Kondensatoren defekt?

von think.funny, 09.05.06.

  1. think.funny

    think.funny Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.06   #1
    Hallo Tecnofreaks,
    ich weiß, Ferndiagnosen sind meist nicht möglich... aber evtl. ist mein Problem doch eindeutig:

    Ich besitze einen alten Röhrenverstärker (Bj. 1964) in dem 3 Elektrolytkondensatoren ( 32 + 32 uF 450 Volt ) verbaut sind. Ich hatte den Amp kürzlich bei einem Techniker, der die Endstufenröhren austauschte und behauptete, er würde jetzt nur noch kurz nach dem Enschalten etwas Geräusche machen, die dann verschwinden. Das läge an den Kondensatoren, die schon einige Zeit (sind nicht mehr die ursprünglichen) auf dem Buckel haben.

    Die Geräusche sind auch mit Aussetzern in der Betriebsspannung verbunden, da die Betriebs-Lämpchen vorne an und ausgehen.
    Sie hören sich zudem so verdammt gefährlich an, dass ich es nicht abwarten will, bis der ganze Amp abbrutzelt...

    Meine Fragen:
    1. Ich habe im Internet keine Kondensatoren mit so niedrigen Farat-Werten gefunden und einer solch hohen Spannung. Wo bekomme ich solche Teile?

    2. Können defekte Kondensatoren solche Fehler verursachen?

    3. Wie misst mann Kondensatoren auf Funktion durch?

    Help please!!
    Greez!!
     
  2. Bierschinken

    Bierschinken Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 09.05.06   #2
    Schau bei Tube-Town, da sind se gut und günstig.

    Grundsätzlich ist das möglich. Generell gilt das ElKo´s nach gut 10-15Jahren anfangen auszutrocknen und dann bauen die ab, daher solltest du die sowieso mal tauschen.

    Das ist eher kompliziert. Dazu braucht man wieder nichtalltägliches Werkzeug. Man könnte z.B. mit einem Kapazitätsmesser checken ob die noch genug Strompeichern können.
     
  3. Uli

    Uli Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 09.05.06   #3
    Ich hoffe, du meinst Technik- und nicht Techno...:rolleyes:
    Ja, und nicht nur Elkos. In den 60ern waren die sog. 'WiMa-Bonbons' bekannt dafür. Zwar MP und keine Elkos, aber beliebte Rauschgeneratoren...
    In der Schaltung mit 'Heimwerkermitteln' fast unmöglich.
    Wenn sie ausgelötet (und entladen!) sind, gibt es einen einfachen go/nogo-Test, falls du noch ein analoges Multimeter zur Hand hast (so eins mit Zeiger ;)):
    Widerstandsmessbereich einschalten und polrichtig (+an+ -an-) an den Elko anlegen. Bei intaktem Elko bewegt sich der Zeiger langsam Richtung hochohmig (der Elko lädt sich). Hast du keinen oder ganz geringen Widerstand oder ist nicht der geringste Ladevorgang zu beobachten, isser hin...
    Bei allen Arbeiten an alten Röhrenschaltungen immer Vorsicht walten lassen! Wenn du mal einen voll geladenen Elko kurzschließt, kannst du anhand der Funkenstrecke erahnen, was bei unvorsichtiger Handhabung durch deinen Körper fließt!
     
  4. Sele

    Sele Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.06   #4
    Aus reinem interesse: Um welchen Verstärker handelt es sich denn? Etwa ein Fender Blackface?!

    Gruß
     
  5. think.funny

    think.funny Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.06   #5
    Nein, um einen Echolette/Klemt BS 40 Bassverstärker.

    Und ich hoffe, du verstehst Spaß ;) .

    Was sind denn WiMa-Bonbons und MPs ??

    Ein analoges Multimeter hab ich leider nicht, nur ein digitales. Dann fasse ich auch lieber die Kerle nicht an. Oder kannst Du mir noch einen Tip geben, wie ich die entlade, bevor ich sie auslöte? (Ich will gerne weiterleben!!) Muss ich die Kontakte (welche der 3 ?) verbinden = kurzschließen?

    Ok, schau ich gleich mal rein...

    Ja, das hat mir jemand erzählt, aber was ist da drinnen, das austrocknen kann?

    Was ist das genau, ein Kapazitätsmesser? Ist das so eine größere Messstation?
     
  6. think.funny

    think.funny Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.06   #6
    @ Bierschinken:
    Hey, die sind ja wirklich super günstig!
    Aber kann ich einen 32 uF durch einen 33 uF ersetzen? ..32uF hatten se nich...

    Ist es egal, ob es Metallbecher oder Plastikbecher sind?
     
  7. Uli

    Uli Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 09.05.06   #7
    WiMa war ein Hersteller und Bonbons nannte man die, weil sie so ähnlich aussahen. MP steht für Metall/Papier (im Gegensatz zum Elko) kannst ja mal googeln nach 'Wima Bonbons'
    Wenn du mit einer isolierten Zange alle vorhandenen Anschlüsse kurz mal überbrückst, reicht das schon. Im Normalfall ist da eh nichts drauf, aber vom Normalfall soll man ja nie ausgehen...;)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Aluminium-Elektrolytkondensator
     
  8. think.funny

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    Erstellt: 09.05.06   #8
    Ok, fein :) , hab das Wesentliche verstanden, -bis auf eines:

    Wiki schreibt: Die Betriebstemperatur liegt typischerweise im Bereich von -40°C bis +105°C.

