Keyboardtasten ersetzen

H
hutundstock
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
08.05.20
Registriert
09.04.20
Beiträge
2
Kekse
0
Hallo zusammen,
Ist es möglich die ganze Klaviatur eines Keyboards durch die eines andern zu ersetzen? Genau genommen dachte ich an ein Roland VR 09 in das ich gerne eine Waterfall Tastatur einbauen würde. Vielleicht kann mir hier wer weiterhelfen oder empfehlen wo ich da am besten nachschaue, habe es mit der Suchleiste und auf Google schon vergeblich probiert.
LG HS
 
Eigenschaft
 
Das Problem ist, daß Hersteller wie Roland ua ihre " eigenen " Tastaturen verbauen
Unter Tastatur ist dann die komplette Einheit aus Mechanik und Tastenkontaktelektronik
zu verstehen.
Trennt man nun diese reine Mechanik von der eigentlichen Elektronik - wozu auch die sog
Rubberkontakte incl ihrer Matrix gehören - und versucht nun eine andere Mechanik
- in diesem Fall eine Waterfall Tastatur - daran anzudocken , kann es bzw wird es zu
Kompatibilitätsproblemen kommen.
Im einfachsten Falle paßt schonmal die mechanische Befestigung hier nicht oder etwaige
Ausschnitte für die Rubberkontakte sind zu klein etc.

Hier zu hoffen im Internet an Infos zu gelangen wäre reiner Zufall. Roland selbst hält sich hier
mehr als bedeckt - was ich neulich bei einem KP 24 Aufsatz Miditeil für Pianos erlebt habe
( posting hier im Forum )
Von Fatar hingegen gibt es bei Doepfer downloadbare Masskizzen der TPO Tastaturen

Vor Jahren habe ich mal eine Hammonc XB 5 auf Waterfall von Fatar umgerüstet
http://forum.keyboardpartner.de/viewtopic.php?f=3&t=396&p=2920&hilit=xb5#p2920

Ohne Maßschablonen geht es einfach nicht und vielfach muß dann noch einiges andere an Mechanik
am vorhandenen Instrument geändert und passend gemacht werden.
Ist sowas dann gelöst hat man immer noch die Frage zu beantworten, ob da auch die
Elekronische Seite noch paßt.
Am Prinzip der Roland Rubberkontakt Lösung darf hier dann nichts geändert werden.
Alternativ bliebe noch dann das Roland Teil per Midi anzusteuern - nur das kann wohl nicht
im Sinne des Erfinders eines solchen Umbaus sein.

Schaut man sich nun ein Roland VR 09 mal genauer an stellt man fest, die Tasten hängen vorn
über die Gehäuseleiste über.
Eine Waterfall Tastatur würde hier mechanisch behindert werden beim Tastentiefgang
Dasselbe Problem hatte ich damals auch bei der Hammond XB 5 , die ursprünglich auch
mit Fatar Waterfall ausgerüstet werden sollte.
Da dies nicht ging wurden Fatar Keyboardtastaturen verwendet. Der Grund für den Umbau
war jedoch, daß die XB 5 elektronisch defekt war wofür es keinen Ersatz mehr gibt.
Da nur das Gehäuse bleiben sollte hatte man wesentlich mehr freie Bahn.

Beim Roland VR 09 funktioniert jedoch noch alles und Waterfall Tastatur somit reine
optische Kosmetik.
Mach Dich somit erstmal schlau wie ein VR 09 ohne Deckel aussieht mit montierter Tastatur
Ich vermute mal daß der Platz im Inneren mehr als ausgereizt ist und wenn eine neue (andere)
Tastatur hier mehr an Tiefe aufweist hast Du ein weiteres Problem.
Übrigens die Fatar Tastaturen sind gewichtet und haben somit sowieso eh ein anderes Spielgefühl
als originale Roland Tastatur.
 
Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Dann werd ichs vermutlich dabei belassen.
 
Auch wenns schon älter ist muß ich ein paar dieser Aussagen relativieren bzw korrigieren.

daß Hersteller wie Roland ua ihre " eigenen " Tastaturen verbauen
Das steht zu Recht in Anführungszeichen, denn Roland baut keine eigenen Tastaturen (im Gegensatz zu Yamaha, Kawai und inzwischen Korg), sondern hat entweder Matsushita (Panasonic) oder Fatar (nur ex Roland Europe) verbaut, nach dem Ende der Herstellung von Panasonic dann auf diverse andere Hersteller wie zB Medeli, Worlde oder MIDIplus gesetzt.
Am Prinzip der Roland Rubberkontakt Lösung darf hier dann nichts geändert werden.
Das ist nicht ganz richtig, denn diese Lösung wird auch von nahezu allen anderen Herstellern verwendet. Entscheidend ist aber der Aufbau der Matrix und die Polung der Dioden. Geht man von Fatar aus, so hat Roland den gleichen Matrixaufbau, also von einer 61er Tastatur ausgehend beim untersten "C" beginnend in 8er Gruppen aufsteigend, größere Tastaturen erweitern nach oben und nach unten. Die Polung der Dioden ist bei Roland allerdings seit deren ersten "digitalen" Tastaturen eine Andere, dort verwendet man gemeinsame Kathode statt gemeinsame Anode wie bei der Standardausführung "DF" von Fatar, die bei den meisten Anderen auch eingesetzt wird. Yamaha dagegen setzt seit einiger Zeit eine komplett andere Matrix ein, die von einer 88er Tastatur und deren niedrigstem Ton in 8er Gruppen ausgeht, das ist elektrisch dann völlig inkompatibel, ebenso habe ich auch bei Korg schon solche ähnlichen Schaltungen gesehen, die durchaus auf Yamaha zurückgehen könnten, denn Yamaha hatte lange 50% und mehr Anteile an Korg, was zB die Yamaha Tastaturen in Korg M1, Wavestation und bis hin zur Triton erklärt.

