Jugend Ohne Gott

von mYa, 27.07.08.

  1. mYa

    mYa Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.07.08   #1
    Mein zweiter Text. Mein erster war Englisch, aber mir ist da aufgefallen, dass ich mir da einfach wahnsinnig schwer mache mich auszudrücken. :rolleyes:
    Will auf den Inhalt des Textes noch nicht eingehen, vielleicht erklärt er sich ja von selbst. :great:

    Vielleicht kommt noch ne Bridge/Strophe dazu, mal sehen. Musik: Weiß net. Eigentlich bin ich kein "Punk". Aber vielleicht wirds was punkiges oder rockiges. Mal sehen. :)

    Wir liefen unerkannt
    durch die Gassen unsrer Stadt
    Unsere Träume verbrannt
    die Tage matt.

    Fanden wir keinen Halt
    waren wir Punks
    das alles ohne Gewalt
    vielen herzlichen Dank

    |: Wir sind eine Jugend ohne Gott
    Wir sind eure Zukunft :|

    Im Zeitalter der Fische
    ist alles konform
    Es fehlt das individualistische
    in dessen Norm

    Nervte uns die triste
    Brüderlichkeit
    zog es uns zur schlichten
    Minderheit.

    |: Wir sind eine Jugend ohne Gott
    Wir sind eure Zukunft :|
     
  2. zionfan

    zionfan Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.08   #2
    also ich WILL auf den inhalt eingehen, da sich über die form ja nicht allzuviel sagen lässt: rheim vor sinn ("punk"-"vielen herzliche dank?!") und bei so kurzen zeilen, sollte das metrum schon sauber hingebracht werden...
    horvát gelesen? oder doch nur den buchrücken? wo ist T und N? "Gott ist die Wahrheit" oder was? ich finde es schwierig, literatur aus der zeit nach der machtergreifung hitlers (jugend ohne gott, 1937) auf die heutige gesellschaft zu beziehen indem man sie unreflektiert auf das jetzt projeziert.
    du hast das thema ziemlich oberflächlich angepackt resp. nicht zu ende gedacht. sind wir in der zeit der konformität? welche triste brüderlichkeit? "Das Zeitalter der Fische" ist eine formulierung des ehemaligen altphilologen julius cäsar (nicht der gaius) für die ära des nationalsozialistischen regimes - in dem wir glücklicherweise nicht leben - die "jugend ohne gott" ist also nicht "eure zukunft" sondern eure vergangenheit. ich denke, dass noch nie soviele fische die möglichkeit hatten gegen den strom zu schwimmen wie heute... versuche bilder zu benutzen, die noch nicht so abgegriffen sind - versuch eigene bilder zu konstruieren und nicht zitate aneinander zu reihen.
    die erste strophe fängt allerdings vielversprechend an.
    sorry für die harten worte, aber bauchpinseleien bringen dich ja auch nicht weiter oder?
     
  3. Samuel_Groth

    Samuel_Groth Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 29.07.08   #3
    Hmm....also mYa hat eindeutig etwas bei Horvath abgekupfert, aber ich verstehe nicht, wieso Du verlangst, dass er deshalb das gesamte Buch rezitiert, reflektiert & diskutiert (zumindest verstehe ich Deine Aussage so). Gut, er hat den Titel geklaut und spielt auf die Thematik von Horvats JoG an. Aber muss er deshalb auch die Charaktere erwähnen? Oder die Aussage "Gott ist die Wahrheit" kommentieren?

    Sowohl Horvaths Buch als auch mYas Text sind vielfältig interpretierbar.

