Kennt jemand von Euch Chord Melody Method von Gary Dahl?

von senseo, 11.11.07.

  1. senseo

    senseo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.11.07   #1
    Hallo,

    ich quäle mich nun schon eine Weile mit Jazz-Harmonielehre herum, mit dem - wie es mir mittlerweile erscheint - irrwitzigen Ziel, irgendwann mal anhand eines Leadsheets in der Lage zu sein, einigermaßen gute Improvisationen hinzulegen.

    Allerdings komme ich mir vor wie Luke Skywalker auf dem Weg zur hellen Seite der Macht, und Yoda flüstert mir ständig ins Ohr: "Senseo, stark sein du musst. Schwer und steinig ist der Weg, der führt zur hellen Seite der Macht. Leicht und verführerisch ist der Weg der führt zur dunklen Seite...." ;)

    Nun bin ich beim Stöbern nach Noten im Internet auf das Buch Chord Melody Method von Gary Dahl gestoßen. Die Beschreibung liest sich folgendermaßen:

    Chord Melody Method for Accordion and Other Keyboard Instruments by Gary Dahl
    is a breakthrough course that will teach you to quickly learn all of the chords used in today's music and to apply their harmonic applications professionally to any lead sheet. Imagine possessing the ability to develop and compose a professional-sounding arrangement on the spot while improvising confidently as needed! The average dedicated student will become proficient in 6 to 12 months and will experience a dramatic improvement in all areas of musicianship. The Chord Melody Method will enable you to achieve your ultimate music making goals.


    Nun klingt das Ganze für meine Ohren etwas reißerisch, so als würde der Weg geradewegs zur dunklen Seite führen.... Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass einen ein 59-seitiges Lehrbuch in 6-12 Monaten zum Meister macht. Trotzdem würde mich interessieren, ob jemand von Euch das Buch kennt und mir was dazu sagen kann.

    Gruss, Senseo
     
  2. Scheufele

    Scheufele Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.11.07   #2
    :great:
    Weltklasse!

    Hab das Buch leider nicht, aber mir geht's ähnlich. Ich schau gelegentlich bei Frank Sikora (kennst Du bestimmt) rein, ausserdem hab ich "Bar Piano" von Simon Schott (war ganz nützlich) gelesen. Von Gary Dahl habe ich "Mel Bay's - Jazz Accordion Solos", aber noch kein einziges Stück versucht. Ist mir einfach zu schwierig: Ternäre (Triolische) Achtel, 4&5-Klänge, Off-Beats, Kombinierte Akkorde links - einfach das komplette Programm - :screwy:
    Hab auch mal gelesen, so richtig Jazz-mäßig improvisieren dauert Jahre und es braucht einen Lehrer. Ich für mich hab's erst mal abgehakt oder um es in Deinen Worten zu sagen: „Das ist kein Mond – das ist eine Raumstation!“
    Gruß
     
  3. senseo

    senseo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.11.07   #3
    Ja, den Sikora habe ich natürlich auch. Ist aber extremst heftig. Ich krieg da schon Schwierigkeiten, wenn man bei den Übungsaufgaben am Anfang mal eben so aus dem Stand irgendwelche Akkorde mit den abenteuerlichsten Erweiterungen in 365 Umkehrungen notieren soll.

    Die Jazz Accordion Solos von Gary Dahl habe ich auch, die sind echt gut. Geht allerdings eher in die Richtung swingender Jazz. Wenn man sich da einmal durchgebisssen hat, lassen sich die Stücke recht gut spielen. Da die Noten ganz gut sind, habe ich eben die Hoffnung, dass "Chord Melody Method" auch entsprechend sein könnte und vielleicht sogar wirklich hilfreich ist. Ich möchte aber nicht immer auf Verdacht irgendwelche Bücher kaufen, die mich dann hinterher doch nicht weiter bringen. Dann hat man irgendwann ein Vermögen für Harmonielehren, Jazz-Schulen etc. ausgegeben um dann festzustellen, dass es wohl nur geht, wenn man Jazz und Harmonielehre schon von Geburt an im Blut hat...

