Idee für Online-Portal

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Hallo!

Mir fällt auf, dass Solo-Musiker, Bands und DJ's teils hunderte Anfragen an Veranstaltungshäuser, Clubs, Jugendzentren, Organisatoren von Stadtfesten, Kulturämtern usw. schicken, in der Hoffnung, vielleicht mal eine Handvoll Gigs im Jahr zu ergattern. Von den allermeisten kommen entweder Absagen oder gar keine Antwort - heißt im Klartext: Die weitaus meisten Bewerbungen müllen das Postfach ohnehin desinteressierter Veranstalter zu.
Die Frage ist nun: Warum gibt es immer noch kein Online-Portal, das versucht, Künstler und Veranstalter versucht zusammen zu bringen, aber anders, als es die bekannten Systeme?

Alles was bislang so im Netz herum geistert - seien es Facebook-Gruppen oder Portale wie Listando - wirbt damit, dass möglichst viele Kontakte entstehen, fragen also nur:
Passt dieser DJ grundsätzlich zu dieser Veranstaltung?
Die viel wichtigere Frage wäre aber eigentlich:
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass genau dieser DJ den Auftrag gewinnt?
Und so kommt es immer noch ständig vor, dass 200 Blindbewerbungen raus gehauen werden, und daraus vielleicht gerade mal 2 Gigs zu Stande kommen. Besser wäre es aber, nur 5 Bewerbungen an genau die Veranstalter zu schicken, die einen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit buchen. Davon dann 2 Gigs wäre eine Top-Erfolgsquote.

Facebook-Gruppen oder bekannte Portale wie Listando haben meiner Erfahrung nach eine extrem schlechte Erfolgsquote. Die gehen nur auf "Masse", und in Kombination mit dem chronisch hart umkämpften Markt ist das tödlich. Es hat m.E. keinen Sinn, wenn ein Solo-Musiker, eine Band oder ein DJ eine Buchungsanfrage für ein Event erhält, wo der Veranstalter höchstwahrscheinlich doch jemanden anderes bucht. Bei Listando etwa können sich 5-10 Künstler auf ein Event bewerben. Heißt: Bis zu 9 machen sich unnütze Arbeit und müllen gleichzeitig den Posteingang des Veranstalters zu.

Besser (und m.E. auch technisch längst umsetzbar) wäre ein Portal, welches die Zahl der potenziellen Kontakte nicht maximiert, sondern minimiert. Das mag auf den ersten Blick paradox wirken, aber es ist doch wesentlich effizienter, nur jene Angebote angezeigt zu bekommen, die auch tatsächlich erfolgsversprechend sind. Bands und DJ's bekommen dann nicht 200 Adressen, von denen die meisten sowieso kein Interesse haben, sondern nur die 5, die eine hohe Buchungswahrscheinlichkeit haben. Veranstalter würden profitieren, weil bei ihnen nur die drei Bewerbungen rein flattern, die perfekt für ihre Veranstaltung passen. Ich bin mir sicher, dass zumindest die Künstler, womöglich aber auch viele Veranstalter bereit wären, an die Plattform eine sogar recht hohe Provision oder Gebühr zu zahlen. Wenn man bislang 10 Stunden pro Monat für Bewerbungen aufwendet, und das System reduziert das auf 30 Minuten, dann wären 50 € dafür selbst für Hobbymusiker nicht zu teuer.

Das Revolutionäre wäre: Die Plattform sagt aktiv "NEIN!"
Heute: "Hier sind 200 Anfragen!"
Intelligent wäre: "Hier sind nur die 2 Anfragen, die dich aller Voraussicht nach buchen werden!"

Da Problem scheint mir daran zu liegen, dass nicht transparent mit den (i.d.R. bereits vorhandenen) Daten umgegangen wird. Die bleiben bislang in den Köopfen der Veranstalter.
- Wer wurde gebucht? Und warum?
- Wer wurde nicht gebucht? Und warum
- Veranstalter-Daten: Publikum, Location, Budget, Eventtyp
- Künstler-Daten: Stil, Erfahrung, Referenzen, Verfügbarkeit, Region
- Feedback: Veranstalter geben Rückmeldung („zu teuer“, „Stil passt nicht“, „Verfügbarkeit passt nicht“)
Hier müsste man m.E. ansetzen. Ich sehe eine klare Marktlücke für:
"Verschwende keine Zeit auf Anfragen, die ohnehin nicht zu einer Buchung führen."
Das würde doch nur Vorteile auf beiden Seiten bringen: Band/DJ spart Bewerbungen, Veranstalter spart Sichtungen.