    Du interpretierst mYas Text und lässt für Dich auch nur diese eine Interpretation zu. Wieso? Warum gehst Du davon aus, dass mya mit dem Text "unreflektiert auf das jetzt projeziert". Vielleicht drückt der Text gar nicht mYas Gedanken aus, sondern die einer fiktiven Person die im Zeitalter der Fische lebt, welches nicht zwangsläufig der Definition Cäsars entsprechen muss (also nur auf die Nazizeit beschränkt ist) [Das rund 2000 Jahre dauernde Zeitalter der Fische wurde nach gängiger pseudowissenschaftlicher Meinung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch das Wassermannzeitalter abgelöst. Quelle: Wikipedia.]

    Es ist sein Recht als Künstler, das Thema nur oberflächlich zu betrachten, umzuinterpretieren, aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, zu ignorieren etc. Ein Songtext ist keine Dissertation, keine Buchbesprechung.

    So betrachtet fällt Deine verächtliche Frage "horvát gelesen? oder doch nur den buchrücken?" schliesslich auf Dich zurück und nun frage ich Dich: Horvat verstanden? Oder nur die Interpretation aus der Schulzeit wiedergekaut?




    Nichts für ungut, aber wer Kritik austeil muss auch einstecken können.;)
     
  4. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 29.07.08   #4
    Bin ich der einzige, der diese ganzen Hintergründe nicht kennt und den Text so nimmt, wie er ist?
     
  5. Benno _8)

    Benno _8) Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.08   #5
    Die erste Hälfte gefällt mir schon ganz gut. Wenn es rockig werden soll, sind leichte Abweichungen im Metrum kein Problem, solange es sich musikalisch unterbringen läßt. Der zweite Teil erscheint aber recht konstruiert, "Fische/individualistische" wirkt aufgrund des Metrums auch nicht mehr als Reim. In diesem Bereich halte ich eine Überarbeitung schon für sinnvoll.

    Meine Kenntnisse von Horvath sind auch eher begrenzt und für das Verständnis des Textes nicht unbedingt notwendig, vielleicht werden Interpretationen in dieser Richtung diesem auch gar nicht gerecht. Ich habe auch einmal vom Zeitalter der Fische gesprochen, ohne mich dabei auf irgendeinen Julius zu berufen :rolleyes: .
     
  6. zionfan

    zionfan Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.08   #6
    @ samuel groth:
    hmm, ich glaube ich habe nicht geschrieben wie ich das buch interpretiere... es ging mir mehr um das:
    und gar nicht um das:
    das muss er nämlich nicht und ich hab dies als beweise seines klaus angeführt - quasi als provokation was er thematisch nicht verarbeitet hat... ausserdem hab ich nicht geschrieben er soll die nazizeit irgendwie verarbeiten, jog kann man auch als personengeschichte lesen - aber das thema verweist halt stark in diese zeit, besonders wenn er noch den titel dazu verwendet. was ich meinte ist - und ich gebe zu, dass ich mich nicht gerade klar ausgedrückt habe - dass er ohne verweise und abkupferungen dem thema besser gerecht würde, das er zu beschreiben gedenkt.
    anderer titel, überarbeitete zweite und dritte strophe und ich bin zufrieden.
    ja natürlich, und meines ist es, dass ich das nicht für gut zu heissen habe. selbstverständlich muss er keine buchbesprechung machen, man muss aber damit rechnen, dass bei diesem titel gewisse konnotationen auftauchen werden. genau gleich mit den bildern die er erzeugt - was ich mit "abgegriffen" meinte.
    die grundessenz meines beitrages sollte eigentlich dies sein:
    und übrigens werde ich auf deine überlegte weise gerne kritisiert. danke! ich wollte eigentlich nicht überheblich rüberkommen - falls dies so war entschuldige ich mich bei euch allen.

    @x-riff: und wie findest du ihn als text "so wie er ist"?
     
