Irish Flute oder Low Whistle?

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Hallo erstmal euch allen!
Jetzt bin ich letztlich doch in diesem Forum gelandet, obwohl ich eigentlich nur mitlese und nicht noch ein aktives Forum in meiner Liste wollte. Aber da ich hier eh dauernd lese, ist das Board ja eigentlich eh "aktiv" :D

Dann komm ich mal zum Grund meiner Anmeldung, der wie meist einfach eine Frage ist.
Ich spiele jetzt einige Zeit Tin Whistle bzw. beschäftige mich generell mit irischer Musik. Zwar bin ich noch Anfänger, aber ich mache Fortschritte, die langsamen Sachen klappen ganz gut und ich taste mich so langsam an längere und schnellere Sachen ran.
Jetzt würde ich mir aber in näherer Zukunft eine Flöte besorgen, die eine Oktave tiefer als meine Tins ist. Mein erster Gedanke war eine Low Whistle, über die bin ich mittlerweile ganz gut informiert, was Modelle und Spieltechnik usw. angeht. Dann bin ich allerdings über den Gedanken gestolpert, dass eine Flute genauso toll klingt und ein paar Möglichkeiten mehr bietet, mit dem Ton zu arbeiten. Daher schwanke ich im Moment zwischen den beiden Möglichkeiten. Auf der einen Seite reizt mich die Flute, aber ich finde nirgendwo vernünftige Preisangaben. Was müsste ich für eine irische Holzquerflöte ausgeben? Ich rede von den klappenlosen Modellen. Dann die nächste Frage, die Sache mit dem Unterricht. Ich gehe davon aus, dass zumindest die Anblastechnik nicht autodidaktisch gelernt werden sollte. Kann mir da ein normaler Querflötenlehrer helfen? Ich wüsste zumindest von keinem Irish Flute Spieler in meiner Umgebung. Bisher mach ich das alles autodidaktisch. Ich hoffe, hier finden sich ein paar Flötisten, die Licht ins Dunkel bringen können :)

Bin gespannt auf eure Meinungen dazu.

Gruß
WhistlesOnTin
 
Eigenschaft
 
Hallo!

Zu Preisen kann ich dir nicht ganz viel sagen, weil ich selber nur die "normale" Querflöte spiele und unterrichte. Allerdings ist auch eine Irish Flute in vernünftiger Qualität glaube ich nicht so ganz billig.

Die Anblastechnik an sich ähnelt natürlich schon der Querflöte und jeder Querflötenlehrer oder erfahrene Flötist wird dir zumindest zeigen können, wie man das Instrument hält und anbläst, um einen Ton zu erzeugen. Ob das allerdings reicht, um zu zufriedenstellenden Ergebnissen zu kommen, wage ich zu bezweifeln. Ich würde mir nicht zutrauen, jemanden ernsthaft auf der Flute zu unterrichten, weil ich einfach zu viele Unterschiede zur Querflöte sehe, die sich zwangsläufig auch auf die Spielweise auswirken. Ich denke nicht, dass man die Technik von der Querflöte einfach so 1:1 übertragen könnte, darum wird sich das auch jeder Lehrer zweimal überlegen, ob er sich darauf einlässt.

Rein autodidaktisch wäre die Low Whistle mit Sicherheit leichter zu bewältigen und weniger fehleranfällig. Außerdem solltest du bedenken, dass man einen Querflötenansatz nicht mal eben so lernen kann, sondern es braucht meistens längere Zeit und regelmäßige Übung, bis man die Tonbildung wirklich sauber im Griff hat. Nicht dass ich dich abschrecken will oder so, aber ich denke, du solltest vorher wissen, auf was du dich einlässt.

Viele Grüße
Fluty
 
Hi Fluty!
Danke für die Infos. Erstmal vorweg: Mir ist schon klar, dass speziell die Querflöte nichts ist, was man mal eben nebenbei lernt. Das schreckt mich nicht sonderlich ab, Musik mach ich schon länger und hab meine Freude dran. Leider hab ich mir genau die Probleme schon gedacht, die du als Lehrer ansprichst. Deshalb überlege ich ja, ob es Sinn machen würde, einen Lehrer für ein paar Stunden zu nehmen bzw. in längeren Abständen. Wenn mir Haltung und Anblastechnik gezeigt werden, traue ich mir das eigentliche Üben und Fingering auch allein zu. Nur von Anfang an allein.. ich bin mir nicht so sicher wie klug das wäre.
Davon ab ist es ja nicht so, dass eine Low Whistle für mich langweilig wäre, ich finde die Lows im Gegenteil toll. Nur würde ich mich ein bisschen ärgern wenn ich feststelle, dass unter den gegebenen Umständen (kein fester Lehrer in Reichweite, weitgehend autodidaktisch, finanziell) auch die Flute drin gewesen wäre und ich mir dann die Low besorgt hätte :)

