JCM800 klingt scheiße!

von Branko, 12.02.08.

  1. Branko

    Branko Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.08   #1
    Hi!

    Ja wie schon gesagt, mein JCM800 2203 - bisher ein treuer Begleiter sämtlicher Auftritte und Auslöser mancher Erektionen auf der Bühne - klingt auf einmal ziemlich beschissen. Gerade wenn ich Single Notes auf der tiefen E-Saite spiele klingts total dünn und irgendwie gekränkelt. Auch sonst klingt er inzwischen mehr wie als hätte er die Grippe anstatt die Rock N' Roll Attitude. Er drückt irgendwie nicht mehr so wie früher und das Klangpaket ist viel dünner geworden. Außerdem scheint er mir irgendwie an Höhen gewonnen zu haben ohne, dass ich da mehr Höhen reingedreht hätte. Das Schlimmste ist aber dieser kränkelnde Ton. Das ist nichts mehr von wegen fettem Druck....
    Woran könnte das liegen? Die Endstufenröhren habe ich vor ca. nem 3/4 Jahr ausgetauscht! Die würde ich also ausschließen.

    Danke für eure Hilfe!
     
  2. hoss

    hoss HCA Gibson, Fender, vintage HCA

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    Erstellt: 12.02.08   #2
    Würde ich nicht ausschließen.
    Leuchtet alles?
     
  3. drunk in public

    drunk in public Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.08   #3
    wie hoss schon sagt:
    nichts ausschließen, vor und endstufenröhren checken bzw. austauschen. sollte das nix bringen kann man weiterchecken..
     
  4. Lasse Lammert

    Lasse Lammert HCA Amps und Aufnahmetechnik HCA

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    Erstellt: 12.02.08   #4
    als meiner das gemacht hat ging nach 2 weiteren Monaten garnichts mehr.....OT durch.
    würde aber auch erstmal auf Röhren tippen. wie alt ist der Amp? (ElKos)
     
  5. rollthebones

    rollthebones Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.08   #5
    Klingt nach BIAS Drift (nach kalt). Check das mal. Eine kalte Einstellung klingt auch kalt und insgesamt bröselig (vorallem im Bass).
     
  6. Lasse Lammert

    Lasse Lammert HCA Amps und Aufnahmetechnik HCA

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    Erstellt: 12.02.08   #6
    gute Idee!
    müsste allerdings schon krass gedrifted sein...aber man weiss ja nie
     
  7. Branko

    Branko Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.08   #7
    Jo Danke schonmal für eure Tips! Also die Röhren sind auf jeden Fall definitiv alle an;-)

    Ich sollte vielleicht noch ein paar Infos dazu geben. Ich habe damals lediglich die Endstufenröhren ausgetauscht. Die Vorstufenröhren sind noch die Originale von Marshall. Der Amp wird jetzt so ca. 3-4 jahre alt sein.
    Als ich damals die Röhren ausgetauscht habe, habe ich sie nicht gleich einmessen lassen, weil es das gleiche Model war - nur anderer Hersteller (Groove Tubes). Nach einer oder zwei Wochen, habe ich das Ding dann doch (mit dem Schaltplan unterm Arm) zum Radiotechniker gebracht und einmessen lassen. Der Typ ist zwar kein "authorisierter Marshall-Reparatör" aber ich mein, was gibts bei so nem Amp auch schon groß zum Rumschrauben - gerade bei einem, der die Technik von '75 in sich trägt. Aber es könnte natürlich sein, dass er da das Ding "gedriftet" hat. Was ist das denn überhaupt genau??

    ...Ich habe auch schon die beiden mittleren Röhren gezogen im Glauben, der Sound würde dann besser werden. Klar, der Amp hat viel mehr gepumpt bei geringerer Lautstärke. Aber dieser dünne, höhenlastige Sound war immernoch da.

    Falls ich den Amp von nem Techniker überprüfen lassen müsste, was würde ich denn da so bezahlen müssen? Muss ich dann wirklich zu so nem Marshall-Typen?
     
