Interessanter Text über die heutige Gesellschaft

von loli.., 26.05.06.

  1. loli..

    loli.. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.05.06   #1
  2. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 26.05.06   #2
    Wo ist die harmonische gesellschaft, in der sich jeder gut aufgehoben weiß, 3 meilen hinter Weihnachten? Stehen sich nicht vielmehr interessengruppen gegenüber?
    Arbeitslosigkeit ist gut, um die noch arbeitenden zu erpressen und ihnen die letzten rechte zu nehmen, und regierungen zeigen ihr wahres gesicht, wenn sie etwa kündigungsschutz lockern oder verschärfen. Ein gewollter steuerdschungel begünstigt die einen und belastet die andern, unaufhörlich rinnt geld wie sand in der uhr von den vielen, die die hälfte ihres einkommens für miete, energie, wasser, die andere für die täglichen bedürfnisse ausgeben müssen auf die konten derer, die mit ihren überschüssen investieren, spekulieren und von höheren zinssätzen profitieren. Durch kluge gesetzgebung und steuerpolitik könnte man die divergenz ausgleichen, aber in welchem lager stehen die gesetzgebenden?
    Wir kennen die "volksgemeinschaft", millionen marschieren, schlagen tot und werden totgeschlagen, damit ein Reichsmarschall 12 jahre lang gut lebt (ich zitiere seine eigenen worte). In der "sozialistischen menschengemeinschaft" waren die gegensätze weniger krass, akademiker und facharbeiter standen auf gleicher stufe, und der "luxus" der herrschenden war, verglichen mit dem aufwand einer demokratischen regierung geradezu lächerlich gering. Walter Ulbricht hatte ein "konto des vertrauens" statt eines gehalts, aber da er alle privilegien hatte, brauchte er kaum gebrauch davon zu machen. Franz Joseph Strauss hinterließ ein imperium und würdige nachfahren, und jene staatssekretärin aus dem verteidigungsministerium verließ ihr amt als vielfache millionärin, ganz legal, "sie habe eine große familie zu versorgen", waren ihr worte.
    Wenn weichen gestellt werden, läuft der zug auf dieses oder jenes gleis, und wenn legal ist, was verwerflich ist, stimmt die gesetzgebung nicht, und man könnte, müsste sie ändern, wenn, ja wenn sie nicht die gesetzgebenden selbst begünstigte. Aber das sind nicht "wir", der nur so genannte souverain. Wollen wir in dieser gesellschaft leben oder sollen wir mit glockenklang, weihrauch und schönen reden?
    Man kann das alles aber auch ganz anders sehen. Und, was verwunderlich ist, noch geht es uns, der mehrheit ganz gut, quousque tandem, wie lange noch?
     
  3. Martin WPunkt

    Martin WPunkt Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 26.05.06   #3
    Auweia, der Prantl, der alte Doktorjur....

    Das einzige, was mir dazu einfällt, ist Kishon: "Ich verehre Menschen, die eine ideale Gesellschaftsordnung suchen, und fürchte diejenigen, die sie gefunden haben."