Ist Hartz IV unsozial?

von Balanceismus, 25.05.16.

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  1. Balanceismus

    Balanceismus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.05.16   #1
    Es gibt Leute, die behaupten, dass Hartz IV-Empfänger zu viel Geld bekommen und faul seien. Die andere Leute sagen: Dass Hartz IV unsozial ist und der ALG 2- Satz zu niedrig ist und die Menschen, die davon betroffen sind, zu viel sanktioniert werden.

    Was ist Eure Meinung dazu?
     
  2. Marc02

    Marc02 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.05.16   #2
    Gerade hier angekommen, 2 Beiträge geschrieben.

    Beitrag 1 : Mit dem Magix musicmaker Goa House und Techno machen wollen.(Oh ja, natürlich !!!)

    Beitrag 2 : Im Politik-OT ohne Artikel, ohne Link, ohne Eröffnungsposting eine Hartz4-Diskusion mit den Worten "faul", "zuviel Geld" und 2 billigen "Leute sagen" starten wollen.

    Verpi...... nein, ich sage es nicht. Ich bleibe beim Höflichen. Don`t feed the troll !
     
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  3. Balanceismus

    Balanceismus Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.05.16   #3
    Und was hat das mit Hartz IV zu tun?
     
  4. Gast 2361

    Gast 2361 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 25.05.16   #4
    Schon bisschen hart oder? :-D

    Meine Erfahrung zum Hartz 4:
    Die Leute die das sagen, es sei zu viel Geld, mussten noch nie davon leben.
    Leute die sagen, es sei zu wenig, sind die die das System am meisten ausnutzen und betrügen.
    Mein Fazit:
    Alles dafür tun nicht da reinzurutschen, aber leute die den bekommen nicht verurteilen.
     
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  5. Gast 23432

    Gast 23432 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.05.16   #5
    Ja, ich möchte es niemals erleben müssen, da würde ich lieber über finale Auswege nachdenken :o :(
     
  6. Balanceismus

    Balanceismus Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.05.16   #6
    Manche Leute finde wahrscheinlich keine finalen Auswege.

     
  7. MOB

    MOB Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.05.16   #7
    man darf und kann das nicht pauschalisieren. ich selbst bin aufgrund einer krankheit schon mal in hartz4 reingerutscht. ich konnte mich über zweieinhalb jahre nicht schmerzfrei bewegen, teilweise nicht mal mehr laufen. hätte ich kein hartz4 bekommen, wäre ich auf der straße gelandet und elendlich verreckt. dafür meinen herzlichsten dank !

    zu wenig ? zu viel ? weder noch ! hartz4 reicht nicht, um einen auf dicke hose zu machen, aber das ist auch nicht sinn der sache. es geht um ein dach überm kopf, kleider am laib und etwas zu essen im magen, und dafür ist es genügend. wer mehr will muß arbeiten gehen. kann man das nicht oder nicht mehr, ist man hier gesellschaftlich eh am arsch. hartz4 hin oder her, aber man landet zumindest nicht auf der straße.

    was mich allerdings extrem stört ist, daß man als hartz4 empfänger teils mehr bekommen kann, als z.b. jemand, der nur eine hilfsarbeitsstelle über eine zeitarbeitfirma hat. bei so einer stelle kommt man ohne branchentarifvertrag auf ca 1050€ netto pro monat für 151 stunden arbeit.

    mal eine beispielrechnung: miete wohnung plus heizkosten = 420€ (z.b. 1 zimmer wohnung +/-35m^2)
    hartz4 satz zum leben liegt momentan bei etwas über 400€.

    macht unterm strich 820€.

    jetzt zähl ich noch die GEZ gebühr dazu, die man als hart4 empfänger nicht bezahlen muß. ich rechne jetzt mal aufgrund der zahlen nur mit 15€

    macht unterm strich 835€

    jetzt nehmen wir mal an, ich nehme vom jobcenter einen ein euro job an mit 120 stunden monatlicher arbeitszeit. macht zusätzlich 120€, nach drei monaten gibts 1,50€ pro stunde also 180€ zusätzlich.