Bleibt die Frage: Warum etabliert sich so ein System nicht? Die Technik ist ja längst da, und in anderen Branchen funktioniert es ja längst: Taxifahrer, Handwerker, Lieferdienste.

Ich halte "tatsächliche Buchungen pro Bewerbung" tatsächlich für die mit Abstand sinnvollste Kennzahl, auf die ein modernes Künstler-Booking-Portal optimieren könnte.
 
Grund: Tippfehler korrigiert.
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Bleibt die Frage: Warum etabliert sich so ein System nicht?
Gute Idee.

Ich vermute, man muss die Veranstalter fragen. Und die bekommen aktuell ja genug Anfragen.
Man müsste es denen also schmackhaft machen.

Bleibt die Frage: gibt es von deren Seite einen Bedarf?
Anders ausgedrückt: gibt es da ein Problem, das gelöst werden muss?
 
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Das würde doch nur Vorteile auf beiden Seiten bringen: Band/DJ spart Bewerbungen, Veranstalter spart Sichtungen.
Auf Bandseite sehe ich den Vorteil, auf Veranstalterseite eher nicht.
Die (zugegebenermaßen wenigen) Veranstalter, die ich kenne, "sichten" Bewerbungen nicht, sondern klicken alles "Unbekannte" nach dem ersten Blick weg / löschen die Bewerbung. Gebucht wird, was sich beim Veranstalter schon einen Namen gemacht hat, Newbies sind nur die Ersatzleute für die dritte Garnitur. In diesem Fall besteht kein Sparpotenzial beim Sichten.
Warum etabliert sich so ein System nicht?
Meine Vermutung: Weil die Veranstalter da mitarbeiten müssten - nämlich Daten eingeben zu
- Veranstalter-Daten: Publikum, Location, Budget, Eventtyp
- Wer wurde (nicht) gebucht? Und warum?
- Feedback: Veranstalter geben Rückmeldung („zu teuer“, „Stil passt nicht“, „Verfügbarkeit passt nicht“)
also Zusatzaufwand (und die gute Chance, es sich mit einer Band / einem DJ zu verderben, die/den man später evtl. mal buchen möchte).
nur jene Angebote angezeigt zu bekommen, die auch tatsächlich erfolgsversprechend sind
Auch für diesen "Filter" müsste der Veranstalter erstmal definieren, was er buchen möchte, und zwar so, dass Band/DJ und Veranstalter dieselben keywords benutzen. Das stelle ich mir schwierig vor, wo nicht gerade wenige Bands schon Probleme haben, ihren eigenen Musikstil treffend zu beschreiben.
 
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Besser (und m.E. auch technisch längst umsetzbar) wäre ein Portal, welches die Zahl der potenziellen Kontakte nicht maximiert, sondern minimiert.
Das klingt doch sehr interessant.
Was hält dich davon ab, ein solches Portal zu erstellen?

Grüße
 
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  • #5
Gute Idee.
Ich vermute, man muss die Veranstalter fragen. Und die bekommen aktuell ja genug Anfragen.
Man müsste es denen also schmackhaft machen.
Bleibt die Frage: gibt es von deren Seite einen Bedarf?
Anders ausgedrückt: gibt es da ein Problem, das gelöst werden muss?
M.E. schon.
Auf Bandseite sehe ich den Vorteil, auf Veranstalterseite eher nicht.
Die (zugegebenermaßen wenigen) Veranstalter, die ich kenne, "sichten" Bewerbungen nicht, sondern klicken alles "Unbekannte" nach dem ersten Blick weg / löschen die Bewerbung. Gebucht wird, was sich beim Veranstalter schon einen Namen gemacht hat.
Ab einer gewissen Größenordnung ist das definitiv der Fall. Aber die Künstler die eben bereits diesen "Namen haben", müssen selbigen ja auch irgendwie aufgebaut haben. Es geht also eher um jene Künstler, die (noch) Newbies sind. Bei denen ist ja das Hauptproblem, dass die (noch) kein Veranstalter kennen kann.

