Immer mehr Deutsche lehnen soziale Marktwirtschaft ab!

von Mr. Mojo Paule, 30.07.08.

  1. Mr. Mojo Paule

    Mr. Mojo Paule Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    17.04.08
    Zuletzt hier:
    19.07.16
    Beiträge:
    594
    Ort:
    Bremen, Germany
    Zustimmungen:
    126
    Kekse:
    32.404
    Erstellt: 30.07.08   #1
    http://www.focus.de/finanzen/news/u...en-soziale-marktwirtschaft-ab_aid_319997.html

    Geschichtlich präsentiert sich die soziale Marktwirtschaft in verschiedenen Gesichtern.
    "Angie" sprach zu Beginn ihrer Amtszeit versehentlich von einer neuen sozialen Marktwirtschaft.

    Haben wir noch eine soziale Marktwirtschaft oder gar eine assoziale?

    Wie ist die ablehnende Haltung zu erklären?

    Die Diskussion kann ruhig kontrovers geführt werden, um zu verdeutlichen was mit sozialer Marktwirtschaft und staatlicher Fürsorge gemeint ist.
     
  2. lavari

    lavari Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    18.04.08
    Zuletzt hier:
    8.08.13
    Beiträge:
    10
    Ort:
    Hamburg
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 30.07.08   #2
    meiner Meinung nach sollten Wirtschaft und Politik zwei getrennte Blöcke bleiben.
    Damit ist nicht gemeint, dass beide nciht zusammen arbeiten dürfen - um Gottes Willen!
    Also das der Staat/EU gewisse Grundregelungen vorgibt und beide frei von einander agieren können.
     
  3. Fidel

    Fidel Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    16.07.07
    Zuletzt hier:
    10.04.11
    Beiträge:
    280
    Ort:
    Bremen
    Zustimmungen:
    3
    Kekse:
    1.650
    Erstellt: 30.07.08   #3
    ich find nicht, dass unsere Marktwirtschaft besonders sozial ist - mit fallender Tendenz :(.
     
  4. Boerx

    Boerx Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    07.08.05
    Zuletzt hier:
    5.12.16
    Beiträge:
    3.174
    Ort:
    Karlsruhe
    Zustimmungen:
    383
    Kekse:
    14.712
    Erstellt: 30.07.08   #4
    findest du? Warum?
     
  5. EDE-WOLF

    EDE-WOLF HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

    Im Board seit:
    01.09.03
    Zuletzt hier:
    8.12.16
    Beiträge:
    9.988
    Ort:
    Düsseldorf
    Zustimmungen:
    539
    Kekse:
    31.754
    Erstellt: 30.07.08   #5
    ich glaube langsam wird klar, dass dieses ganze marktwirtschaftssystem ne luftblase ist...

    ich mein: geld entsteht nicht ausm nix...

    wenn ein staat völlig verschuldet ist, freuts die leute, nur nicht die die auf den staat angewiesen sind...

    bisher waren es glücklicherweise primär die anderen staaten die handlungsunfähig waren, langsam sind wir es aber auch...

    und je mehr auf den handlungsunfähigen staat angewiesen sind desto unzufriedener werden die damit...

    alles logische konsequenzen gepaart mit deutscher quengeligkeit

    aber noch find ich unser sytsem zumindest von staatsseite her ziemlich sozial!
     
  6. MasterOfDesaster

    MasterOfDesaster Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    10.01.08
    Zuletzt hier:
    3.10.10
    Beiträge:
    143
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    829
    Erstellt: 30.07.08   #6
    ich bin eigentlich auch bin unserem System recht zufrieden...