    macht unterm strich nach drei monaten 1015€

    jetzt rechne ich noch 40€ dazu für eine fahrkarte über zwei tarifzonen, was hier in stuttgart realistisch ist (normales monatsticket kostet für 2 zonen 83€. mit hartz4 ermäßigung hier dann 41,50€)

    macht unterm strich gesamt ca 1055€ für 120 stunden arbeit.

    und DAS kannns irgendwo nicht sein ! als normaler arbetier nur 1050€ zu bekommen für 150 stunden arbeit, als hartz4 empfänger aber 1055€ für 30 stunden weniger arbeit. das ärgert mich extrem und ist der grund warum ich nie wieder, auch im falle einer arbeitslosikkeit, zu einer zeitarbeitfirma gehen würde. muß ich mich selbst verarschen ? ich denke nicht. ich bin wirklich überzeugt davon, daß wenn sich arbeit einfach mal wieder lohnen würde, es auch weniger hartz4 empfänger geben würde. so gesehn ist jeder dumm, der sich einen schlechtbezahlten job sucht (unter 10€ brutto die stunde) und ich finde es in so einem fall sehr verständlich dann doch lieber hartz4 empfänger zu bleiben, als sich so einen job zu suchen. das problem hierbei sind nicht die hartz4 empfänger, sondern diese pfeifen in Berlin, die so etwas überhaupt erst möglich machen ! DAS ist der punkt, an dem angesetzt werden muß, um eine entscheidende veränderung herbeizuführen, aber sicher nicht der hartz4 empfänger. herrgottnocheins - im ausland gilt Deutschland inzwischen als billiglohnland. in anbetracht der kosten hier der blanke hohn !

    gruß
     
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  8. Tolayon

    Tolayon Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.05.16   #8
    Es gibt leider immer wieder schwarze Schafe unter den Beziehern, welche den Ruf aller Hartz-IV-Empfänger in den Schmutz ziehen.
    Alles in allem denke ich, dass man davon leidlich leben kann, wenn man keine allzu großen Ansprüche hegt.

    Aber gerade als Akademiker sollte man alles vermeiden, um da hereinzurutschen, denn auf diese Klientel sind die Jobcenter nur schlecht vorbereitet (um es mal noch freundlich auszudrücken).
    Da wird den Arbeitssuchenden doch glatt empfohlen - wenn nicht sogar befohlen -, ihre akademischen Qualifikationen zu leugnen und sich wie praktisch Ungelernte auf dem Arbeitsmarkt zu "prostituieren". Zeitarbeit und entwürdigende Seminare (zusammen mit Alkoholabhängigen und anderen menschlichen Problemfällen) gehören von da an zum Alltag. Denn ein Akademiker, der keine Arbeit findet, gilt als verdächtig und irgendwie nicht richtig in der Birne.

    Was ich aber für alle Bezieher in Zukunft befürchte, sind drastische Kürzungen bis hin zur ersatzlosen Streichung, wenn die Zahl der Bezieher sich noch weiter erhöhen sollte (sei es aufgrund weiter Massenentlassungen, sei es wegen des anhaltenden Zuzugs von Migranten in unser Sozialsystem).
     
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  9. mjmueller

    mjmueller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.05.16   #9
    Hallo,
    kleine Korrektur:
    Gibt es nicht mehr.
    anderer Etat
    Grüße
    Markus
     
  10. Gast 23432

    Gast 23432 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.05.16   #10
    Nicht nur das... auch ein Beispiel... als der Eisenacher Opernchor abgewickelt wurde (2004), empfahl das Arbeitsamt/Jobcenter (ich weiß nicht genau) einer Chorsängerin einen Job im Krematorium, Leichen zurechtmachen. Als Theaterkünstlerin wisse sie doch, wie man schminkt.
     
  11. MOB

    MOB Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.05.16   #11
    korrektur der korrektur: stimmt nicht !

    ich weiß zu 100% sicher, daß es 1 euro jobs nach wie vor gibt. das läuft nun unter eingliederungsvereinbarung und die 1 euro lohn werden als mehraufwandsentschädigung deklariert. das ändert aber nichts daran, daß es nach wie vor 1 euro jobs sind. klingt so nur etwas "besser" ;)

    gruß

    ps: guckst du § 16d SGB II. steht zwar nicht ausdrücklich dabei, aber genau das regelt diese ein euro jobs. "zwischen den zeilen" stehts. und wenn dir das nicht reicht - anruf bei irgendeinem jobcenter genügt ;)
     
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  12. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

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    Erstellt: 30.05.16   #12
    WIRKLICH SCHLIMM ... ist mMn ...

    dass es nicht die Leute erreicht, die es brauchen ...

