Intervalle herauslesen. Wie ?

von PeterBursch, 13.02.07.

  1. PeterBursch

    PeterBursch Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    11.02.07
    Zuletzt hier:
    14.06.07
    Beiträge:
    12
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 13.02.07   #1
    Frage an Musikstudierte und Musikstudierende.

    Bisher habe ich immer abgezählt. Gibt es nicht eine professionellere Methode? Durch die Halbtonschritte h-c und e-f findet sich irgendwie keine Systematik, oder doch? Ich möchte das (harm.) Intervall notiert sehen und ohne abzuzählen das Intervall erkennen.
     
  2. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

    Im Board seit:
    26.06.05
    Zuletzt hier:
    9.12.16
    Beiträge:
    1.466
    Zustimmungen:
    53
    Kekse:
    4.028
    Erstellt: 13.02.07   #2
    Wirklich eingache Methoden gibt es nicht. Das einzige, was man in den Noten sofort sieht, sind die Intervalle (1,2,3...) an sich. Ob sie groß oder klein sind, sieht man nicht direkt.
    Wenn man sich länger mit Musik befaßt, erkennt man die Intervalle aber als Teile von Dreiklängen oder Tonleitern wieder. Man ordnet z.B. ein Intervall einem Akkord zu, den man kennt, und weiß sofort, was es ist und wie es klingt.

    Hier sind ein paar Intervallbeziehungen in Tonleitern:
    1. Alle Intervalle in Dur vom Grundton aufwärts sind rein oder groß.
    2. Alle Intervalle in Dur von der Oktave abwärts sind rein oder klein.
    3. Jedes Intervall hat ein Komplimentär-Intervall.
    Code:
    Dur aufwärts: r1 g2 g3 r4 r5 g6 g7 r8
    Dur abwärts:  r8 k7 k6 r5 r4 k3 k2 r1
    
    Komplimentär-Intervalle stehen übereinander!

    Wenn beide Töne eines Intervalls erhöht oder erniedrigt werden, ändert sich das Intervall natürlich nicht.
    Anstatt das Intervall F#-C# zu bestimmen, kann man auch F-C bestimmen, oder
    anstatt das Intervall Fb-Bb zu bestimmen, kann man auch F-B bestimmen.


    Beispiel: Ab-G
    3. Anstatt vom Ab zum G aufwärts zu zählen, nimmt man das komplimenäte Intervall G-Ab. G-Ab = kleine Sek. => Ab-G = große Septime.

    Beispiel: Bb-E - eine Quarte (b c d e).
    1. Bb-Dur aufwärts: enthält Eb (reine Quarte). Bb-E ist größer => übermäßige Quarte.
    2. E-Dur abwärts: enthält B (reine Quarte). Bb-E ist größer => übermäßige Quarte.

    Beispiel: Eb-Db: Stammnoten (e f g a b c d) = 7
    1. Eb-Dur aufwärts: enthält D = große Sept. => Eb-Db (ist kleiner) = kleine Sept.
    2. Db-Dur abwärts: enthält Eb kleine Sept.
    3. Db-Dur aufwärts: enthält Eb große Sek. => Eb-Db (komplimenär) = kleine Sept.
     
  3. PeterBursch

    PeterBursch Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    11.02.07
    Zuletzt hier:
    14.06.07
    Beiträge:
    12
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 14.02.07   #3
    Danke!

    Die Tipps haben wirklich weitergeholfen:

    Zusammenfassend benötigt man also folgendes um schnell Intervalle zu bestimmen:
    1. Referenzintervalle
    2. Komplementärintervalle
     
  4. daemonica

    daemonica Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    17.08.05
    Zuletzt hier:
    8.12.13
    Beiträge:
    179
    Zustimmungen:
    3
    Kekse:
    86
    Erstellt: 19.02.07   #4
    Falls du Notenlesen kannst: mir helfen folgende graphischen Anhaltspunkte zur schnellen Bestimmung:

    Liegt die erste Note im Notenzwischenraum, sind die Noten in den darüberliegenden Zwischenräumen die Intervalle: Terz, Quint, Sept, None,etc...
    Liegt die Note AUF der Linie liegen diese Intervalle auch AUF der Linie.

    Dies ist vorallem gut zu wissen da man sonst durch enharmonische Verwechslungen (z. B. durch Halbtöne-Zählen) theoretisch "falsche" Intervalle erhalten kann.

    Es grüsst das tiefe d
     
  5. PeterBursch

    PeterBursch Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    11.02.07
    Zuletzt hier:
    14.06.07
    Beiträge:
    12
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 20.02.07   #5
    Davon ging ich ja ursprünglich aus. Jedoch erkennt man daran an sich nicht ob das Intervall groß oder klein ist.

    Ich kenne nur ein Intervall, das man enharmonisch verwechseln kann: der Tritonus (übermäßigte Quarte oder verminderte Quinte). :confused:
     
  6. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

    Im Board seit:
    26.06.05
    Zuletzt hier:
    9.12.16
    Beiträge:
    1.466
    Zustimmungen:
    53
    Kekse:
    4.028
    Erstellt: 20.02.07   #6
    Enharmonische Verwechslung bedeutet, daß ein Ton umgedeutet wird in einen anderen Ton gleicher Tonhöhe. Das kann man mit jedem Ton machen. Dabei ändert sich aber auch das Intervall, obwohl es gleich klingt.
    Jedes übermäßige/verminderte Intervall (außer dem Tritonus) klingt wie das benachbarte kleine/große bzw. reine Intervall.

    C - Bbb = verminderte Septime
    C - A = große Sexte

    C - D# = übermäßige Sekunde
    C - Eb = kleine Terz
     
  7. PeterBursch

    PeterBursch Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    11.02.07
    Zuletzt hier:
    14.06.07
    Beiträge:
    12
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 22.02.07   #7
    Gut.

    Was notiere ich für eine Note, wenn ich zB von f die kleine Septime bilde: d# oder eb?

    Gibts dafür ne Regel?
     
  8. ferdi

    ferdi Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    06.04.06
    Zuletzt hier:
    31.01.12
    Beiträge:
    93
    Ort:
    Wien
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    83
    Erstellt: 22.02.07   #8
    => Eb

    Bei F als Grundton ist das E die Septime. Daher Eb für die kleine Septime.

    Ich betrachte bei sowas zuerst immer nur die Stammtöne.
    F G A H C D E
    Die Septime ist zum einen der 7. Stammton, andererseits auch der 1. vor dem Grundton (Stichwort Komplementärintervall)
    Ob klein oder groß kommt dann im zweiten Schritt.
     
Die Seite wird geladen...