Hughes & Kettner Bass Master FX Loop nachrüsten

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Knallcharge

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Kann man und wenn ja wie bei einem Hughes & Kettner Bass Master einen FX Loop nachrüsten?
 

Ja, kann man prinzipiell. Man muss ja nur das Signal nach der Vorstufe abgreifen und dann wieder zurück in die Endstufe gehen.
Aber wozu? Bei Gitarrenverstärkern macht das eher Sinn, weil man bestimmte Effekte (Modulation, Delay, Reverb) erst nach der Zerre haben möchte.
 
Ich stimme @GothicLars zu. Prinzipiell kann man sogar an beliebiger Stelle zwischen Eingang und Übergang von Vorstufe zur Endstufe den Signalweg auftrennen und einen FX Loop einfügen. Wenn man genug Ahnung hat und je nach Stelle des Abgriffes sogar auch mit Röhrenschaltungen klarkommen würde.

Aber: Harmonieren dann die externen Geräte mit der Schaltung des Bassmaster? Und falls nicht, baut man dann zusätzlich noch z.B. Opamps vor den Send und hinter den Return? Und wie klingt das dann, z.B. auch wenn keine externen Geräte angeschlossen sind. Und ist im Inneren des Gehäuses vom Bassmaster überhaupt genug Platz für weitere Anschlüsse und Schaltungsbestandteile? Und außerdem ist der Bassmaster doch eigentlich ein Preamp und hat nur für Übungszwecke eine 1W Endstufe? Wäre es da nicht letztlich billiger, die Effekte hinter einen regulären Ausgang des Bassmaster zu hängen und aus den Effekten z.B. in eine Stereoanlage zu gehen oder in einen superbilligen Übungsamp mit Anschluss für einen externen Speaker oder eine superbillige Wenig-Watt Endstufe aus dem Elektronik-Versandhandel oder eine gebrauchte Hifi-Endstufe oder oder ... ?
 
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Prinzipiell kann man sogar an beliebiger Stelle zwischen Eingang und Übergang von Vorstufe zur Endstufe den Signalweg auftrennen und einen FX Loop einfügen.
Direkt an der Eingangsbuchse. Dann kann man sich auch den OP sparen. :)
 
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Es geht um Chorus und Delay.
Also müsste man zwischen Vor und Endstufe da was machen.
Aber wo genau?

Screenshot 2026-06-15 185258.webp
 
Aber wozu?
 
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Hammer! Die haben dem echt 'ne Röhrenendstufe inkl. Ausgangsübertrager spendiert? Sag mir doch bitte mal, was die da für Bauteile genommen haben. Oder vielleicht einfach nur ein paar Fotos von den Innereien aus verschiedenen Perspektiven? Dafür wäre ich echt dankbar.

Vorweg noch wichtige Hinweise:
1) Vorsicht! Hohe Spannungen! Lebensgefahr! Das sollte man nur machen, wenn man weiß woran und womit man da arbeitet. Im Zweifelsfall lieber zu einem Techniker damit.
2) Die folgende schematische Denke funktioniert zwar grundsätzlich, es kann aber ungeahnte Nebeneffekte (z.B. unzufriedenstellender Klang, nicht zueinander passende Pegel etc.) geben, um die man sich dann ggf. nachträglich kümmern muss. Außer man ist professioneller Amp-Elektroniker o.ä., dann muss man sowas alles schon vorher einschätzen können. Bin ich aber nicht.
3) Ich beantworte hier nur Deine Frage so gut ich es kann nach bestem Wissen und Gewissen. Es ist nur ein Versuch der Vermittlung von Verständnis gemeint. Es ist ausdrücklich NICHT(!!!) nicht als Anregung gemeint, es so oder anders zu machen oder sich überhaupt daran zu machen, ein elektrisches Gerät zu modifizieren.