    EDE-Wolf du schreibst eine Luftblase zerplatzt...die Frage ist welche Alternativen wir haben, entweder weniger sozial oder gleich Kommunismus, was bekanntermaßen nicht funktioniert (ich will jetzt nicht drüber streiten...einigen wir uns darauf in China, der Sowjetunion, Kuba, Nordkorea hat bzw. funktioniert es NICHT)
     
  7. lavari

    lavari Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    18.04.08
    Zuletzt hier:
    8.08.13
    Beiträge:
    10
    Ort:
    Hamburg
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 30.07.08   #7
    OT

    kommunismus wird auch in der nächsten Zeit nirgendwo passieren, wenn nicht die MEnschen selber zu Kommunist-sein bereit sind.
    Sich als Staat definieren und hinter der Partei stehen, die sie auch gewählt haben.
    Soalng das nciht gewährleistet ist funktioniert keine Richtung. Ist leider so
     
  8. Fidel

    Fidel Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    16.07.07
    Zuletzt hier:
    10.04.11
    Beiträge:
    280
    Ort:
    Bremen
    Zustimmungen:
    3
    Kekse:
    1.650
    Erstellt: 30.07.08   #8
    Ich möchte nicht groß ausschweifen, nur mal ein Beispiel:
    Ich finde nicht, dass ein Wirtschaftssystem das Präfix "sozial" verdient hat, wenn es Leute gibt die von ihrer Vollzeit-Beschäftigung nicht ohne staatliche Hilfe leben können, weil sie einen Stundenlohn von 4€ haben.

    Das mag sich vielleicht auf den 1. Blick widersprechen, weil ihnen immerhin vom Staat geholfen wird "oberhalb der Armutsgrenze" zu leben, hat aber zur Folge, dass sich die Reichen mal wieder auf Kosten der Armen und des armen Staats die Taschen voll machen können. Insofern ist die Mindestlohn Debatte schon eine gute Sache, auch wenn es schade ist, dass sie überhaupt nötig ist.

    Was ich mal, ganz abseits davon, sowieso noch nie verstanden hab ist warum eine Marktwirtschaft immerzu wachsen muss und es nicht reicht, wenn sie nicht kleiner wird? :confused: Ich glaube ich werde nie ein guter Ökonom :).

    Wenn ich EDE-Wolf richtig verstanden hab (;)), sehe ich das ähnlich wie er: jedes System, das auf Wachstum ausgelegt ist verkümmert irgendwann. Reiche kanns nur geben, wenn es auch Arme gibt, und da die Grenzen nach oben bekanntlich immer offen sind muss es zwangsläufig immer mehr Arme als Reiche geben.
    Das Sprichwort "Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer.", ist sogesehen nicht richtig: "Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer mehr." (hört sich natürlich nicht so plakativ an), denn Armut ist ja begrenzt - zumindest vom Besitztum - denn weniger als nichts kann man nicht haben.

    Wenn dies meine Philo-Klausur wär, würd' ich jetzt noch weitermachen und meine Ansichten zu "Besitz" und "Schulden" darlegen, aber das wär off topic, daher erspar ich's dir ;).

    mfG Fidel

    Edit: Achso, was ich damit überhaupt sagen wollte ist, dass ne Marktwirtschaft nie sozial sein kann, auch wenn sie so heißt.

    Aber auch hier muss ich EDE (und den anderen) zustimmen: Wenn ich mir andere Marktwirtschaften angucke finde ich unsere im Vergleich noch ziemlich sozial.

    Die Deutschen lehnen die soziale Marktwirtschaft übrigens nicht ab, sie sind nur nicht mehr so sehr davon überzeugt, allerdings haben nur ca. 14% eine Alternative parat, der Rest ist unentschlossen nach dem Motto: "Toll find ich's nicht (mehr), aber es ist das kleinste Übel."

    Winston Churchill hat übrigens mal gesagt: "Demokratie ist die schlechteste Regierungsform. Mit Ausnahme aller anderen, die wir bisher ausgetestet haben." Recht hat er.
     
  9. EDE-WOLF

    EDE-WOLF HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

    Im Board seit:
    01.09.03
    Zuletzt hier:
    8.12.16
    Beiträge:
    9.988
    Ort:
    Düsseldorf
    Zustimmungen:
    539
    Kekse:
    31.754
    Erstellt: 30.07.08   #9
    das ist sicherlich eine schwierige frage zumal ich nicht weiß in welcher dimension ich sie beantworten soll...

    kommunal?
    auf staatsebene?
    oder direkt das globale konzept?