  7. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 30.07.08   #7
    Wir liefen unerkannt
    durch die Gassen unsrer Stadt
    Unsere Träume verbrannt
    die Tage matt.
    ganze erste Strophe finde ich gut - versetzt einen sofort in ein Bild und eine Atmosphäre - klar, direkt

    Fanden wir keinen Halt
    waren wir Punks
    das alles ohne Gewalt
    hier könnte was knackigeres mit gleicher Aussage kommen, mal aus dem Bauch raus: ohne Bock auf/Trieb zur Gewalt oder so
    vielen herzlichen Dank
    schön: umreißt weiter - die letzte Zeile schafft Spannung

    |: Wir sind eine Jugend ohne Gott
    Wir sind eure Zukunft :|
    finde ich klasse - provoziert und läßt genug Fragen offen

    Im Zeitalter der Fische
    ist alles konform
    Es fehlt das individualistische
    in dessen Norm
    hier wird mir alles zu abstrakt - individualistisch, Norm, konform ... das ist irgendso eine Pseudo-Soziologen-Sprache, aber nicht die der Punks selbst - individualistisch ist in diesem Zusammenhang auch falsch, denn -istisch als Endung bedeutet immer, dass es übertrieben ist und damit falsch: individuell zu sein ist positiv - individualistisch meint übertrieben Ich-bezogen, egozentrisch. Für mich geht der drive weg und es wird unglaubwürdig - als spricht plötzlich jemand aus dem Off, der die Punks beobachtet und analysiert

    Nervte uns die triste
    Brüderlichkeit
    zog es uns zur schlichten
    Minderheit.
    Hier finde ich die grammatikalisch Konstruktion unglaubwürdig - welcher Punk spricht so? Ich meine nicht, dass Punks nur in Wortfetzen wie no future sprechen müssen oder so ... eher sowas wie: Uns nervte die triste Brüderlichkeit (und/sie) trieb uns in die schlichte Minderheit oder in die Arme der schlichten Minderheit oder wir wurden einfach Teil der einer Minderheit

    |: Wir sind eine Jugend ohne Gott
    Wir sind eure Zukunft :|


    Ab der Mitte des Textes geht mir der drive verloren, ich glaube nicht mehr, dass die Jugend oder die Punks sprechen, mir fehlt die Emotion. Was genau soll mitschwingen, ausgedrückt werden: Widerwille? Wut? Abgrenzung? Ausgrenzung? Selbstmitleid?

    Ansonsten bleibt für mich der Text offen - was ich hier als keinen Mangel empfinde, sondern als Raum, sich Gedanken zu machen.

    Dabei nehme ich Gott als Chiffre: ich glaube gar nicht, dass Jugend oder Punks sich um Religion scheren oder großartig Gedanken machen oder daher ihre wesentliche Abgrenzung beziehen - dazu ist Religion in unserer Gesellschaft viel zu sekularisiert: wen kümmert es schon großartig, wenn jemand sagt, er glaubt nicht an Gott?
    Deswegen sehe ich Gott eher als Symbol für sowas wie: gemeinsame Grundlage, Regeln, Sinn, Werte.

    x-Riff
     
  8. mYa

    mYa Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.08   #8
    At FIRST SIE (net ER - Danke)

    So, werde nicht auf jeden Post eingehen. Aber echt vielen Dank. :)
    Leider ist das ganze etwas in die Hose gegangen, ich war einfach viel zu voreilig. Der Text ist nämlich gar net fertig und ergab eigentlich nur in meinem Kopf WIRKLICH Sinn.

    Grundgeschichte des Textes war die Diskussion mit meiner Familie, dass es doch ALLES schonmal gab und alles doch irgendwo quasi "aussichtslos" ist. Was bin ICH denn heute. Punk? Gothic? Hopser? Ich mein, ich bin ich. Ich will mich da nirgends einordnen (bin voll die Gammlerin :D ), aber...alles war mal da und ist jetzt fort und jeder ist jetzt irgendwas von allem und Misch und Masch und keine Ahnung. Irgendwo hab ich da nichts wo ich mich festhalten könnte, reiben, rebellieren. (Gut, meine Mutter widerspricht der These, dass Jugendliche sich "reiben" müssen, sie ist der Meinung, es sei ganz gut, dass da nicht mehr so der "Kult" ist und es sollte auch "so" funktionieren).
    Also das Problem: Erwachsen werden. Wir wollen ja für was kämpfen, für was sein und einen Gedanken widerspiegeln.
    Und wenn da nichts ist...bin ich doch quasi gottlos. Ich mein ein Punk is auch nemma der Punk von früher oder der Hippie nemma der "Anti-Vietnam"-Mensch. Das ist alles aufgekocht und "schmeckt äußerst lahm".

