommt mir nicht zu, da ich mich nicht für kompetent genug halte, Probleme zu lösen, die seit Jahrzenhten nicht gelöst werden konnten.
     
  9. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 02.02.05   #9
    Exakt.

    Aber du sprachst ja auch von der Rede vor der Knesset.

    Nun ist die Knesset aber alles andere als eine stellvertretende Holocaust-Überlebens-Fraktion. Im Gegenteil. Die Knesset repräsentiert die Legislative des israelischen Staates. Sie repräsentiert die moderne israelische Politik.

    Aber es ist nichts neues, dass deutsche Politiker Holocaust-Überlebende und israelischen Staat gleichsetzen. Obwohl es historischer Bockmist ist.

    Israel war schon fix und fertig, als der Hiolocaust begann, und als dann die Überlebenden dort ankamen, wurden sie noch beschimpft, weil sie ja nicht als Zionisten kamen, sondern nur als Flüchtlinge.

    Wenn man aus der Vergangenheit was gelernt hat, sollte man lieber vor ner Friedensinitiative reden, nicht vor der Knesset. V.a., wenn man den Holocaust mit zur Sprache bringt.

    Leider erfahren die, die was gelernt haben (auf allen Seiten) und die sich den Arsch für Frieden aufreissen, überhaupt keine Anerkennung.

    Aber das ist ja nix neues....



    PS: Köhler mag ich an sich aber trotzdem. Ist wirklich ziemlich parteilos. Mrs. Schwan hätte mir aber auch zugesagt, gute Frau.
     
  10. Phili

    Phili Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 02.02.05   #10
    Gut, da hätte ich mich wohl deutlicher ausdrücken müssen.
    Wie gesagt, mich an der aktuellen israelischen Politik und deren momentan populären Kritik auszulassen war nicht mein Ziel. Mir geht es eher um das Verhältnis von Deutschland zu Israel und damit hat der Konflikt mit der arabischen Welt m.E. nichts zu tun. Natürlich werde ich es nicht befürworten, wenn aus wirtschaftlichem (oder welchem auch immer) Interesse einem Land (etwa auch Russland) die Freundschaft erklärt wird, obwohl dort ganz offensichtlich Menschenrechte verletzt werden und Konventionen gebrochen. Hier jedoch war mein Anliegen ein anderes.
     
  11. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 02.02.05   #11
    Mir gehts ums Verhältnis zu den Opfern. Wer von Opfern spricht, sollte auch mit oder VOR Opfern reden. Nicht vor einer fragwürdigen staatlichen Organisation.

    Zu denen muss man reden, die wirklich Opfer sind. Davon leben in Israel heute herzlich wenige. Die meisten sind eh altersbedingt nicht mehr am Leben, zum anderen lebt in israel eh nur eine Minderheit alle Juden dieser Welt.

    Ich kanns net leiden, wenn die Opfer zum Spielball von Interessen werden, schon gar nicht,wenn es machtpolitische udn finanzielle sind. Und genau das passiert.

    Das Ende vom Lied: Staranwälte und auch der Staat israel verdienen ne Mase geld, und die Opfer kucken in den Mond. D'amato verdient aus dem Opferfond an einem Tag mehr als Opfer daraus für 5 Jahre Zwangsarbeit bekommen. Und der Staat Israel hortet Vermögen und Grundbesitz von Holocaustopfern, währned diese bzw. ihre Nachkommen zum Teil im Elend leben.

    Bei sowas sehe ich rot.

    Dass man "Zwischenhändler" braucht, ist klar. Deutschland bzw die Deutschen können nicht mit jedem Opfer persönlich in Kontakt treten.

    Aber sowohl die finanzielle Seite, als auch die geistige Seite (in Form von politischer und moralischer Unterstützung diverser Gruppen bzw. Versöhnungsaktionen) sollte sich nicht an Staaten richten, sondern an NGOs und über die an die Opfer.

    Was haben die Opfer davon, wenn ich mit Aktion Sühnezeichen in einem Kibbuz kostenlos arbeite....und damit nur die Regierung entlaste. Irgendein Opfer wasweissichwo auf der Welt hat davon nicht viel...

    Gehört jetzt nicht direkt zum armen Herrn Köhler (der kann eh nicht anders, keine deutscher Politiker konnte je anders), aber es gehört in dieselbe Kiste.