    Also eines vorweg: So lange auf der restlichen welt "freie" marktwirtschaft herrscht und ein land nicht über immense mengen von ressourcen verfügt (und ich rede von bodenschätzen und ähnlichem) ist es nicht möglich eine art "kommunistisches" system zu errichten....
    Das KANN nicht funktionieren.
    Der Grund dafür ist so einleuchtend wie banal: Kommunistische oder ähnliche systeme lahmen und verlangsamen Wirtschaftswachstum und Innovation immens....

    Das an sich ist erstmal unproblematisch und vielleicht sogar wünschenswert eine etwas "langsamere" und bedachtere gesellschaft zu haben, funktioniert aber nicht wenn sich die umgebung rasend schnell entwickelt!


    Das fällt also auf staatsebene weg....

    Man braucht ein system, welches sozial ist UND gleichzeitig effizient UND gleichzeitig schnell UND am besten noch nachhaltig....

    das gibts nicht....

    daher muss man abstriche machen.... diese würde ich persönlich am liebsten im bereich der wirtschaftlichen freiheit machen.

    was unweigerlich zu einer lahmen wirtschaft führt....

    tja was macht man?

    Krieg vielleicht.... haben die USA glaub ich ganz gute erfahrungen mit, die halten sich so auch schon seit knapp 100 jahren über wasser...


    ich tu mich immer schwer mit solchen prophezeiungen, aber eine "rechtsstaatliche" lösung gibt es nicht und kommt auch nicht... ich denke es wird irgendwann so kommen, dass sich auf ein paar flecken der welt das geld abgekapselt hat und der rest irgendwie amok läuft...
    schön wirds nicht...



    Auf EU ebene könnte man eventuell schon ne alternative finden!
    Vor allem jetzt wos noch die diesen mittelmeerpakt gibt ;)

    aber auch staatsebene wohl kaum....




    ein P.S. noch:

    Wir jammern auf hohem niveau, ein schöner nicht unberechtigter vorwurf.... der kommt witzigerweise immer von wirtschafts/marktwirtschaftsvertretern....
    es wir primär von den leuten gejammert weil ihre gehälter nicht mehr steigen... im gegenteil sinken... genau die oben genannten leute würden doch anfangen zu schreien, wenn DIE WIRTSCHAFT als ganzes plötzlich schrumpft... würde sie das tun wärn wir immernoch auf hohem niveau, das geschrei von gerade diesen leuten aber auch umso größer....
     
  10. Fidel

    Fidel Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    16.07.07
    Zuletzt hier:
    10.04.11
    Beiträge:
    280
    Ort:
    Bremen
    Zustimmungen:
    3
    Kekse:
    1.650
    Erstellt: 30.07.08   #10
    Logisch, das ist der 1. Hauptsatz der Thermodynamik ;).
     
  11. cosmodog

    cosmodog Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    04.03.08
    Zuletzt hier:
    6.12.16
    Beiträge:
    1.349
    Ort:
    bei Hannover
    Zustimmungen:
    138
    Kekse:
    13.803
    Erstellt: 31.07.08   #11
    EDE-Wolf schrieb:

    Aber nicht, weil sie kommunistisch sind, sondern weil sie planwirtschaftlich sind. Hier müsste man diskutieren, wie man Kommunismus definiert.

    Die Grundidee einer Gleichstellung aller Menschen in Bezug auf Besitz schließt ja Innovation und Wirtschaftswachstum nicht aus, solange alle gemeinsam an einem Strang ziehen.

    Mir ist aber bewusst, dass wir Menschen das in der Realität nicht tun.