    Ich habe den Wechsel von Brandt/Schmidt zu Kohl aktiv miterlebt ...
    Besser als jede Dissertation zeigen zwei Werbespots den Wechsel der Denke: "Frech geht vor" und "Geiz ist geil" ...

    Schlimm ist, dass bestimmte Parteien (später auch die SPD) von jedem Menschen bestimmte Fähigkeiten ale "naturgegeben" voraussetzen. Egal ob mit einem IQ von 80 oder Autist mit IQ135 - "jeder" kann ja wohl das System durchschauen, Möglichkeiten ausschöpfen, bekommen was ihm zusteht ...
    (gleiches gilt selbstverständlich auch für private soziale Absicherung +++)

    Ende vom Lied ist, dass "weniger pfiffige Menschen" von den "pfiffigen, frechen Menschen" beiseite gefegt werden und hilflos untergehen. Der arme Sachbearbeiter hat bereits genug mit den "Frechen" zu tun, als dass er dem wriklich Benachteiligten, Hilfebedürftigten helfen könnte (und den Stapel kann er eh nie ab arbeiten).

    Bis in die frühen 1980er wurde der "Dorftrottel" noch aufgefangen (kenne das selbst noch aus einer 10.000 Einwohner Stadt).
    Diese Zeiten sind lange vorbei. Wer clever und frech ist, der saht sowohl bei Hartz IV wie auch bei Steuern etc. dick ab. Wer all dem nicht gewachsen ist / wessen Welt das nicht ist, der geht ohne Hilfe unter ...
     
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  13. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 31.05.16   #13
    Das Unsoziale ist nicht unbedingt die verfügbare Summe, sondern die Art und Weise, wie Arbeitsuchende kontrolliert, gegängelt und verwaltet werden.

    zB die Mietgrenze oder Wohnraumgrenze. Ich war mal ein knappes Jahr arbeitslos. Ich bekam 790 Euro Arbeitslosengeld inkl. Miete und Stadtwerke (regulär, also noch nicht Hartz4 oder Sozialhilfe). Da blieben knapp 100 Euro die Woche für mich übrig - womit ich aber gut klar kam. Nach etwa einem halben Jahr flatterte ein Schreiben rein, in dem ich aufgefordert wurde, den Mietpreis zu senken, gglfs durch einen Umzug in ein günstigeres Wohnviertel oder eine kleinere Wohnung. Die Miete betrug 290 Euro inkl. Nebenkosten bei 53qm. Also nicht besonders teuer, aber 3qm zu groß. Dafür bin in meinem Viertel sehr gut integriert, habe Netzwerke und einen großen Freundeskreis. Immerhin wohne ich hier seit den 80ern.

    Das hätte also zum einen bedeutet, dass ich wegen 3qm mein soziales Umfeld hätte verlassen müssen. Zum anderen führt dieses Vorgehen zur Bildung sozialer Brennpunkte – denn Wohnraum zu einem "angemessenen" Mietpreis in "angemessener" Größe findet man in der Regel nur in den Hochhausghettos des sozialen Wohnungsbaus. Eine Wiedereingliederung wird dadurch konsequent verhindert. Der Arbeitssuchende wird in ein Mileu gedrängt, an das er sich schnell gewöhnen kann. Und er wird von seinem gewohnten, berufstätigen Umfeld isoliert.

    Ich habe mich noch schnell genug selbständig gemacht. Das wäre mir nach einem Umzug mit absoluter Sicherheit nicht gelungen, da eben genau diese örtlichen Netzwerke das überhaupt ermöglicht haben.

    Natürlich muss ein Bezugsempfänger nicht in einer 8-Zimmer-Villa wohnen. Aber ein Toleranzrahmen muss gewährleistet sein. Die Integrität ist die wichtigste Motivation zur Resozialisation und darf nicht wegen 10 Euro oder 3qm zuviel aufs Spiel gesetzt werden. So züchtet man Langzeitarbeitslose.
     
