Klaviersoli - wie spielt man die am besten

von Mart, 15.04.06.

  1. Mart

    Mart Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.04.06   #1
    Hi,
    ich spiele in einer Band Klavier. Wir spielen Musik von Alternative ueber eher soften Rock bis zu Pop. In einigen Stuecken haben wir Klaviersoloparts eingebaut. Oft spiel ich diese Soli nur intuitiv, quasi spiel ich Toene (einstimmig / mehrstimmig) in der Harmonie der Akkorde des Liedes. Ich hab meist keine festen Noten nach denen ich mich richte.

    Ich frage mich aber, ob das die beste Loesung ist, da sich ja so auch mal kleine Fehler einschleichen koennen. Sind Soli immer durchgeplant, mit Noten festgelegt oder ist das meiste doch Improvisation? Wie spielt ihr eure Soli ?
     
  2. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 15.04.06   #2
    Im Grunde geht beides, je nachdem, was du deinen Zuhörern anbieten willst. Bei Rock und Pop würde ich vielleicht eher Richtung ausnotiert gehen, zumindest mit weitestgehend feststehenden Bestandteilen. Bei Rockbands erwartet man ja eigentlich, dass in einem bestimmten Lied an einer bestimmten Stelle auch ein bestimmtes Solo kommt. Frag mal die Gitarristen. ;)

    Ein ausnotiertes Solo hat Vor- und Nachteile. Vorteile sind ganz klar der Wiedererkennungswert, ein gesicherter weil auskomponierter Spannungsverlauf und eine feststehende Länge. Dafür musst du im Gegenzug ohne Hänger durchkommen und bist nicht (bzw. nur bedingt) anpassungsfähig, also Reaktion aufs Publikum (du wirst gefeiert wie der Held des Jahrhunderts, aber Solozeit um? Schade ...).

    Die Improvisation hat ihre Schwerpunkte ganz woanders. Einstieg und Reaktion sind jederzeit möglich, genauso wie du stilistisch flexibel bist, was beim Rock logischerweise nicht so gegensätzlich wechselt wie im Jazz, wo ein und derselbe Song heute als funky 4/4 gespielt wird und morgen getragen und balladesk :-)D) im 6/8. Du kannst dann sehr auf die jeweilige Situation eingehen, musst dir aber natürlich den Spannungsverlauf aus den Fingern ziehen, was nicht unbedingt leicht ist, wenn man mehr will als nur dudeln.

    Welche Variante du wählst, hängt also von deinen Fähigkeiten ab, was du dir zutraust, und welchen Freiraum dir deine Band zum Solieren einräumt.

    Gruß,
    Jay
     
  3. Mart

    Mart Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.04.06   #3
    Danke fuer deine ausfuehrliche Antwort.
    Die Laengen der Soli sind im Prinzip schon klar bestimmt, nur beim Auftritt spielen wir oft einige Passagen laenger und lassen Klavier bzw. Gitarre frei ein bisschen "solieren". Nur geht ja, so denke ich, keine Improvisation ohne vorher schonmal ein paar feste Harmoniefolgen eingeuebt zu haben.

    Bis dann, Mart
     
  4. donchrizz

    donchrizz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.04.06   #4
    in diesen stilrichtungen sind pentatoniken eigentlich ausreichend ... aaaber wenn ihr covert würde ich fast meinen das originalsolo mal anzuhören und mindestens kreativ zu "verarbeiten"
     
  5. TravelinLight

    TravelinLight Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.04.06   #5
    Sehe ich auch so. So manch ein Zuhörer weint, wenn er sein geliebtes Stück in Teilen nicht wiedererkennt.
     
  6. SYQ

    SYQ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.04.06   #6
    ich würde mir da schon im vorhinein gedanken machen. man sollte in der zeit des solos auch wirklich alles rausholen, was zu dem song passt. wenn man während des solos noch am experemetieren ist, dann verspielt (;)) man die wertvolle zeit. aber das solo sollte natürlich wie eine improvisation klingen, also nicht zu viel struktur da rein bringen.
    raushören ist naütrlich am sinnvollsten, da die meisten soli in bekannten songs wirklich sehr gut gemacht sind. z.b. das supergeile von "piano man" würd ich nie gegen ein eigenes austauschen. :)
     
  7. Feel the Blues!

    Feel the Blues! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.04.06   #7
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