    Gruß

    Andreas
     
  12. topo

    topo HCA Recording Ex-Moderator HCA

    Im Board seit:
    05.07.04
    Zuletzt hier:
    8.12.16
    Beiträge:
    8.066
    Ort:
    Frankfurt a.M.
    Zustimmungen:
    568
    Kekse:
    21.124
    Erstellt: 31.07.08   #12
    Bedingt durch die Globalisierung ist eine "soziale Marktwirtschaft" im Sinne von Ludwig Erhard nicht mehr funktions fähig.
    Die ehemalige Kommunistin Angela Merkel hat sich scheinbar der Globalisierung ergeben.

    Dadurch das Produkte und Dienstleistungen in unseren Markt kommen, die unter "unsozialen" (Ausbeutung / Umweltverschutzung / Tierquälerei - http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,p2qvtrtccowxm2c2~cm.asp usw. usw.) Umständen produziert werden und wir dieses Produkte, ohne weiter danach zu fragen, einfach kaufen, kann eine soziale Marktwirtschaft nicht mehr wirklich funktionieren. Der Staat muss zu häufig Feuerwehr spielen, da zuviele Menschen aus dem Produktionsprozess rausfallen, obwohl sie es eigentlich nicht müssten.

    Topo :cool:
     
  13. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    06.07.05
    Zuletzt hier:
    26.06.12
    Beiträge:
    3.551
    Zustimmungen:
    422
    Kekse:
    34.746
    Erstellt: 31.07.08   #13
    Wir haben ja schon öfter über dieses Thema diskutiert, und sind da nicht so recht auf eine Meinung gekommen. Jetzt hab ich glaub hab ich den Punkt gefunden an dem unser Verständnis auseinandergegangen ist.

    Ich habe Fortschritt immer als mehr Wohlstand, mehr Möglichkeiten und als mehr Lebensqualität aufgefasst. Zudem fände ich eine Welt mit künstlich gebremsten Innovationen so quälend langweilig und Spaßbefreit dass ich aus freien Stücken in die dann wahrscheinlich vorhandene Selbstschussanlage an der Staatsgrenze rennen würde. ;)
    Deswegen konnte ich mir halt nicht vorstellen, dass jemand ernsthaft eine Gesellschaft anstrebt die sich selber in der Entwicklung hemmt.
     
  14. EDE-WOLF

    EDE-WOLF HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

    Im Board seit:
    01.09.03
    Zuletzt hier:
    8.12.16
    Beiträge:
    9.988
    Ort:
    Düsseldorf
    Zustimmungen:
    539
    Kekse:
    31.754
    Erstellt: 01.08.08   #14
    Naja man muss abwägen zwischen sicherheit des einzelnen und wachstum/entwicklung (in welcher form auch immer) der mehrheit, oder sagen evtl nicht "der mehrheit" sondern "eines teiles der bevölkerung"


    wir haben uns tendenziell eher für 2teres entschieden bisher...

    jetzt haben nu aber leider viele leute das gefühl daran nicht beteilgt zu sein.. logische reaktion ist sich dann doch leiber in die andere richtung zu orientieren!


    aber es ist tatsächlich so:

    Ich würde mich KLAR für langsamere entwicklung und innovation aussprechen...

    ich vermisse sachen immer erst wenn es sie gibt ;)

    noch mal darauf bezogen
    was du als "fortschritt" bezeichnest ist ja tendenziell eher materieller und wirtschaftlicher fortschritt....

    inzwischen ist es leider so dass das mit einem sozialen rückschritt einhergeht... die meisten beklagen eine "kalte gefühllose" gesellschaft...
    und wenn ich mir mal themengebiete angucke wie die versorgung von alten menschen in unserer gesellschaft wird schnell klar, das sowas teuer ist und immens bremst!

    Wilbour hatte in einem anderen thread auf imho pervers zynische art und weise (zumindest empfand ich das so) den rentnern einen gewissen "status" verpasst, dessen wertschätzung ich hier eigentlich ungern nochmal ausführen würde...