Zu Deiner Frage (bezogen auf das obige Schaltbild):

a) Ich denke typischerweise wird der Ausgang der Vorstufe optional in den FX Send geschickt und der FX Return geht dann in die Endstufe.

b) Der Ausgang der Vorstufe:
b.1) Die letzte Stufe der Vorstufe ist die Röhre zwischen R30/100k und R32/1k. Jetzt schau mal nach oben: R30 liegt an einem Punkt "C". Der Punkt "C" kommt aus dem Netzteil (unten links) und hat also 270V!!! Das ist mit gefährlicher hohe Spannung gemeint!!!
b.2) Da das Signal zwischen R30/100K und dem Pin1 der Röhre also (aufgrund der Verbindung zu Punkt "C") einen Gleichspannungsanteil aufweist, muss der weggeblockt werden, damit nur der Wechselspannungsanteil des NF-Audiosignals übrig bleibt. Das erledigt der Kondensator C12/47nF.
b.3) Also kann das Audiosignal des Vorstufenausgangs hinter C12/47nF abgegriffen werden. Aber auf keinen Fall vor C12!
b.4) Die Widerstände R28/560k und R27/220k bilden einen sogenannten Spannungsteiler. Der Signalpegel zwischen den beiden Widerständen wird ungefähr das 0,3-fache des originalen Signalpegels betragen. Und dieses vom Pegel her verringerte Signal geht dann in den "Eingang" der Endstufenröhre.

c) Weitere Vorsicht ist geboten:
c.1) Die Endstufenröhre liegt über R25/100R an Punkt "B", also an der Netzteilspannung 260V!!!
c.2) Die Endstufenröhre liegt außerdem über die Primärseite des Ausgangsübertragers an Punkt "A", also an der Netzteilspannung 295V!!!
c.3) Die gennanten Netzteilspannungen "A", "B" und "C" sind mit Kondensatoren C9, C10 und C11 mit je 33µF versehen. Es kann also auch nach Ausschalten des Gerätes und Ziehen des Netzsteckers noch eine ganze Weile lang eine hohe Spannung im Gerät vorhanden sein.

Eine erste einfache Möglichkeit:
i) C12 auslöten
ii) Signal am Lötauge "vor" C12 abgreifen. Achtung: das widerspricht scheinbar obigem Punkt b.3) - aber nur aus dem Grund, dass es so praktisch und relativ robust ist, die Signale an vorhandenen Lötaugen abzugreifen. Und das geht auch nur, weil dieser Abgriff nun seinerseits mit einem Kondensator zum Wegblocken des Gleichspannungsanteiles versehen werden muss. Und erst "hinter" diesem Kondensator sthet das Signal für die FX Send Buchse zur Verfügung. DER KONDENSATOR IST WICHTIG, WEIL VOR DEM KONDENSATOR NOCH HOHE SPANNUNG!!!
iii) FX Return Buchse ebenfalls mit einem Kondensator zum Wegblocken möglicher Gleichspannung versehen (wird standardmäßig gemacht, wenn verschiedene Audiogeräte miteinander verbunden werden, recht häufig werden dafür 10µF verwendet). Erst "hinter" diesem Kondensator eine Verbindung zum Lötauge "nach" C12 herstellen.
iv) Die Buchsen müssen so ausgelegt sein, dass sie das Signal direkt durchlassen, wenn kein Klinkenstecker eingesteckt ist.
v) Schick daran: man könnte die 1W Röhrenendstufe über die Return-Buchse direkt ansteuern. Zum Beispiel für einen Walkman mp3-Player etc. Zwar nur einkanalig (bzw. mono), aber dafür Röhre.

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Aloha .-)

Es ist nicht komplett unmöglich, aber nicht ganz trivial. Es handelt sich ja hier um eine 'echte' Röhrenschaltung (12AX7 als Vorstufe, EL84 als single-end Endstufe) mit entsprechend hohen Spannungen.

Die Schnittstelle um C12 ist im Prinzip korrekt, aber dort sind (aufgrund der Röhrentechnik) die Signalspannungen so hoch, das jedes halbwegs normale Pedal damit gnadenlos überfordert ist. Man muß also vor dem SEND den Pegel reduzieren / buffern und hinter dem RETURN wieder auf den ursprünglichen Pegel hochholen.

Man schaue sich mal die Schematics von Fender*-Amps mit Effektloop vor der Endstufe (z.B. Blues deLuxe) an, dann wirds klar...

Jenzz
 
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  • #10
Hammer! Die haben dem echt 'ne Röhrenendstufe inkl. Ausgangsübertrager spendiert? Sag mir doch bitte mal, was die da für Bauteile genommen haben. Oder vielleicht einfach nur ein paar Fotos von den Innereien aus verschiedenen Perspektiven? Dafür wäre ich echt dankbar.



Anhang anzeigen 1034610
Hallo
Kommt die Tage. Bin derzeit beruflich auf Reisen.
 
