Konzertstimmung - Wohl tempereierter Stimmung

von Philo, 12.09.04.

  1. Philo

    Philo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.09.04   #1
    Moin
    Was ist der Unterschied zwischen Konzertstimmung und wohl-temperierter Stimmung?
    Gibt es eigentlich auch eine temperierte Stimmung (ohne "wohl")?

    Danke Philo
     
  2. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 13.09.04   #2
    Der Begriff "Konzertstimmung" ist mir an sich erstmal neu, den kenne ich in der Form nicht.
    Was wahrscheinlich gemeint ist: Das Klavier (oder Orgel, auf jeden Fall aber ein Tasteninstrument) wird in der Tonart eines bestimmten Stückes rein gestimmt (für ein bestimmtes Konzert eben). Damit klingen aber andere Tonarten schlechter.
    Das hängt damit zusammen, dass reine Quinten und Quarten nicht exakt mit den zwölf Halbtönen unserer westlichen Tonleiter zusammenpassen, sondern ein ganz wenig abweichen. Stimmt man also jeweils reine Quinten bzw. Oktaven durch den Quintenzirkel, passt es am Ende (wenn man um den Zirkel einmal "ganz rum" ist) nicht - das ist das "pythagoräische Komma" bzw. die "Wolfsquinte" (die, die am Ende nicht mehr passt).

    Das ist übrigens auch der Grund, warum fis und ges genaugenommen nicht dasselbe sind, die "enharmonische Verwechslung" ist aber Grundlage aller Tasteninstrumente (es gibt eben nur je eine Taste).

    Die sogenannten temperierten Stimmungen (ja, davon gibt es mehrere, die wohltemperierte ist eine davon) vermeiden das pyth. Komma, indem sie jedes Intervall (ausser den Oktaven) ganz leicht unrein lassen, aber dafür alle Quinten gleich unrein sind. Das Komma wird also auf die zwölf Töne verteilt.
    Mit so einer Stimmung lassen sich ohne Umstimmen alle Tonarten gleichgut spielen - allerdings klingt es oft noch etwas besser in der reinen Stimmung (wofür man aber bei Tonartwechsel den Stimmhammer schwingen muss...).

    Etwas weiterführende Literatur: http://www.schulseiten.de/fopp-de/tuning.html

    Jens
     
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