    Die frage ist eben: wie geht man mit kostenintensiven (was im endeffekt nichts anderes ist als entwicklunsgbremsende) Faktoren wie:

    Rentnern, geistig behinderten, kranken und ungebildeten menschne um, die sicherlich nie mehr in den arbeitskreislauf eingegliedert werden...

    diese mittel (im sinne von "mitte") zu finden ist eben die "aufgabe" bzw. das diskussionsziel vieler diskussionen hier im board...

    und ich denke darüber kann man nichtmal großartig mehr diskutieren... das ist eher eine ethischemotionale frage....

    jemand wie du würde wahrscheinlich dieses "mittel" in richtung "entwicklung/wachstum" schieben als ich...
    obs da ein richtig/falsch gibt wage ich zu bezweifeln....

    allerdings will ich das auch nicht akzeptieren... da wir in einer demokratie leben pendelt sich das so ein wie es die mehrheit für richtig zu halten meint...
    (ob sie da wirklich weiß wage ich mal zu bezweifeln)
     
  15. ChainReactor

    ChainReactor Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    16.05.08
    Zuletzt hier:
    14.09.09
    Beiträge:
    89
    Ort:
    MEI
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    635
    Erstellt: 01.08.08   #15
    Den zustand, den EDE beschreibt, nämlich dass sich der Wohlstand irgendwo sammelt und andere Staaten Amok laufen gibt es imo schon. Das Geld verteilt sich auf wenige Länder ( bin grad zu faul die Statistik zu Suchen, reiche ich aber gerne nach ) - in erster Linie Nordamerika, Westeuropa und Japan. Dann haben wir die Schwellenländer, die mit aller Macht versuchen, zu den "grossen" ( Deren Wachstum ja schon über Jahrhunderte bestand hat ) aufzuschliessen, z.B. Indien und vor allem China. Im ganzen Rest der Welt herrscht mehr oder weniger Chaos. Nehmen wir nur Somalia, Afghanistan, den Irak, Kolumbien usw usf.

    Es wird viel über Globalisierung gesprochen und auch viel daran kritisiert. Ich halte Globalisierung aber für einen Fakt, der nunmal geschaffen wurde, und an Fakten diskutiert man nicht herum - rückgängig machen können wirs nicht mehr. Wir müssen viel mehr damit umgehen.

    Kernpunkt: Lohnt es sich noch auf Staatsebene über ein bestimmtes ( theoretisch in seinen Idealen beschriebenen ) Wirtschaftssystem zu diskutieren, oder sollte man langsam damit anfangen, wirklich gleiche Vorraussetzungen für alle zu schaffen ? Ich denke wenn die Politik von ihrem Staatsdenken runterkommt sollten in ( Achtung Schätzung ) 100 - 150 Jahren überall die gleichen bedingungen für alle beteiligten Herrschen. Warum geht Nokia aus Bochum nach Rumänien ? Weil in Rumänien die Arbeitskräfte billiger sind. Warum sind sie billiger ? Weil sie weniger zum leben brauchen. Gegenfrage. .... warum brauchen wir soviel ?!

    Damit wären wir beim Thema "Ressourcenbündelung" und wieder beim Kommunismus. Aber das würde von jedem einzelnen Staat den willen für das Allgemeinwohl abverlangen. Ein schöner, aber utopischer Gedanke.

    Ganz nebenbei finde ich unser System sehr sozial. Wenn ich Krank werde geb ich nen Zehner und meine Karte hin. Wenn ich einen Unfall habe bekomme ich Geld dafür. Und ich könnte es mir leisten, auf Arbeit zu Sch*****en und könnte trotzdem gut über die Runden kommen, einfach weil Millionen Erwerbstätige sich den Hintern aufreissen. Deutschland - wo ist dein Problem ?!

    stefan
     
  16. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    06.07.05
    Zuletzt hier:
    26.06.12
    Beiträge:
    3.551
    Zustimmungen:
    422
    Kekse:
    34.746
    Erstellt: 01.08.08   #16
    Den Rest deines Textes will ich gar nicht auseinanderklamüsern, wie du sagst ist es teils müßig darüber zu diskutieren - ich hab ihn aber zur Kenntnis genommen und gelesen.

