Johnson "JLS-20" Lap Steel Review

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Heute ist meine Johnson Lap Steel eingetroffen und nach eingehender Begutachtung und dem ersten anspielen möchte ich schon mal ein Review zum Besten geben…

Die genaue Bezeichnung der Lap Steel lautet "Johnson JLS-20-BRM" und der UVP beträgt laut AMI ca. 178 Euro… Im Netz, bei diversen Onlineanbietern und einem großen Auktionshaus, das mit e anfängt, wird die Gitarre zwischen 150 und 175 Euro gehandelt.

Meine Lady ist aus der Bucht und kam gut verpackt zum Preise von 149 Euro bei mir an.

Ich selber beschäftige mich schon seit über 20 Jahren mit "Lap Steel's" oder wie es im Volksmud heißt, "Hawaiigitarren" und habe in dieser Zeit schon das eine- oder andere Schätzchen auf dem Schoß ;-) gehabt… und natürlich auch selbst gebaut und von daher musste ich hier einfach zuschlagen.

Laut Werbeaussage soll sich die Johnson an die alten Gibson Modelle anlehnen (verm. Gibson EH), was aber nicht stimmt, die äußere Form mag das ein wenig vermitteln, aber die Gibson EH Modelle waren viel aufwändiger verarbeitet…OK, aber das ist eine andere Geschichte…

Zu den Fakten

Der Korpus (und damit meine ich Hals und Korpus…) besteht aus 3 Teilen, einem Mittelteil und 2 angesetzten Stücken an den Rundungen des "Bodys" und besteht aus massivem Mahagoni, welches dunkelbraun gebeizt wurde.

Die Gesamtbreite beträgt 260 mm und die Gesamtlänge 840 mm. Die Korpusstärke beträgt vom Korpusanfang bis zum Sattel durchgehend 38 mm. Ein Stahlstab ist nicht verbaut und bei der Halsstärke auch unüblich und nicht von Nöten…

Die Mensur beträgt (unübliche) 588 mm, was in etwa 23,15" entspricht… In der Regel haben LS eine Mensur von 22,5" (571,5 mm). OK, es gibt da keine Vorschriften…

Die Saiten werden von hinten durch den Korpus gefädelt, die Bohrungen hierfür sind ordentlich ausgeführt. Als Bridge dient ein einfacher verchromter Metallwinkel und der Sattel besteht aus Kunststoff. Die Halsbreite am Sattel beträgt 50 mm. Der Abstand "Saite Griffbrett" hat stolze 10 mm und an der Bridge sogar 15 mm. Hier wird es garantiert nicht schnarren, selbst wenn man mit vollen Bierflasche sliden wollte…;-). Ab Werk sind Saiten der Stärke 0.15 auf 0.54 (Open E) aufgezogen.

Ein Highlight sind die original Mechaniken von Grover im sog. "Open Gear Style" Style, die wirklich butterweich laufen und die Stimmung der "fetten" Saiten gut halten. Leider haben die Chinesen wohl ein bisserl Reiswein oder so getrunken, denn die Mechaniken sind nicht gerade eingesetzt (Siehe Bilder)
Das "Griffbrett" besteht aus durchsichtigem Kunststoff, welches mit einer Schicht Perloid versehen ist. Die Bundmarkierungen sind einfach in schwarz auflackiert… die Orientierung auf dem Frettboard ist sehr gut und die Positionen stimmen soweit…(Bundreinheit usw. ist bei einer LS eher nebensächlich, das regelt der Tonebar…). Das Fretboard ist auf alle Fälle sauber gearbeitet und gerade verschraubt.

Klang (Trocken)

Hier gibt es nichts zu meckern. Die Johnson ist rein akustisch gespielt ungewöhnlich laut und hat Sustain ohne Ende… sehr gut…!


Elektrik (…und die Chinesen…)

Die Potis sind, wie erwartet, Schrott…und gleichen mehr Schaltern. Es passiert erstmal gar nichts und dann ist der Ton da oder weg…, hell oder dunkel, dazwischen ist nicht viel…die werden in Bälde gegen ein Pärchen Burns Potis (250K log), die ich noch zu liegen habe, gewechselt. Und bei der Gelegenheit werde ich noch ein wenig in meine "Mellory Cap Kiste" greifen…

Sound (verstärkt)

Eigentlich passen eine Lap Steel und ein P90 gut zusammen, zumindest wenn es in Richtung Rock und Blues geht…und wenn dann noch ein Mahagoni Korpus mit im Spiel ist….Aber hier will nicht so recht Freude aufkommen…. Mir ist der Sound zu neutral… ich habe die LS über eine Kombination aus "Crate V5" und 1x12 Box (Jensen Alnico) gespielt…und es ist weder "Fleisch" noch "Fisch"… Für "meinen" Sound (fetter Swamp Blues) ist der EMG zu sauber… und für reinen, "Cleanen Steelguitar Sound" fehlt ihm die Puste…Der EMG (style) P90 hat gemessene 12 KOhm Widerstand, das ist untypisch … ich werde den wohl mit .007er Draht neu wickeln(auf 6 – 7 KOhm), wachsen und mit Alnicos versehen, das dürfte dann schon eher was werden.

Resümee

Die Johnson ist bis auf die schief eingesetzten Mechaniken, gut bis sehr gut verarbeitet…und vom der Grundsubstanz auch gut als LS geeignet. Sie liegt gut auf dem Schoß und lässt sich unverkrampft spielen… Das Preis / Leistungsverhältnis würde ich mal als sehr gut bezeichnen. Sie hat sicherlich ihren Platz in der, langsam wachsenden Steelguitar, Familie verdient. Ich werde ihr auf alle Fälle ein neues "zu Hause" geben…

To Do Liste

Potis ersetzten und Kondensatoren für die Volumen- und Klangreglung verbauen
Den Sattel gegen einen aus Knochen oder Metall ersetzten.
Die Bridge durch eine "Gibson Lösung" ersetzen und die Saitenlage an der Bridge verringern
Den P90 pimpen
Die Saitenführungshülsen bündig in den Korpus setzten

Puh, das ist ein langes Review für eine so kleine Gitarre geworden….

Danke fürs lesen…
 
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