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  14. Gast 2361

    Gast 2361 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 01.06.16   #14
    @antipasti

    ich kann das vollkommen verstehen! Allerdings muss man abstriche machen und einer muss auch betroffen sein.
    Mal angenommen würde man 10% Spielraum ansetzen, könnte man direkt sagen, um bei deinem fall zu bleiben, maximal 58qm sind in Ordnung. Es gibt aber Wohnungen mit 59qm. Was macht man damit? Sollen die Leute auch wohnen bleiben? Das wären aber dann insgesamt 6qm zuviel (wenn ohne toleranz 53qm in Ordnung wären). Das spiel kann man dann immer weiter treiben, und irgendwann muss jemand wegen mickrigen 2qm umziehen und das soziale Umfeld aufgeben.

    Das komplette Konzept beruht ja nur darauf und die Arbeitslosenstatistik zu schönigen. Soweit ich weiß fällt die Hart 4 Reglung nicht unter die Statistik, dadurch haben wir auch so schön niedrige Arbeitslosenquoten.
     
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  15. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 01.06.16   #15
    Klar. Aber wo ich dann Abstriche mache, sollte mir überlassen sein. Und betroffen MUSS überhaupt niemand sein. Diese Regel gehört einfach komplett abgeschafft.


    Nein. Die Berechnungsgrundlagen der ALGE sind sowieso in der Regel veraltet und falsch - entsprechen zb nie dem aktuellen Mietpreispiegel. Denn während die ALGE noch mit meinem Mietspiegel von 6,87/qm rechnet, kann er tatsächlich schon bei 8,12 liegen. Eine faire, realistische Bemessung passiert also ohnehin nicht.

    Es ist viel einfacher: Es geht die ALGE einen Dreck an, wie und wo ich wohne. Es muss eine allgemeine Grundversorgung geben und wenn ich der Meinung bin, dass ich 600 Euro von meiner Grundversorgung fürs Wohnen zu bezahlen bereit bin und dafür mit 30 Euro pro Woche zum Leben auskomme, dann ist das schlicht und einfach meine Entscheidung. Wenn ich nicht damit auskomme, dann muss halt umziehen.

    Ich bitte die ALGE nicht darum, mir mehr zu Geld zu geben, weil ich meine Wohnung und mein Umfeld nicht aufgeben will. Sie sollen mir gern das geben, was sie für einen "angemessenen" Wohnraum auszugeben bereit wären. Aber was ich mit dem Rest mache, ist meine Sache. Wenn ich freiwillig von Wasser und Brot lebe, damit ich die fehlende Miete damit ausgleichen kann, dann darf mich niemand daran hindern. Oder wollen sie mir demnächst auch noch vorschreiben, was, wo und wieviel ich zu essen habe?

    Der Staat hindert den Bezugsempfänger ja schließlich auch nicht daran, 80% seiner Kohle für Schnaps und Tabak auszugeben, obwohl das auch keine angemessene Investition staatlicher Fürsorgegelder ist. Warum darf ich dann nicht auch 80% darin investieren, eben kein besoffener Alki in einem B-Schein-Ghetto zu sein.

    EDIT: Ich lese gerade, dass das unter Umständen möglich ist, einen Betrag selbst auszugleichen. Wenigstens etwas.
     
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  16. hotlick

    hotlick Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.06.16   #16
    ...... und was ist Deiner Meinung nach die Voraussetzung dafür, im OT-Politik ein Thema zur Diskussion stellen zu dürfen? Was widerspricht daran den Board-Regeln? .... was legitim ist, ist nun mal legitim und bedarf keiner Maßregelung - und schon gar nicht auf eine Weise, die der in den Board-Regeln formulierten Nettiquette widerspricht.

    Deshalb gibt's von mir erst mal @Balanceismus ein herzliches Willkommen hier im Board und im OT Politik und Gesellschaft. Zum Thema werde ich sicher noch was beitragen.

    Grüße - hotlick
     
  17. Gast 2361

    Gast 2361 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 01.06.16   #17
    Ich muss zugeben, dass ich mich in Sachen Harz 4 nicht sonderlich gut auskenne, aber in wechen Fall werden denn die Mietkosten von Staat übernommen? Oder ist es nur ein Gerücht was man vom Hören/Sagen mitbekommt. Wie ist es denn mit Ersatz für defekte Küchengeräte?