    Zu dem zitierten Absatz will ich aber noch etwas sagen, da ich der Einschätzung überhaupt nicht zustimmen kann, zumindest auf Deutschland/Europa bezogen. Wenn irgendjemand ein neues Krebsmittel entwickelt, wird jeder damit behandelt der es braucht, nicht nur ein kleiner abgehobener Anteil der Bevölkerung. Wenn man es schafft, Handy supergünstig herzustellen, dann haben gerade die Leute etwas davon die wenig Geld haben. Neue medizinische oder auch philosophische Erkenntnisse stehen jedem zur Verfügung - ich kann überhaupt nicht erkennen dass allgemeiner technischer und gesellschaftlicher Fortschritt nur einer kleinen Elite zugute kommt. Jeder Hartz IV Empfänger genießt mehr Luxus als ein Herzog im Mittelalter, und das sicher nur aufgrund von Weiterentwicklungen.

    Klar gibt es ein paar Fehlentwicklungen, wie ein grenzdebiles Urheberrecht und strikte Patentbestimmungen, die ein Einzelnen ermöglicht von Entwicklungen allein zu profitieren und die anderen davon auszuschließen. Aber zu sagen: Dann sorgen wir halt für Stillstand ist doch nicht die Lösung, dann kann niemand davon profitieren.
    Mehr bringen würde hier freie Informationen (Stichwort Creative Commons), Open Source Entwicklungen und weniger krasse Umsetzung des Patentsrecht. aber ist eine völlig entgegengesetzte Entwicklung als die, die du anstrebst. Quasi maximale Entwicklung für jeden vs. keine Entwicklung für Niemanden.

    Im Endeffekt würde das doch sogar dem kommunistischen Gedanken in verdrehter Form entsprechen. Informationen und Ideen sind frei und vor allem beliebig kopierbar, also kann man jedem soviel davon geben wie er will.
     
  17. EDE-WOLF

    EDE-WOLF HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

    Im Board seit:
    01.09.03
    Zuletzt hier:
    8.12.16
    Beiträge:
    9.988
    Ort:
    Düsseldorf
    Zustimmungen:
    539
    Kekse:
    31.754
    Erstellt: 01.08.08   #17
    Dem kann ich nicht widersprechen... das ist richtig...
    genießt mehr luxus ist auch die absolut treffende formulierung!


    jetzt kommt eventuell etwas was du verspotten wirst, ich halte es dennoch für nicht abwegig und zwar den begriff des "gefühlten" wohlstandes...

    damit lehne ich mich jetzt eventuell etwas weit aus dem fenster, aber wohlstand ist nicht nur ein objektives, messbares kriterium, sondern auch ne gefühlte angelegenheit.

    Das gefühl des neides kennen wir alle...

    eine frage die ich mir immer wieder stelle ist:

    Hätte ich keinen Computer, kein Internet und keinen Fernseher.... gäbe es all das nicht würde ich mich tatsächlich "ärmer" fühlen?

    oder anders: wenn ich 2 Autos (nehmen wir mal kleinwagen) ein Mittelgroßes reihenhaus und ne kleine ferienfinka hätte, würde ich mich tasächlich "reicher" fühlen, wenn es neben mir leute gäbe mit 4 Limousinen, einer villa und einem riesen ferienanwesen?

    Du weist worauf ich hinaus will?!
    Die Tatsache dass wohlstand und Entwicklungs (was per se sicherlich keine schlechten dinge sind) halt DAS ziel in unserer gesellschaft geworden sind führt NICHT dazu dass wir dadurch glücklicher werden und uns besser fühlen
    <--- DAS ist dermaßen subjektiv, kaum belegbar und es wir sicherlich leute geben die das anders sehen und wühlen

    was ich aber sagen will, in anbetracht des thementitels und dem zunehmenden "linksruck" der ja gern beklagt wird...

    scheinbar fühlen sich zunehmend leute in dieser gesellschaft unglücklich. und ich glaube dieses gefühl kann man nicht unbedingt mit wachstum kompensieren...