Gruß
WhistlesOnTin
 
Ich arbeite schon längere Zeit so halb-autodidaktisch mit der Traversflöte (klappenlose Barock/Rokoko-Querflöte). Ich hab' einen Haufen Geld ausgegeben (Neu wären wir ein ganzes Stück im vierstelligen Bereich gewesen) um mir diesen Traum zu erfüllen (also am Instrument liegt's nich) und meinen Ansatz von einem Querflötisten überprüfen lassen. So weit so gut. Das mit dem Ansatz klappt auch - wobei man bei einer Holzflöte tatsächlich anders anblasen muss, als bei einer Silberflöte dass es klingt. Aber wie Fluty richtig sagt - so Dinge wie "typische Verzierungen" etc. sind einfach im Selbststudium schwer zu erlernen.
...und das wo ich den vollen Vorteil habe, dass ich Barock-Blockflöte sehr, sehr gut spielen kann und daher sowohl Verzierungen als auch Griffweise beherrsche.

Mein Rat wäre, dass Du entweder erst mal "normale" Querflöte auf einer geliehenen Silberquerflöte lernst - wenn Du weißt, was Du tust ist das dann leichter auf die Irish zu übertragen - oder dass Du tatsächlich im LowWhistle-Bereich weiter machst.
 
Schwer zu sagen ... einen Lehrer nur für einige Stunden oder in größeren Abständen wird dich gerade bei einer Querflöte nicht wirklich weit bringen fürchte ich. Dabei geht es nicht um die Griffweise oder das reine Üben. Dass du das weitgehend alleine auf die Reihe bringst, ist klar. Wobei ich IcePrincess recht geben muss, dass es wesentlich leichter ist, instrumententypische oder stilistische Besonderheiten nach fachlicher Anleitung zu lernen.

Problematisch bei Querflöten ist immer der Ansatz. Ich könnte wahrscheinlich jedem innerhalb von einer Unterrichtsstunde beibringen, wie er das Instrument anblasen muss, um einen halbwegs sauberen Ton zu erzeugen. Mit der richtigen Technik ist das gar nicht so schwer. Der Haken ist nur, dass der Ansatz keine unveränderliche Größe ist, sondern der entwickelt sich im Laufe der Monate und Jahre. Ich erlebe es ja an meinen Schülern, dass da immer wieder kleinere oder größere Korrekturen nötig sind, man mit dem Erlernen einer neuen Technik auch ansatzlich wieder was ändert usw. Nicht selten gewöhnen die sich innerhalb einer Woche beim selbständigen Üben irgendwelche Dinge an, die ihnen auf dem momentanen Stand scheinbar das Spielen erleichtern, der späteren Entwicklung aber im Weg stehen würden. Darum rate ich wenigstens für die ersten 6-12 Monate (nach Möglichkeit natürlich auch länger) immer zu möglichst regelmäßigem Unterricht, damit den schlimmsten Anfängerfehlern entegegen gewirkt werden kann.
 
Hm OK ich sehe die Problematik :gruebel:
Es wird also vermutlich auf die Low Whistle rauslaufen wie von Anfang an gedacht, da regelmäßiger Unterricht mit Umweg über die klassische Querflöte einfach momentan nicht drin ist. Ärgerlich.. aber das muss ja nicht für immer gelten. Es wird also erstmal ne Low werden, vermute ich.
 
Moin!

Ich würde dir auf jeden Fall empfehlen, die Flute zu lernen, ist ein wunderbares Instrument und mit etwas Ehrgeiz garnicht so schwer zu erlernen, v.a. wenn man schon Tin Whistle spielt, denn die Griffweise ist fast 1:1 übertragbar. Low Whistle klingt zwar anders, ist aber im Endeffekt nur eine große und unergonomische Tin Whistle. Ich hab eine, aber spiel sie quasi nie bzw. nur wenn ich Unterricht drauf gebe.

Wo wohnst du denn? Vielleicht kann ich dir einen Lehrer in der Nähe empfehlen. Ich selber bin im Münsterland und unterrichte auch.