    Wenn ein Deutscher wirklich was tun will und was gelernt hat, soll er ein jüdisch-christlich-muslimisches Gemeinschaftsprojekt besuchen und da mal ne Rede halten, damit diese Leute bekannter werden und vielleicht mal an die Öffentlichkeit kommen und Unterstützung erfahren.


    Naja, ein politisch Lied, ein garstig Lied......
     
  12. Bleecker Street Boogie

    Bleecker Street Boogie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.02.05   #12
    Man könnte dieser Tage durchaus den Eindruck haben, das einzige, was "Deutschland" aus dem Holocaust gelernt hat, sei, dass es schlecht ist Juden zu töten, weil es schlecht für's Image ist und viel Geld kostet. Da setzt auch Köhler an: entschuldigt sich vielmals und ist sehr gerührt und wir haben daraus gelernt, es passiert nie wieder. In der Tat, das passiert nie wieder. Alleine schon deshalb, weil Israel im Besitz eines kleinen aber feinen Nuklearwaffenarsenals und sowieso nicht wenig wehrhaft ist. Der Tod ist schrecklich, ja, aber es gibt auch das Leben, und das verdient mehr Beachtung. Und just in beispielsweise Afrika passieren Dinge, die damaligen Judenpogromen durchaus das Wasser reichen können. Hat "Deutschland" wirklich etwas gelernt? Eher so, wie man eine Mathematikaufgabe auswendig lernt bis man im Schlaf kann, aber auch nur genau so. Wird in der Klausur eine Variable vertauscht, weiß man nicht mehr, was zu tun ist. Eigentlich ziemlich traurig.

    Das Israel von heute ist durchaus ein moderner Staat. An manchen Stellen könnte man fast auf die Idee kommen Parallelen zum antiken Sparta zu ziehen, aber man kann dem modernen Israel durchaus zutrauen sich um sich selbst kümmern zu können. Schön, dass Köhler eine bewegende Rede hält, nur ist sie vor dem Hintergrund der deutschen Untätigkeit in heutigen Krisengebieten, den innenpolitischen Fiasken mit Extremisten aller Couleur und doppelmoralischem Verhalten von politischen und wirtschaftlichen Eliten wenig glaubhaft und unangemessen. Schröder hält eine Rede zum Jubiläum der Befreiung des KZs Auschwitz, doch hat er vor wenigen Wochen die Flick-Collection eröffnet. Die preußischen Treuhänder bestehen nach wie vor wehement auf ihren Entschädigungszahlungen von Polen, resultierend aus den Grenzverschiebungen nach dem Kriege. Bitte - was soll das dann emotionale Reden in Israel zu halten?
     
  13. AlcoholicA

    AlcoholicA Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.02.05   #13
    Naja, eigentlich hat der Herr das ganz gut gelöst. Alle haben ihn gern und die Deutschen haben wieder mal gezeigt, dass es ihnen leid tut. Fragt sich aber trotzdem ob es klug ist als Politiker zu weinen...
     
  14. Antje

    Antje Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 02.02.05   #14
    Warum nicht? Schwäche zeigen ist kein Makel, jedenfalls nicht in meinen Augen. Und besser so, als ne versteinerte, nichtssagende Vis.... eines Georg Bushs, als er die Nachricht über die Attentate am 11.09. erhielt
     
  15. EDE-WOLF

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    Erstellt: 02.02.05   #15
    etwas OT aber bevor wir hier anfangen den herrn zu bejubeln:
    der mensch ist der, der unter kohl das "kleine" haushaltsloch von mehreren millarden übersehen hat... grund für unsere momentane staatsverschuldung ;) also nicht vergessen was die jung früher getrieben haben
     
  16. Phili

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    Erstellt: 02.02.05   #16
    Dass sie fragwürdig ist, ist erstmal bloß deine Meinung. Weiterhin wissen wir gar nicht, vor wem Herr Köhler noch alles geredet hat, weil uns davon sicherlich weniger berichtet wurde, als von der besagten medienwirksamen Rede. Zu guter Letzt könnten durchaus auch im Parlament einige Überlebende des Holocaust gesessen haben.