    Gruss, senseo
     
  4. Musiker53

    Musiker53 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.11.07   #4
    Ich beschäftigte mich auch mit Jazz, habe festgestellt, das es nicht einfach ist. Man braucht wirklich eine Zeeeeeit, Kontinuität und was ganz wichtig ist: die stufenweise Entwicklung. Irgendwan habe ich es aufgegeben, möchte es aber wieder versuchen. Du has aber geschrieben, das bei dir momentan der swingender Jazz gut läuft. Wie wäre es damit, das man sowas eine Zeit lang spielt, bis diese Enwicklungsstufe richtig verinnerlicht ist, und erst dann an die komplizirtere Sachen kommt.
    Aber zu erst so was, wie z.B. I can give you anything, but love baby, Hou high the moon, Night und day, Star dust usw. völlig aber richtig völlig frei spielen?
    Viel Erfolg und Spaß dabei.

    Waldemar
     
  5. senseo

    senseo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.11.07   #5
    Ja, aber swingender Jazz läuft bei mir vor allen Dingen deshalb recht gut, weil ich den eben nach Noten vom Blatt spiele. Anderer Jazz geht auch ganz gut, solange ich Noten habe, die mir vorgeben, was ich zu spielen habe. Jazz nach Noten vom Blatt spielen und Jazz frei nach Leadsheet improvisieren sind aber leider zwei Paar Schuhe, die miteinander nicht wirklich viel gemein haben. Ersteres setzt einfach nur voraus, Noten lesen und einigermaßen gut Akkordeon spielen zu können. Letzteres erforder jedoch, dass man den Jazz verinnerlicht hat, dass man nach den Regeln der Jazz-Harmonielehre handeln kann, ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen.

    Ich bezweifle mittlerweile, dass man das überhaupt wirklich lernen kann. Ich glaube vielmehr, entweder man hat das im Blut oder eben nicht. Ganz ähnlich, wie es auch Leute gibt, die aus dem Stand zu einem Lied eine zweite Stimme improvisieren und dazuspielen können ohne jemals Noten gelernt zu haben...

    Gruss, senseo
     
  6. hannosch

    hannosch Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 14.11.07   #6
    vielleicht sind dann eher Playalongs (z.B. von Aebersold) etwas für dich - dazu gibt es auch Vorübungen und verschiedene Schwierigkeitsgrade. Ob's das auch für Akkordeon gibt weiß ich leider nicht, dann halt irgendwas in C (z.B. Gitarre).

    Generationen von Jazzern haben damit angefangen, diese aufbauenden Workshops gespielt - die guten haben was eigenes drausgemacht, den anderen hört man auch noch nach 20 Jahren an, daß sie mir Aebersold gelernt haben... - aber improvisieren tun auch diese.


    ...aber nochmals zu deinem Swing nach Noten - wenn du das tatsächlich so spielst, wie das notiert ist, dann taugt das nicht so richtig - Jazzer spielen grundsätzlich die notiert straighten Achtel als Triolen-Achtel, durch diesen Versatz entsteht auch der Swing.
    Der Einfachheit halber werden die Noten straigt aufgeschrieben (die triolische Schreibweise wäre unübersichtlich, kompliziert zu schreiben und auch schlecht zu lesen), aber die Jazzer spielen das triolisch.

    Dazu gibt es aber schon einiges zu lesen hier im Forum...
     
  7. senseo

    senseo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.11.07   #7
    Nee, ich spiel's nicht so, wie's da steht, sondern schon so, wie es sein soll. Habe mich dafür ja auch hinreichend mit einschlägiger Literatur eingedeckt. Nur eben dieses vollkommen freie, das kriege ich nicht hin.

    Gruss, senseo
     
  8. Musiker53

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    Erstellt: 14.11.07   #8
    Hallo, Senseo!

    Hier steht ungefähr das, wie ich es mir beigebracht habe.