Schaut man sich nun ein Roland VR 09 mal genauer an stellt man fest, die Tasten hängen vorn
über die Gehäuseleiste über.
Eine Waterfall Tastatur würde hier mechanisch behindert werden beim Tastentiefgang
Das wäre noch das geringste Problem, denn diese Querleiste ist oft nur eingesetzt.
Die mechanischen Probleme fangen schon viel früher an, denn Tastaturen aus asiatischer Fertigung (außer von MIDIplus) haben schmälere Tasten als eine Fatar oder früher Pratt-Read (USA) bzw Kimber-Allen (UK), was bei einer 61er einen Unterschied von 5mm ausmacht, die man aus dem Gehäuse rausschneiden müßte - oder das oberste C weglassen, was nicht sehr elegant ist.
Dann haben Fatar, außer deren Orgelkeyboards aus der TP/6xx Serie, eine Befestigung auf Säulen, die von unten verschraubt werden, wohingegen nahezu alle Matsushita-Tastaturen für Roland (und auch die Yamaha-Teile) über deren Rahmen befestigt werden. Diese Säulen bestimmen auch die Mindesthöhe beim Einbau. Kann man natürlich kappen, dann muß man sich aber was einfallen lassen.

Selbst wenn man das gelöst hat, kommen weitere Hürden hinzu, im einfachsten Fall hat man es mit einem Stecker für Folienkabel zu tun, für den man dann das passende Gegenstück braucht, und oft sind aufgrund von copy&paste gar die Anschlußbelegungen in den Servicemanuals schlicht falsch, wie zB beim Juno G. Da muß man dann durchmessen, und das geht nur, wenn man die Kontaktplatine der Tastatur abschraubt.
Hat die Tastatur Aftertouch, wirds richtig knifflig, denn da gibts mehrere unterschiedliche Analogschaltungen, die den sich ändernden Widerstand des Sensors in eine Steuerspannung umwandeln - mal ab davon, daß die Sensoren von Fatar und Panasonic unterschiedliche Widerstandswerte aufweisen.

Fazit: kann man machen, ist aber nur was für Hartgesottene und nichts für Anfänger.

Was einfacher geht ist, wenn da bereits eine Fatar drinsteckt und man eine Andere in gleicher Größe einbauen will. Die Stecker der Fatars gleichen Umfangs sind identisch und bei gleicher Familie wie zB TP/8, müßte man gar nur die Tasten selbst und die Federn tauschen, denn der Unterbau ist identisch (wenn man zB beim 61er Nord Electro die TP/8O gegen eine TP/8S oder SK tauschen wöllte). Aber auch da kann man reinfallen, was man mal sehr schön an einem Youtube-Video eines Helden sehen konnte, der aus seinem Studiologic Masterkeyboard die Tastatur in seinen Kurzweil einbauen wollte und sich dann wunderte, warum es nicht ging - Studiologic benutzte die rumgedrehte Diodenpolung wie Roland, Kurzweil aber die Standardpolung, und erst nachdem er auch die Kontaktplatinen tauschte, ging es - er wußte aber bis zuletzt nicht, warum ...
 
Wenn man mich schon zitiert dann bitte hier nicht Dinge aus einem
Kontext herausreissen um diesen " Rest " dann zu korrigieren.

Wenn ich schreibe an Roland Rubberkontakten nichts zu ändern so steht das
wie geschrieben nur im Zusammenhang mit einer Montage anderer Tasten
auf diese Rubberkontakte

Wenn man schon über so viel Wissen zu Roland Tastaturen hat
warum schaltet man sich erst 1,5 Jahre nach der Threaderöffnung auf , wo man doch schon seit 2011 hier Mitglied ist ???
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Wenn man schon über so viel Wissen zu Roland Tastaturen hat
warum schaltet man sich erst 1,5 Jahre nach der Threaderöffnung auf , wo man doch schon seit 2011 hier Mitglied ist ???
Ganz einfach: bin heute erst durch Zufall auf diesen Thread gestoßen, als ich nach Artikeln zum VR-09 suchte.
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben