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    Dieser Bereich ist bis auf Weiteres geschlossen, da eine Diskussion nicht in der erforderlichen geordneten Form stattfindet und die Betreuung des SUB, wirtschaftlich sinnvoll, nicht zu leisten ist. Bitte führt die Diskussion in einem auf Politik ausgerichteten Forum. Im Musiker-Board werden politische Beiträge an anderen Stellen strikt durch die Moderation entfernt.

Kindergeld versoffen?

von Johannes Hofmann, 29.10.09.

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  1. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 29.10.09   #1
    Der Familienpolitische Streit entzündet sich zZt an der CSU-Idee, für Kleinkinder, die eine staatliche Betreuung nicht in Anspruch nehmen, einen irgendwie gearteten Erziehungszuschuss zu zahlen.

    Dies sei Quatsch, kontert der Neuköllner Bürgermeister Buschkowsky (SPD): "Im Klartext: In der deutschen Unterschicht wird es versoffen, und in der migrantischen Unterschicht kommt die Oma aus der Heimat zum Erziehen, wenn überhaupt". http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,657717,00.html

    Daraufhin faselt Merkel von "Betreuungsplänen und Erziehungsgutscheinen". http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,657993,00.html

    Ich muss sagen, dass ich Buschkowskys Bedenken doch irgendwie Teile. In netten Kleinbürgerlichen Familien treuer CSU-Stammwähler wird so ein Geldsegen vermutlich tatsächlich zu Wohle der dann wohl zahlreicher in die Welt gesetzten Kinderlein verwendet. Aber in richtigen Problemregionen habe ich schon jetzt das Gefühl, dass 6 Kinder zuweilen 150x6=900€ zusätzlich gerechnet werden, und das Geld keineswegs zum Wohle der Kinder benutzt wird.

    Sollte man die zu verteilenden Gelder also nicht vielleicht wirklich in bessere Betreuungsstätten mit guter Ernährung und guter frühkindlicher Erziehung stecken?
     
  2. Everrock

    Everrock Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #2
    Ich verstehe das Ganze ohnehin überhaupt nicht.
    Fassen wir zusammen: der Staat bietet mir eine "kostenlose" Leistung an, in diesem Falle: Kindergarten.
    Wenn ich mich entscheide, diese Leistung nicht anzunehmen, bekomme ich vom Staat Geld?
    Bin ich der Einzige, der das für ausgemachten Schwachsinn hält?
     
  3. vanderhank

    vanderhank Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #3
    Nein. Aber die Politik wird sich dabei etwas gedacht haben, schließlich sind Politiker ja nicht dumm, oder? ;)

    Gruß
    Hank
     
  4. Everrock

    Everrock Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #4
    Klar, Populismus. Opium fürs Volk.
    Staat gibt Geld "für" Kinder = toll. :rolleyes:
     
  5. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann Threadersteller v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 29.10.09   #5
    und ich verstehe noch weniger, dieweil ich vor ca 5 Jahren 175 - in Worten: einhundertfünfundsiebzig - Euro pro Monat für die Kindergartenbetreuung meines Sohnes bezahlt habe.

    Jetzt hat er ganztags Schule, aber ich muss das Essen bezahlen.... wenn der Staat was für Kinder tun will: Wie wär's denn mit einer kostenfreien, kindgerechten aber gesunden Ernährung in der Schule...
     
  6. IcePrincess

    IcePrincess Vocals Ex-Moderator

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    Erstellt: 29.10.09   #6
    Wie wäre es erst mal mit kostenlosem und verpflichtendem Kindergarten? Gerade im Bereich "Sprachförderung" müsste man da ansetzen, in der Schule ist es zu spät.
     
  7. Everrock

    Everrock Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #7
    Sollte ich als Kinderloser mit meiner Vorstellung, Kindergartenplätze seien kostenlos*, falsch liegen, bitte ich um Entschuldigung.
    *Natürlich mal abgesehen davon, dass es logischerweise Steuergelder sind.

    Zum zweiten Punkt kann ich nur unumwunden zustimmen! :great:

    EDITH@ IcePrincess: ebenfalls Zustimmung! :great:
     
  8. vanderhank

    vanderhank Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #8
    Aber Kindermägen vertragen heute leider keine gesunde Ernährung mehr, bei Gemüse fangen sie heutzutage an zu kotzen...

    €: @IcePrincess - ohje, da hast Du jetzt aber ein Thema angesprochen... Lies Dir mal die Beiträge im "Schulpflicht-Thread" durch...;)
    Wie soll das erst bei Kindergartenpflicht werden???


    Gruß
    Hank
     
  9. HamsterOfTragedy

    HamsterOfTragedy Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 29.10.09   #9
    Hallo Johannes,

    Heute im Angebot: volle Zustimmung.
    Ich bin ebenfalls gegen eine HerdBetreuungsprämie, die ich für absolut kontraproduktiv halte, und stattdessen definitiv für den Ausbau von Betreuungsmöglichkeiten!

    Letztere käme ja nicht nur den "Unterschichts"-Kindern zugute, sondern durchaus auch Müttern aus der Mittel- und vielleicht sogar Oberschicht, die so ihre Kinder in guten Händen wissen und weiter einem Job nachgehen können. Besonders in meiner Gegend fällt mir auf, dass die Betreuungsmöglichkeiten haarsträubend schlecht sind. Wohl den Eltern, die dann eine gute Tagesmutter finden, weil die Kindergärten wahlweise rappelvoll sind, nur bis mittags betreuen - oder gleich beides.

    Ich finde es außerdem sehr wichtig, dass Kinder ab einem bestimmten Alter nicht zuhause an Muttis Rockzipfel hängen, sondern soziale Kontakte zu anderen Kindern haben, lernen, sich an Regeln zu halten, ein bisschen Bildung erfahren... ich mag nicht jeder Mutter die Erziehungskompetenz für ihre Kinder absprechen, aber es ist nunmal so, dass es Dinge gibt, die man seinem Nachwuchs alleine nicht vermitteln kann. Ich selbst halte mich ja für eine Supermami ;), aber ich muss zähneknirschend gestehen, dass meinem Sohn der Besuch des Kindergartens sehr gut tut, und er dort Kompetenzen erlernt, die ich ihm so nicht mitgeben kann. Denn ich kann leider keine 10 gleichaltrigen Kinder herzaubern, mit denen er "fachsimpeln", spielen und rumtoben kann, mit denen er Dinge teilen und auf die er Rücksicht zu nehmen lernen muss etc.
    Und wo Herr Buschkowsky die Migranten anspricht: mit dem Betreuungsgeld wird auch nichts an der Tatsache geändert, dass viele Grundschullehrer der Verzweiflung nahe sind, weil sie Kinder vorgesetzt bekommen, die kein Wort deutsch verstehen.

    Ich glaube im Übrigen nicht, dass nur in den von Herrn Buschkowsky angesprochenen Schichten Potenzial zur Zweckentfremdung der Betreuungsprämie vorhanden ist. Sicher ist da auch der ein oder andere Besserverdienende dabei, dem die 150 Euro extra im Monat beim Abzahlen des neuen BMW ganz gelegen kämen, und ebenfalls nicht im Sinne des Erfinders genutzt werden...

    Viele Grüße
    Hamster

    PS: zumindest hier im Pott ist der Kindergarten keineswegs kostenlos, sondern kostet je nach Einkommen.
    Wir zahlen einen dreistelligen Betrag...
     
  10. Samuel_Groth

    Samuel_Groth Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 29.10.09   #10
    Kostenlos ja gerne, aber verpflichtend geht mal gar nicht! Dies würde das Recht der Eltern auf freie Selbstbestimmung unterminieren und die Möglichkeit staatlicher Indoktrination Minderjähriger fördern. Und natürlich müssen Eltern, die staatliche Erziehungs- bzw. Betreuungseinrichtungen nicht in Anspruch nehmen auch vom Staat dafür bezahlt werden, damit eine angemessene Rundumversorgung der lieben Kleinen auch finanziell gewährleistet ist.

    Sollte diese finanzielle Unterstützung seitens der Eltern für Alkohol etc ausgegeben werden, dann ist das deren freie Investitionsentscheidung in die der Staat nicht einzugreifen hat. Sollten dadurch die Kinder der betroffenen Familie zu kurz kommen, ist der Staat angehalten noch etwas mehr Geld nachzuschießen, so lange, bis die Eltern keinen weiteren Nutzenzuwachs durch den Kauf weiterer Einheiten Alkohols verspüren und das überschüssige Geld schlußendlich - mangels alternativer Investitionsideen - ihren Kindern zugute kommen lassen.
     
  11. Everrock

    Everrock Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #11
    *hüstel* so viel zum Thema Naivität meinerseits. :o
    In diesem Fall allerdings finde ich das Vorhaben in der Tat noch unverfrorener. :eek:

    Ich hoffe, ich bin nicht schon wieder naiv, wenn ich das Obige einfach als Ironie interpretiere... :gruebel:
     
  12. GEH

    GEH MOD A-Saiteninstrumente Moderator

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    Erstellt: 29.10.09   #12
    Ich hab mal noch den blaunen Satz aus dem Spiegel-Artikel ergänzt.
    Hinterher kommen die Kinder auch noch mit schlechten Sprachkenntnissen zu Schule. :rolleyes:
    Das bereitet dann wieder andere Probleme und indirekt zusätzliche Kosten.

    Irgend einen Anreiz dafür zu geben, dass Eltern ihre Kinder nicht in der Kindergarten schicken, um dafür Geld zu erhalten, halte ich auch für völlig verfehlt.
    Der Kindergarten gehört für mich zur Sozialisation. Es kann nicht auch noch gefördert werden, dass jemand sein Kinder dort nicht hin schickt.
     
  13. saitentsauber

    saitentsauber Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 29.10.09   #13
    Im Freistaat Bayern scheint es halt wichtig, "einen entscheidenden Beitrag für die Wahlfreiheit der Eltern zwischen Erwerbstätigkeit und Fremdbetreuung der Kinder und der Betreuung in der Familie" zu leisten (Zitat der Sozialministerin).
     
  14. Johannes Hofmann

    Johannes Hofmann Threadersteller v.i.S.d.P. Administrator

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    Erstellt: 29.10.09   #14
    Es mag ja durchaus sein, dass gewisse Dinge in Bayern funktionieren, die in bestimmten Stadtvierteln Berlins nie und nimmer funktionieren...

    Dann stellt sich mir aber die Frage, warum die Entscheidung über die in Schulen vermittelte deutsche Rechtschreibung Ländersache ist (beinahe hätte damals Scheswig Holtstein eine andere deutsche Rechtschreibung gehabt als der Rest der Welt), der Bund aber flächendeckend entscheidet, ob man Geld zur unterstützung von Kindern in Institutionen steckt oder den Eltern auszahlt.

    Obwohl ich "Elter" bin, halte ich die Auszahlung an Eltern für Quatsch. Eine Reduzierung der Bildungskosten täte ich aber durchaus begrüßen - eben in Form allgemeiner Zuwendungen wie zB Essen oder Lehr- und Lernmittel... wobei das sinnvollste sicher die konsequente Wiedereinführung der Lehrmittelfreiheit wäre.

    Kinder kosten schon immens viel Geld und prinzipiell sehe ich ein, dass eine Investition staatlicher Mittel in Kinder keine schlechte Sache ist - insbesondere bei sinkenden Geburtenraten. Aber dabei mus DEFINITIV vernindert werden, dass diese Unterstützung zweckentfremdet werden kann - und das wird sie, wenn das so kommt, wie es im Koalitionsvertrag angedacht wurde.
     