    Wie du später schon ganz richtig feststellst, kann man schlecht alle Betroffenen persönlich ansprechen, ergo sucht man sich eine Institution, von der man denkt, dass sie die beste Vertretung für diejenigen ist, die angesprochen werden sollen. Insofern war die Rede vor der Knesset genau der richtige Ort dazu. Die, die nicht betroffen sind, werden das sicherlich nicht als einen Freifahrschein zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit interpretieren. Davon war auch in der Rede nicht die Rede, soweit ich weiß ;). Natürlich kann man sich Sachverhalte immer so zurecht legen, wie man sie braucht, aber man kann auch die Fakten hinnehmen.

    Wiederum nur deine Ansicht. Und um ehrlich zu sein, eine ziemlich populistische. Für mich keineswegs ein Faktum. Aber bitte, du siehst andere Interessen im Hintergrund, die Köhler dazu bewogen, diese Rede so und dort zu halten, ich sehe ersteinmal nur das, was Köhler de facto gesagt hat und nehme es ihm auch so ab.

    Ist ja gut und schön. Aber was kann Deutschland groß dazu? Es wäre wohl mehr als unsensibel, wenn Deutschland seine Entschädigungspolitik unabhängig vom israelischen Staat und seiner Regierung, die nach demokratischen Gesichtspunkten immerhin für die Bevölkerung Israels steht, betreiben würde. Überdies sind es ja die Gerichte, die verantwortlich für derlei Prozesse sind. Da hat die Legislative nach meiner Ansicht weniger Anteil dran, als die Judikative.

    Eben. Und wer wäre da besser geeignet, als die Regierung, die jenes Volk vertritt, welchem das Unrecht getan wurde?

    Das ist recht wirtschaftlich gedacht. Für mich wäre es in erster Linie ein Zeichen. Ein symbolischer Akt

    Das eine schließt das andere nicht aus, denke ich.
     
  17. Heliklaus

    Heliklaus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.02.05   #17
    Hi

    Erst mal ganz kurz: Hab alles gelesen und muß sagen das "Ray" mein respekt hat. Er hat alles richtig erkannt und muß ihm völlig zustimmen.

    So,jetzt was anderes:

    Warum in Gottes Namen muß ich mich entschuldigen und Reue zeigen für eine Grausamkeit die meine Vorfahren (net so wörtlich nehmen) gemacht haben? Ich kann noch nix dazu. Wir Generation würden doch sowas nie machen.

    Wäre das selbe wie wenn ich der Sohn von Jack the Ripper wäre und müsste mich bei der Bevölkerung jedes Jahr Entschuldigen.

    Die Politiker sind eigentlich das Sprachrohr der deutschen Bevölkerung (sollte zumindest so sein) und dürfen nicht persönlich agieren.

    Achtung: seht das nicht all zu eng, ich enthalte mich nicht meiner Verantwortung (wenn ich eine habe). Es geht nur ums Prenzip. Ich verabscheue die Tat genauso wie ihr auch.

    Gruß
    Heli

    PS:hoffentlich habe ich mich nicht falsch ausgedrückt :(
     
  18. Phili

    Phili Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 02.02.05   #18
    Klar, ist wie in einer Mathe-Arbeit. Es gibt nur richtig oder falsch :rolleyes: . Ich wünschte, ich hätte euren Durchblick, die Welt wäre so einfach zu verstehen. Ich denke, dann würde ich ersteinmal das Unrecht auf der Welt abschaffen.


    Irgendwie wusste ich, dass dieses simple Totschlagargument wieder kommen würde.
     
  19. PuttPutt

    PuttPutt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.02.05   #19
    Also gegen Köhler hab ich nichts aber vielleicht könnte er zunächst mal dafür sorgen dass sowas wie der Holocaust nicht wieder passiert, sprich: dafür sorgen dass NPD und DVU gestoppt werden, bevor er Reden über die Vergangenheit hält. (war jetzt brutal ausgedrückt, ich weiß) Ansonsten find ihn ich bisher ganz ok.
     
  20. Phili

    Phili Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 03.02.05   #20
    Naja gut, aber das liegt ja wiederum nicht in seiner Macht. Er kann sich dafür einsetzen und das tut er ja, soweit ich das beurteilen kann, auch. Aber verbieten kann diese Parteien letztlich nur das Bundesverfassungsgericht oder der Gesetzgeber.
    Dass damit aber auch Bedenken verbunden sind, wie etwa die Versplitterung der einzelnen Gruppierungen und damit eine geminderte Kontrollierbarkeit und andere Probleme, sollte man auch mit bedenken.