Meine Vermutung: Weil die Veranstalter da mitarbeiten müssten - nämlich Daten eingeben zu
- Veranstalter-Daten: Publikum, Location, Budget, Eventtyp
- Wer wurde (nicht) gebucht? Und warum?
- Feedback: Veranstalter geben Rückmeldung („zu teuer“, „Stil passt nicht“, „Verfügbarkeit passt nicht“)
also Zusatzaufwand (und die gute Chance, es sich mit einer Band / einem DJ zu verderben, die/den man später evtl. mal buchen möchte).
Da wären sicherlich viele Bands/DJ's bereit für zu bezahlen.
Auch für diesen "Filter" müsste der Veranstalter erstmal definieren, was er buchen möchte, und zwar so, dass Band/DJ und Veranstalter dieselben keywords benutzen. Das stelle ich mir schwierig vor, wo nicht gerade wenige Bands schon Probleme haben, ihren eigenen Musikstil treffend zu beschreiben.
M.E. wird die Frage nach dem "Musikstil" extrem oft überbewertet. Das Publikum ist m.E. nicht derart festgelegt, die kennen sich oft gar nicht so genau mit unterschiedlichen Subgenres aus, bzw. es ist ihnen egal. Ich z. B. bin seit Jahrzehnten als Musiker u.a. auch im Jazz unterwegs, kann aber nur sehr grob bis gar nicht einordnen, was nun Smooth-Jazz, Free-Jazz, Bebop oder Cool-Jazz ist. Es ist mir egal.

Das klingt doch sehr interessant.
Was hält dich davon ab, ein solches Portal zu erstellen?
Ich kenne mich mit Webseiten-Programmierung nicht sonderlich aus... gut, das kann man lernen. Aber die größte Schwierigkeit sehe ich darin, so ein Portal dann auch bekannter zu machen. Die Zeiten, wo Leute quasi aus dem eigenen Wohnzimmer heraus eine Weltkarriere aufbauen können, sind ja schon lange vorbei. Deshalb glaube ich, dass man hierfür gut auf die bereits bestehende Infrastruktur (Listando, Bandsintown, Gigmit....) aufsetzen könnte.
 
Vielleicht würde sowas für potentielle Betreiber wenig attraktiv erscheinen aufgrund rechtlicher Hürden (also durch den Betreiber einzuhaltender Verpflichtungen) und aufgrund geringer Einnahmemöglichkeiten (im Vergleich zu Social Media geringe Nutzerzahl)?
 
Ich würde die Frage viel prinzipieller stellen!!
Schau deine Initiative hier. Wie viele Leute lesen das?
Die eigentliche Frage lautet: Wieso versagt das Internet vollständig in der Kommunikation zwischen Musikern im Bereich "Kontaktbörse".
Wieso nutzt das Internet keinem Fußballspieler einen passenden Verein zu finden?
Ich bezweifle sogar, dass es überhaupt noch Veranstalter gibt.
Wo keine Wertschöpfung, da überlebt kein Unternehmen. Und Existenzgründer mit neuen Ideen schon gar nicht.
Man muss also da arbeiten, wo es NOCH Sinn macht.
Wenn ich eine Radtour mache, erschrecke ich über das Sterben diverser Geschäfte.
Das Internet ist eine Sammlung winzigster Filterblasen. Die meisten davon sind zudem "aufgeblasen", bis die spitze Nadel irgendwann zusticht.
 
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Ich beobachte auch, daß inzwischen viel über "soziale" Medien läuft.
Da werden gar keine Foren, Portale und so mehr genutzt, die Leute sind in ihren Blasen und teilen alles über ihre Netzwerke.
Dafür bin ich auch zu alt.
Ich seh nur, wie denken anders. Die jüngeren Leute nutzen das Internet völlig anders, die erreichen uns nicht mehr und wir sie auch nicht.
Also einfach pauschalisiert, ich weiß, es gibt auch Ausnahmen. Aber wie oft hör ich: "Teil das doch mal auf FB!". Ja toll, da bin ich nicht unterwegs.
 