  15. Koebes

    Koebes Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #15
    Sorry, das kann ich selbst als Liberaler nicht mehr unterschreiben. Das Geld wird nicht den Eltern gegeben, sondern den Kindern. D.h. die Kinder müssten eine Investitionsentscheidung treffen, was sie aufgrund ihres Lebensalters nicht können, daher die Zahlung an die Eltern. Wenn diese das Geld sachfremd verwenden, ist das auf keinen Fall okay, und hier muss der Staat eingreifen, weil zumindest auf einer ethischen Ebene Geld veruntreuut wird.

    Die Problematik von "Kopfprämien" für Kinder ist doch hinlänglich bekannt, die Problematik, die sich im realen Leben bietet auch. Diese Idee ist reiner Populismus, um die Regierung in ein Stimmungshoch zu tragen, an die Kinder denkt tatsächlich niemand. Als jemand, der mit Kindern beruflich zu tun hat, bieten sich mir ganz andere Probleme. Wenn wir Geld in die Hand nehmen, muss das - gerade in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten - zielgerichtet geschehen. Mir fielen ein:

    - Finanzierung von verpflichtenden Sprachkursen für Kinder, die Deutsch nicht als Muttersprache haben. Hier ist eine Ungleichheit geschaffen worden, die den Staat auf lange Sicht Milliarden kosten wird. Dass diese Ungeleichheit nicht oder nur mittelbar von der deutschen Gesellschaft erzeugt wurde, sondern von Eltern, die ihre Kinder nicht auf das Leben in einem fremden Land vorbereiten wollen oder können, ändert leider nichts an dem bestehenden Problem. Wir müssen versuchen, gerade aus den schwierigen Migrantenfamilien, die sich aus unserer Gesellschaft ausklinken (und sei es durch Sprachgebrauch) zumindest die Kinder zu integrieren, denn diese haben sonst weder hier noch im Heimatland Perspektive. In Deutschland der Türke, in der Türkei der Deutsche haben sie dann gar keine Identität mehr und beherrschen in vielen Fällen weder die eine noch die andere Sprache auf einem Niveau, was wirtschaftlichen Erfolg ermöglichen würde.

    - Bessere Lehramtsausbildung, dickere Personaldecke an Schulen. Deutsche Schüler sind international mittelfristig nicht mehr konkurrenzfähig. Schulen sind unterbesetzt und buhlen um jeden Lehrer, vor allem in den Mangelfächern wie Mathe und Physik. Andererseits herrscht in diesen und verwandten Fächern in Deutschland Fachkräftemangel wie nie zuvor. Deutschland braucht mehr und bessere Lehrer. Hier muss massiv Geld fließen, damit Mathe-Stellen nicht unbesetzt bleiben müssen, da den Job niemand mehr machen will und dann mit zweitklassigen und unterqualifizierten Kräften besetzt werden, weil der Wirtschaftsversager, der sich in der Schule eine Nische sucht, weil es hier ruhig und sicher zugeht, weniger kostet als der reguläre Studienrat und vor allem überhaupt mal verfügbar ist. Würdet ihr wollen, dass eure Kinder von Leuten ausgebildet werden, denen man nicht zugetraut hat, Eure Kühlschränke zu entwickeln?

    - Mehr Sport- und Freizeitangebote, vor allem in Großstädten Kinder haben, vor allem in problematischen Großstädten, keine Räume mehr, in denen sie Kind sein können. Das bedingt eine zunehmende Verrohung der Jugend, die Tendenz zum Alkohol- und Drogenkonsum und ein Anwachsen der Gewaltbereitschaft. Hier braucht es mehr Räume, mehr Sozialarbeiter und mehr Angebote, um Kinder und Jugendlichen auch eine Möglichkeit des Heranwachsens zu bieten. Immoment kasernieren wir sie einfach auch nachmittags in der Schule und geben ihnen Schulessen, damit sie sich überhaupt noch ernähren.