    Wenn ich so meine eltern erzählen hören "von früher" habe ich den eindruck das die leute früher trotz nachkriegszeit irgendwie glücklicher waren. Solche erzählungen sind subjektiv verfälscht das ist klara aber wie gesagt:

    Mein gedankengang soll jetzt kein unumstößliches dogma sein sondern eher eine hypothese oder auch einfach nur zum nachdenken anregen!

    meinst du ich liege mit der einschätzng völlig falsch?


    Patentrecht ist imho ne unglaublich schwierige angelegenheit. Bei "luxusartikeln" stellt sich die frage: ist es so schlimm? ich denke nicht

    pervers wirds bei den ganzen HIV/Aids mitteln die die krankheit mittlerweile sehr gut rauszögern können. Es verreckt ein ganzer kontinent an aids und unsere Pharmakonzerne genießen patentrecht...

    Im grunde eklig

    nur was passiert wenn man das patentrecht umschmeißt?
    Stillstand :D NIemand würde mehr immense summen in F&E stecken wenns hinterher ehh jeder kopiert...

    Passieren würde ähnliches....
    das freie wissen ist in gewisser hinsicht ne nette sache...
    Open source funktioniert im Internet... wo eine entwicklung im grunde nichts kostet, da sie nicht auf rohstoffen basiert... bei "echten" sachen (ich unterscheide das ja allzu gerne :D :D ) funktioniert das nicht weil, siehe oben :D

    Der Begriff des "Volkswissens" (oder so ähnlich...) ist eine Idee von Mao... deswegen habens die chinesen auch nicht mit geistigem eigentum, weils das in der kultur nicht gibt! Wissen gehört dem Volk...

    DAs widerspricht aber auch in keiner weisen einem kommunistischen gedanken (und wie gesagt: kommunismus kann ja ehh nicht funktionieren im moment)
     
  18. oldboy

    oldboy Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    28.12.04
    Zuletzt hier:
    18.06.12
    Beiträge:
    3.790
    Zustimmungen:
    101
    Kekse:
    24.926
    Erstellt: 01.08.08   #18
    Hab ein kleines Problem mit solchen Befragungen: Lehnen die Befragten wirkliche die soziale Marktwirtschaft ab oder lehnen sie alles ab, was irgendwie mit der unfähigkeits-stigmatisierten Regierung zusammenhängt?

    Hätten die Befragten auch eine "deutsche mikroökonomisch orientierte globunale Marktwirtschaft nach vulkanischem Vorbild Grimm'scher Grundlagenanalytik" mit dem Vermerk "ist doch alles sch****e, was hier läuft, siehste doch wohl" abgelehnt, nur weil es chic ist?

    ed.: Ich komme drauf, weil ich mal eine Testumfrage gelesen habe, in der die Leute nach der Zufriedenheit mit der Politik diverser Parteien befragt wurden und auch ordentlich und brav ankreuzten, wen sie toll und wen nicht finden, ein paar Fragen später waren die Befragten nicht in der Lage, die Parteien in ein links - mitte .- rechts - Schema einzuordnen, da fragt man sich, WAS zur Hölle haben die bewertet?
     
  19. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    06.07.05
    Zuletzt hier:
    26.06.12
    Beiträge:
    3.551
    Zustimmungen:
    422
    Kekse:
    34.746
    Erstellt: 01.08.08   #19
    Ich verstehe was du meinst, aber das Glück an sich wird nicht zunehmen und Grund zum Meckern wird jeder immer haben, egal wie lange und wie gut er lebt.
    Aber ich denke, ich wäre auch ohne Vergleich unglücklicher, wenn ich einen 14 Stunden Tag hätte ohne Urlaub hätte um gerade nicht zu verhungern ... denke ich zumindest. Vielleicht auch nicht.
    Aber trotzdem sehe ich da gar keinen Grund auf (materiellen) Wohlstand zu verzichten, wenn es dazu - einfach keinen Grund gibt. Ich steh auf hohe Lebenserwartung, auf Zahnersatz, auf fast grenzenlose Kommunikation und einer im Winter geheizten Wohnung.

