Ich lach mich raus - neuer Text

  • Ersteller Spice Weasel
  • Erstellt am
Spice Weasel
Spice Weasel
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
28.03.22
Registriert
25.03.12
Beiträge
254
Kekse
1.224
Ort
Kaufbeuren
Hallo liebes Board,

ich habe aus meiner guten Laune im Moment heraus ein neues Lied geschrieben. Der Text an sich muss in seinem Sinn nicht immer schlüssig sein. Es sind eher Gedankengänge und Bilder die in einem Kopf abgelaufen sind und die ich aufgeschrieben hab. Ich hätte gern ein paar Meinung von euch, wie der Text auf euch wirkt. Am besten wäre es natürlich mich Melodie, aber ich habe im Moment keine Möglichkeit aufzunehmen.

Ich mach die Augen zu und öffne meine Ohren.
Die Amseln singen heute für mich ein Lied.
Ich sollte aufstehen, doch ich möcht so gerne bleiben,
denn ich mag es wie der Himmel im Liegen aussieht.

Ich inhalier den Duft von frischgemähtem Rasen.
Die Sommerluft nimmt ein Stück Fernweh von mir mit
und in Gedanken tanz ich barfuß durch die Straßen
bis zum Strand und übers Meer und alle tanzen mit mir mit.

Ich lach mich hier raus
Ich tanz durch den Regen und nicht durch die Tränen.
Zieh die engen Schuhe aus
schlage Räder über Wiesen, denn ich will mich bewegen.

Ich trag mich durch den Tag mit lustigen Gedanken.
Manchmal weiß ich nicht, was um mich herum passiert.
Ich vergrab den Alltag und den Stress in warmer feuchter Erde
darauf wächst ein Baum, von dem die Welt viel bunter aussieht.

Ich lach mich hier raus
Ich tanz durch den Regen und nicht durch die Tränen.
Zieh die engen Schuhe aus
schlage Räder über Wiesen, denn ich will mich bewegen.

Ich such den Sinn im Hetzen, Meckern und im Weinen.
Doch ich kicher, denn ich find ihn einfach nicht.
Stattdessen lass ich heut für euch die Sonne scheinen,
denn es lacht sich so viel leichter mit Sonne im Gesicht.


Ich tanz mich hier raus
Ich lach in den Regen und nicht durch die Tränen.
Zieh die engen Schuhe aus
schlage Räder über Wiesen, denn ich will mich bewegen.

 
Eigenschaft
 
Hey Spice Weasel,

deine gute laune liest man auch aus diesem text zimlich gut heraus.
Der text wirkt auf mich sehr fröhlich, verbundenheit mit der natur und schwerelosigkeit.
Welche musikrichtung schwebt dir den vor? Mein erster gedanke war, "schnelle" dur akkorde auf A-Gitarre mit Gesang oder irgendwas das in rischtung "juli" geht.
ich mach noch ein paar anmerkungen:

Hallo liebes Board,
(...)

Ich mach die Augen zu und öffne meine Ohren.
Die Amseln singen heute für mich ein Lied.
Ich sollte aufstehen, doch ich möcht so gerne bleiben,
denn ich mag es wie der Himmel im Liegen aussieht. schöne stimmung

Ich inhalier den Duft von frischgemähtem Rasen.
Die Sommerluft nimmt ein Stück Fernweh von mir mit
und in Gedanken tanz ich barfuß durch die Straßen
bis zum Strand und übers Meer und alle tanzen mit mir mit.du beschreibst bilder, mit dennen sich jeder identifizieren kann, aber "alle tanzen mit mir mit - ist mir persöhnlich ein bisschen zuviel des guten ;)

Ich lach mich hier raus
Ich tanz durch den Regen und nicht durch die Tränen. Tränen können auch positief sein, auf "bewegen" reimt sich noch soviel mehr vileicht lohn es sich für dich noch einige alt. sätze zu überlegen:)
Zieh die engen Schuhe aus
schlage Räder über Wiesen, denn ich will mich bewegen.