  8. Darkeminence

    Darkeminence Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.08   #8
    vielleicht sind auch die vorstufenröhren nicht ganz in ordnung...sind alle röhren richtig fest drinn, wie siehts denn mit dem gitarrenkabel aus, oder sogar mit der gitarre, ist die box i.o.?

    vielleicht hats auch wieder eine der endstufenröhren erwischt, glüht eine mit ner anderen farbe als sonst?

    sind die potis für den EQ/volume/gain alle okay?

    der bias ist vieleicht wirklich kälter geworden, check das unbedingt mal, denn gerade das macht den sound charakterlos...

    gruß Darkeminence:great:
     
  9. Lasse Lammert

    Lasse Lammert HCA Amps und Aufnahmetechnik HCA

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    Erstellt: 12.02.08   #9
    Auch wenn ich das nicht als wahrscheinlichsten Grund sehe kann es trotzdem durchaus sein, dass die Endröhren diese ein-zwei Wochen uneingemessen nicht überstanden haben.
    egal ob gleicher Hersteller oder nicht, die Röhren müssen eingemessen werden, laufen sie viel zu heiss kann das ganz schnell den Tod der selbigen bedeuten :(
     
  10. OneStone

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    Erstellt: 12.02.08   #10
    Solche Röhren habe ich noch nicht gesehen, die SO krass daneben liegen, dass da was abbrennt. Kann aber sein, dass es die gibt.

    Neben den Röhren würde ich vor allem die Elkos in Betracht ziehen, ich hatte hier mal einen Amp, IIRC so um die 20 Jahre alt, bei dem sind die Elkos innerhalb einer Woche oder so gestorben, also der Sound hat sich relativ schnell von "gut" zu "irgendwie kaputt" geändert. Wenn es geht, dann leih dir mal ein paar gute ECC83 und prüf nach, ob es daran liegt. Wenn das nichts bringt, dann Endröhren checken (BIAS, Emission usw.) und wenn das nix bringt, dann das Messen an der Schaltung an sich anfangen (lassen).

    MfG OneStone
     
  11. Sca

    Sca Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.08   #11
    ...aber bei nem 3-4 jahre alten amp is das doch schon seeehr unwahrscheinlich
     
  12. OneStone

    OneStone HCA Röhrenamps HCA

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    Erstellt: 12.02.08   #12
    Das ist ein Argument, hab ich übersehen. Naja dann überspringen wir halt die Sache mit den Elkos...bleiben ja genügend Fehlerquellen :D
     
  13. Lasse Lammert

    Lasse Lammert HCA Amps und Aufnahmetechnik HCA

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    Erstellt: 12.02.08   #13
    hast recht, halte ich auch eigentlich für unwahrscheinlich.
    Klang von der Beschreibung für mich auch nach ELKOs, daher fragte ich ja wie alt der Amp sei, habe das aber bei einem so jungen Amp noch nicht erlebt...dachte dabei eher so an 78'er JMP oder so ;)
     
  14. Spookymulder

    Spookymulder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.02.08   #14
    Vielleicht sinds die Schirmgitterwiderstände... hatte mal eine mechanisch defekte Röhre (jaja, ich weiß, aber Fasching macht den sorgsamsten Musiker zum Tier :-)), die einen Kurzschluss erzeugt hat, und damit einen der Widerstände gekillt hat. Das ganze passierte vorm Auftritt und naja, Show must go on, also andere Röhre rein, und den Auftritt durch gespielt... schön war's nicht, ist aber Gott sei dank nicht mehr kaputtgegangen.

    Jedenfalls passt Deine Beschreibung des Tons ganz gut, durch den fehlenden Widerstand hat die Gitterspannung natürlich viel direkter zugeschlagen und sehr eklige Höhen erzeugt... Bass war auch ziemlich weg... das einzige, was nicht passt, ist dass der Druck noch relativ gut da war (der Effekt ist halt in etwa dergleiche, wie wenn die Kathoden-Vorspannung (dat BIAS :)) zu hoch gewählt wird... obgleich das natürlich nicht stimmt... aber ich drifte ab).

    Hat der JCM800 nicht auch 22nF Eingangskondensatoren??? Habe darüber mal was gelesen... mom...Schematic, jepp..... guggst Du hier: Wenn die kaputt wären (Kapazität rauf), dann wirkten sie als stärkere Hochpassfilter und ließen weniger Saft durch (die Gitarre hat halt ned so viele hohe Frequenzen auf'm tiefen E)... das würde den fehlenden Punch erklären.