    So viel von dem was ich momentan tue und was mir Spaß macht wäre vor einigen Jahren noch gar nicht möglich gewesen, und ich freue mich auf die Zukunft, weil sie noch viel mehr möglich machen wird. Es macht mir auch selber Spaß an Dingen zu arbeiten, die das Leben in Zukunft ein klein wenig leichter oder angenehmer machen werden. Mir würde da sehr viel fehlen wenn man mir das nehmen würde.

    Und zu deinen Eltern: Älter werdende Menschen neigen nicht selten dazu die alten Zeiten gut zu reden, so wie auch jede Gitarre die alt ist automatisch gut ist, die Brötchen billiger (wenn man übersieht, dass man da auch weniger verdient hat...), das Wetter schöner und die Menschen netter. Ich denke nicht, dass das so viel zu sagen hat.

    In gewissen Grenzen kann ich das Patentrecht verstehen und der Hintergrund ist ja nicht völlig aus der Luft gegriffen. Aber der Unterschied ist: Bei "freien" Entwicklungen braucht man sehr viel weniger Geld in die eigentliche Forschung stecken, da man immer eine Basis hat auf die man aufbauen kann - und davon profitieren dann wieder andere. Ich merk das ganz konkret in einem Nebenjob, ohne Quellenoffene Entwicklungen könnte ich da rein gar nichts machen.

    Doch, es funktioniert. Der OpenSparcs Prozessor ist zum Beispiel ein quellenoffener Prozessor, und immerhin mit der Leistungsfähigste auf dem Markt (und wird auch sehr viel eingesetzt). Das Openmoko ist ein Open Source Handy in dem die komplette Hardware unter der GPL steht. Es gibt noch einige andere Beispiele, auch wenn diese Praxis noch nicht gängig ist.
    Aber sie zeigen dass es nicht nur bei Software funktioniert und dass sie ein gutes Konzept sein können.
    Ich bin auch gar nicht für einen Kahlschlag im Patentrecht, beide Konzepte (geschlossene und offene) können nebeneinander existieren, welches das Rennen macht bleibt abzuwarten. Meine Theorie ist dass geschlossene Entwicklungen auf lange Sicht nicht mithalten können werden, aber das bleibt abzuwarten. Um den Bogen wieder zum Thema zu spannen:
    Konzepte müssen sich beweisen und sich von alleine durchsetzen, genau wie Open Source gegen Prohibitär bestehen muss, so müsste Kommunismus sich gegen (mit sozialen Ideen vermixten) Kapitalismus durchsetzen können. Wenn die kommunistisch lebenden Menschen nicht den gleichen Lebensstandard haben oder auch nur einen geringeren Zuwachs von Lebensstandard, dann darf man die Schuld nicht am Funktionierenden suchen - und funktionieren tut unsere Marktwirtschaft trotz all der kleinen Kratzer und Dellen ganz vorzüglich.

    Wenn man sagt: Man darf halt nicht sehen wie gut es anderen geht, dann sind auch alle mit dem jetzigen Konzept zufrieden, weil sie es dann ja nicht anders kennen. Ich meine, wenn selbst die Anhänger von solchen Systemen überzeugt sind, dass es nur ohne Vergleich gut aussieht, dann ist das doch schon eine Bankrotterklärung.
     
  20. hans maulwurf

    hans maulwurf Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    11.12.03
    Zuletzt hier:
    26.02.09
    Beiträge:
    49
    Ort:
    Islamabad
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    106
    Erstellt: 02.08.08   #20
    dann gibt es halt bald asoziale marktwirtschaft