    Generell bin ich immer für Eigenverantwortung in allen Bereichen, aber wer Kinder hat, trägt auch Fremdverantwortung, und wenn Leute diese nicht einlösen, muss der Staat regulierend eingreifen, um die Kinder zu schützen. Weitere Deregulierung ist hier kontraproduktiv. Ich selbst habe keine Kinder, bin aber trotzdem ein großer Kinderfreund, und es macht mich traurig, wenn ich sehe, wie Kinder in Deutschland als bloßer Ertragsbringer abgehandelt werden und in ihrem Kindsein allein gelassen werden.
     
  16. saitentsauber

    saitentsauber Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 29.10.09   #16
    Scheint mir fragwürdig. Es gab aktive Werbung von - wie es damals hieß - "Gastarbeitern" in deren Heimatland - und sogar Begrü8ungsgeschenke wie Moped und Fernseher für den "millionsten" Ankömmling.
     
  17. GEH

    GEH MOD A-Saiteninstrumente Moderator

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    Erstellt: 29.10.09   #17
    Ich sehe in der Kindergartenbetreuung ist ein sehr gutes Angebot an die Eltern.
    Dabei geht es nicht nur um die Betreuung wärend deren Arbeit sondern auch darum, dass die Kinder durchaus vom Kindergarten provitieren.
    Aus diesem Grund haben die Eltern auch schon früher ihre Kinder dorthin geschickt, selbst wenn die Mutter zu Hause war und der Kindergarten was gekostet hat.

    Wer nun so ein gutes Angebot nicht annimmt, der ist aus meiner Sicht nicht automatisch dazu berechtigt, wegen der Nichtnutzung Geld zu beziehen. :rolleyes:

    Ich hab z.B. einen Bibliotheksausweis meiner Stadt. Wenn ich den nun zurück gebe, könnte ich auch auf die Idee kommen und sagen, dass wegen Nichtnutzung des städtischen Angebots zu einer Auszahlung an Geld berechtigt bin, weil ich mir die Bücher alle selber kaufen muss.
    Ich berufe mich dabei auf meine Wahlfreiheit, welche Bücher ich lesen kann.

    Es ist ja auch nicht so, dass es massenhaft Leute gibt, die ihre Kinder nicht in den Kindergarten schicken wollen.
    Das sind entweder ganz reiche Leute, die die Betreueung dann aber auch an andere Leute abgeben und dies nicht selber tun.
    Oder es sind Leute, denen die Kinder egal sind, sich zu Hause selber auch nicht groß um sie kümmern und das Geld tatsächlich anderweitig verprassen.
    Diejenigen, die voller Überzeugung, die Kinderbetreueung statt eines Kindergartens selber übenehmen würden und dies aus finanziellen Gründen nicht können, halte ich für klein.
     
  18. Bassist-sucht

    Bassist-sucht Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.09   #18
    Ja, ein Teil der Einwanderer wurde als Gastarbeiter angeworben.
    Nein, man hat diesen Leuten nicht verboten unsere Sprache zu lernen.

    Wer als Einwanderer in 2. oder 3. Generation nicht die Landessprache spricht, kann wohl kaum den Staat dafür verantwortlich machen.
     
  19. GEH

    GEH MOD A-Saiteninstrumente Moderator

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    Erstellt: 29.10.09   #19
    Doch, der Staat ist dann mitverantwortlich, wenn er auch noch aktiv Geld dafür bezahlt, dass die Kinder von der nicht Deutsch sprechenden Oma aus Anatolinen zu Hause erzogen werden und nicht in den Kindergarten gehen.

    Aus diesem Grund wäre eine solche Zahlung auch so kontraproduktiv. :rolleyes:
     
  20. LostLover

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    Erstellt: 29.10.09   #20
    Für mich wäre es eigentlich andersherum logisch:

    Statt Kindergeld zahlt der Staat einen "Kinderbetreuungs-Bonus". Wenn das Kind ab einem bestimmten Alter nicht zum Kindergarten oder zur Schule geht, wird das Kindergeld gekürzt oder ganz gestrichen, z.B. wenn das Kind der Schulpflicht nicht nachkommt.

    Kurzfristig würde das einen riesigen Aufschrei geben, langfristig eine Menge Probleme lösen.