Allerdings bin ich persönlich der Meinung, dass man nicht unbedingt einen Lehrer braucht. Ich hatte in meiner "Karriere" bisher fünf Unterrichtsstunden und zwei mehrtägige Workshops, und das wars. Der Ansatz ist natürlich die Nuss, die zu knacken ist, aber wenn man weiß wie es theoretisch geht ist das schonmal viel wert und durch Herumprobieren kommt man auch schon weit. "Den Ansatz" hat mir nie jemand gezeigt und im Gegensatz zur modernen Böhmflöte gibt es auch keine klaren "Schulen", da die verschiedenen Flöten einfach viel zu unterschiedlich sind um eine Methode zu finden bzw. zu unterrichten , die für jeden auf jeder Flöte funktioniert, denn jeder Flötenbauer macht das alles ein wenig anders und natürlich auch nach seinen persönlichen Vorlieben. Atemtechnik ist natürlich noch eine Konstante, aber naja, es geht auch ohne professionell trainierte Stütze, ich weiß das aus Erfahrung. ;)
Außerdem gibts im Internet wirklich tonnenweise richtig gute Informationsquellen - die haben mir auch mit Abstand am meisten weitergeholfen. Viel lesen und das Gelesene dann versuchen umzusetzen - das funktioniert prima, wenn man sich nur drauf einlässt.

Zum Preis: es geht so bei knapp 300 Euro los für eine einfache, aber brauchbare Holzflöte. Gibt natürlich auch viel Mist auf dem Markt, von Ebay würde ich z.B. generell abraten, damit verdirbt man sich nur den Spaß. Eine Obergrenze gibt es kaum, meine Flöte war jedenfalls sehr viel teurer als 300 Euro (hat aber auch ein paar Klappen dran).

Ich kann dir gerne per Privatnachricht genauere Infos zu Instrumentenbauern schicken, denn ich möchte nicht öffentlich Namen von Flötenbauern nennen, deren Instrumente ich nicht gut finde, zumal das nur ganz subjektive Meinungen sind und die Leute halt auch meine Kollegen sind . Ich hab die Erfahrungen aber alle schon machen müssen und freue mich, wenn ich das jemand anderem ersparen kann ;)

Grüße,
Steffen
 
Hi,
nachdem hier ein paar recht ausführliche Antworten eingegangen sind, möchte ich euch meine letztliche Entscheidung nicht vorenthalten: Rein aus Kostengründen wird es eine Low Whistle werden, die in der ersten Junihälfte bei mir eintreffen wird. Es wird eine Ian Lambe. Der Flute trauere ich zwar ein bisschen nach, aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben und die Kohle für ein vernünftiges Instrument hab ich im Moment und näherer Zeit einfach nicht.
Vielen Dank an Shibboleth für die weitere Beratung per PM/Mail!

Gruß
WOT
 
Holzquerflöte,6Loch vieleicht könnte das etwas für dich sein?

http://www.folkfriends.com/shop/showprodlist.php?grp=159&PHPSESSID=1cdd81fdf7add68911dc2ad068749e3e

Wie sie zu spielen sind weiß ich auch noch nicht,
ich bin aber am überlegen es für die 62-85Eur mal zu probieren.
http://www.folkfriends.com/shop/sho...59&PHPSESSID=1cdd81fdf7add68911dc2ad068749e3e


Da du aber einen tieferen Ton willst müßtest du die dreiteileige "D" nehmen,
das wären dann schon 220-300Eur zum "probieren" zu teuer.
http://www.folkfriends.com/shop/sho...59&PHPSESSID=1cdd81fdf7add68911dc2ad068749e3e
 
Danke für die Links
Von den ersten beiden Flöten hab ich allerdings nicht viel Gehört und vernünftige Flutes scheinen eben erst so ab ein paar Hundert Euro loszugehen. Also hab ich mir erstmal eine vernünftige Low Whistle besorgt (14 Days to go.. die Familie rückt das Ding nicht vor dem Geburtstag raus ;)) und die Flute nach hinten verschoben.

Gruß
WOT
 
Du solltest vielleicht schreiben, welche genau Du meinst, weil auf dem Bild, das erscheint, wenn man Deinen link anklickt, sehe ich eine Native American Flute ;) (Auch Indian Love Flute oder Spirit Flute genannt) Die NAF scheinen von High Spirit zu sein und von denen kann ich Dir aus Erfahrung sagen, dass auf alle Fälle der Eagle (fis-Moll) und die g-Moll Flöte gut tun, die hab ich beide schon angespielt.
 
oh sorry als ich den link kopirt hab warn 3 flöten zu sehen:redface:
also ihr müsst auf der linken seite auf irische flöten gehn eine von denen am ehesten die unterste
 
Der Musikkeller ist eigentlich ein renommiertes Geschäft mit fachkundigem Personal und so weiter. Es ist ein ganz normales Ladengeschäft und bekannt dafür, exotische Instrumente zu haben (dazu zähle ich auch irische Flöten, auch wenn Irland längst nicht so exotisch anmutet wie vielleicht Nepal oder Turkmenistan). Wenn du die Möglichkeit hast, solltest du einfach mal hingehen und dich beraten lassen. Zur Flöte selbst kann ich nichts sagen, eigentlich mußt du sie selbst anspielen und möglicherweise gibt es im Laden auch noch andere.
 