    Ich frage nur so dumm, weil mir es mal vom Arbeitskollegen so erzählt wurde und hier es anscheinend Leute gibt, die schon damit Erfahrung gemacht haben.
     
  18. Primut

    Primut Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.06.16   #18
    Ebenfalls herzlich willkommen @Balanceismus im Musiker-Board. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich die Fragestellung anhand von beiden Extrema ziemlich unglücklich finde. Extrema gibt es doch überall, das eigentliche Problem liegt doch ganz wo anders. Cadfael hat es ja schon angedeutet.

    SGBII § 1 (1) sagt: "Die Grundsicherung für Arbeitsuchende soll es Leistungsberechtigten ermöglichen, ein Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht."

    Und ja, ich denke auch, erst wenn man nicht mehr unter dem Druck / Zwang steht, sich mit allen Mitteln um eine Grundsicherung kümmern zu müssen (d.h. irgendwie über Waser zu halten), ist man doch frei genug, sich auch um eine langfristig nachhaltige Arbeit zu kümmern.

    Stimmt insofern, dass es sich bei "Hartz 4" bzw. ALG II um eine Sozialleistung zur Grundsicherung und um keine Versicherungsleistung aus der Arbeitslosenversicherung (ALG I) handelt und somit tatsächlich statistisch anders bewertet wird.

    Das eigentlich Problem besteht in meinen Augen doch darin, dass eine Sozialleistung von Auflagen abhängig gemacht wird, dass damit letztendlich - mal überspitzt formuliert - soziale Hilfen gegen Leistungen bzw. Auflagen aufgerechnet werden und damit im eigentlichen Sinn keine Sozialleistungen mehr sind.
    Klar, letztlich handelt es sich tatsächlich nur um eine Grundsicherung mit dem langfristigem Ziel der Erwerbstätigkeit bzw. Einstellung der Grundsicherung. Die restriktive Umsetzung finde ich aber mitunter schwierig.
    Letztendlich wird doch auch gesellschaftpolitisch mit dem "HARTZ-4 - Status" den Leute ganz unten auch noch die Schuld / der schwarze Peter zugeschoben obwohl unser BIP kontinuierlich super ansteigt und "bloß" unsere Einkommensschere aber weiter stark auseinanderdriftet!
    Und Nahles setzt dann mit ihrer geplanten Reform noch einen drauf... , keine Ahnung, wo ihre Partei das S im Namen hernimmt.


    Meine persönliche Erfahrung ist, es hängt letztlich immer vom Einzelfall ab, speziell z.B. von der Bearbeiterin die man erwischt hat und wie sie gerade drauf ist....

    Eben nicht (jedenfalls nicht ansatzweise zwangsläufig), aber es wurde dir so vermittelt, und genau das ist das Problem dabei!

    Du hättest beispielsweise auch ganz entspannt nachweisen können, das der Umzug in eine 3qm kleinere Wohnung nur eine Einsparung von 7€/qm x 3qm x 12 Monate= 252 €/Jahr brächte, was aber bei Umzugskosten von ca. 350 € (z.B. Beispiel lt. Angebot von der Umzugsfirma) deutlich unwirtschaftlich wäre....


    Die Problematik ist erfahrungsgemäß deutlich vielschichtiger als sich in Pauschalurteilen erfassen lässt.
     
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  19. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 01.06.16   #19
    Es war ja kein Pauschalurteil, sondern ein Erfahrungsmoment. Aber du hast natürlich recht:

    Es geht zu einem Teil um Verunsicherung durch Informationsvermeidung, was es nicht besser macht. Denn: Ich werde in die Beweispflicht genommen, dabei weiß die ALGE doch, dass die Ersparnis kaum merkbar wäre, denn sie kennt meine Miete und den örtlichen Mietspiegel. Ich werde also "auf Trab gehalten". Hinzu kommt völlig richtig:

     
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  20. EDE-WOLF

    EDE-WOLF HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 01.06.16   #20
    Falls es hilft:

    Die Regelung sieht wohl so aus:

    Du darfst in der zu großen Wohnung bleiben, die Mietkosten werden anteilig vom Amt übernommen...
    Wenn du aber eine NebenkostenNACHZAHLUNG bekommst übernimmt das Amt diese NICHT... Also insofern kein Stress!