    Bezieht sich das auf die Betriebstemperatur des ELKOS selbst, oder die ihn umgebende Temperatur beispielsweise in einem Röhrenamp?
     
  9. think.funny

    think.funny Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.05.06   #9
    @ 500/1
    Jetzt weiß ich auch was WiMas sind. Habe mir früher immer schon gerne uralte Röhrenradios von innen angesehen, unter anderem das meiner Mutter, das ausrangiert auf dem Dachboden herum stand.
    Dieses Radio sah für mich aus, wie eine Stadt bei Nacht. Die kleinen Bonbons hatten schon gehörig Risse bekommen, das waren sie wohl, die WiMas - ?
    Auch an die gewickelten Dinger (MPs) kann ich mich jetzt erinnern...
     
  10. Uli

    Uli Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 09.05.06   #10
    Die Betriebstemperatur ist die Temperatur, in der das jeweilige Bauteil innerhalb seiner garantierten Werte betrieben werden kann - also der Elko selbst. Darüber oder drunter tut er entweder was falsches, nichts oder segnet das Zeitliche.

    Edit:
    Kannst Du!

    Mir wäre das nicht egal, aber da bin ich nicht Fachmann genug...
     
  11. think.funny

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    Erstellt: 09.05.06   #11
    Ok, dann erstmal vielen herzlichen Dank für die tollen Informationen!!
    Entweder es raucht hier bald ganz gewaltig, oder ich geb einen aus! :)
     
  12. Bierschinken

    Bierschinken Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 09.05.06   #12
    Da wär ich vorsichtig. Am besten ist es einen ElKo mit einem Widerstand (5 Watt oder mehr) zu entladen, dazu lötet man noch Kabel (nix dünnes!) an ein Ende (Fett isolieren mit Schrumpfschlauch) und am besten ne Krokoklemme, aber alles ordentlich isoliert! Da sind lockerst 600V DC druff!!!

    Die Krokoklemme wird dann ans Gehäuse gesteckt und mit dem anderen Ende des Widerstands gehst du auf die + pole und hälst da 2-3 Sekunden dran. Danach nochmal nachmessen ob Spannung drauf liegt!

    Warum nicht einfach die hier? (Check bitte nochmal die Spannungsfestigkeit!)-> http://www.tubetown.de/ttstore/product_info.php/info/p770_Elektrolyt-33--F---450V.html
     
  13. hoffstrat

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    Erstellt: 09.05.06   #13
    Ich habe auch den Echolette BS40. Schau mal von innen im Bereich der Netzbuchse und am Trafo nach, ob da sich da nicht ein Wackelkontakt eingeschlichen hat.
    Überprüfe mal die Platine auf Risse.
    MfG
     
  14. Uli

    Uli Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 10.05.06   #14
    Ist natürlich sicherer, das stimmt schon. In der Praxis hab ich allerdings selten erlebt, daß ein Elko in der Schaltung voll geladen war. Allerdings spricht für deine Theorie, daß meine alte Spitzzange ziemlich 'runde' und verschmorte Enden hat...:rolleyes:
     
  15. Bierschinken

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    Erstellt: 10.05.06   #15
    Dann war da ein findiger Tüftler am Werk der den ElKo´s Entladewiderstände verpasst hat. Das ist aber leider nicht gang und gäbe.
    Ausserdem würde ich mich nie drauf verlassen sondern lieber nachmessen.

    :rolleyes: :D
     
  16. think.funny

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    Erstellt: 10.05.06   #16
    Die Lötstellen und Platinenleiter sind eigentlich alle ok, so wie ich das beurteilen kann.
    Was mir eben auffällt, ist eine getrocknete weiße Flüssigkeit, die an einem der Elkos klebt sowie auch am Gehäuseboden. Ich bab' bei Wiki gelesen, dass man bei den Becherelkos eine Art Überdruckventil einbaut, damit ein eventueller innerlicher Kurzschluß keine Explosion auslöst, sondern der Druck an dieser Schwachstelle nach außen geleitet wird. Allerdings ist das was austritt braun... - oder?
     
  17. Uli

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    Erstellt: 10.05.06   #17
    An der Farbe würde ich mich jetzt nicht festklammern. Es steht ja auch an anderer Stelle im Wiki, daß es zahlreiche verschiedene Arten von flüssigen Elektrolyten gibt, insofern denke ich, kann das Aussehen der austretenden Flüssigkeit auch differieren.
    Für Sammler alter Röhrengeräte, bei denen das authentische Aussehen immer eine große Rolle spielt, gibt es hier auch noch ganz interessante Tips.
     
  18. think.funny

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    Erstellt: 10.05.06   #18
    Ok, ich habe heute mal 3 neue Elkos bestellt, allerdings differieren die um 1 uF. Hoffe, das das in die Toleranzgrenze fällt.
    Da die Teile unter dem Entlüftungsgitter auf der Oberseite des Gehäuses verbaut sind, kann es auch sein, dass einfach etwas reingelaufen ist.
    Der Bericht über PCB in Elkos bis 1988 ist ja erschreckend. Die Altgeräte wurden Tonnenweise auf die Müllkippen verfrachtet. Dort lagern ja Zeitbomben... :screwy:
     
  19. Uli

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    Erstellt: 10.05.06   #19
    Das stimmt. Wenn du mal nach 'PCB Elkos' googelst, gibts da schon ne Menge, aber bei 'PCB capacitors' im google.com wird man förmlich erschlagen...
    Also schön aufpassen :)...
     
  20. think.funny

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    Erstellt: 11.05.06   #20
    Bei Leibe, das werd ich machen! :)
     
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