    Und ja, ich gebs zu, ich hab das Buch "Jugend ohne Gott" NICHT gelesen (ich wollts übrigens nicht vollkommen zitieren) - ich war allerdings vor 2 Jahren im Theater, habe die Story in Wikipedia nachgelesen und das Buch in Amazon auf der Wunschliste ;)

    Und die Erwachsenen, die "Ernsten" regen sich auf, dass wir irgendwie rumeiern. Dabei sind wir ja die Zukunft. Aber eben, wenn da nichts ist woran man sich festhalten kann?

    Soweit der Gedankengang. Die Ausführung: Sitzen sechs :mad: :rolleyes: :)

    Ich paste mal meinen neuen Text mit Anmerkungen:

    Wir liefen unerkannt
    durch die Gassen unsrer Stadt
    Unsere Träume verbrannt
    die Tage matt.

    Mit wir liefen unerkannt, meine ich "Identitätslos".

    Fanden wir keinen Halt
    waren wir Punks
    lagen auf dem Asphalt
    na vielen herzlichen Dank

    Die Phase als Punk spreche ich hier an - Antimensch (quasi)

    Im Zeitalter der Fische
    ist alles konform
    Es fehlt das individualistische - lieber: persönliche/idealistische/individuelle/...???
    in dessen Norm

    Die Phase als Gruppenmensch, Faschist, Mitläufer, als "Nix"

    Nervte uns die ~triste~
    Brüderlichkeit
    zog es uns zur ~schlichten~
    Minderheit.

    Gehört zu oberen Vers: Also weg von Faschisten zu was "anderem"

    |: Wir sind eine Jugend ohne Gott
    Wir sind eure Zukunft :|

    Ein Trip durch Blumen,
    ein Lied gegen Gewalt,
    provoziern die Meute,
    mit unsrer Vielfalt.

    War das alles nur Lüge?
    War das alles Betrug?
    Wir ahnens in Zügen
    Sind wir nun in Not?

    Ich paste hier jetzt meinen ersten NEUEN Gedanken, bin noch total unzufrieden. Aber hier ist wieder eine andere Gruppierung angesprochen. Das mit Lüge/Betrug spielt darauf an, dass Hippie heute ja...mh, auch damals schon etwas teilweise "überzogen" ~wirkt~. Und in Not. Naja, klingt iwie ziemlich platt. Ach, vielleicht fällt mir später was besseres ein :D

    |: Wir sind eine Jugend ohne Gott
    Wir sind eure Zukunft :|

    Bridge:
    Was wir wollten - war der Zusammenhalt,
    gegen diese Welt absurder Gewalt.

    Was wir wollten - war der Zusammenhalt,
    gegen diese Welt absurder Gewalt.

    Was wir wollten - war der Zusammenhalt,
    gegen diese Welt - gegen diese Welt.

    |: Wir sind eine Jugend ohne Gott
    Wir sind eure Zukunft :|



    So far. Hoffe da ist was brauchbares dabei. Danke fürs Lesen :)
     
  9. Reki

    Reki Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.07.08   #9
    Das unerfahrene Reki erlaubt sich auch einen Kommentar :)
    Den Teil von "Trip durch die Blumen" bis "Sind wir nun in Not?" könnte ich mir gut im letzten Refrain zweistimmig als eine Art Grande Finale vorstellen.
    Nach dem Schema

    Wir sind eine Jugend ohne Gott
    Ein Trip durch Blumen,
    Wir sind eure Zukunft
    ein Lied gegen Gewalt,
    Wir sind eine Jugend ohne Gott
    provoziern (wir)die Meute,
    Wir sind eure Zukunft
    mit unsrer Vielfalt.