    Gut, so ein handelsüblicher Folienkondensator wird vermutlich lange lange halten, aber möglich wär's schon... Wenn Du sowas schon mal gemacht hast (ansonsten überlass es am besten dem Techniker, wird schnell gefährlich!), dann schraub den Amp auf, entlad die Elkos, und hock Dich mit Multimeter hin und mess alle Widerstände und - wo's geht- Kondensatoren durch... Werte aufschreiben und mit Schaltplan vergleichen, hilft auch dem Techniker... die freuen sich dann immer, dass man ihnen die Depp-Arbeit abnimmt und manchmal wird's sogar billiger. Aber wie gesagt, wenn Du Dir da unsicher bist, dann lass es den Techniker machen...so teuer ist das in der Regel auch nicht und ein funktionierender 800er sollte einem das Geld wert sein. :D
     
  15. OneStone

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    Erstellt: 13.02.08   #15
    Physikalisch richtig wäre so: Wenn der Widerstand kaputtgeht, dann brennt der ab, d.h. Widerstand geht hoch. Dadurch verliert die Röhre an Verstärkung, da Ug2 stark zusammenbricht, wenn die Röhre aufgesteuert wird. Das erzeugt Klirr, und das nimmt man als Höhen wahr.

    Wenn die kaputtgehen, dann verlieren die an Kapazität (Kapazität runter) und nehmen nicht zu, wahrscheinlicher ist aber, dass die durchschlagen => Verschobene Arbeitspunkte.

    Außerdem...das oft verbaute RC-Glied 22n und 1Meg ergibt eine Grenzfrequenz von 7,23Hz, da muss der Kondensator verdammt kaputt sein, dass das hörbar wird...ich würde den Fehler woanders suchen als bei Kondensatoren mit Kapazitätsverlust.

    Da misst man in einem Amp verdammt viel Mist...Widerstände durchmessen geht meist nur durch einseitiges Auslöten. Die professionelle Vorgehensweise mit Oszilloskop und Signalgenerator wäre sinnvoller, da findet man Fehler schneller als auf die Widerstände-Mess-Art, weil da lötet man sich tot und dass das Löten und Biegen der Platine und den Bauteilen guttut, das wage ich zu bezweifeln :)

    MfG OneStone
     
  16. Spookymulder

    Spookymulder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.08   #16
    Äh, jo... dem ist nicht hinzuzufügen <schäm> :o
    Ich hatte kurz den "Kurzschluss", der Schirmgitterwiderstand wäre gegen Erde geschaltet (sprich, senkt das Gitterpotential ab), aber das ist natürlich Bullshit, sorry für die dilettantische Antwort.

    Das stimmt natürlich, aber wenn es sich um offensichtliche Fehler handelt (z.B. gerade bei den Schirmgitterwiderständen - gut, dann siehst Du's natürlich auch an der Farbe wenn der Widerstand durch ist), fand ich es bisher eigentlich ganz hilfreich, auch wenn Du nicht den eigentlichen Wert misst... ich fand's einfach eine sinnvolle Anregung, bei 'nem 800er ist die Schaltung ja noch einigermaßen übersichtlich.

    Naja... viel lernen ich muss, Meister Yoda :D

    @Branko: Natürlich, wenn Du einen Signalgenerator und ein Oszi zuhause hast, und beides auch noch bedienen kannst, dann los... aber ich bin -im Normalfall- nicht davon ausgegangen. Ich habe gestern abend noch ein wenig über die Problematik nachgedacht und musss eigentlich den Vorrednern zustimmen: die einzigen Bauteile, die sich auf der von Dir beschriebenen Zeitskala dramatisch ändern können, sind die Röhren (und da eigentlich auch nur die in der Endstufe). Wie gesagt, ich hatte in krachneuen Amps in letzter Zeit unglaubliche Probleme mit den Röhren, von daher würd ich das auch nicht ausschließen (am tollsten war eine niegelnagelneue Gleichrichterröhre, die einen internen Kurzschluss hatte - ich dachte ich spinne). Stimme also meinen Vorrednern zu: Leih Dir mal neue Vorstufenröhren und lass die Enstufenröhren durchmessen.
     
  17. OneStone

    OneStone HCA Röhrenamps HCA

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    Erstellt: 14.02.08   #17
    Jeder Kondensator und Widerstand kann ebenso einen Fehler haben, das war bei den Geräten die ich repariert haben, in 80% so. Die restlichen 20% waren Röhren oder defekte Trafos...
     
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