Ich trag mich durch den Tag mit lustigen Gedanken.
Manchmal weiß ich nicht, was um mich herum passiert.
Ich vergrab den Alltag und den Stress in warmer feuchter Erde
darauf wächst ein Baum, von dem die Welt viel bunter aussieht. im gegensatz zum inhalt, finde ich diesen verse weniger "schwerelos" er liest sich so als ob du etwas in bildern ausdrücken wolltes, aber es kommt für mich persöhnlich ein wenig gezwungen formuliert rüber

Ich lach mich hier raus
Ich tanz durch den Regen und nicht durch die Tränen.
Zieh die engen Schuhe aus
schlage Räder über Wiesen, denn ich will mich bewegen.

Ich such den Sinn im Hetzen, Meckern und im Weinen.
Doch ich kicher, denn ich find ihn einfach nicht. hier liest es sich für mich als ob du menschen ansprechen willst, auch so zu fühlen wie du, aber es wirkt viel mehr als ob du andere kritisierst die nicht so schwerelos sind
Stattdessen lass ich heut für euch die Sonne scheinen,
denn es lacht sich so viel leichter mit Sonne im Gesicht. schöner abschluss


Ich tanz mich hier raus
Ich lach in den Regen und nicht durch die Tränen.
Zieh die engen Schuhe aus
schlage Räder über Wiesen, denn ich will mich bewegen.



grüße,
thomas
 
hey thomas,

vielen dank für dein feedback..
erklär das mal genauer bei "und alle tanzen mit mir mit".. ich habe dieses bild im kopf: Sommer, Spanien, gute Laune, gute Musik, ich tanze (wie immer) und alle anderen lassen sich auch dazu hinreißen, wie eine Art Flashmob.
Zum Thema Tränen: Die Tränen, die ich hier angesprochen habe, sind keineswegs positiv. Man muss dazu sagen, ich habe eine ziemlich blöde Zeit hinter mir, mit Klinikaufenthalten und dem Verlust meines Pappas, mit Depressionen und und und.. Deswegen sind die Tränen in diesem Zusammenhang eher negativ gemeint und ich denke an die blöde Zeit, in der ich mich über sovieles beschwert habe, mir das Leben selber so schwer gemacht habe etc. Diese Zeit möchte ich hinter mir lassen und das ist damit gemeint.

Zur letzten Strophe: Ärgerlich, dass es kritisiert rüberkommt. Das ist keineswegs so gemeint und soll auch nicht auf die Allgemeinheit bezogen sein. Es ist, wie schon oben geschrieben, das selbe Thema. Ich will mir das Leben selber nicht mehr so schwer machen..
 
Hi Spice Weasel,

dein Text hat mir auf Anhieb gefallen: wunderbarer Fluß der Sprache, schöne Bildern, sehr schöne Stimmung, man möchte einfach mitmachen und sich mitreißen lassen von der Lebensfreude. Von der wieder erlangten Lebensfreude, wie es an einigen Stellen durchscheint. Oder durchzuscheinen scheint: denn eindeutig sind für mich diese Stellen nicht - nicht so jedenfalls, wie Du sie meinst in Deiner Antwort an wüstenstaub.

Ich inhalier den Duft von frischgemähtem Rasen.
Inhalieren verbinde ich immer mit Krankheit: ein inhaliergerät, leute die etwas einatmen müssen, weil sie es an der lunge haben etc. Oder mit Drogen: man inhaliert halt tief, um sich die wirkstoffe mächtig reinzupfeifen. Ich vermute, es geht Dir eher um: tief einatmen im Sinne von bewußt in sich aufnehmen ...
Ich finde es ambivalent: wenn Du diese sprachliche Spur zu etwas, was man überwunden hat (Krankheit, Drogen), legen willst, ist es geschickt gemacht - wenn nicht, würde ich es ändern.

bis zum Strand und übers Meer und alle tanzen mit mir mit.
Auch da bin ich ambivaltent: einerseits entstand sofort ein Bild in mir - andererseits war es eins, das eher an werbung erinnert, weil es ja so irreal-übertrieben ist. Klar: sind Träume und Wünsche auch ... Insofern glaube ich, dass es sehr darauf ankommt, wie es gesungen wird. So wie ich Deine Lieder kenne, würde ich Dir ohne weiteres abnehmen, dass es ein wunderschöner kleiner Tagtraum ist, der einfach bedeutet, dass man so gute Stimmung hat, dass man einfach möchte, dass alle sie teilen ...

Ich lach mich hier raus
Ich tanz durch den Regen und nicht durch die Tränen.