    Du darfst diese Idee auch dezent übergehen, ohne sie zu kommentieren ;)
    Gibt es zu dem Text auch schon ein Instrumental?
    Vielleicht könnte man sich den Gesang dann besser vorstellen.
     
  10. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.08   #10
    Hallo Mya,
    ich finde deinen Text und die Auseinandersetzung mit der Irritation dieser (deiner) Generation, die daraus spicht, ganz große Klasse.
    Du bist (selbst-) kritisch genug, Wortwahl und Struktur zu prüfen und zu verändern.
    Da darf man mMn als Leser/Hörer nichts dran herumkriteln.
    Die große inhaltliche Substanz deiner Worte und die wunderbar eingefangene Atmosphäre sind
    viel wichtiger als der vermeintliche Begriffsklau oder die korrekte historische oder literarische Einordnung.
    Deiner Mutter sollte man, mit Verlaub, für ihre Einstellung den Hintern versohlen.
    Obwohl sie maßgeblich zu deiner Auseinandersetzung mit unserer Welt beigetragen hat, wird es auch für ihre Generation schwer sein, die Schlachtfelder der Folgenden ernst zu nehmen und die Not die du so bildreich beschreibst, nicht der Bedeutungslosigkeit in einem seriös geführten Leben anheim fallen zu lassen.
    Sehr gelungen finde ich auch deinen Schluß

    "Ein Trip durch Blumen,
    ein Lied gegen Gewalt,
    provoziern die Meute,
    mit unsrer Vielfalt.

    War das alles nur Lüge?
    War das alles Betrug?
    Wir ahnens in Zügen
    Sind wir nun in Not?"

    Wobei ich die Absätze vertauschen würde, um den Gedanken an Mut und Hoffnung und an den Glauben der Kraft durch Vielfalt ganz oben an die Fahne zu hängen.
    Lediglich das Provozieren der Meute im Sinne von Erwecken ist nicht allein der Bringer, aber das weißt du schon selber gut genug.

    Du bringst es gut auf den Punkt:
    Die Vielfalt der Menschen in der Welt und die Offenheit und Toleranz, die es erfordert, damit klar zu kommen ist unsere Zukunft. Keiner kann das alles verstehen, darum ist deine Intuition so wichtig und deshalb ist dieser Text so klasse.

    Ganz groß. Du hast echt Talent, wenn ich mir das Urteil erlauben darf.
    Ich würde gerne noch viel mehr von dir lesen.

    Grüße
    willy
     
  11. mYa

    mYa Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.08.08   #11
    Sorry, dass ich erst jetzt antworte. Aber hab mich bislang nicht mehr so Recht an den Text getraut. :)

    @Reki:
    Ein Instrumental gibts noch nicht. Aber mal schauen, wann ich dazu komme. Danke für deinen Vorschlag. Kann ihn, aber denke ich, nicht verwerten (bislang). Vielleicht ergibt sich aber was durch das Lied "an sich" (quasi durchs instrumental). :)

    @Willy:
    Danke für die Blumen. Das schmeichelt mir sehr. Dachte ich wäre ein hoffnungsloser Fall. :o

    Du schlägst vor, es so herum zu nehmen?

    War das alles nur Lüge?
    War das alles Betrug?
    Wir ahnens in Zügen
    Sind wir nun in Not?

    Ein Trip durch Blumen,
    ein Lied gegen Gewalt,
    provoziern die Meute,
    mit unsrer Vielfalt.

