Jazz Harmonien für What a wonderful world

von antipasti, 16.06.06.

  1. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 16.06.06   #1
    Hallo,

    ich bin Sänger mit Gitarrenvergangenheit, von daher mehr im Vocalsforum aktiv. Als Gitarrist bin ich im Jazzbereich eher ein Newcomer, deswegen folgende - hoffentlich nicht zu freche - Bitte.

    Auf einem Familienfest nächste Woche soll der Oma ein Ständchen gespielt werden (ich hab ja schon viel gemacht - aber sowas wirklich noch nie) . Ich soll das Ganze mit der Gitarre begleiten. Es handelt sich um den Evergreen "What a wonderful world" von Louis Armstrong

    Die normalen Harmonien sind mir zu "lagerfeuernd", deswegen würde ich den Song gerne mit jazzigen Harmonien unterlegen. Doch hier fehlt mir die Theorie, um es selbst zu machen.

    Kann jemand mir das unter die Arme greifen mit ein paar Akkord-Substitutionen (ich mags übrigens chromatisch).

    Hier die Original-Akkorde:

    F | Am | Bb | Am | Gm7 | F | A7 | Dm | Db | C11 | C7 | F | F5+ |
    Bb 7+ | C7 | F


    Falls das ein bißchen zu viel verlangt ist, kein Problem. Evtl reichen auch ein paar Tipps, wie ich beim Umsetzen am besten vorgehe.
     
  2. Martin WPunkt

    Martin WPunkt Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.06.06   #2
    Die Geburtstagsständchen-Situation kenne ich gut. Ich helfe mir dann immer so, einfach und zeitsparend: wenn mir der Song zu glatt ist, bekommen die Septakkorde 9er- und 11er-Erweiterungen verpasst (5er oder 7er je nach Bedarf weglassen), klingt dann schon wesentlich jazziger, wenns nicht reicht, bekommen die normalen Dur- und Moll-Akkorde 6er- und 7er-Erweiterungen.

    Mehr Aufwand für das obligate Oma-Ständchen habe ich nie betrieben, da muss man auch aufpassen und nicht gleich mit Intermodal Changes oder anderen für die ältere Generation schwer verdaulichen Leckereien kommen.... ;)
     
  3. antipasti

    antipasti Threadersteller Singemod Moderator

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    Erstellt: 17.06.06   #3
    Merci, Monsieur - die Lösung war auch mein Notnagel, weil ich hier gar nicht so schnell mit response gerechnet habe. Um so erfreuter bin ich über den Deinigen.

    Es ist auch in Ordnung - so kann ich schon mit Leben.

    Aber was anderes nebenbei: Du weißt doch bestimmt, wie Akkordsymole mit ein kleinen "0" zu verstehen sind (zB F0).. ich hab das noch nie gesehen, und beim zweiten Oma-Ständchen "I got rhythm" kommt das erstaunlich oft vor.

    Momentan gehe ich intuitiv davon aus, dass es sich um eine "nicht klingende", also abgedämpft gespielte Harmonie handeln muss, da es den Wert 0 musikalisch ja eigentlich nicht gibt.
     
  4. S.O.D

    S.O.D Guest

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    Erstellt: 17.06.06   #4
    F° wäre ein verminderter Akkord.

    F Ab Cb Ebb

    Also ein moll Akkord mit verminderter Quinte und verminderter Septime

    Gruß
     
  5. antipasti

    antipasti Threadersteller Singemod Moderator

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    Erstellt: 17.06.06   #5
    Vielen Dank - das war mir nicht klar... dachte immer, das wird mit einem Minus-Zeichen gekennzeichnet.
     
  6. Martin WPunkt

    Martin WPunkt Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 17.06.06   #6
    Das erste, was ich von meinem Jazz-Piano-Lehrer bekommen habe, war eine Tabelle, auf der die wichtigsten Notations-"Schulen" mit korrekter Bezeichnung aufgezeichnet waren: eine komplette DINA4-Seite sehr klein bedruckt....

    Das Ding hilft mir heute immer noch, weil: meiner Erfahrung gibts etwa doppelt so viele Akkord-Schreibweisen wie Jazzer.... ;)
     
  7. S.O.D

    S.O.D Guest

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    Erstellt: 17.06.06   #7
    Meines Wissens wäre ein F- einfach ein normaler Fmoll Akkord.
    F+ ist ein übermäßiger Akkord mit übermäßiger Quinte.

    Leider existieren die verschiedensten Formen von Bezeichnungen... :screwy:

    Gruß

    Edit: War ein bissschen zu langsam...*ggg*

    Der war gut! :D
     
  8. scabdooBA

    scabdooBA Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.06.06   #8
    Also ich spiel das lied auch öfter ma gerne am lagerfeuer und find es eingeltich ne gute abwechslung zu den wirklich typischen lagerfeuer akkorden.

    generell würd ich das gesamte lied mit baré akkorden begeleiten(bzw zupfen).
    dadurch kann ma dann scho ma die 7-er akkorden etwas interesanter machen. Noch dazu spiele ich statt dem gm7 den g6

    ach ja
    und weis nicht ob du es sowieso so machst aber

    f in verbindung mit diesem akkord (b maj)(?):

    ------3-------------
    ------3------------
    ------3------------
    ------3---------------
    ---------------------
    ------1-------------

    ist ein schönes bzw das orginale intro

    gruß
    sebastian
     
  9. antipasti

    antipasti Threadersteller Singemod Moderator

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    Erstellt: 17.06.06   #9
    Danke - lieb gemeint. Fahre mit den Vorschlägen von MartinWPunkt sehr gut und bin eigentlich auch schon fertig mit dem Song.

    Generell Barèe-Griffe zu benutzen finde ich persönlich nicht sehr smooth, deswegen zupfe ich lieber Variationen und Umkehrungen aus 3 bis vier Tönen (wobei immer mal ein Barrée-Griff dazwischen sein kann. Soll ja kein Gesetz sein). Wobei ich in diesem FAll die Akkorde nicht mal zupfen werde, sondern nur "streicheln". Und zwar mit dem Daumen. Dadurch verlieren sie an Höhen und klingen nicht so schrabbelig. Und ich muss nicht diese etwas platten Arpeggios des Original benutzen.

    Und Danke für die 0-Erklärung.

    Und die hast Du nicht zufällig irgendwann mal gescannt und könntest sie posten?
    So ein übersichtliches Nachschlagewerk suche ich nämlich. Es gibt zwar unmengen "Chordfinder" auch im Internet, aber das Symbol mit der 0 fehlte da beispielsweise bei allen. Also auch nicht wirklich zuverlässig.
     
  10. tinwhistle

    tinwhistle Registrierter Benutzer

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  11. antipasti

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    Erstellt: 18.06.06   #11
  12. waveshaper

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    Erstellt: 11.05.07   #12
    Vielen Dank für die Skalen-Tabelle... wirklich sehr kompakt und übersichtlich...
    gibts sowas auch für Akkord-Voicings?
     
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