Für mich eindeutig die schwierigste Stelle im songtext. Sich rauslachen bedeutet für mich: real kann man die Situation nicht ändern, also kann man sie nur ändern, indem man seine Haltung dazu ändert: und sich eben rauslacht. Ich vermute, Du meinst es in diese Richtung und ich denke, es kommt auch rüber. Die andere, ebenfalls stimmige Interpretation wäre: Ja, ja - jetzt lacht das lyrische Ich sich seine/ihre Situation schön: aber danach kommt wieder die katertrauerstimmung ...
Ja - und sowohl beim ersten wie beim mehrmaligen Lesen bin ich über die Tränen gestolpert: die im Text ausgedrückte Stimmung ist Lebensfreude. Um die auszudrücken, bedarf es eigentlich nicht des Verweises auf schwere Zeiten. Kann, muss aber nicht. Dir ist es offensichtlich (?) wichtig, dies mit auszudrücken: das lyrische Ich hatte schwere Zeiten, aus denen es sich nun beginnt zu befreien, aufzuatmen, die Fesseln zu lösen.
Sprachlich ist die Asspziationsspur stimmig: Regen und Tränen sind beides Flüssigkeiten, fallen in Tropfen und sind etwas (im ersteren real im zweiteren metaphorisch), durch das man tanzen kann. Warum aber dann nicht sagen: Ich tanze durch die Tränen? Es würde ja bedeuten, dass es die Tränen noch gibt (es könnten ja auch die Tränen anderer sein), aber nun tanzt man halt durch sie wie durch Regen: ganz einfach, weil man selbst es so will: Ich tanze durch die Tränen wie durch Regen. Wenn man mit reinnehmen will, dass diese Zeiten überwunden sind, kann man ein Nun oder ein Endlich an den Anfang setzen.
Wenn Du aber ausdrücken willst, dass die Zeit der Tränen vorbei ist, dass keine mehr fallen - dann setzt einen Deine Formulierung etwas auf die falsche Spur, finde ich. Denn sie impliziert oder legt nahe, dass Du damals durch Tränen getanzt bist und jetzt eben durch Regen tanzt und nicht durch Tränen. Getanzt hast Du also in beiden Fällen.
Vielleicht willst Du das sagen, vielleicht nicht ... schwierg, das alleine an Hand des Textes zu entscheiden ... Auch den Hinweis von wüstenstaub, dass nicht alle Tränen auf schlimme Zeiten deuten (Freudentränen, Krokodilstränen), finde ich berechtigt, obwohl ich persönlich beim Lesen die Tränen sofort als Trauertränen gedeutet habe.

Vielleicht stellst Du den Satz einfach um (das ist jetzt kein Formulierungsvorschlag, eher inhaltlich gemeint): Vorbei sind alle Tränen und ich tanze durch den Regen ... Tränen waren gestern, heute tanz ich durch den Regen ...

Ich vergrab den Alltag und den Stress in warmer feuchter Erde
darauf wächst ein Baum, von dem die Welt viel bunter aussieht.

Ein bißchen bin ich auch hier - wie wüstenstaub - gestolpert. Rein sprachlich: als Bild funktioniert es super, finde ich. Eine Assoziation war: Warum den Alltag vergraben und ihn nicht genießen? So ähnlich wie das lyrische Ich den Regen nicht weghaben will, sondern darin tanzt. Das vergraben funktioniert aber im Bild von Humus-Erde-Baum-Welt beschauen so gut, dass es insgesamt passt. Sowas wie: Ich genieß den (All-) Tag, begrab den Stress in warmer, feuchter Erde könnte eine Alternative sein.
Sprachlich habe ich sofort ergänzt: darauf wächst ein Baum, von dem aus die Welt viel bunter aussieht. Das finde ich inhaltlich runder, aber vom Sprachfluss her nicht so schön wie Dein Satz. Auch hier wäre eine Alternative: darauf wächst ein Baum, von oben sieht die Welt viel bunter aus. Das impliziert, dass das lyrische Ich auf den Baum geklettert ist und sich nun von dort oben die Welt anschaut. Ach ja: und wie wäre es mit daraus statt darauf?

Spice Weasel,
Dir ist ein wunderschöner Text aus der Feder geflossen, der die Stimmung atmet und transportiert, die Dir wichtig ist. Darauf kommt es an. Das ist Dir toll gelungen - ganz wunderbar.
Was ich und wüstenstaub machen, ist auf diesem hohen Niveau des Textes zu sehen: es geht um die letzten 4,937% des Textes, um einige Stellen, die vielleicht nicht so hundertprozentig rüberkommen wie Du es Dir wünscht.
Alles kann, nichts muss.