    Und dass provoiziern die Meute. Ja, klingt eben einfach doof oder? Sollte ich wohl ersetzen.
    Man könnte lediglich das Verb ersetzen, "überzeugen die Meute", "steuern die Meute" (eigentlich steuert man als Gruppierung die gesamte Gesellschaft irgendwo - wenn man die Macht hat...bzw. durch die Vielfalt beeinflussen wir uns gegenseitig, etc.), "regiern die Meute",... oder man ersetzt das Wort Meute (mit Leute - haha :rolleyes: ). Ist ja "reimlos".

    Der Ausdruck "Zeit der Revolte"/"Zeit zur Revolte" klingt in meinen Ohren ganz nett. Vielleicht ließe sich das unterbringen. Aber "mit unsrer Vielfalt" ließe sich das vermutlich nicht vereinbaren.

    Ein Trip durch Blumen,
    ein Lied gegen Gewalt,
    Zeit zur Revolte
    mit unsrer Vielfalt.

    Was denkst du/ihr?
     
  12. x-Riff

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    Erstellt: 07.08.08   #12
    Ein Trip durch Blumen,
    ein Lied gegen Gewalt,
    Zeit zur Revolte
    mit unsrer Vielfalt.

    Da würde ich auch was anderes nehmen als Vielfalt ...
    Am ehesten ist mir was eingefallen, was wieder auf Gewalt Bezug nimmt:
    Ein Trip durch Blumen,
    ein Lied gegen Gewalt,
    Zeit zur Revolte
    ohne Gewalt.

    Die Vielfältigkeit kann aber inhaltlich passen, gerade wenn man daran denkt, dass hier an Veränderung/Revolte gedacht ist, die nicht bestimmt ist durch eine Kaderorganisation, zentrale Führungselite etc. Nur finde ich da Vielfalt eher zu beliebig. Es ginge wohl eher um andere Organisationsformen (Attack, Greenpeace, Piece Now) und darum, dass jeder dabei ein Individuum bleibt und sich auf seine Weise einbringt. Wenn ich bei dieser Interpretation nicht auf dem Holzwege bin ...

    x-Riff
     
  13. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.08   #13
    Hallo mya,
    ich habe das eher als Chronologie gesehen, wie bislang versucht wurde die Welt (friedlich und philanthropisch) zu verändern.


    "Ein Trip durch Blumen,
    ein Lied gegen Gewalt,
    provoziern die Meute,
    mit unsrer Vielfalt".

    Deshalb dachte ich das Statement sollte an den Schluß, um einen hoffnungsvollen Ausblick darauf zu gewähren, wozu die kommende Generation imstande ist und was als nächstes kommt.

    Nicht nur die Hippies haben es mit Blumen im Haar, Laissez- faire und Freier Liebe und später mit Liedern gegen Gewalt versucht.
    Dann kam die Generation der Braven, Politikverdrossenen, Cocooning, Orientierungslosigkeit und Angst vor der Globalisierung.

    Und jetzt bricht hoffentlich eure Zeit an: Toleranz und Dialog weltweit mit klaren Regeln, Gemeinsame Pläne zur Rettung der Welt in jeder Hinsicht.

    Deswegen halte ich die "Vielfalt" für sehr treffend formuliert.
    Die "Meute" hingegen wirkt mir etwas zu abfällig.
    Und Provozierend ist das auch nicht so sehr, wie ich finde, eher stimulierend oder motivierend.

    "Revolte" empfinde ich als ein wenig zu angestrengt und überzogen.
    Denn gegen was soll und kann denn heute gekämpft werden?
    Alles entzieht sich der Anfeindungen der Jugendlichkeit, weil alles Jugendlichkeit ist.

    Mit besten Grüßen
    willy
     
  14. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.08.08   #14
    coooooler Spruch, Alter! :cool: :D ;)
     
  15. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.08   #15
    Danke Mann,
    aber das Mädel ist ja echt mal ein erfrischendes Talent, oder?
    Hoffentlich kommt da noch mehr!

    w
     
  16. mYa

    mYa Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.08   #16
    "aber das Mädel ist ja echt mal ein erfrischendes Talent, oder?
    Hoffentlich kommt da noch mehr!"