    Probier mal an die Stufe zurückgehen, wo du ÜBERHAUPT improvisieren kannst. Und dann die Kompliziertheitstufe (oder nennen wir es Schwierigkeitsgrad) langsam erhöhen!
    Zum beispiel die Lieder spielen, die dem swingendem Jazz ähnlich sind.
    Ich z. B. fang an mit der Musik wie Alexanders Ragtime Band, All of me, O when the Saint go marchin' in.

    Dann vielleicht Melodie SINGEN, egal wie schlecht deine Stimme klingt, und sich selbst begleiten. Dann fängst du möglicherweise an, anders denken und fühlen.
    Muß aber dabei einige von dieser Lieder UNBEDING auswendig spielen, dann fängt es an... was du mit dem Wort "Verinnerlichen" bezeichnest.

    Ich habe mir aber auch mit dem Klavier geholfen, weiss nich, ob du es auch ausprobieren sollst. Einige Sachen sind am Klavier übersichtlicher.

    Du musst, wahrscheinlich eine Wand durchbrechen, die Stufe finden, von deren du anfangen kannst. Und als Einzelnperon die Entwicklung der Jazzmusik wiederholen.
    Das wäre mein Vorschlag.
    Ganz schwere Sachen spiele ich auch nicht, aber so was wie Hou high the moon, Night und day, kann ich schon mit eigenen Improvisationen spielen.
    Und geboren bin ich nicht in Jazz-Umgebung. Sondern fast in der Mitte der Asien.

    Waldemar
     
  9. Murti

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    Erstellt: 22.11.07   #9
    Mal dumm gesagt, einfache Lieder kann bald jeder Spielen, am besten in C Dur, mit etwas Übung mehrstimmig. Mit noch mehr Übung auch in anderen Tonarten. Das muß mit Jazz doch auch so gehen, aber leider wohl nur mit üben, üben, üben.
    Der Maler sollte beim malen nicht über sein Werkzeug nachdenken und der Musiker nicht beim Töne malen über sein Werkzeug. Das sollte verinnerlicht sein.
    Na, ob dieser Spruch hilfreich ist ? Vieleicht hilft eine freie 7 Tage Woche und das Monat für Monat !

    Gruß Murti
     
  10. Ydufree

    Ydufree Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.07   #10
    Hallo senseo,
    ich habe mir Besame mucho und Hava nagila in C-Moll beigebracht, einfach aus dem Kopf. Romance antigua (Titelmelodie aus dem Film 'Verbotene Spiele') spiele ich in A-Moll/A-Dur. Am Anfang musste ich immer auf die Tasten schauen. Da ich diese 3 Stücke fast täglich mindestens ein Mal gespielt habe kann ich sie jetzt auch mit geschlossenen Augen spielen. Und jetzt kann ich auch anfangen zu improvisieren, in C-Moll oder in A-Moll. Aber auch in Dur Tonarten geht das sehr gut. Ich habe mir so ein Musette in F-Dur erdacht, mit Variationen. Oder einen Tango in C-Moll. Ich spiele auch Stücke nach Noten und daneben einfach alles was ich singen kann. Vor 3 Jahren etwa habe ich angefangen mit Akkordeon spielen (vorher Blockflöte, Trompete, Keyboard und Zither). Durch das tägliche Üben habe ich jetzt einen recht passablen Stand erreicht. Meine Musik ist einfach aber anhörbar. Und je besser ich spiele um so mehr Freude macht es! Übung macht den Meister.
    Gruss, Fritz
     
  11. senseo

    senseo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.12.07   #11
    So, ich habe bei Amazon.com das hier zum buch gefunden. Hört sich ja nicht gerade sehr vielversprechend an. Scheint sich um die übliche Masche zu handeln. Man verspricht den Leuten auf dem Cover das Blaue vom Himmel herunter, und wenn man dann das Buch gekauft hat, stellt man fest, dass zwischen den Seiten einfach nur viel heiße Luft steckt. Ich habe ehrlich gesagt auch nichts anderes erwartet und sehe eigentlich nur meine Befürchtungen bestätigt. Wäre ja auch zu schön gewesen, ohne jahrelanges Studium der Jazz-Harmonielehre auf einfachem Wege zum Ziel zu gelangen....

    Gruss, Senseo
     
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