Herzliche Grüße,
x-Riff
 
hallo ihr zwei,

vielen dank, x - Riff, für dein Feedback und für dieses großartige Kompliment. Es freut mich sehr, dass der Text gefällt.
Ich mach noch ein paar kleine Anmerkungen:

Ich inhalier den Duft von frisch gemähtem Rasen
Aus diesem Blickwinkel habe ich das noch gar nicht betrachtet. Dann sind das, denke ich, Sprachdifferenzen. Bei uns im Freundeskreis ist das Wort "inhalieren" eigentlich recht gebräuchlich und es passt vom Rhythmus besser als einatmen. Um den Rhythmus hinzubekommen, müsste es dann Ich atme tief den Duft.... Das klingt ein wenig seltsam.. Ich werde mir was überlegen.

... und alle tanzen mit mir mit
Ich hab tatsächlich dieses kommerzielle Bild im Kopf. Ausgelassene Stimmung an einem wunderschönen Ort. Alle lassen sich dazu hinreißen. Ich habe oft dieses Bild, durch die Straßen Spaniens zu springen, alles ist unbeschwert.. Abends am Strand, weiter tanzen, feiern usw.

Ich lach mich hier raus
Es ist so gemeint: Ich habe gelernt mich aus einer schlechten Stimmung rauszuholen, bzw. es gar nicht erst soweit kommen zu lassen, dass ich in ein Loch falle. Dazu braucht es viel positive Gedanken und das "Schlechte" zu relativieren, indem man Rückschläge, Fehler und "schlechtes Verhalten" nicht zu viel Bedeutung zuspricht. Dieser ganze Vorgang hab ich mit dem einfachn Wort "Lachen" beschrieben. Ich lache gerne und viel und macht ja bekanntlich gute Laune. In diesem Zusammenhang soll also nicht überlacht werden, sondern nur helfen sich besser zu fühlen.

Ich tanz durch den Regen und nicht durch die Tränen
Ein wirklich schwieriger Satz, obwohl ich mir beim Schreiben keine Gedanken gemacht habe. Er schoss mir in den Kopf und ich habe es aufgeschrieben. Ich habe es mir bei diesem Lied so vorgenommen. Die Augen zu schließen, an etwas zu denken und die Bilder dann aufzuschreiben.
Es heißt nicht unbedingt, dass die Tränen vorbei sind. Tränen sind ja nicht schlecht, wenn es um Trauerarbeit geht. Man sollte die Worte "Regen" und "Tränen" nicht als solches nehmen und einzeln betrachten, sondern eher im Zusammenhang und als Metapher gesehen.
Regen hier quasi als besseres Wort für Tränen. Sie haben ihre Daseinsberechtigung, sollten aber nicht als so dramatisch angesehen werden.. Aber ehrlich gesagt, hab ich jetzt erst darüber nachgedacht und nicht schon beim Schreiben.
Ich denke, man kann diese Zeile in vielerlei Hinsicht auslegen und das ist vielleicht nicht mal schlecht. Jeder darf sich gern seine eigenen Gedanken darüber machen.
Ich für meinen Teil mag es, über bestimmte Liedzeilen nachzudenken, als das sie im Text schon aufgeklärt wurden.

Der Alltag und der Stress in warmer feuchter Erde.. Darauf wächst ein Baum..
Mit Alltag ist dieses routinierte Dasein gemeint, was ein manchmal verrückt machen kann. Man lebt in den Tag und macht sich kaum Gedanken über alles, weil jede Handlung ihren festen Platz hat. Für mich ist es manchmal einfach wichtig, über gute Dinge nachzudenken, wie sie in der Welt passieren und diese nicht als selbstverständlich hinzunehmen.
Durch das eingraben sind der Stress und der Alltag ja nicht verschwunden. Das wäre sogar in meinem Kopf zu utopisch. Es ist nur die Grundlage gewisse Dinge anders zu sehen und hinzunehmen, gerade wenn es nicht so Schöne sind. Beispiel: Stressiger Beruf. Ich lerne Krankenschwester und da arbeitet man auch schonmal 12 Tage am Stück durch und das mit mehreren Schichtwechseln. Danach vier Tage frei zu haben ist purer Urlaub und wunderschön. Das weiß ich dann immer richtig zu schätzen.
Diese beiden Dinge sind ja der Keim für diesen Baum, ich nenn ihn mal Baum der Erholung.