  • Ersteller
  • #9
Ich beobachte auch, daß inzwischen viel über "soziale" Medien läuft.
Da werden gar keine Foren, Portale und so mehr genutzt, die Leute sind in ihren Blasen und teilen alles über ihre Netzwerke.
Dafür bin ich auch zu alt.
Ich seh nur, wie denken anders. Die jüngeren Leute nutzen das Internet völlig anders, die erreichen uns nicht mehr und wir sie auch nicht.
Also einfach pauschalisiert, ich weiß, es gibt auch Ausnahmen. Aber wie oft hör ich: "Teil das doch mal auf FB!". Ja toll, da bin ich nicht unterwegs.
Ich denke mir, da kann ich mich ja durchaus anpassen. Nur: Diese "Blasen" nutzen einem nichts, wenn man stilistisch in eben jenen Bereichen unterwegs ist, die nicht einer bestimmten "Szene" zugeordnet werden kann - "Mainstream" eben. Früher waren musikalische Kontakte stark ortsgebunden: Proberäume, Kneipen, lokale Veranstalter, Musikschulen, Studios, regionale Zeitungen. Diese Orte hatten eine wichtige Eigenschaft: Sie waren Filter und Treffpunkt gleichzeitig. Heute gibt es stattdessen: Facebook-Gruppen,Instagram, TikTok, Kleinanzeigen, Plattformen für Musiker. Das Problem: Diese Systeme sind keine "Orte", sondern Ströme von Inhalten. Man trifft niemanden mehr "dauerhaft", sondern sieht ständig neue Einzelposten. Dadurch entsteht kein soziales Umfeld, sondern ein Feed.
 
  • #10
Ich kenne mich mit Webseiten-Programmierung nicht sonderlich aus... gut, das kann man lernen. Aber die größte Schwierigkeit sehe ich darin, so ein Portal dann auch bekannter zu machen.
Du kannst es doch im Internet bewerben, dann werden die Veranstalter und Künstler schon in Scharen kommen, wenn es einen Nutzen bringt.

Grüße
 
  • #11
Solange die Veranstalter mit Anfragen geflutet werden, haben die keinen Bedarf, auch noch ein weiteres Online Portal zu bedienen.
Es gibt ja schon genügend Online Portale - deins wäre ein weiteres, und müsste erst mal beweisen, dass es funktioniert.
Und schnell genug interessant werden, bevor es sang- und klanglos verschwindet wie andere zuvor auch.

Da hilft es, wenn man mit einem Schwergewicht aus der Branche vernetzt ist, der auch genügend Reichweite und Einfluss hat, um das zu pushen. Wenn nicht, würde ich das vermutlich gar nicht erst probieren.

---
Meine Erfahrung mit der Acquise: Klinke Putzen, vor allem den richtigen Zeitpunkt treffen, dann zuverlässig liefern. Die Erwartungen erfüllen bzw. übertreffen. Dann wird man auch mal wieder angefragt, wenn man einen guten Eindruck hinterlassen hat.
Die besten Treffer waren übrigens direkte Kontakte mit den Veranstaltern auf einem derer Events, bei denen man als Zuhörer anwesend war. Persönlicher Kontakt, Verweis auf die (brauchbare und aussagekräftige) Webseite -> dann passt das.

Wichtig ist eine ansprechende und vor allem übersichtliche Webseite, bei der man die gesuchte Information sofort findet.
Bunte, fancy Webseiten, bei denen man ewig braucht, um an die Information zu kommen, oder die auf manchen Geräten kaum zu bedeienn sind (kenne ich zur Genüge).
Man muss es den Veranstaltern leicht und angenehm machen, damit sie jemanden buchen. Und vermitteln können, dass man einen Wert bietet (Publikum zieht / hält), dann alle Infos leicht zu bekommen (z.B. von der Webseite ) und gleichzeitig für den Veranstalter leicht zu verlinken, wer da spielt.

Und selbst als Publikum bei Events sollte man erfassen können, was da geboten wird.

Ich habe gerade das Line Up beim Festival am Wochenende angeschaut.
Was da bei den Bands als Information steht, lässt mich meist ratlos zurück. Was heißt "ganz eigene Interpretation"? ... Ich hab jetzt 2 Bands gefunden, zu denen ich gehen werde - eine kenne ich schon, die andere hatte einen Text, bei dem ich mich angesprochen fühlte und der mir in etwa sagte, was ich zu erwarten habe.
Wenn's schon bei der Selbstbeschreibung nicht klappt, oder Kategorisierung, wie soll dann ein Online Portal das sinnvoll zuordnen?
 
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