  • #11
Es ist ja kein Naturgesetz, dass Chorus und Delay immer in den Loop gehören. Der Aufwand lohnt sich nur, wenn du die Vorstufe zur Verzerrung nutzt.
Hi,

die Vorstufe des Bassmasters muss mit ziemlich hohem Pegel am Input versorgt werden, um richtig zu verzerren (hat mein Gitarrist mal gemacht, als er den Bassmaster wegen des Ausfalls seines Comboamps als Verstärkerersatz verwendet hat - die Endstuferöhre hat da bei einem kleinen Livegig im Freien an seinem 12-Zoll-Combo übrigens gut hinsichtlich der Lautstärke gereicht).
Ohne sehr hohen Input-Pegel liefert der Bassmaster maximal nur ganz leicht angezerrte Sounds.

Gruß Ulrich
 
  • #12
Was für Bass ja meist gewünscht ist.
 
  • #13
überhaupt genug Platz für weitere Anschlüsse
war auch mein 1. Gedanke, ich hatte vor zig Jahren die " cream machine", die hatte wirklich nur 1 watt Ausgang........bevor ich an dem schönen Bassbrüller
bei 260 Volt bastle, lieber den Line out nutzen........
 
  • #14
EL84 als single-end Endstufe
Danke. Weißt Du vielleicht noch, welchen Single-Ended-AÜ die dafür genommen haben? Kennst Du Dich vielleicht generell mit Low-Watt Röhrenendstufen aus? Also vielleicht ein Überblick und klangliche Eigenschaften, Zufriedenheitswerte, genre-spezifische Eignung o.ä.? Okay, will das hier aber auch nicht zu sehr off-topic werden lassen.

Die Schnittstelle um C12 ist im Prinzip korrekt, aber dort sind (aufgrund der Röhrentechnik) die Signalspannungen so hoch, das jedes halbwegs normale Pedal damit gnadenlos überfordert ist.
Ja, mir war auch eingefallen, dass Pedale vermutlich eher ein Signal vom Instrument erwarten, also auf dem Signalpegel der Klinkenbuchse von Egit/Ebass. Oder liegt da noch eine andere Überlegung bzw. Einsicht in Röhrenverstärker dahinter? Ich bin ja lernbereit ...

Man muß also vor dem SEND den Pegel reduzieren / buffern und hinter dem RETURN wieder auf den ursprünglichen Pegel hochholen.
Das ginge doch vor dem SEND am einfachsten per Spannungsteiler (oder mit leichten Klangeinbußen per Poti), oder? Aber was macht man beim RETURN? Wie groß wäre denn der Pegelunterschied in dB? Könnte man vielleicht am Ende der externen Kette eine Art Clean-Boost oder sowas verwenden, das den Pegel ausreichend anhebt?
 
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  • #15
Moin :-)

Vorweg: Ich fände den ganzen Aufwand auch übertrieben. Effekte davor, fertig ! ;-)

Ich habe mitrvor über 20 Jahren mal aus einem HK CrunchMaster, der ja aus der gleichen Serie stammt und recht ähnlich aufgebaut ist, einen Preamp + Tremolo fürs Rhodes gebaut. Dort ist die Endstufe (und die interne RedBox Speakersimulation) aber rausgeflogen, um Platz fürs Tremolo zu haben. Mit dem Endstufenteil an sich habe ich mich nicht beschäftigt, von daher kann ich in der Richtung keine Tips geben.

tramp_proto.webp


In Röhrenschaltungen sind ja nicht nur die Betriebsspannungen hoch, sondern (im Verhältnis) auch die Audio-Pegel. Wenn man grob überschlägt: Ein 12ax7 hat (natürlich je nach Schaltung) einen Verstärkungsfaktor von ca. 100. Heißt also, dass bei 100mV Input schon 10V Pegel am Effektweg anstehen würden. Für ein 'normales' Pedal viel zuviel, da ist manchmal schon bei einigen 100mV Schluss.

Wenn man beim besagten BluesdeLuxe schaut: Fender* nimmt auch nur einen Spannungsteiler, hat dahinter aber einen Buffer, damit der Pegel unabhängig vom Eingangswiderstand des nachfolgenden Gerätes / Pedals bleibt. Im Return gibt es einen Aufholverstärker (OpAmp), der ca. 15-fach wieder hochverstärkt. Das könnte man natürlich auch mit einem externen Pedal machen.

Jenzz
 

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