Vielleicht kommt mir ja hier und da für die ein oder andere Zeile noch eine Idee in den Sinn, wie was verändern kann, gerade im Refrain.
Ansonsten erstmal vielen Dank für die Anregungen.

Ein schönes Wochenende und liebe Grüße
Spice
 
Hallo , x-Riff

x-Riff schrieb:
Ich tanz durch den Regen und nicht durch die Tränen.
Für mich eindeutig die schwierigste Stelle im songtext. Sich rauslachen bedeutet für mich: real kann man die Situation nicht ändern, also kann man sie nur ändern, indem man seine Haltung dazu ändert: und sich eben rauslacht. Ich vermute, Du meinst es in diese Richtung und ich denke, es kommt auch rüber. Die andere, ebenfalls stimmige Interpretation wäre: Ja, ja - jetzt lacht das lyrische Ich sich seine/ihre Situation schön: aber danach kommt wieder die katertrauerstimmung ...
Ja - und sowohl beim ersten wie beim mehrmaligen Lesen bin ich über die Tränen gestolpert: die im Text ausgedrückte Stimmung ist Lebensfreude. Um die auszudrücken, bedarf es eigentlich nicht des Verweises auf schwere Zeiten. Kann, muss aber nicht. Dir ist es offensichtlich (?) wichtig, dies mit auszudrücken: das lyrische Ich hatte schwere Zeiten, aus denen es sich nun beginnt zu befreien, aufzuatmen, die Fesseln zu lösen.
Sprachlich ist die Asspziationsspur stimmig: Regen und Tränen sind beides Flüssigkeiten, fallen in Tropfen und sind etwas (im ersteren real im zweiteren metaphorisch), durch das man tanzen kann. Warum aber dann nicht sagen: Ich tanze durch die Tränen? Es würde ja bedeuten, dass es die Tränen noch gibt (es könnten ja auch die Tränen anderer sein), aber nun tanzt man halt durch sie wie durch Regen: ganz einfach, weil man selbst es so will: Ich tanze durch die Tränen wie durch Regen. Wenn man mit reinnehmen will, dass diese Zeiten überwunden sind, kann man ein Nun oder ein Endlich an den Anfang setzen.
Wenn Du aber ausdrücken willst, dass die Zeit der Tränen vorbei ist, dass keine mehr fallen - dann setzt einen Deine Formulierung etwas auf die falsche Spur, finde ich. Denn sie impliziert oder legt nahe, dass Du damals durch Tränen getanzt bist und jetzt eben durch Regen tanzt und nicht durch Tränen. Getanzt hast Du also in beiden Fällen.
Vielleicht willst Du das sagen, vielleicht nicht ... schwierg, das alleine an Hand des Textes zu entscheiden ... Auch den Hinweis von wüstenstaub, dass nicht alle Tränen auf schlimme Zeiten deuten (Freudentränen, Krokodilstränen), finde ich berechtigt, obwohl ich persönlich beim Lesen die Tränen sofort als Trauertränen gedeutet habe.

Vielleicht stellst Du den Satz einfach um (das ist jetzt kein Formulierungsvorschlag, eher inhaltlich gemeint): Vorbei sind alle Tränen und ich tanze durch den Regen ... Tränen waren gestern, heute tanz ich durch den Regen ...

Ich liebe und genieße immer Deine gründlichen Argumentationen! - Im vorliegenden Falle würde ich allerdings das Problem zunächst kurz und knapp beim unsicheren Umgang der Autorin mit den stilistischen Elementen "Metapher" und "einfache sinnliche Wahrnehmung" vermuten.

1. " Ich tanze durch den Regen" - diese Beschreibung funktioniert:
a) sowohl als einfache sinnliche Wahrnehmung
b) als auch als komplexe Metapher: ich behalte den Kopf oben trotz (oder sogar wegen) aller Widrigkeiten.
Diese abstrakte Metapher beinhaltet unzählige Deutungsmöglichkeiten. Eine davon (und sicher nicht die entfernteste) wäre: ich behalte meine Lebensfreude trotz aller Tränen des Schmerzes.