Alle drei sind Importe aus Pakistan und taugen nix. Also Finger weg.
 
Ich bin selber Instrumentenbauer, baue und restauriere "irish flutes" und muss andauernd Kunden erklären, dass ich ihr Instrument nicht reparieren kann, weil es von vorn herein völlig falsch und bar jeder Ahnung gebaut wurde. Google mal nach "Irish Flute Sialkot"...da sitzt eine ganze Industrie in Pakistan (und Indien, Stichwort "Empire Brass") und überschwemmt Ebay und Musikläden mit billigen "keltischen" Instrumenten: Dudelsäcke, Querflöten, Whistles, Bodhrans usw. - die Dinger kosten im Einkauf je nach Menge und drangeflanschtem Metall (Klappen) so 10-30 Dollar, ich hab auch schon nette Mails aus Sialkot bekommen mit der Anfrage, ob ich nicht offizieller deutscher Distributor werden will und einige seit jahren etablierte Kollegen wurden gefragt, ob sie nicht Lust hätten, ihre eigenen Instrumente unter dem Namen der pakistanischen Fabrik (quasi als outsourcing) anzubieten, man würde gute Preise und laufend Aufträge bieten und bittet vorab um ein oder zwei Exemplare aus ihrer Werkstatt zur "Begutachtung" - was die damit vor hatten sollte ja wohl klar sein. Ich bin es einfach leid, die Dinger immer und immer wieder sehen zu müssen...es ist Verschwendung von ansich gutem Holz und extrem ärgerlich für die Geschädigten. Deshalb weise ich so vehement darauf hin, dass die Dinger Müll sind. Wenn wenigstens einer seine 300 Euro dadurch nicht zum Fenster rauswirft bin ich schon froh drum. Wenn jemand meint, diese Warnung ignorieren zu können, bitte...soll mein Schaden nicht sein, ist ja nicht so dass ich nix gesagt hätte.
 
Ich bin selber... ist ja nicht so dass ich nix gesagt hätte.

Aber jetzt klingt es überzeugend, vielen Dank!

Ich mußte einfach nachfragen, weil mir der Musikkeller in Hamburg als erstklassiger Laden bekannt war, der keinen Schrott anbietet, aber das ist inzwischen 20 Jahre her, hat sich wohl geändert, schade eingentlich!

PS: Diese zufällig gestimmten Bansuris aus dunklem Bambus, mit weißen Klebebändern an den Enden, ziemlich schief gebrannten Grifflöchern, und Stempel "Tune-X". stammen die auch aus dieser Quelle?
 
Gut möglich...ich kenne mich nur näher mit "irish flutes" und Dudelsäcken aus diesen Fabriken aus, weil mich das direkt betrifft. Du kannst aber davon ausgehen, dass so ziemlich jedes niedrigpreisige "ethnische" Instrument aus solchen Quellen auf dem indischen Subkontinent oder China stammt. Und mit niedrigpreisig meine ich dabei alles, was unter dem marktüblichen Preis angesiedelt ist. Eine richtige "irish flute" in der Ausstattung, wie sie aus Pakistan kommt, ist für 300 Euro nicht zu haben, wenn sie spielbar sein soll...und für 10 Dollar Einkaufspreis schon garnicht. Mein günstigstes Modell kostet 500 Euro und das ist schon knallhart kalkuliert.

Solche Instrumente tragen die Namen von Personen und nicht von Fabriken (bzw. garkeine), wenn sie gut sind. Um sowas in hoher Qualität von der Stange anbieten zu können reicht die Nachfrage nicht aus. Eine Ausnahme bilden schottische Dudelsäcke, aber auch Stangenware kostet da locker 1000 Euro und mehr. Leider fangen jetzt auch manche Importeure an, diese Dinger nachträglich mit irgendeinem Namen zu versehen (google "McCarty Instruments" oder "pipes made by Geoffrey"), weil die gemerkt haben, dass die Leute nicht mehr blind alles kaufen was aus Holz ist und als irish angeboten wird...und dreisterweise werden dann sogar nachweislich aus Pakistan stammende "Instrumente" als "made in USA/Ireland" angeboten, weil da in besagtem Land jemand seinen Stempel draufgedrückt hat. Das ist fast schon kriminell. Aber tun kann man nix, außer immer wieder warnen...

Edit: hab grad noch gesehen dass der Musikkeller die Grifftabelle von Terry McGee (Flötenbauer aus Australien) geklaut hat...
 
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