    Angst, da wird der Druck groß, wenn ich da was neues posten soll. Ich fühl mich auf jeden Fall sehr geschmeichelt. :o

    Habe jetzt mehrere Versionen mir überlegt für den Vers. Ich poste einfach alle mit kleinen Anmerkungen meinerseits (teilweise auch von euch).

    Ein Trip durch Blumen,
    ein Lied gegen Gewalt,
    provoziern die Meute (zu negativ)
    mit unsrer Vielfalt.

    ---

    Ein Trip durch Blumen,
    ein Lied gegen Gewalt,
    Zeit zur Revolte (zu aufgesetzt)
    mit unsrer Vielfalt.

    ---

    Ein Trip durch Blumen,
    ein Lied gegen Gewalt,
    finden zusammen
    mit unsrer Vielfalt.

    ---

    Ein Trip durch Blumen,
    ein Lied gegen Gewalt,
    halten zusammen
    in unsrer Vielfalt.


    ---

    Ein Trip durch Blumen,
    ein Lied gegen Gewalt,
    Gegen den Staat (zu "punkig")
    mit unsrer Vielfalt.

    ---

    Ein Trip durch Blumen,
    ein Lied gegen Gewalt,
    schweben zusammen
    in unsrer Vielfalt.

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    Ein Trip durch Blumen,
    ein Lied gegen Gewalt,
    leben zusammen
    in unsrer Vielfalt.


    Ich persönlich tendiere zu der blau geschriebenen Version.
    Kann aber mir noch was anderes überlegen, wenn ihr alle doof findet. :)
    Also Danke euch Beiden.

    @x-Riff: Kannst Du Dich mit dem Begriff "Vielfalt" arrangieren? Hätte es vermutlich geändert, wenn alle gesagt hätten, es klänge...nun ja. Aber ich finds eigentlich auch i.O und wurde ja jetzt von Willy unterstützt. :)
     
  17. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.08.08   #17
    Hallo mYa,
    bleib mal ganz locker, vor den eigenen Talenten sollte man keine Angst haben.

    Alle deine Versionen, bis auf die Letzte finde ich nicht so toll, ein bisschen zu kraftlos, mMn.

    Einen Vorschlag habe ich noch:

    "Gewinnen zusammen
    durch unsere Vielfalt"

    Lass mal ein bisschen sacken, dann kommst du von allein auf die richtige Version.

    Poste derweil doch noch einen anderen Text.
    Grüße
    willy
     
  18. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 08.08.08   #18
    Also ich war auch nicht so hin und weg von den Versionen - mir ist aber auch nix zündendes eingefallen ... vielleicht wirklich mal sacken lassen und mit Abstand noch mal drauf schauen - yu und poste mal einen anderen text ...
     
  19. Benno _8)

    Benno _8) Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.08.08   #19
    "Vielfalt" paßt an der Stelle von der Betonung her nicht wirklich, was dem Reim einiges an Kraft raubt. Inhaltlich finde ich diese Variante auch am ansprechendsten, vielleicht sollte sie einfach umgestellt werden, wobei ich "Halt" als Reim auf "Gewalt" vorschlage.
     
  20. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 08.08.08   #20
    Ein Trip durch Blumen,
    ein Lied gegen Gewalt,
    einzeln wie Bäume
    stark wie ein Wald

    sorry - mußte irgendwie sein ...
    neee im ernst: ich glaube mir fällt dazu nix ein bzw. es gefällt mir auch nicht, weil es mich halt penetrant an diese art von "mein freund der Baum" und "ein bißchen Friede" erinnert ...
    ist bestimmt nicht fair, aber so ist es nun mal

    x-Riff
     
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