2. Jeder Versuch, das Schöne der Metapher (tanzen im Regen) von der Häßlichkeit des eigentlich Gemeinten (Verdrängung fremden Jammers) zu reinigen, schwächt die Metapher zugleich extrem. Ich glaube sogar, dadurch wird die Metapher völlig sinnlos. - Übrig bleibt nichts weiter als die Wirkung eines gestellten Urlaubsfotos.

3. "Ich tanze nicht durch Tränen" diese Beschreibung funktioniert:
a) mMn nicht als einfache sinnliche Wahrnehmung. Weder durch Tränen noch durch Bäche von Tränen kann man real tanzen.
b) als Metapher könnte man demgegenüber durch Bäche aus Tränen tanzen. Ein ungemein abstoßendes und zugleich anziehendes Bild für mich. - Egal, gerade davon distanziert sich Spice ja dezitiert.

Je mehr ich über den Sinn ihrer Hookline nachdenke, desto intensiver erinnert sie mich an den Spruch: wasch mich, aber mach mich nicht nass.

Und. lieber x-Riff, sooo sehr unterscheiden sich unsere argumentativen Wege dann doch nicht ;-)

Lg
 
Zuletzt bearbeitet:
Hey,

vielen Dank fürs Feedback..
Ich habe ein bisschen hin und her überlegt und habe mich dann doch entschieden den Text so zu lassen. Ich glaube ich hatte es oben schonmal erklärt, ich wollte und habe das aufgeschrieben, was mir als erstes in den Sinn kam, ohne groß darüber nachzudenken.
Ich denke die Hauptaussage des Textes ist auch für die ganz gut verständlich, die mich nicht so kennen. Ansonsten ist es sehr persönlich und mit vielen eigenen Bildern im Kopf verbunden.
Ich glaube, ich persönlich mag es ein bisschen :)

http://www.youtube.com/watch?v=bWkz4xQ5CBg&feature=youtu.be

Liebe Grüße
Spice
 
@spice weasel

Ich habe ein bisschen hin und her überlegt und habe mich dann doch entschieden den Text so zu lassen.....ich wollte und habe das aufgeschrieben, was mir als erstes in den Sinn kam, ohne groß darüber nachzudenken.

Das Ergebnis des threads überrascht mich nicht..
 
Ich habe ein bisschen hin und her überlegt und habe mich dann doch entschieden den Text so zu lassen. Ich glaube ich hatte es oben schonmal erklärt, ich wollte und habe das aufgeschrieben, was mir als erstes in den Sinn kam, ohne groß darüber nachzudenken.

.. und genauso klingt er auch und deshalb gefällt er mir so, wie er ist ... :great:

Wobei mir das "durch die Tränen tanzen" von x-riff ebenfalls etwas besser gefällt, da allein das Wort "Regen" mir das anfängliche Sommerflair im Song vergräzt.
 
hallo ihr alle,

erstmal vielen dank für das Feedback.
Ich denk dabei an warmen Sommerregen.... ;)
Aber nein, ich werde mich die nächste Zeit intensivst mit meinen Texten auseinandersetzen.
Ich schätze eure Anregungen und Kritiken sehr, sonst würde ich sie hier nicht suchen.
Ich muss bloß gestehen, dass ich sie teilweise einfach noch nicht umsetzen kann, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister ;)

Werd die nächsten Wochen nur spärlich hier sein, aber ich arbeite trotzdem an den Texten.
Ich wünsch euch eine schöne Zeit.

Liebe Grüße
Spice
 
Hi Spiceweasel,

Ich muss bloß gestehen, dass ich sie teilweise einfach noch nicht umsetzen kann, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister

:great:

Das finde ich dann doch überraschend ehrlich (!) .... und völlig normal. Schließlich entstehen unsere Textzeilen - und bilder im Ergebnis von ... sagen wir mal... Hirnblitzen. Höchst individuelle Erinnerungen, Visionen, Ansprüche werden davon berührt und die so entstehende Energie muss erst mal raus. Und kann (leider) meistens nicht sofort mit fremden Hirnbiltzen und Energieausstößen vernetzt werden. - Das vergisst man manchmal auch beim Kritisieren ;)

Hm...Texten schwankt wohl immer zwischen genüsslichem Spiel und blutigem Ernst. Aber wenn Musiker über Jahrzehnte lange Übung ihr Spiel perfektionieren, warum sollten wir Texter nicht mit ähnlichen Methoden unser Handwerk ständig besser in den Griff kriegen?! ...:)

Viel Glück
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 4 Benutzer
Hallo, ihr Lieben,

ich melde mich mal kurz zurück.
Ich hatte jetzt ein bisschen zeit und hab nochmal daran rumgebastelt. Es sind nur wenig kleine Änderungen, hauptsächlich die Problematik mit dem Refrain. Ich tue mich wirklich schwer, mit dieser einen Zeile (dieses Tränen - Ding), deswegen bin ich mir mal wieder nicht sicher, ob es nun besser ist oder nicht.



Ich mach dich Augen zu und öffne meine Ohren
Die Amseln singen heute für mich ein Lied.
Ich sollte aufstehen, doch ich möcht so gerne bleiben,
denn ich mag es, wie der Himmel im Liegen aussieht.

Ich verstecke mich im Duft von frisch gemähtem Rasen
Die Sommerluft nimmt ein Stück Fernweh von mir mit.
Und in Gedanken tanz ich barfuß durch die Straßen,
bis zum Strand und übers Meer und alle tanzen mit mir mit.


Ich lach mich hier raus.
Ich tanz durch das Leben, heraus aus den Tränen.
Ich zieh die engen Schuhe aus.
Ich schlage Räder über Wiesen, denn ich will mich bewegen.


Ich trag mich durch den Tag mit lustigen Gedanken.
Manchmal weiß ich nicht, was um mich rum passiert.
Ich vergrab die Sorgen und den Stress in warmer, feuchter Erde.
Darauf wächst ein Baum, von dem die Welt viel bunter aussieht.


Refrain...

Ich such den Sinn im Hetzen, Meckern und im Weinen.
Doch ich kicher, denn ich find ihn einfach nicht.
Stattdessen lass ich heut für euch die Sonne scheinen,
denn es lacht sich so viel leichter mit Sonne im Gesicht.

Refrain 1..

Ref.2: Ich tanz mich hier raus,
Ich lach in das Leben, ohne all diese Tränen.
Ich zieh die engen Schuhe aus.
Ich schlage Räder über Wiesen, denn ich will mich bewegen.

Ich schlage Räder über Wiesen, denn ich will was bewegen.



Noch eine kleine Anmerkung zu "ich verstecke mich im Duft.."
Hier ist das schöne Gefühl gemeint, sich im Sommer auf eine Wiese zu legen und diesen herrlichen Duft einzuatmen und sich zu wünschen, dass man nie wieder weg möchte und nicht gestört oder gefunden werden will. Das geht nochmal kurz auf die erste Strophe ein "Ich sollte aufstehen, doch ich möcht so gerne bleiben".
Ich hoffe, es kommt ein bisschen so rüber, wies gemeint ist.
Würd mich natürlich wieder ein bisschen Feedback und Kritik freuen :)

Ein schönes Wochenende euch allen.

Liebe Grüße
Spice
 
Hi Spice Weasel,

ich finde, der Text hat gewonnen - liest sich für mich leichter, stimmiger, runder.
Das mit dem Verstecken finde ich ambivalente: sich verstecken ist ja auch was, was man als Kind macht, um frei zu sein und seine Phantasie spielen zu lassen - es ist also nicht nur die Flucht vor der Welt, weil man nicht in Kontakt kommen will und nur Arges befürchtet ... und in der Tat denkt sich ja das Lyrische Ich frei und tanzt in Gedanken und bekommt dort die Begleitung, kommt dort in Kontakt mit anderen Menschen - dass dies ein wirklicher Aufbruch ist (oder diesem vorausgeht), zeigt sich ja im weiteren Verlauf des Textes ...

Würde ich bei bleiben - mir wäre es ohne das Verstecken einen Tick zu glatt.
Das mit dem Refrain bzw. mit den zwei Varianten finde ich gut gelöst, gefällt mir.

Herzliche Grüße

x-Riff
 
hey x-riff,

vielen Dank für deine Antwort.
Es freut mich sehr, dass ich endlich mal Kritik ein stück weit umsetzen konnte und vor allem, dass der Text gefällt.
Dann hoffe ich, dass ich demnächst eine neue Aufnahme machen kann.

Liebe Grüße
Spice
 

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben